Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

wfmicha
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Sind halt fast nur Süßkirschen... 4 10l Eimer als Maische angesetzt. Plus ein paar wenige Sauerkirschen.
Wie auch schon vorher im Thread beschrieben.
Gäraktivität war, wie auch beschrieben, 3 Wochen quasi null.
Hatte ja deswegen auch mach Gärstockung gefragt...
Steht aber alles hier drin :geek:

Wäre ne Option, das Ganze durch Leinentücher zu kippen?
Ich hab eben echt ein bissl Angst, dass die tote Hefe irgendwann Probleme macht.
Wobei die ja dann auch noch frei im Absatz schwebt und nicht schnell das verrotten anfängt, oder?
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ich lese keinen 3seitigen Trööt durch der von zwei Weinen handelt, um mir alle möglichen und unmöglichen Infos mühsam herauszusuchen. Da erwarte ich Zuarbeit ;)
Leinentuch bringt nichts, das ist für Hefe und Schlunz zu durchlässig. Wenn da viele Fruchtreste mit dabei sind, was ich vermute, wird das auch schnell verblobben, und dann geht nichts mehr durch. Was heißt "Gäraktivität quasi null": Also gärt es doch noch, oder wie ist das zu verstehen? Wenn es gärt, so wird es sich auch nicht gescheit klären. Und dazu, ob viel Restsüße vorhanden ist, hast du dich auch nicht geäußert.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Gäraktivität 3 Wochen vor dem Abschwefeln quasi null... heisst... nur mit Mühe an etwa 3 Tagen noch wenige Blubbs (ne Handvoll) bei minutenlangem schütteln.
Nach dem Anschwefeln gar nichts mehr. Nicht mal geringste Bewegung im Röhrchen.
Restsüße war vor dem Abschwefeln angenehm, nicht zu süß. Genau richtig für mich. Und ich mag keine zu süßen Weine.

Ich frage mich halt gerade, wie lange ich das so stehen lassen kann, ohne das mir der Ansatz wegen irgendwie abhaut.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Fruchtreste... also richtig festes nicht, habe den Ansatz durch so ein Maischenetz gegeben. Feines Zeugs ja,, mit recht viel Trub hab ich auch gerechnet, aber nicht 95% :)
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Hefe allein ruft keine solchen Trübungen hervor, das muss an den Früchten liegen. Antigel hattest du ja im Ansatz :hmm: Könnte das zu alt gewesen sein? Man könnte jetzt das ausprobieren:
-Mehr Antigel
-extra Tannin zugeben
-Ballon auf eine weiche Unterlage stellen und kräftig schütteln. Dabei beobachten ob jetzt wieder CO2 frei wird und/oder ob sich die klare Schicht nach dem Schütteln schneller ausbildet als vorher.

Womit genau hattest du die Maische abgepresst?
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Antigel war ganz frisch gekauft. Und, als ich gesehen hatte, wie der Ansatz sich entwickelt, noch mal etwas nachgegeben. Nicht viel, weil ich vorher ja auch schon "nach Vorschrift" drin hatte. Gibt's da ne maximale Menge oder Probleme bei zuviel Antigel?
Tannin habe ich schon nach dem Abpressen, in der Menge die im "erster Met" Rezept steht, zugegeben. Kann da ruhig mehr rein? Ist noch was da :)

Abgepresst hab ich mit 2 Presssäcken... ein gröberer 25 l Presssack und dann alles noch mal durch einen mit feineren Poren, die Dinger mit der Strippe zum Befestigen am Ballon. Ich glaub beides aus Kitzingen ;)
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Weder mehr Antigel noch mehr Tannin schaden, aber wenn beides schon drin ist, so wird mehr vermutlich auch nicht viel mehr helfen. Aber in der Verzweiflung könnte man das testen. Ja, und der Pressbeutel wird auch in Ordnung gewesen sein. Da bin ich ehrlich gesagt so langsam ratlos. Bleibt die Schüttelei um zu testen, ob die Gäraktivität wirklich beendet ist.

Anschließend vielleicht doch einen halben Liter abziehen und damit schauen ob Kieselsol was bringt.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Ok... dann schau ich mal am Wochenende... der Sauerkirschwein wird dann eh umgezogen, der ist ja tiptop.

Danke Dir erstmal :engel:
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Update...

Hatte mir nen halben Liter abgezogen und mit Kieselsol stehen lassen.
Deutlich besser, aber immer noch nicht gut.
Hab dann mal beim Arauner angerufen. Die haben mir zusätzlich noch Gelatine empfohlen.
Vorher hab ich nen Versuch mit einem großen Papierfilter für Likör gemacht. Ging aber nicht, hätte wahrscheinlich bei den gut 35l etwa 6 Wochen gedauert.
Also Gelatine /Kieselsol rein.
Steht jetzt auch seit gut einer Woche... nix...

Ich hab mir jetzt die Pulcino bestellt, hatte ich eh schon mit geliebäugelt, um auch mal einen leichteren Wein machen zu können.
Werde wohl die Schlotze noch mal vorher irgendwie grob durch ein Tuch / Maischebeutel (fein) jagen, bevor ich mit den Papierfiltern in der Pulcino anfange, die wahrscheinlich nach 3 Sek dicht wären...
Schaun mer mal.

So wird das jedenfalls nix mit dem Ansatz.
Nie wieder Süßkirschen :mrgreen:
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

So, melde Vollzug.
3 Tage Härtetest für die kleine Italienerin :lol:

Hatte mir bei den Italienern gleich die großen 40x40 Filter bestellt, in“ 0“Grob, "12" Mittel (1,5my) und "24" Steril (0,25my). Jeweils 25 Platten zu 30-40€.

Da bei der Pumpe für Öl 10 Filter in "00" dabei waren, erstmal das probiert. Katastrophe, sofort zu... da sah ich schon meine Felle davonschwimmen.

Egal, die "0"probiert... siehe da, viel besser. Auch ratzfatz dicht, womit ja auch zu rechnen war, aber zumindest so 2 Liter gingen durch, bis die Pumpe warm und wärmer wurde.
Hab dann am ersten Tag bei" zu warmer" Pumpe die Schichten gewechselt, so alle 20-30min...
Aber halt viiiiiiel Verlust auf die Art und Weise.
Später fiel mir dann auf... warum nicht die Pumpe kühlen. Also Wasserhahn mit Ministrahl drauf, aber echt nur minimal, gerade so das es nicht mehr tropft sondern konstant läuft.
Hat funktioniert, die Pumpe lief dann 2-3 Std am Stück. Kam natürlich nicht viel bei rum, aber besser, als nach 20min dauernd die Platten zu wechseln.
So war ich dann am 3. Tag durch... mit filtern als auch psychisch und physisch :mrgreen:

18 Uhr am 3 Tag mit der "12" angefangen, lief dann super, hab aber auch vorsichtshalber gleich mit 10 Schichten (wie auch beim Grob filtern) gearbeitet.

Danach noch steril, lief auch Top.
Auch 10 Schichten, offenbar viel zu viel
Aber egal
Bin froh, diesen komischen Ansatz noch in die Flasche bekommen zu haben.

Reste trinke ich gerade, ich finds lecker. Farbe ist toll, so schön klar durchs filtern. Mega. Süße / Säure ist gut, ähnlich wie beim ersten Met.
Den viel beschriebenen Filterschock bemerke ich grad nicht. Kann aber an der Sterillösung liegen, die ich heute reichlich Nasal zu mir genommen habe 8-)

Ich bin mir sicher, dass die Süßkirschen das Problem waren.

Andererseits find ich die Pumpe mega und freue mich, sie zu haben. Den Kauf hätte ich wahrscheinlich noch lange vor mir hergeschoben. Jetzt war ich quasi gezwungen, sie zu kaufen.
Und trotz 50% Verlust - aus 33l wurden 16- bin ich echt happy über den Ausgang der Geschichte :clap:

Zum Abschluss noch ein Bild von der Grob Filterplatte, so sahen die nach 2-3 Std Dauerdruck aus :shock:

https://ibb.co/JxqND4s
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Katastrophe, das sieht aus als wenn du eine Maische durchgejagt hättest 8-! So soll das nicht aussehen, und spätestens wenn die Pumpe warm wird sollten die Alarmglocken angehen. Normalerweise wird die durch den hindurch gepumpten Wein ausreichend gekühlt. Na, war halt eine Ausnahmesituation, nicht zur Nachahmung empfohlen.
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Re: Kirschmet/Kirschwein als Saftgärung?

Beitrag von wfmicha »

Genau so sieht's aus. Definitiv Ausnahmesituation.

Und nochmal an alle, die das lesen... lasst die Finger von Süßkirschen :)
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