Anfängerfragen zum Kirschmet

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Dido
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Anfängerfragen zum Kirschmet

Beitrag von Dido » 08 November 2014 08:22

Hallo zusammen!

Eigentlich wollte ich als Hobbyimker einfach mal ausprobieren, wie das so geht - mit dem Met.

Dann aber bin ich auf den Frucht-/und Honigweinkeller und auf dieses Forum gestoßen, bin völlig faziniert und habe seit wenigen Tagen 20l Met, 20l Cidre und 2 x 15l Kirschmet intensiv blubbernd im Heizungskeller stehen (wenn die Starterflamme beim Heizbrenner erlischt, scheint es wohl zu viel zu sein ;) )
Außerdem habe ich seit gestern auch die ersten vollreifen Bananen in der Kühltruhe. :lol:

Während die Rezeptur meines ersten Metansatzes eine Mischung aus mehreren Internetquellen ist, halte ich mich nun an die Originalrezepte, die hier auf der HP stehen, damit ich keinen Bockmist mache und lernen kann. Bestimmt werde ich Euch in nächster Zeit mit ein paar Anfängerfragen nerven, so ich keine Antwort hier mit der Suchfunktion finde. Und hier ist die erste zum Kirschmet, bei dem am kommenden Wochenende lt. Rezeptur die Entfernung der Maische ansteht:

Im Rezept steht: "Nach einer Woche heftiger Gärung* werden die Früchte abgeseiht und ausgepresst. Ergänzen Sie gegebenenfalls das Volumen mit Wasser und stellen Sie nun die Säure ein".

Vielleicht nun die etwas blöde Frage: Was geschieht denn, wenn ich das mit der Wasser-Volumen-Ergänzung gegebenfalls nicht tue?

LG
Dido

* am Donnerstag Abend angesetzt, am Freitag langsamer Gärbeginn und heute morgen nach dem Schütteln scheint er zu "kochen". Es bilden sich Blasen bis zum Spundloch, obwohl ich 5 Liter "Abstand" gelassen habe ?-?
Im Wein liegt Wahrheit, weil sie dort nicht mehr stehen kann.

© Manfred Hinrich (*1926), Dr. phil., deutscher Philosoph

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Latemar
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Re: Anfängerfragen zum Kirschmet

Beitrag von Latemar » 08 November 2014 08:55

Hallo Dido,

erst mal noch ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Da hat dich ja der Weinmachvirus schon voll erwischt :lol: :lol: :clap:

Zu deiner Frage: (ich hole mal etwas weiter aus)
Am Ende soll der Wein ein harmonisches Verhältnis zwischen Alkohol, Restzucker und Säure haben.
Diese Werte müssen irgendwie "eingestellt" werden.
Der Alkohol wird irgendwann erreicht.
Den Restzucker und die Säure kann/muss man einstellen.

Ich gehe davon aus, dass du Sauerkirschen genommen hast.
Je nach Reifegrad bringen diese Säure mit in den Wein.
Wenn du nun die Maische entfernst, hat der Wein nun eine bestimmte Menge an Säure (g/l).
Liegt diese unter dem gewünschten Wert von z.B. 6,5gr/l, muss zusätzlich Säure zugefügt werden. Meistens verwenden wir Milchsäure um den Säuregehalt zu erhöhen.
Ist der Säurewert zu hoch, kann dieser durch Verdünnung reduziert werden.
Wenn der Säurewert passt oder zu niedrig ist, muss man nicht unbedingt verdünnen, der Geschmack der Frucht wird dann eben intensiver. (Was natürlich nicht unbedingt gewünscht sein muss)
Also: Erster Schritt ist Maische entfernen und Säurewert feststellen. Dann richtige Entscheidung treffen und weiter vergären bis zum gewünschten Alk-Wert.

Und dann?
Befasse dich schon mal mit dem "Problem" der Nachgärungen in der Flasche. Stichwort: Stabilisierung.

Weiterhin viel Spaß und Erfolg

Gruß aus
Frankens gemütlicher Ecke
Latemar
Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; Joh.2,10

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Re: Anfängerfragen zum Kirschmet

Beitrag von fibroin » 08 November 2014 08:56

Hallo Dido,
Ist ja ein ganz ordentlicher EInstand, den du mit deiner Weinbereitung machtst. Wünsche dir ein gutes Gelingen.
Zu deiner Frage zum Kirschmet, seihe die Früchte ab und messe die Säure ein. Ist die Säure zu hoch, muss in jedem Fall noch Wasser dazu, ist die Säure zu gering, nachsäuern falls das Aroma zu intensiv ist, wieder auf Füllhöhe auffüllen.
Wie dem auch sein, das ganze hat viel mit eigenem Geschmack und Gefühl zu tun. Bekommt man ingendwann hin, früher oder später. ;)

Edit: Zweiter...
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Dido
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Re: Anfängerfragen zum Kirschmet

Beitrag von Dido » 08 November 2014 10:46

Vielen Dank euch Beiden; mit der Säureduzierung hatte ich die Verlängerung mit Wasser so spontan nicht in Verbindung gebracht. Jetzt aber ist es für mich logisch. Danke nochmals.

LG
Dido
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