Apelwein-blutiger Anfänger

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Apelwein-blutiger Anfänger

Beitrag von Bierchen » 17 November 2004 00:50

Hallo bin zum ersten Mal eingeloggt und auch noch blutiger Anfänger am Wein.
Hier nun meine Frage:Ich habe mit einem Freund zusammen zunächst ca 14 Liter Apfelsaft aus eigenen Äpfeln gewonnen und in einem alten Glasballon angesetzt(unter Zugabe von 1Kg Zucker und Reinzuchthefe aus der Weinhandlung. Das war am 21.10. Eine Woche später haben wir dann noch einmal ca 8 Liter in einem neuen Ballon angesetzt. Dummerweise hat am letzten Samstag bei einer Party bei uns in der Wg jemand unseren Hobby 1 entwendet(vondem neueren Ballon).
Weil wir unseren geliebten Wein nicht zulange dem Luftsauerstoff, Fruchtfliegen etc. aussetzen wollten, haben wir dann einfach beide ansätze in einen 25 Liter Ballon zusammengekippt und noch mit zwei Litern, die wir in Reseve eingefroren hatten aufgefüllt.
Stellt das ein Problem dar, wenn man zwei unterschiedlich reife Ansätze vermengt. Der jüngere Wein hatte übrigens schon fast aufgehört zu gären, weil wir den ja nicht schon am Anfang mit Zucker versetzt haben. Der vermischte Wein gärt jetzt übrigens schon wieder mit 1Plopp alle 4 Sekunden.
Der Wein ist auch noch sehr trüb, was ist wohl das beste Mittel um den Apelwein später zu schönen?

Gruß Bierchen

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 21 November 2004 13:33

Hallo,

sorry für die späte Antwort, habe diesen Thread irgendwie übersehen.

Es war absolut richtig, die Ansätze nach dem Verlust des Gärröhrchens zusammen zu schütten, damit kein Sauerstoff heran kann. Zum Thema Schönung von Apfelwein siehe Homepage Rezept "Apfeldessertwein".

Viel Erfolg,

Andreas
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Beitrag von Neugierer » 21 November 2004 15:07

Hallo Bierchen,

das mit dem Apfelwein sollte so schon Okay sein, kann man bestimmt so zusammenschütten. Als alter Apfelweinmacher kann ich nur sagen, das man für Apfelwein eigentlich garnichts benötigt. So mache ich Apfelwein:

In einen 30Liter Gärbehälter 27Liter Apfelrohmost einfüllen und süßen (je nach Geschmack des Rohmost (diese Jahr 2kg)) und bei ca. 20°C Gären lassen, wenn sich das Gären auf 4-6 Plopp/Min reduziert hat wird der restliche Rohmost (3Liter) aufgefüllt. Nach zwei bis drei Tagen probieren und ggf. nachsüßen bis der Alkoholgehalt dem Geschmack entspricht. Nach Gärstop der Hefe, den Wein abziehen und kalt stellen. Klärt sich bei 5-7°C fast vollständig selbst.

Du siehst ich arbeite ohne Reinzuchthefen oder irgendwelchen Klärungsmitteln, alles was Verwendung findet ist Apfelrohmost und Zucker (ggf. auch Honig), das reicht in unserer Familie schon seit Jahrzehnten !

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Beitrag von Birgit » 21 November 2004 15:15

Hallo Neugierer,
Du kommst ja aus einer Apfelweingegend, wie Du schreibst, vielleicht hast Du da einige Informationen die mich interessieren? Der Methanolgehalt in Apfelweinen ohne Reinzuchthefe soll um ein vielfaches höher sein, als in welchen mit Reinzuchthefen. Weißt Du mit welchem Faktor man dort rechnen muß?

Gruß Birgit
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Beitrag von Neugierer » 22 November 2004 00:44

Hallo Birgit,
1. Nein, ich komme nicht aus einer Apfelweingegend (Mittelhessen*, nähe Marburg), im Prinzip wird bei uns zumeist Bier getrunken. Ich habe das Apfelwein machen lediglich von meinem Großvater übernommen, der soweit ich weiß schon immer Apfelwein machte und so mache ich jährlich meine 60 Liter weiter. Das ist auch weiter kein Problem, da bei uns alle 10-15 km eine Kelter/Kelterei zu finden ist.

2. Ja, mir ist bekannt das der Methanolgehalt bei Apfelweinen mit wilder Gärung höher ist als bei Gärung mit Reinzuchthefen, ich bin der Meinung das ich dazu mal etwas gelesen habe, kann mich aber nicht mehr entsinnen.

3. Wie Du oben lesen kannst mache ich mir bei meiner Apfelweingärung keine großen Gedanken, das klappt wie von selbst. Ich bin auf diese Web-Seite gestoßen wegen der Menge an Pflaumen dieses Jahr, und auf eine Sinnvoll Verwertung dieser. Deshalb mache ich mich hier zu diesem Thema kundig. Meine Erfahrungen zu Fruchtweinen bezieht sich lediglich auf die oben genannte Art Apfelwein zu machen.

*) Nicht ganz Hessen ist Apfelweingegend, dies ist eine Total fehlerhafte Annahme, Apfelwein findet groß Verbreitung nur in Franfurt/M. und max. 50km Umkreis. Bei uns gibt es lediglich mehr Apfelwein als in Hamburg oder München, das bedeutet aber trotzdem nicht das wir hier auch nur 1/20 von der Biermenge an Apfelwein trinken.
Hier findest Du natürlich immer mal jemanden der Apfelwein selber macht, wer will schon die dünnen Industrieapfelweine trinken ?
Gruß, Neugierer ...

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Beitrag von Birgit » 22 November 2004 01:04

Schade, ich suche nach Informationen über dieses Problem, nachdem ich gelesen habe, das viele Brände wegen eines extrem hohen Methanolgehaltes vom Markt genommen werden mußten. In dem recht kurzen Artikel wurde berichtet das Apfelweine mit wilder Gärung einen so hohen Methanolgehalt aufweisen können, so daß es schon zu Kopfschmerzen führen kann. Ich versuche jetzt Informationen zu finden, ob das lediglich Panikmache ist, oder wie ich auf einer anderen Webseite gefunden habe, ein ernsthaftes Problem darstellt.

Gruß Birgit
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Beitrag von Neugierer » 22 November 2004 22:23

Hallo Birgit !

Ja, über den höheren Methanolgehalt kann man hier und da lesen, dieser soll bei wilder Gärung (eben nachgelesen), teilweise locker das 5fach gegenüber der Reinzuchthefengärung haben. Trotzdem beträgt er wohl nie über 1% des Gesamtalkoholgehaltes (wenn ich das eben richtig verstanden habe).
Wenn ich wieder arbeiten sollte frage ich mal einen Kollegen, die gären fast genauso wie ich (also wild ohne Reinzuchthefen, aber auch komplett ohne Zucker) jedes Jahr 600-800 Liter für Ihr Straßenfest. Mal sehen, der hat mir, glaube ich mal erzählt das sie das von einem Bekannten an der Uni immer mal kontrollieren lassen. Muß ich mal nachhaken, was da wie untersucht wird, vielleicht kann der etwas dazu sagen.

Alex der Neugierer

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Beitrag von Birgit » 22 November 2004 23:46

Hallo Neugierer,

ich finde, da Methanol in geringen Mengen bei manchen Menschen schon zu Kopfschmerzen führen kann, ist die 5 fache Menge schon ein Grund auf Reinzuchthefen zurück zugreifen. Gerade bei Äpfeln die Aufgrund ihres hohen Pektingehaltes schon zu einer erhöhten Methanolproduktion der Hefen führen. Man darf nicht vergessen das der Körper Methanol in Formaldehyd und Ameisensäure umwandelt. Beide Substanzen sind für den Menschen nicht sonderlich gesund.

Gruß Birgit

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Beitrag von Neugierer » 23 November 2004 13:11

Hallo Birgit,

leider muß ich Dich enttäuschen mit meiner Erfahrung dazu, ich habe mir gerade erst mal ein Vinometer gekauft und einige andere Utensilien die ich für meinen Pflaumenwein (1.Versuch) noch glaube zu brauchen.

Über den Apfelwein von mir hat sich noch keiner beschwert, wegen Kopfschmerzen oder sonstiger Beschwerden am nächsten Tag. Ich glaube nicht das Kritik am Wein immer nur aus Respekt vor dem „Selbstgemachten“ nicht geäußert wird.

Wie hier auch schon beschrieben mache ich meinen Apfelwein einfach „Null-Acht-Fuffzehn“ und das reicht, obwohl ich mir in letzter Zeit auch ein wenig mehr Gedanken dazu mache. … Sonst wäre ich hier ja nicht aufgetaucht !

Mit geistlichem … ähhh geistigen Gruß,

Alex der Neugierer
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 23 November 2004 15:55

Solange Du das spontane Zeugens nicht brennst.... :shock:
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Beitrag von Neugierer » 24 November 2004 00:00

Hallo Fruchtweinkeller !

Nein, brennen hatte ich nicht vor, gibt zwar genügend Leute die sich daran versuchen, aber die Erfolge die ich dabei sehe sind nicht so das Gelbe vom Ei. Die werfen in Ihre Maische ja alles rein was nur irgendwie Gären könnte. Ich suche dann für den Wein schon ein wenig die Früchte aus.
Außerdem gibt es doch einige Leute denen das in Deutschland nicht ganz so gefällt mit dem Schnaps brennen … ich glaube die nennen sich Z.o.l.l. oder so ….

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 November 2004 00:40

Da sprichst Du wirklich zwei wichtige Probleme an. Nun, ich bin eh kein Freund vom Hochprozentigen, insofern kann ich auf das Brennen sehr gut verzichten :twisted: Unser Wein ist mir eh zu lecker dafür.
Zweites Problem: Manchmal habe ich den Eindruck, gerade zum Brennen wird gern Obst vergoren, das eigentlich auf den Komposter gehört weil es schon gammelt und fault. Da brauch man sich nicht zu wundern, wenn bestenfalls Scheibenreiniger fürs Auto dabei herauskommt. Das gilt für Wein natürlich ebenso wie für den Schnaps. Zu sowas kann ich nur sagen: Wir gären ja heutzutage nicht aus einer Mangelsituation heraus, sondern weil es ein Hobby ist und Spaß macht. Ich persönlich finde, dann sollte man es schon richtig machen oder gleich ganz lassen.
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