Elektronischer Blasenzähler

Kleine Helfer erleichtern die Arbeit
MetNewbi
1000 Liter Wein
1000 Liter Wein
Beiträge: 1447
Registriert: 18 September 2007 00:00

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von MetNewbi »

Könnte man sicherlich auch ohne Mikrocontrollergedöns im Stile der 80'er mit einem Taschenrechner als Zählwerk, realisieren. 1+1= händisch tippen und danach die Lichtschranke die "=" Taste ansteuern lassen. Für jde weitere betätigung der = Taste wird um eins hochgezählt :D
Wo einst meine Leber war
ist heute eine Minibar
Benutzeravatar
DocWoelle
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 23
Registriert: 31 August 2025 22:46
Wohnort: Wesel
Kontaktdaten:

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von DocWoelle »

MetNewbi hat geschrieben: 13 Februar 2026 18:46 Könnte man sicherlich auch ohne Mikrocontrollergedöns im Stile der 80'er mit einem Taschenrechner als Zählwerk, realisieren. 1+1= händisch tippen und danach die Lichtschranke die "=" Taste ansteuern lassen. Für jde weitere betätigung der = Taste wird um eins hochgezählt :D
Klar, da gab es mal eine fast identische Umsetzung dieses Prinzips für die Zählung/Messung von Sonneneinstrahlung in der Hobbythek. Da wurde ein Taschenrechner angezapft und die =-Taste elektronisch betätigt.Damals war das Thema Sonnenbrand usw.
Wenn man also einen solchen Taschenrechner noch irgendwo hat, geht das auch.

Man hat dann allerdings nicht automatische Anpassung der Schaltschwelle usw. und auch keine Graphen usw.
Phil.99
0 Liter Wein
0 Liter Wein
Beiträge: 3
Registriert: 03 Dezember 2025 23:22

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von Phil.99 »

Bei mir funktioniert der Blasenzähler soweit.

Den Code habe ich durch Gemini gejagt und anpassen lassen, so dass er jetzt auch keine Verbindungsprobleme mehr bei mir hat und die Werte in einer Datenbank speichert + graphana Anzeige. Das läuft auf einem kleinen Fujitsu PC mit Homeassistant.

Den Pin für den Temperatur Sensor hatte ich damals schon im Code entdeckt. Jedoch glaube ich dass meine Sensoren Fake sind. Die zeigen alle etwas 3gradC mehr an als meine anderen Thermometer. Jetzt muss ich Mal schauen ob ich einen Offset einstellen kann.

Übergeschäumt ist es mir auch einmal, jedoch nicht über die Platine gelaufen. Für die Zukunft erstelle ich mir gerade ein kleines gehäuse zum ausdrucken
Benutzeravatar
DocWoelle
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 23
Registriert: 31 August 2025 22:46
Wohnort: Wesel
Kontaktdaten:

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von DocWoelle »

Phil.99 hat geschrieben: 27 Februar 2026 08:03 Bei mir funktioniert der Blasenzähler soweit.
(...)
Den Pin für den Temperatur Sensor hatte ich damals schon im Code entdeckt. Jedoch glaube ich dass meine Sensoren Fake sind. Die zeigen alle etwas 3gradC mehr an als meine anderen Thermometer. Jetzt muss ich Mal schauen ob ich einen Offset einstellen kann.
Es ist erfreulich, dass es bei Dir funktioniert. :-)
Was die Sensoren angeht: Du könntest in Zeile 239 einfach 3 abziehen, das ist hier:

Code: Alles auswählen

 if (tempC != DEVICE_DISCONNECTED_C)
    {
      tempbz = tempC-3;
      putmqtttemp();
    }
  }
Ich bemerke bei mir durchaus auch ca. 2 Grad zu viel. Das habe ich aber nicht korrigiert, das stört mich kaum. Solange es blubbert, ist alles gut und die Temperatur im Heizungskeller ist sehr konstant. Ist für mich eh nur ein Goodie.

Ansonsten hatte ich den Code ganz händisch ohne KI zusammengebaut; Fehler möge man verzeihen.

VG
Benutzeravatar
Evil.2000
0 Liter Wein
0 Liter Wein
Beiträge: 2
Registriert: 04 August 2026 19:41

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von Evil.2000 »

Hallo Zusammen!

ich hatte diese Schnapsidee des Blasenzählens auch :-) und einfach losgelegt mit bauen, ohne diesen Thread hier zu kennen. Nun wollte ich meine Implementierung mit euch teilen und bin hier auf diese Beiträge gefunden. Schön zu sehen, daß es auch noch Andere gibt, die auch solche Ideen verfolgen.

Mein Aufbau ist grob wie folgt:
Ein ATtiny85V-Mikrocontroller zählt Blasen, die durch ein Gärröhrchen aufsteigen, und sendet den Zählerstand einmal pro Minute über einen 433-MHz-Funksender.

Fototransistor und IR-LED am Gärrohr:
Bild Bild

ATtiny85V zur Erkennung einer Blase
WL102 433MHz Sender
LED zur Kontrolle
Bild Bild Bild

Damit das Ganze hält, hab ich mir nen Halter gedruckt, in den ich die IR-LED und den Fototransistor einfach einschieben kann. die Idee mit der Klammer, die ich hier in einem Beitrag gefunden habe ist aber auch genial!
Bild Bild Bild

Die LED pulsiert einige hundert Mal pro Sekunde auf einen Fototransistor. Der Chip misst, wie viel Licht ankommt.
Wenn eine Blase durch den Lichtstrahl läuft, streut sie das Licht. Der Messwert fällt ab. Der Code auf dem Tiny macht aus diesem Abfall genau einen Zählschritt.
Alle 60 Sekunden sendet er den Gesamtzählerstand seit dem Einschalten plus die Batteriespannung, und zwar dreimal, über einen WL102-Funksender.
Ein Empfänger an anderer Stelle schickt die Daten an MQTT. Ein Skript liest vom MQTT Topic die Daten aus und schreibt in eine MySQL-Datenbank. Es zieht zwei Gesamtstände voneinander ab und erhält so die Rate pro Minute.
Der Zählerstand ist ein Gesamtwert und wird nie zurückgesetzt. Wenn eine Funknachricht verloren geht, gehen keine Daten verloren — nur Zeit. Die nächste Nachricht enthält immer noch jede Blase, die seit der letzten gezählt wurde.

Das Ganze wird dann simpel auf einer Website ausgegeben. In diesem Fall ohne Grafana aber mit d3.js
Bild

Damit kann man günstig viele Sender bauen und an mehrere Gärbehälter klemmen. So war jedenfalls die Grundidee.
Bin noch nicht ganz fertig mit dem Projekt.
Im Gegensatz zu der Version hier im Forum messe ich die Blasen pro Minute welche aufsteigen und nicht die Verweildauer einer großen Blase am unteren Teil des Gärröhrchens. Keine Ahnung was sinnvoller ist. 100% genau ist sicher keine der beiden Varianten. Aber Spaß am bauen und sehen wie es funktioniert macht es allemal!

:-D

VG
Benutzeravatar
Fruchtweinkeller
Administrator
Administrator
Beiträge: 32437
Registriert: 29 März 2004 00:00
Kontaktdaten:

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Moin Evil, danke für deinen Input :clap:

Nun bin ich Elektronik-mäßig ein richtig blutiger Laie. Magst du vielleicht noch etwas in die Tiefe gehen, wie du das Ding zum Laufen gebracht hast (gerne auch in einem eigenen Trööt)? Ist für viele hier sicher interessant und macht die Nachbauerei einfacher. Und hast du das Druckfile womöglich bei Thingiverse und Co. hinterlegt?
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it.
(Brandolini's law)

PMs mit Fragen werden ignoriert
Benutzeravatar
Evil.2000
0 Liter Wein
0 Liter Wein
Beiträge: 2
Registriert: 04 August 2026 19:41

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von Evil.2000 »

Hallo Andreas (richtig?),
ich bin David :-)

Ich bin dabei alles mal zusammen zu dokumentieren und auf Github hochzuladen.

Hier eine Liste was das alles beinhalten soll. Ein paar Sachen sind per se schon vorhanden aber noch nicht öffentlich, andere müssen noch erstellt werden.
  • Sender
    • Schaltplan in Kicad
    • Platine (Streifenraster und zum Ätzen)
    • Bauteilliste mit Bezugsquellen (Vielleicht Reichelt Liste komplett)
    • 3D-Datei zum Drucken
    • Code für den Atmel ATtiny85V
    • Anleitung zum Compilieren und ggf. auch gleich fertiges Binary
    • Anleitung zum Flashen (Flash Hardware vorausgesetzt)
  • Empfänger
    • Raspberry Pi Zero2W -> weil 4 Kerne
    • Code für ein Programm zum decodieren der empfangenen PWM-Signale am GPIO
    • Anleitung zum Compilieren und ggf. auch gleich fertiges Binary
    • Anleitung zum Erstellen einer PiOS SD-Karte (oder Link dorthin)
  • Auswertung
    • Direkte Speicherung der Daten in einer DB auf dem Pi (SQLite)
    • Auswerung in Grafana (is am einfachsten zu bedienen, Installationsanleitung gibt's im Netz)
Mein Hauptanliegen war es die Sender über eine Batterie zu versorgen damit die so mobil wie möglich sind. Damit kann man sie im Keller an die Ballons klemmen und muss nicht extra Strom hinlegen. Außerdem sind die Teile billig und man kann auch mehrere gleichzeitig mit einem Empfänger betreiben. Evtl muss ich über alles mal noch ein richtiges Gehäuse bauen.
Eine Option die LED auszuschalten brauch ich auch noch. Momentan zieht die Schaltung 20mA. Bei großen Monozellen (Baby) mit 5000mA wären die rein rechnerisch nach ca 10 Tagen leer. Aber der tiny läuft aktuell auch mit 8MHz Takt. Ich muss mal schauen ob das überhaupt nötig ist.

Ich melde mich mal wenn ich das alles halbwegs ordentlich zusammen habe.

Nebenbei hab ich auch schon dran gedacht für Menschen die mit Elektronik wenig am Hut haben ein Komplettset für einen Unkostenbeitrag fix und fertig aufgebaut zu verschicken. Aber dafür muss das Projekt erstmal reif sein und Interessenten haben.

VG.
Benutzeravatar
Fruchtweinkeller
Administrator
Administrator
Beiträge: 32437
Registriert: 29 März 2004 00:00
Kontaktdaten:

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Jo, Andreas ist richtig und Hallo David. Prima, bin gespannt auf die Zusammenstellung 8-)
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it.
(Brandolini's law)

PMs mit Fragen werden ignoriert
Benutzeravatar
DocWoelle
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 23
Registriert: 31 August 2025 22:46
Wohnort: Wesel
Kontaktdaten:

Re: Elektronischer Blasenzähler

Beitrag von DocWoelle »

Hey zusammen!

Dass das Thema nun wieder solche Bewegung erfährt :-)

Ich finde den anderen Ansatz über 433 MHz interessant. Auf Blasenzählerseite ist das Ganze vermutlich deutlich stabiler, als so ein krüppeliges WLAN.
Gerade wenn man das Zeug massenhaft (mit mehreren Ballons) im (Gewölbe-)Keller mit dicken Wänden hat, ist das zuverlässiger.
Was ich nicht implementiert hatte, ist die Zwischenspeicherung (inkl. Timestamp), d.h. wenn die Daten nicht gesendet werden können bzw. nicht angenommen werden, müsste das in den Flash oder ins RAM, bis es wieder gesendet werden kann.
Da müsste im 433MHz-Projekt auch noch eine Rückrichtung etabliert werden, die die Speicherung auf der Gegenseite bestätigt.
Da sind wir dann aber schon bei Industriestandard und wenn das gescheit umgesetzt ist, verdienen wir damit MILLIONEN!!! :-) :-)

Ich finde übrigens jeden Ansatz diesbezüglich interessant. Vielleicht finden wir auch mal eine massenkompatible, billige Version, die man dem Volk ohne Elektronikkenntnisse präsentieren kann.

LG
Antworten

Zurück zu „Software und Apps für die Weinbereitung“