Kirschwein 2026

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Beitrag von Kirschwein »

So, es ist mal wieder Kirschweinzeit. 8-)

Ich habe gestern ca. 15-20 Kilo geerntete Süßkirschen von meinem brechend voll hängenden Baum zu nem 25 Liter-Weinansatz verarbeitet.

Nach dem Einmaischen hatten die Kirschen ein Volumen von um die 10 Liter, und ich habe sie gemessen mit einem Säuregehalt von ~13 g/l. Das ist sogar vergleichsweise hoch, in besonders guten Jahren hatte ich auch schon Werte um die 10-11 g/l. Aber ansonsten war der Reifegrad garnicht so schlecht, denn die zerdrückten und mit Antigel behandelten Früchte hatten schon ohne Zuckerzugabe ein Mostgewicht von 85 °Oe. Einzelne Früchte hoch oben an der Südseite des Baumes hatte ich mit meinem Refraktometer vorher sogar mit 110 °Oe. gemessen.

Dazu kamen dann 10 Liter Wasser, in denen ich 3,2 Kilogramm Haushaltszucker auflöste, sowie sechs Liter gekaufter Sauerkirschnektar. Welcher übrigens inzwischen unglaublich teuer geworden ist. :shock: Noch vor ein paar Jahren kostete ein Liter bei Kaufland ca. nen Euro, aber jetzt wollten sie €2,29 dafür haben. Rewe nimmt sogar 2,99 für "Rewe Beste Wahl" Sauerkirschnektar. Schließlich hab ich dann bei unserem Marktkauf hier welchen von Albi gefunden der im Angebot war für €1,29. Weiß nicht, ob das Angebot nur hier in meinem Marktkauf galt, aber wer momentan Sauerkirschnektar braucht, sollte vielleicht mal bei sich vor Ort bei Marktkauf schauen.

Die Gesamt-Maische hab ich somit auf ein Anfangs-Mostgewicht von knapp über 90 °Oe. eingestellt, was nach meiner Erfahrung ein brauchbarer Wert ist der normalerweise eine gute Gärung garantiert.

Und dann kam halt zum Schluss noch ein ganzes Tütchen "Joenos Portein"-Trockenhefe dazu.

Der Ansatz hat gut angegärt, es ist jetzt ca. 18 Stunden her dass ich die Hefe in die Maische untergerührt hab, und so langsam tut sich tatsächlich auch was.


Bin mal gespannt, wie's weiter geht. ;)
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Re: Kirschwein 2026

Beitrag von Kirschwein »

Hab meinen Kirschwein heute mal mit nem Vinometer gemessen, und er hat innerhalb von nicht ganz vier Tagen seit Gärstart schon 11 Prozent Alkohol gebildet... :shock:

Kann mich nicht erinnern, dass das bei einem meiner Weine schon mal so fix ging. Aber ist ja auf der anderen Seite auch ein Zeichen, dass die Hefe sich wohlfühlt... :D

Ich hatte in dem Ansatz sogar relativ wenig Hefenährsalz drin, d.h. 10 Gramm auf 26 Liter Weinansatz, weil ich nur noch ne Zehnerpackung mit 1-Gramm-Tütchen von Kitzinger hatte. Auf der Packung stand als Dosierung 5-10 Gramm pro 10 Liter Maische. Aber Kirschen bringen ja meines Wissens auch jede Menge Stickstoff mit, der sich positiv auf das Nährstoffangebot in der Maische auswirkt.
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Re: Kirschwein 2026

Beitrag von Kirschwein »

So, hab gerade die Maische abgepresst. Der Wein hat inzwischen 12,5% Alkohol, bei einem Säuregehalt von 5,5-6 g/l. Das ist durchaus am unteren Ende dessen was ich mir vorgenommen hatte; ein halbes Gramm mehr wäre auch ok gewesen. Ich muss mal sehen, ob ich den Jungwein vielleicht doch nochmal aufsäuere, aber das kann ich nach der stillen Gärung ja immer noch machen. Hier könnte man dann vielleicht in der Tat ein halbes g/l Milchsäure hinzugeben um das Geschmackserlebnis abzurunden.

Aber in der Tat erzeugt der Wein jetzt so wie er ist, mit den deutlich wahrnehmbaren Gerbstoffen, ein ähnliches Gaumengefühl wie ein trockener spanischer Rotwein. Was ja auch mein Ziel war hierbei. 8-)

Beim Abpressen war ich heute etwas zu faul, extra meine Spindel-Beerenpresse hervorzuholen. Nach meiner Erfahrung lohnt sich ein richtiges Abpressen von Kirschmaische eh nicht so richtig, denn da die Maische sehr schlammig ist, bekommt man vor allem zusäzlichen Trub mit in den Jungwein, was auch bedeutet, so sehr viel mehr Endprodukt kommt da garnicht bei raus. Zumindest bei einem Pressvolumen von um die 5 Liter das die restliche Maische nach Abziehen der Flüssigkeit hatte, lohnt sich der Mehraufwand da selten. Ich habe die Maische zum Schluss einfach portionsweise in ein feinmaschiges großes Stahlsieb gegeben und dann mit einem großen Löffel über einer Salatschüssel ausgedrückt, und fertig. Da sind dann tatäschlich nochmal 1-2 Liter zusätzliche Flüssigkeit bei rumgekommen, aber das reichte dann auch. Immerhin habe ich jetzt nach dem Abpressen noch genau 20 Liter Wein, was schon ne ordentliche Menge ist.

Bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Jungwein. Das kann noch ein sehr schöner "falscher Rotwein" werden... :D
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Re: Kirschwein 2026

Beitrag von Fruchtweinkeller »

klingt prima 😋
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