Birnen-Cider von Apple87

Der Lohn der Mühe: Was trinkt ihr gerade, und wie beurteilt ihr den Wein?
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Fruchtweinkeller
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Birnen-Cider von Apple87

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Apple87 war so nett, mir zwei Flaschen mit Birnen-Cider zur Verkostung zuzusenden:

Bild

Das schlechte Gewissen hatte mich schon gepackt, denn die Flaschen standen seeeeehr lange bei mir herum ?-| Solche Tropfen verkoste ich gerne in kleiner Runde, damit man sich austauschen kann, und irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt. Vor allem sollte man sich Zeit nehmen und vielleicht nicht zu stark gewürzte Speisen auf dem Tisch haben, das sind meist die Haupthindernisse. Gestern war es nüchtern betrachtet auch nicht optimal, aber da muss man einfach mal durch. Zumal ich auf die beiden Fläschchen sehr gespannt war 8-) Einerseits weil ich kein Kernobstexperte bin und sicher auch nie werde, andererseits weil ich in letzter Zeit selbst mit Prickelzeugs experimentiere.

Objekte der Begierde sind zwei Birnen-Cider von Apple87, die schön kalt auf den Tisch kamen.

Wir starteten mit der grünen Jagdbirne. Nachdem ich vorsichtig das Körbchen abgefriemelt hatte starte der Natur(!)korken mit sattem "Plopp" durch Richtung Pergoladecke :D Keine Frage, ein sehr schöner Druck. Im Glas moussierte das klare Tröpfchen dann auch schön intensiv und feinperlig und anhaltend. Wegen der Feinperligkeit würde ich auf Gärungs-CO2-tippen? Wobei zwangscarbonisierte Getränke ja angeblich feinperliger werden können, wenn sie lange stehen? :hmm:
Der allererste Eindruck beim Kosten: Wow, Frische pur. Ein dezentes Birnenaroma und vielleicht ein Hauch von grüner Paprika oder Gras, etwas Restsüße, nicht zu säurelastig mit einer guten Harmonie. Im Abgang dann etwas herb-bitter. Insgesamt super erfrischend an so einem schwülen Tag wie Gestern bei uns :clap: Jetzt will man so ein Getränk nicht wegkippen wie Wasser, da standen die halbvollen Gläser ein paar Minuten auf dem Tisch: Mit steigender Temperatur (und mutmaßlich sinkendem Kohlensäuregehalt) pelzt die Jagdbirne ordentlich auf der Zunge, da dürfte der Gerbstoffgehalt auch ordentlich sein. Wir sind ja lernfähig: Das nächste Glas hatte wenig Chance, warm zu werden :engel:

Dann die zweite Flasche: Oberösterreicher mit Gelbmöstler. Hat auch einen ordentlichen Druck, gefühlt vielleicht etwas weniger? Im Glas wieder eine lustige Perlage, wobei dieser Tropfen trüb ist. Die Trübung blieb bis zum Rest in der Flasche ähnlich intensiv, und ich hatte die Flasche vorher nicht übermäßig bewegt. Ich vermute daher, dass die Trübung nicht durch Hefen verursacht wurde, da diese recht schnell sedimentiert. In der Nase ein deutliches Birnenaroma, vielleicht mit ein paar floralen Anklängen. Im Mund sehr frisch und süffig mit ausgewogenem Säure-Restsüße-Verhältnis, aber leider hält der Geschmack nicht ganz, was die Nase versprach; das Birnenaroma rückt in die zweite Reihe. Auch hier kommt eine herbe Note dazu (speziell wenn er länger im Glas steht), das ist aber weniger ausgeprägt als bei der Jagdbirne.

Im direkten Vergleich sind beide lecker, wenn auch deutlich verschieden. Wie bewertet man das? Im besten Fall subjektiv :mrgreen: Der zweite ist vielleicht etwas milder, fruchtiger und süffiger, dafür ist der erste komplexer im Zusammenspiel Nase-Mund-Abgang :hmm: So gesehen hat mich der erste mehr angesprochen.

Technisch super, da hätte ich direkt ein paar Fragen an den Meister :)

Welcher Verkorker?
Welcher Gegendruckabffüller? (wenn ich das richtig in Erinnerung hatte)
Zwangscarbonisiert oder Gärungs-CO2? im KEG unter Druck vergoren? Welchen Druck hattest du beim Abfüllen (bei welcher Temperatur)?
Wie hast du die Restsüße eingestellt und stabilisiert?
Geschwefelt oder nicht?
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apple87
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Re: Birnen-Cider von Apple87

Beitrag von apple87 »

Zunächst mal auch meinerseits Entschuldigung für eine so späte Reaktion... :oops: Jetzt im Postauto im Urlaub hab ich bisle Zeit ;)
Und vielen Dank für dein Feedback.
Freut mich, dass ihr das Zeug nicht wegschütten musstet. :mrgreen:
Zu deinen Fragen:
-Verkorker ist ein klassischer von Grifo, so einer: https://image.jimcdn.com/app/cms/image/ ... /image.jpg
Den hab ich mir nach dem Vorbild eines nun verfügbaren Modells umgebaut, damit auch die Schampus-Korken durch gehen. Ich muss die Korken aber leider immer etwas Kürzen, so 5 mm ca. sonst drückt es einen Teil beim komprimieren oben aus dem Schloss heraus. Bei Interesse kann ich mal ein Bild machen.
-Ohne Gegendruckabfüller, klassische Flaschengärung. Also Drucklos abgefüllt, Kronenverkorkt mit Bidule.
-Restsüße nach dem Degorgieren nach ca. 9 Monaten auf der Hefe. Schwefel ist auch drin, Menge weiß ich nimmer, nornale dosierung. Hier hatte ich ja bereits einiges dazu geschrieben:
viewtopic.php?t=15251&start=12
Ich hab keine weiteren Stabilisierungsmaßnahmen ergriffen und drauf vertraut, dass Druck, Alkohol und Lagerzeit (absterben der Hefe) ausreichen um eine Nachgärung zu verhindern. Scheinbar erfolgreich.
Ich hab aber auch eine "neue" Stabilisierungsmöglichkeit gefunden über die ich mal bei Gelegenheit berichte.

Zur Trübung: Auch da hatte ich was in der Doku im Kernobstbereich geschrieben. Allgemein ist Birne und Trübung so ein Kapitel für sich...
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Re: Birnen-Cider von Apple87

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ah, ok, klassische Flaschengärung, das hatte ich falsch im Gedächtnis.

Ein Bild von deinem Verkorker ist sicher interessant. Aktuell habe ich den Ti Tappo, aber der funktioniert nur mit Kunsttoffkorken. Das ist in Ordnung, aber laaaaangfristig wären Naturkorken schön. Die Standverkorker, die alle Arten in die Flaschen bringen, sind ja leider extraordinär teuer.

Auf die "neue" Stabilisierungsmethode bin ich gespannt 8-)
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Re: Birnen-Cider von Apple87

Beitrag von apple87 »

Im Prinzip gehen die Standverkorker mit Metallbacken auch. Das Austrittsloch unten muss nur groß genug sein und die Höhe der Backen ebenfalls. Ich mal ein Bild wenn ich wieder zu Hause binn, dann wird es klarer.
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