
Das schlechte Gewissen hatte mich schon gepackt, denn die Flaschen standen seeeeehr lange bei mir herum
Objekte der Begierde sind zwei Birnen-Cider von Apple87, die schön kalt auf den Tisch kamen.
Wir starteten mit der grünen Jagdbirne. Nachdem ich vorsichtig das Körbchen abgefriemelt hatte starte der Natur(!)korken mit sattem "Plopp" durch Richtung Pergoladecke
Der allererste Eindruck beim Kosten: Wow, Frische pur. Ein dezentes Birnenaroma und vielleicht ein Hauch von grüner Paprika oder Gras, etwas Restsüße, nicht zu säurelastig mit einer guten Harmonie. Im Abgang dann etwas herb-bitter. Insgesamt super erfrischend an so einem schwülen Tag wie Gestern bei uns
Dann die zweite Flasche: Oberösterreicher mit Gelbmöstler. Hat auch einen ordentlichen Druck, gefühlt vielleicht etwas weniger? Im Glas wieder eine lustige Perlage, wobei dieser Tropfen trüb ist. Die Trübung blieb bis zum Rest in der Flasche ähnlich intensiv, und ich hatte die Flasche vorher nicht übermäßig bewegt. Ich vermute daher, dass die Trübung nicht durch Hefen verursacht wurde, da diese recht schnell sedimentiert. In der Nase ein deutliches Birnenaroma, vielleicht mit ein paar floralen Anklängen. Im Mund sehr frisch und süffig mit ausgewogenem Säure-Restsüße-Verhältnis, aber leider hält der Geschmack nicht ganz, was die Nase versprach; das Birnenaroma rückt in die zweite Reihe. Auch hier kommt eine herbe Note dazu (speziell wenn er länger im Glas steht), das ist aber weniger ausgeprägt als bei der Jagdbirne.
Im direkten Vergleich sind beide lecker, wenn auch deutlich verschieden. Wie bewertet man das? Im besten Fall subjektiv
Technisch super, da hätte ich direkt ein paar Fragen an den Meister
Welcher Verkorker?
Welcher Gegendruckabffüller? (wenn ich das richtig in Erinnerung hatte)
Zwangscarbonisiert oder Gärungs-CO2? im KEG unter Druck vergoren? Welchen Druck hattest du beim Abfüllen (bei welcher Temperatur)?
Wie hast du die Restsüße eingestellt und stabilisiert?
Geschwefelt oder nicht?

