Hagebutten ohne Ende

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DrDosenbier
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Hagebutten ohne Ende

Beitrag von DrDosenbier »

Hab hier umd die Ecke gigantische Mengen an Hagebutten endeckt..(da wo zwei gigantische Versandhäser sitzen)..denke mal, dass 50kg+ keine Thema währen....

Ich habe keine großartige Ausrüstung (Entsafter usw) ...kann ich da mit Haushaltsmitteln einen Wein von machen? Mein größter Ballon faßt 15 Liter.
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fibroin
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von fibroin »

Hagebutten können nicht entsaftet werden. Wirst du schon Maischegärung machen müssen. Um die Maische später abzupressen, brauchst du mindestens einen Pressbeutel, bei 50 kg Früchten besser eine Spindelpresse. Ich rechen ungefähr für 10 l Wein 3 kg Hagebutten.

So habe ich es gemacht:
viewtopic.php?f=34&t=3496
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Vinifikator
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Vinifikator »

Du kannst auch nach dem Quittenrezept vorgehen. D.h. anköcheln der Früchte und anschließend zerkleinern mit dem Mixer. Dann den Saft abpressen und Saftgärung starten. Menge ist ebenfalls 3kg auf zehn Liter Volumen. Das funktioniert ganz vortrefflich, ergibt aber wahrscheinlich ein anderes Aroma als die Maischegärung.

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Metinchen
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Metinchen »

Vinifikator hat geschrieben:Du kannst auch nach dem Quittenrezept vorgehen. D.h. anköcheln der Früchte und anschließend zerkleinern mit dem Mixer. Dann den Saft abpressen und Saftgärung starten.
Das hört sich interesant an, eine kleine Menge habe ich mal per Maischegärung versucht, bin aber beim entkernen fast verzweifelt. Und ein koch- (Tee-)Geschmack bei Hagebutten würde mich nicht stören.
@Vinifikator; Gibst Du vor dem Abpressen Antigel dazu?
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Vinifikator
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Vinifikator »

Metinchen hat geschrieben:Das hört sich interesant an, eine kleine Menge habe ich mal per Maischegärung versucht, bin aber beim entkernen fast verzweifelt. Und ein koch- (Tee-)Geschmack bei Hagebutten würde mich nicht stören.
@Vinifikator; Gibst Du vor dem Abpressen Antigel dazu?
Hallo Metinchen,

klar, ich geb eigentlich immer Antigeliermittel dazu. Mittlerweile großzügig und nach Gefühl. Das Vorgehen für meinen Hagebuttenansatz hatte ich schon mal hier beschrieben. Einen "Kochgeschmack" konnte ich bei dieser Vorgehensweise nicht bemerken, aber das könnte durchaus an der verwendeten Sorte liegen. Das Aroma hat mich fast erschlagen, musste dann noch etwas verdünnen.

Bevor sich fibroin auf den Schlips getreten fühlt :D, will ich aber nicht bestreiten, dass die Maischegärung wie von Ihm beschrieben, nicht ebensogut, wenn nicht sogar aromatisch besser sein könnte. Leider habe ich eine Maischegärung bei Hagebutten noch nicht ausprobiert. Da bei der Methode mit dem Mixer bei einigen Sorten die Kerne nicht abgeschöpft werden können, muss man dann eben die Maischezeit kurz halten, um einen eventuellen Beigeschmack der Kerne auszuschließen.

Gruß
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fibroin
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von fibroin »

Hagebutten sind eine Fruchtl für sich. Alles, was man mit ihnen machen möchte, ist sehr arbeitsintensiv. Das liegt eben in der Struktur der Früchte begründet, die hauptsächlich aus Nüsschen (Kerne) besteht und die eigentlich brauchbare Außenschale reichlich dünn ist.
Das ist das eine.
Das andere, die Schmackhaftigkeit des Weins lässt manchmal zu wünschen übrig. Ich habe etwa seit 10 Jahren jedes Jahr Hagebuttenwein gemacht. Wenige Jahrgänge sind gut geworden. Manche schmecken direkt mau, andere sind überhaupt nicht lagerfähig gewesen. Nach zwei Jahren war die Blume hin, der Wein war einfach fad. Sowohl Kartoffel- wie auch die Hundsrose. Ich habe bisher noch keine Regel gefunden, warum das so ist. :(
Diesjahr habe ich es mir einfacher gemacht und keinen Hagebuttenwein angesetzt. ;)
Vinifikator hat geschrieben:Bevor sich fibroin auf den Schlips getreten fühlt
In keinem Fall, einen Wein mit deiner Methode würde ich eher gerne kosten, bevor ich wieder enttäuscht bin.
Ein Fall für das FWT? :)
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von DrDosenbier »

Vinifikator hat geschrieben:Du kannst auch nach dem Quittenrezept vorgehen. D.h. anköcheln der Früchte und anschließend zerkleinern mit dem Mixer. Dann den Saft abpressen und Saftgärung starten. Menge ist ebenfalls 3kg auf zehn Liter Volumen. Das funktioniert ganz vortrefflich, ergibt aber wahrscheinlich ein anderes Aroma als die Maischegärung.

Gruß
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Okay, diese Methode hört sich für meine Verhältnisse am praktikabelsten an. Aber vorher mal auf den Frost warten! ;)
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Vinifikator »

DrDosenbier hat geschrieben:Okay, diese Methode hört sich für meine Verhältnisse am praktikabelsten an. Aber vorher mal auf den Frost warten!
Bei Hagebutten brauchst du nicht wirklich auf den Frost warten, außer das die Dinger matschig werden und du dann schon vor dem Kochen klebrige Pampe hast, ändert das nix am Aroma. Die subjektive "Süße" die eventuell nach dem Frost entsteht überlagerst du sowieso mit dem zugegebenen Zucker beim Gärstart.

Achso und weil ich das vergessen habe: Nach dem Abpressen der angekochten und gemixten Früchte kommt noch etwas (20ml) Antigeliermittel in den abgekühlten Ansatz. Dann 24 Stunden stehen lassen und den Saft abpressen.

Ansonsten wünsch ich dir viel Erfolg!
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Pflaumen-august »

ist zwar schon fast 10 Jahre alt das Thema, aber beim stöbern darauf gestossen...

Hab vor paar Tagen auch ca 2kg der roten Früchte geerntet ( 1.Versuch)

manche sagen...zerkleinern im Mixer, andere sparen sich das und entstielen nur...

Ich hab jetzt beides probiert : alles direkt in den Ballon gegeben

1kg Hagebutten zerstückelt mit 3l Wasser 1kg Zuckerlösung und Portweinhefe

und

1kg Hagebutten ganz mit auch 3l Wasser 1kg Zuckerlösung und Portweinhefe

also, die zerstückelten Hagebutten beginnen zu gären nach 2 Tagen
die ganzen Hagebutten noch nicht...

Ist auch bloß ein Versuch, weil ich von den älteren Kumpels im Dorf Geschichten hörte....dass nach den Genuss von Hagebuttenwein einige bei der Fastnacht den Strassenbelag küssten...aber das waren damals keine Klimakleber.

bin gespannt, ob da etwas draus wird
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Fruchtweinkeller
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Setzt die Gärung wirklich in dem einen Fall schneller ein, oder perlt einfach nur das CO2 leichter aus?
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Re: Hagebutten ohne Ende

Beitrag von Pflaumen-august »

gute Frage...Herr Fruchtweinkeller...

Ich vermute, dass der Ansatz mit zerstückelten Hagebutten früher zur Gärung behilft...
die Zuckerlösung sieht auch mehr rosee aus und es blubbert öfter, als in dem Ballon mit den ganzen Früchten...

ich denke mal, dass, wenn sich die Hefetierchen erstmal vermehrt haben, auch der Ballon mit ganzen Früchten entwickeln wird...

Habe da nur etwas bedenken, weil , alles was oben schwimmt, neigt auch zum schimmeln ?

Bei meinem Holunder zb gebe ich die Rosinen auch erst später dazu, wenn der Ansatz schon seine 10% hat..


Egal, ist mein erster Versuch mit Hagebutten..und solange es blubbert ists gut, ab und an mal kosten und Zucker dazu....bis ...ja..bis...die Toleranzgrenze erreicht ist..oder ?
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