Acidometer Browin?

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Grisu74
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Acidometer Browin?

Beitrag von Grisu74 »

Hallo zusammen,

ich habe das Acidometer von Browin.
Hat das noch jemand? Ich bekomme damit kein Ergebnis geliefert.
Ich fülle bis J und dann bis 0 mit Wasser.
Nachdem ich die Testflüssigkeit zugebe, passiert nichts.

Wenn ich viel zugebe, färbt sich der obere Teil leicht grün/blau.
Wenn ich dann jedoch schüttel, ist alles wieder wie vorher.

Gibt es da bessere Geräte, die leichter zu bedienen sind?

Gruß Udo
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Fruchtweinkeller
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Siehe
viewtopic.php?t=14478
viewtopic.php?t=5271

Fazit: Nimm in Zukunft nur die Skala ohne Verdünnung/für Traubensaft und nimm eine andere Blaulauge.

Grundsätzlich bin ich mit der Qualität der Browin-Produkte nicht immer ganz glücklich...
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Grisu74
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von Grisu74 »

Hallo,

danke für die Hilfe.
Ist die Skala gleich für alle Blaulaugen?

Gruß Udo
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Fruchtweinkeller
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich die Frage richtig verstehe, aber ich versuche mal eine Antwort ;)

Die gängigen Blaulaugen sind abgestimmt auf eine Weinprobe von 10 ml. Es gab aber tatsächlich mal den Bericht über ein Acidometer, welches wohl ein anderes Probenvolumen verwendete. Ob der Browin-Meßzylinder mit den 10 ml kompatibel ist kannst du einfach testen, indem du 10 ml einfüllst und schaust ob der Meniskus deckungsgleich mit deiner Probenmarkierung ist.
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von MrMet »

Ich habe auch das Acidometer von Browin und muss mal zu Ehrenrettung des Gerätes einspringen :)

1ter Versuch:
Habe mir heute eine 5,0g/L Citronensäure Lösung hergestellt und dann bis zur Markierung "O" also für Weinsäure eingefüllt (gewogen sind das 7,6 g ~ 7,5 ml).

Aber das Ergebnis mit der der Blaulauge von Browin lässt sich sehen, gut sichtbarer Umschlag nach grün bei genau 5,0 ml entspricht also 5,0g (Wein)säure!

2ter Versuch:
Wie in der Anleitung bis Markierung "C" für Citronensäurehaltige Maischen aufgefüllt und dann mit Wasser bis "O" verdünnt. (Gewogen bis "C" 6,0 g = 6 ml)

Verbrauch 4,0 ml ---> Wie schon angemerkt Molgewichts-Verhältniss Citronensäure/Weinsäure = 192/150 = 1,28 ---> 4,0*1,28 = 5,1 g (Wein)Säure


Da aber nicht 10 ml am Anfang drinnen sind wird die Blaulauge eine andere Konzentration als in Deutschland üblich haben (anderes Land andere Sitten bei den Winzern?) daher wird dieses Acidometer wohl nur gut mit der Lösung von Browin funktionieren.


-------------------------------------------------------------

Noch ein bisschen Chemie (hoffe es stimmt sonst wirds peinlich):
Rechnerisch müsste die NaOH bei Browin folgende Konzentration haben:
5,0 g Citronensäure = 0,026 mol/L

Da bis pH ~6 (Umschlagspunkt Bromthymolblau) vermutlich 2 Protonen umgesetzt werden entspricht das also 0,052 mol/L H+ davon wurden 7,5 ml vorgelegt entspricht 0,00039 mol (C=n/v; n=c*v; 0,052mol/l*0,0075l=0,00039mol) im Reagenzglas, dies entspricht der Menge NaOH in 5 mL Blaulauge und das sind 0,078 M NaOH bzw. 0,312% NaOH

Viele Unwägbarkeiten bleiben, Eichstriche Acidometer habe ich nicht geprüft, könnten abweichend 1ml sein (hätte ich mal besser noch mal gewogen). Citronensäure hat eigentlich 3 Protonen, das 3te Proton mit pks bei 6,4 spielt aber hoffentlich noch keine große Rolle und der größte Fehler es ist eine schwache Säure daher bildet sich ein Puffer bla bla..

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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Man nutzt ja eine starke Base damit alle Säuregruppen dissoziieren. Und die Anzahl der Säuregruppen bestimmt man letztlich mit der Titration, das ist ja der Witz. Zum Umschlagpunkt von BTB siehe auch https://www.seilnacht.com/Chemie/ch_bthym.htm
Die Säuremenge im Wein bezieht man immer auf Weinsäure, auch bei Weinsäuren. Das ist auch sinnvoll, sonst könnte man die Ergebnisse gar nicht miteinander vergleichen. Insofern....
Fruchtweinkeller hat geschrieben: 26 Mai 2023 22:16 Die gängigen Blaulaugen sind abgestimmt auf eine Weinprobe von 10 ml. Es gab aber tatsächlich mal den Bericht über ein Acidometer, welches wohl ein anderes Probenvolumen verwendete. Ob der Browin-Meßzylinder mit den 10 ml kompatibel ist kannst du einfach testen, indem du 10 ml einfüllst und schaust ob der Meniskus deckungsgleich mit deiner Probenmarkierung ist.
Das ist einfach zu testen. Und dann sollte man mit dem Acidometer auch nur diese Skala verwenden, die anderen kann man ignorieren. Das schafft nur mehr Verwirrung als Klarheit.

Und nein, nachgerechnet habe ich es nicht. Aber alleine das Molverhältnis zu berücksichtigen ist leider falsch :mrgreen: Siehe auch viewtopic.php?t=1474
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von MrMet »

Das stimmt das alle Säuregruppen neutralisiert werden können, dies passiert aber erst jenseits des Umschlagspunktes des verwendeten Indikators in der Blaulauge, zumindest gilt dies für die Citronensäure.

Du kannst den Vergleich über die Molgewichte nur machen da Citronensäure bei pH 6 etwa 2 Protonen neutralisiert hat (gleich viele wie Weinsäure bei pH 6 verloren hat bzw vollständig neutralisiert ist) würdest du einen anderen Indikator wie Phenolphatlein nutzen würde das nicht mehr so einfach gehen. Die Annahme in dem verlinkten thread ist natürlich nicht korrekt, dies liegt eben am Umschlagspunktes des Indikators und das bei diesem pH das 3te Proton noch nicht/kaum neutralisiert wird.

Aber das ganze ist nur Theorie, das Browin Acidometer funktioniert jedenfalls mit der gelieferten Blaulauge und unter Verwendung der Markierung "O" sehr gut um die Werte mit den hier angegeben Rezepten zu vergleichen und gibt dann Äquivalente von Weinsäure in g/L aus :) obwohl das Proben Volumen bis "O" nur 7,5ml entspricht.
Zuletzt geändert von MrMet am 30 Mai 2023 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Nein. Deswegen habe ich dir auch das Bild mit den BTB Farbumschlägen verlinkt. Der Farbumschlag ist bei pH 7. Da sind alle Protonen dissoziiert.
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Re: Acidometer Browin?

Beitrag von MrMet »

Okay ich denke du hast recht, ich hatte bei Wiki geschaut und dort wird der Farbumschlag viel feiner dargestellt und beginnt bereits bei pH 5,8 zu grün.

Bei 5,8 ist man aber noch nicht beim Äquivalenzpunkt des 3ten Protons der Citronensäure (so mein Gedankengang). Geht man aber von pH 7 beim Farbumschlag BTB aus sollten auch bei der Citronensäure alle Protonen verbraucht sein und die 0.933 machen dann auch Sinn.

Es wäre mal interessant zu sehen ob der Fehler bei Titration zu "einem Hauch grün" größer ist als wenn man zu "dunkel grün/blau titriert" :)
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