Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

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Alex_22
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Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Alex_22 »

Seid gegrüßt Freunde der (Frucht)-Weinherstellung,

ich habe eine essenzielle Frage an euch. Ich benötige einige Flaschen für die Abfüllung meiner Wein. Problem: Die Flaschen lösen sich heutzutage so schlecht vom Etikett. Die meisten Flaschen haben dazu am oberen Ende des Flaschenhalses diese nervige Schrumpfkapsel aus Metall. Beides lässt sich nur unter großer Anstrengung entfernen.
Vielleicht verwende ich aber auch nur das falsche Prinzip? Habt ihr eine Technik um die Flaschen sauber zu bekommen?

Falls das alles nichts helfen sollte, habe ich relativ günstige Flaschen beim Rekru Onlinehandel gefunden. Hat jemand Erfahrung beim Einkauf bei Rekru? (Qualität usw.)

Vielen Dank!
Markus_K
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Markus_K »

Flaschen führe ich meinem Flaschenkreislauf zu, indem ich nur die nehme, bei denen sich die Etiketten im warmen Wasser mit Spülmittel lösen. Alles was Lösungsmittel erfordert fliegt in den Glaskontainer,.... außer ich finde die Flasche zu schön... dann Isopropanol oder Spiritus.
Meine eigenen Etiketten mach ich nur mit wasserlöslichem Klebstoff fest (Bastel-Klebestift oder Etikettenleim). Damit können die mehrfach wieder benutzt werden, vorausgesetzt sie finden zu mir zurück.

Mit der Zeit kennt man auch die Weine mit löslichem Etikett, die Familie und Freunde so sammeln.

Kaufen geht natürlich auch und macht keine Arbeit.

Die Schrumpfkapseln schneide ich mit einem Messer bei stehender Flasche von oben nach unten herunter. Mit dem Messer von oben senkrecht einstechen und dann mit der Hand vorsichtig auf den Griff klopfen bis die über die ganze länge aufgeschnitten ist. Das geht recht zügig und sicher, wenn dabei die Klinge von dir weg schaut.
Vorsicht, nicht von unten Richtung Öffnung schneiden, so habe ich schonmal eine Flasche sabriert und mich dann an der Bruchstelle geschnitten.
Ich verwende dazu ein altes stabiles Klappmesser mit Linearlock, das ich auch zum Dosen öffnen benutze, wenn mal die Lasche reißt.
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Bei Rekru habe ich schon bestellt, lief völlig problemlos; ein Artikel war nicht mehr verfügbar, hatte direkt einen Rückruf und ein angenehmes Telefonat.

Gesammelte Flaschen gut vorweichen, mit Ceranfeldschaber Etiketten abkratzen, letzte Rückstände entferne ich gerne mit Waschbenzin. Ist lästig, aber was willste machen...
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Chesten
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Chesten »

Ja das leidige Flaschenthema :lol: !
Ich kann dir nur einen Tipp geben:
Nimm dir immer nur ein paar Flaschen vor und mache einen Vorrat Stück für Stück fertig.
Wenn man alle Flaschen auf einmal sauber macht liegen deine Nerven blank.
Ich fülle in Bierflaschen ab. Wenn die leergetrunken wurden schnell mit Wasser aufspülen und trocknen lassen damit sich kein Schimmel bilden kann. Danach beim nächsten Mal spülen ( wir haben keine Spülmaschine ) werden die Flasche(n) mit gespüllt. Wenn nicht alles abgeht dann halt beim nächsten Durchgang. So spart man sich viel Nerven !
Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt ( Bebilderte Anleitung) :
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175
Alex_22
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Alex_22 »

Danke euch vielmals, die Antworten waren sehr hilfreich!

Ich werde wohl überlegen welche zu kaufen...
Ich liebäugel ja mit dursichtigen Flaschen. Bereiten diese Probleme mit der Haltbarkeit des Weines? (i.d.R. lagert er bei mir eher dunkel)

Eine andere Frage: hat jemand Erfahrung mit der Lagerung von Wein in Immervoll-Fässern? Funktioniert dies problemlos über mehrere Jahre?
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Durchsichtig = Ungefärbt? Ja, in denen kann man die Weinfarbe besonders gut beobachten, weswegen ich sie auch mag. Aber UV-Licht kann die Weinalterung fördern, und unter diesem Aspekt sind grüne Flaschen besser, braune sind am besten. Nun kann man sich darüber streiten, wie viel UV-Licht überhaupt in den dunklen Keller dringt, in dem du womöglich deine Weinflaschen lagerst... Das musst du selbst entscheiden.
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Tona
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Tona »

Da wir eine kleine Imkerei haben, fallen bei uns regelmäßig Gläser an, die vom Etikett befreit werden müssen.
Ich lasse die Gläser 2 Tage im Wasserbad stehen und kratze dann das Etikett mit dem Messer so gut wie möglich ab. Den Rest streiche ich dick mit Butter ein und fülle das Glas mit heizen Leitungswasser, damit die Butter besser wirken kann.
Nach ca. ¼ Stunde kann der Rest meistens mit dem Messer und Küchenkrepp entfernt werden. Bei sehr hartnäckigen Kandidaten einfach den Vorgang wiederholen.
Wenn man sich nicht zu viele Flaschen gleichzeitig vornimmt, ist der Aufwand übersichtlich.
Nur ein einziges Mal habe ich mit dieser Methode das Etikett von einer Weinflasche nicht abbekommen und sie in den Müll geworfen.
Zum Glück sind meine eigenen Etiketten wasserlöslich und mein interner Flaschenkreislauf kann mit einem kurzen Wasserbad leicht gereinigt werden.
Chemie würde ich für Lebensmittelgefäße nicht verwenden.

Grüße aus dem Spreewald
"Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste."
(Plutarch, griechischer Philosoph)
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Na, na, alles ist Chemie, sogar Butter. Leider verdampft sie im Gegensatz zum Waschbenzin nicht rückstandsfrei, da muss man mit "Chemie" nachputzen :mrgreen:
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Alex_22
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von Alex_22 »

Also nach einigem Probieren denke ich mittlerweile die Top-Lösung gefunden zu haben.
Da ich denke das es auch anderen helfen würde, schreibe ich mal eine kurze Zusammenfassung zum Lösen der Etiketten, dabei beziehe ich mich auf jene, welche NICHT wasserlöslich sind.

1. Schritt: man nehme die Flasche und einen Heißluftföhn (wenn möglich keinen Haarföhn, der geht zur Not aber auch, aber umso mehr Hitze desto besser) und erhitz auf recht hoher Stufe die Stelle der Flasche, wo die Etikette sitzt

2. Schritt: man fährt mit einer Rasierkling unter die Etikette, der heiße Leim ermöglich i.d.R. ein einfaches entfernen der gesamten Etikette

3. Schritt: man befüllt eine Schale mit Terpentinersatz und pinselt die Stelle ein, wo noch Rückstände vom Leim sind. Vorsicht! diesen Schritt erst nach abkühlen der Flasche vollziehen, da der Terpentinersatz sonst direkt verdunstet!
[da sich manche Gedanken machen, das der Gebrauch von Terpentinersatz auf der Flasche gesundheitsschädigend auswirken kann: Ich denke nicht das es Probleme macht, da ja nur der Außenbereich der Flasche mit dem Lösungsmittel in Kontakt tritt, zudem Verdunstet es recht schnell und bis zum verfüllen der Flasche sollte es verschwunden sein]

4. Schritt: Den Leim samt dem Terpentinersatz mithilfe von z.B. Küchenrolle von der Flache abwischen

Die Schrumpfkapsel kann, insoweit aus Blech bestehend, einfach mit einem dünnen Schlitzschraubenzieher entfernt werden. Dazu einfach den Schlitz des Schraubendrehers von oben zwischen Flaschenhals und Kapsel fädeln, und durch forttreiben des Drehers in Richtung Flaschenboden einen Riss der Schrumpfkapsel erzielen. Um die Sache zu vereinfachen kann man auch mit leichten Hammerschlägen auf den Schraubendreher hantieren.

Mit der Technik schaffe ich locker 20 bis 30 Flaschen in 1 bis 2 Stunden :)
willkomm2000
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Re: Flaschenkauf Rekru oder gebrauchte Flaschen?

Beitrag von willkomm2000 »

hallo forumsfreunde,
wie schon oben gesagt, wäre mir das zu mühsam....
ich gehe zweigleisig vor: zum einem sammele ich meine abgefüllten flaschen nach gebrauch gern wieder ein - auch bei bekannten etc, wo ich mal die eine oder anfere flasche spendiere.
gern trinke ich auch traubenwein vom freien weltmarkt. gottseidank hat mein lieblingslieferant flaschen, wo die etiketten schon im warmen wasser einfach fast rückstandsfrei abfallen. damit ersetzte ich dann ggf. einen fehlbestand an flaschen. da ich hälftig auch in 0,33 l flaschen abfülle, gehe ich da gleichermassen vor.... auch hier hab ich einen getränkeabfüller gefunden, bei dem die etiketten einfach abfallen im wasser. da hole ich mir schon mal eine kiste aus dem getränkemarkt fürs pfandgeld, wenn ich einen engpass habe.

gruss aus ostwestfalen
klaus
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