Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

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Fruchtweinkeller
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Prima, Feuer frei 8-)
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apple87
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Ganz schlechter Spruch :schlecht:
Wenn, dann nur auf Kommando! ;)
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apple87
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Seit etwas über einer Woche verharrt das Zeigerlein am Aphrometer nun bei 6,5 bar. Ich hoffe die Hefe in den anderen Flaschen/Sorten haben auch ihr Werk vollbracht. Die Hefe in den Gelbmöstlerflaschen verhält sich ja jedenfalls anders, viel krümeliger, wenig fein. Hat aber auch mehr Gerbstoff.
Ich lasse alles jetzt noch ein paar Tage/Wochen im Warmen und dann ab in den Keller zur Reifung. Evtl. fange ich auch mit dem Rütteln schon an. Im Büchlein steht, dass erst nach der Lagerung gerüttelt wird. Wir werden sehen.
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Das ging schön fix, spannende Geschichte. Halte uns auf dem Laufenden.
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apple87
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Fürs Tagebuch:
am 03.06.23 durften die Flaschen aus der EX-Schutz-Box in den kühlen Kartoffelkeller.
Bild
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Alex_22 »

Hallo,

nach einigem Mitlesen erstmal herzlichen Dank für die interessanten Feeds! (auch der 1. Versuch)

2 - 3 kleine Fragen hätte ich nun doch: kann man deine jetzt Benutzten Flaschen nun mehrmals verwenden, oder nur einmal? Gibt es diese auch zum Verkauf für Privatkunden über Onlinehandel? Die Flaschen beim Belgier sind leider nur einmal Verwendbar und nur 750 g schwer!

Der Zucker war ja nun begrenzt zugegeben um den maximaldruck nicht zu überschreiten. Wie hoch ist die Gefahr das bei der 2. Zuckergabe (beim Degorgieren) alles überschäumt, da der Zucker die Kohlensäure austreibt?
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Die Flaschen vom Belgier sollten das vertragen. Wobei, genau wie bei den Bierflaschen, jeder Nutzungszyklus die Haltbarkeit herabsetzten kann. Wann es kritisch wird... weiß niemand so genau.

Der zugegebene Zucker wird normalerweise in flüssiger Form zugegeben, so ist das Problem des Aufschäumens zumindest reduziert.
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Hallo Alex,
sorry, ich hatte deine Frage gar nicht gesehen. :oops:
Cheffe hat ja eigentlich verantwortungsbewusst alles beantwortet.
Zur Wiederverwendbarkeit: Vermutlich gibt es keine Sektflasche die vom Hersteller zur wiederverwendung freigegeben ist. Ob man das selbst macht, bleibt jedem Überlassen. Ich werde meine voraussichtlich wieder verwenden aber evtl. dann nicht mehr für so hohen Druck.
Die Flaschen verkauft der Bockmeyer auch im Onlineshop. https://www.bockmeyer.de/flaschen/wein- ... hluss?c=19
Gerade aber wohl nicht lieferbar...
Rekru hat glaube ich auch schwerere Flaschen.

Zur zweiten Frage: Ich denke mir immer, die Profis machen es auch. Also muss es gehen. Ich war mal in einer großen Sektkellerei beim Degorgieren dabei. Leider dachte ich damals noch nicht daran, sowas mal selber zu machen, sonst hätte ich die mit Fragen gelöchert. Jedenfalls ging es da total unspektakulär zu. Flaschen wurden maschinell degorgiert, Dosage zugegeben und dann offen über ein Förderband geleitet zur Füllhöhenkontrolle. Da wurde dann händisch ggf. aufgefüllt. Ich habe keine Flasche überschäumen sehen. Raumtemperatur war wohl bei 16-20 °C, nur der Flaschenhals eingefroren. Natürlich wäre Denkbar, dass die mit dem Druck etwas niedriger geblieben sind.
Wir werden sehen, ich berichte auf jeden Fall weiter.
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Es ist bald Advent, die ersten Fröste kommen und geschneit hat es auch schon etwas. Wird Zeit alles zum Degorgieren vorzubereiten, damit ich bei günstigem Wetter loslegen kann. Heute habe ich die Flaschen auf das Rüttelbrett gepackt. Vorher wurde die Hefe von der Flaschenwand aufgeschüttelt durch schnelles hin-und-her drehen. Bei den Flaschen mit Oberösterreicher/Gelbmöstler und Gelbmöstler pur haben sich schon leichte Masken gebildet, sprich, die Hefe klebte als schliere an der Flaschenwand. Es ist mir nicht ganz gelungen alles restlos aufzurühren. :?
Bei der Grünen Jagdbirne ging es problemlos.
Bild
Für drei Flaschen war kein Platz, darunter die mit dem Aphrometer. Der Druck hat in dieser Flasche auch nachgelassen, so dass diese nun noch 4,5 -5 Bar hat. vermutlich ist die Gummidichtung nicht ganz dicht.
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Oder ist es etwas kälter geworden, sodass der Druck sinkt?
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von apple87 »

Ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen, hier noch kein Update gegeben zu haben. :?
Aber Schaumwein braucht seine Zeit. 8-)

Nachdem ich die Flaschen nach Schema aus dem Schaumweinbuch gerüttelt hatte, waren die meisten ausreichend Klar. Es zeigten sich aber, wie auch bisher, Unterschiede in den Sorten.
Grüne Jagdbirne hat sich einwandfrei rütteln lassen. Der Wein war in den Flaschen weitgehend blank, die Hefemenge sehr gering.
Oberösterreicher mit Gelbmöstler war zum überwiegenden Teil noch recht trüb. Es hat sich aber auch nach dem Rütteln nicht mehr viel abgesetzt. Ich bin daher davon ausgegangen, dass weiteres stehen lassen nichts mehr bringt. Da hatte ich mich aber getäuscht. Mittlerweile, nach dem Degorgieren, bildet sich wieder ein Bodensatz mit blankem Wein darüber. :roll:
Gelbmöstler hat die meisten Probleme gemacht. Sehr trüb und ein riesen Haufen Hefe:
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Da Schnee zur rechten Zeit leider nicht vorhanden war, hab ich es so ähnlich gemacht wie die Profis; 5 L Glyzerin/Kühlflüssigkeit für KFZ in einem Eimer in den Tiefkühler gepackt. Gleichzeitig die Camping-Kühlbox auf Vollgas aufgedreht.
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Das sollte reichen!
Das Einfrieren des Hefe-Pfropf ging so ganz flott, so dass man ohne große Unterbrechung langsam vorwärts arbeiten konnte.
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Nach dem Einfrieren hab ich den Flaschenhals durch zwei Wasserbäder gezogen, damit die Reste vom Frostschutz runter gespült werden.

Das eigentliche Degorgieren ging anfangs noch mit leichten Verlusten einher. Mit jeder Flasche wurde es aber besser, so dass ich nach der 6 Flasche eigentlich keinen Verlust mehr hatte.


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Zum Verkorken mit meinem umgebauten Weinverkorker musste ich die Schaumweinstopfen um rund 5 mm kürzen. Dann ging es ohne großartige Probleme ab.
Drahtkorb mit Schaumweinstopfen runter drücken ging mit dem Kronenverkorker ganz gut.

Bild Bild

Dennoch alles eine ganz schöne Sauerrei! :pfeif: Ohne sich mit Hefe einzusauen, geht es glaub ich nicht. Übrigens hatten alle Flaschen Druck, keine blieb ohne Gärung. Gefühlt war der Druck überall gleich.


Mittlerweile sind auch schon einige Bouteillen getrunken und es schmeckt allen beteiligten. :engel:
Interessante Beobachtung:
Scheinbar hat das CO2 einen Einfluss auf die Trübung:
Bild
Nach etwas Standzeit sieht es dann so aus:
Bild
Vielleicht liegt es aber auch am Ausperlen des CO2 an feinsten Trübstoffen.

Zum Geschmack:
Der Wein würde auch deutlich mehr Zeit auf der Hefe vertragen. Ich meine nicht, dass er schlecht ist. Ich vermisse aber etwas den Hefe-Ton. Die Weine schmecken frisch und jung.
Grünmöstler: Hat für meinen Gaumen definitiv einen BSA hinter sich. Das hatte ich auch bereits vermutet, da der Grundwein ein "zweites" mal Gärte. Der Wein hat ein Cremiges Mundgefühl, sehr weich und ich finde etwas Quarkig aber nicht unangenehm. Die Birne schmeckt man aber sehr leicht.
Gelbmöstler: Derbe herb! ^_^ Die Birnen hätten definitiv etwas geschwitzt werden sollen.
Oberösterreicher/Gelbmöstler: Schmeckt aus dem Trio am besten. Ein runder, fruchtiger Birnengeschmack mit etwas trockenfruchtnoten.

Ich hab bei allen Flaschen ca. 30 ml Dosageliqueur zugegeben (50 % Fructose in Birnengrundwein), also ca. 20 g/l Zucker. Gut gekühlt schmeckt das lecker. Mit steigender Temperatur und verfliegendem CO2 teilweise etwas süß für meinen Geschmack. Ich mag es aber generell eher trocken.

In Summe haben sich wieder viele neue Fragen aufgetan und der neue Wein steht im Keller und wartet auf Klärung, Schönung und Filtration. Es macht Spaß. :D


Ach so, zum Aphrometer: Ich hatte die Flasche ja liegend und später über Kopf. Dann im Triefkühler um den Flaschenhals einzufrieren. Als ich das Aphrometer runter hatte, blieb der Zeiger bei wohl rund 5 bar. Nach einigen Minuten kam aber eine Hefe-Wurst aus dem Anschlussstück und der Zeiger ging zurück. :D
Ich hab es nicht weiter getestet aber gehe davon aus, dass es nicht geschadet hat.
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Re: Flaschengärung Mostbirnenschaumwein - Poire, Versuch Nr 2

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Sehr schöne Dokumentation, danke :clap: Kann ich da mal was kosten? :pfeif:

Tipp fürs Einfrieren der Hefe: Mit einer einfachen Eis/Kochsalz-Mischung kommt man schon auf gut -20°C, und mit einer CaCl2/Eismischung kommt man nochmal 20° tiefer. Falls Interesse besteht: Rezepte kann ich raussuchen.
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