Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

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willkomm2000
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Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von willkomm2000 »

hallo forumsfreunde,

ich produziere ja im regelfall nur apfelwein in der grössenordnung 150 liter im jahr, als tafelwein mit 12 - 13 % und gern als dessertwein mit > 15 prozent.

jetzt wollte ich wg der überschusssituation diese jahres mal wieder ein paar flaschen apfelperlweinn/apfelsekt per flaschengärung erzeugen. hatte das in der vergangenheit schon mal gemacht, aber hab alles vergesssen :-) also mir geht es nicht um so einen lau-warmen cidre mit 5 prozent, sondern eher sowas mit 12 - 14 prozent.

meine fragen..
der grundwein blubbert grad mit steinberg-hefe, die ja so 12 - 13 prozent herbringen könnte.

a) von der vorgehensweise: auf wieviel prozent alkohol soll ich den grundwein aufzuckern - bevor er in den keller zur klärung geht?
b) welche hefe-zuckermischung soll ich hinzufügen, wenn ich den wein in die flaschen zur flaschengärung fülle?
c) soll ich den grundfein filtern vor der flaschengärung, oder nicht. oder ist das nur ein optisches problem?

freue mich über eure rückmeldungen - weil grad verwirrt.
gruss aus ostwestfalen
klaus
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Ich hätte nicht unbedingt Steinberg genommen, aber gut, so isses jetzt. Ich würde mit Zucker für höchstens 10% starten, mehr zugeben kannst du ja später immer noch. Auf jeden Fall vergären bis der Zucker komplett futsch ist, Filtration erhöht die Chance das es hinterher schön perlt und nicht sofort alles CO2 herausschäumt. Was für einen Druck willst du denn, eher für Cidre oder die volle Dröhnung?
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willkomm2000
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von willkomm2000 »

mir würde so ein mittelmässiger druck etwas oberhalt von cidre eigentlich reichen, aber eben eher hochprozentig...
wenn ich filtere, dann muss ich aber doch nicht bis ek runtergehen ?
wenn steinberg nicht so optimal ist, spricht was dagegen für die zweitgärung eine andere hefe zu nehmen - in welcher dosierung für die flaschen?
gruß aus ostwestfalen
klaus
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Prinzipiell kannst du auch eine andere Hefe verwenden, aber problematisch werden wenn die Steini eine Killer-Hefe wäre. Das weiß ich aber nicht. Insofern: Einfach mal probieren. Eine Sekthefe ist nicht verkehrt, ich habe gute Erfahrung mit der EC1118 gemacht.
Zufällig gibt es gerade einen Artikel in der SZOW zum Thema Cider :mrgreen: Dort empfehle ich für eine einfache Flaschengärung die Zugabe von:
• 0,4 g/l Trockenhefe
• 0,2 g/l Hefenährsalz
• 7 bis 8 g/l Haushaltszucker (Saccharose). Bei vollständiger Vergärung entsteht ein Druck, dem normale Bierflaschen standhalten.
• Optional: unvergärbarer Süßstoff nach Geschmack
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Dhaza
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Dhaza »

Habe ich so gemacht, mal sehen was draus wird^^

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Liebe Grüße aus Baden
willkomm2000
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von willkomm2000 »

Dhaza hat geschrieben: 12 Oktober 2022 21:14 Habe ich so gemacht, mal sehen was draus wird^^

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Liebe Grüße aus Baden
mmh bierflaschen? kronkorken? flaschenbomben?
oder verrate mal wie du das gemacht hast :-)
gruss aus ostwestfalen
klaus
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Dhaza »

Naja, eine Bierflasche ist meines Wissens für einen Druck bis zu 4 bar konstruiert -> 8g/Liter Zucker ergibt einen Druck von unter 2 bar und entspricht in etwa dem, was in Bier im Allgemeinen auch ist. Das halten die Flaschen in den meisten Fällen also aus, dafür sind sie gemacht.

In meinem Fall ist es Apfelmost mit etwas Tannin, verschiedene Sorten Äpfel, gepresst, 35L, hat mit zwei Päckchen Bioferm Blanc und entsprechenden Anteilen Antigel und Hefenährstoff etwa 4 Wochen gebraucht, bis es nicht mehr fermentierte und klar wurde.
Nachgesüßt mit Erythrit, nach obiger Anleitung Zucker für Kohlensäure hinzugefügt, Champagner-Hefe (Das geht weil Blanc keine Killerhefe ist), Hefenährsalz und ab in Flaschen.
Es könnte sein, dass eine erneute Zugabe von Hefe nicht notwendig gewesen wäre, weil noch genügend lebende Hefe von Vergären übrig war, ist aber eine Lotterie, darum gebe ich kleine Anteile Hefe zu.
Dhaza
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Dhaza »

Das habe ich vergessen: Hat so etwa 10 bis 11Vol% Alkohol.
willkomm2000
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von willkomm2000 »

hallo forumsfreunde,
hole das thema wg. einer rückfrage nochmal hoch... grad aus dem urlaub sehe ich dass meine >100 liter apfelwein die erstgärung gut überstanden haben - auch wenn ich die letzten drei wochen nicht da war. hier und da blubbert es noch ein wenig.. heute wird abgezogen und der wein marschiert zur klärung in den keller bis zum frühjahr.

das eine fässchen hab ich ja niedrig-prozentiger angesetzt, weil ich ja da mal wieder ein paar flaschen hochprozentigen perlwein mit flaschengärung machen will. vom workflow wäre es mir lieber, ich würde das fässchen auch erstmal zur weiteren klärung in den keller stellen und im frühjahr die flaschengärung mit oder ohne filterung ansetzen.....
oder ist es sinnvoller bzw erforderlilch, dass jetzt schon zu machen?
freue m ich über eure rückmeldung
gruss aus ostwestfalen
klaus
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Schwer zu sagen, ich könnte Argumente für beide Vorgehensweisen finden. Die mit höheren Alkoholgehalt (wie hoch ist der denn und wie kalt ist der Keller?) willst du ja wahrscheinlich nicht schwefeln wegen der anstehenden Flaschengärung, dann wäre es womöglich besser, die noch auf der Feinhefe zu lassen um oxidativen Prozessen vorzubeugen. Und eine bessere Selbstklärung wird später die Filtration erleichtern. Andererseits wäre er mit Feinhefe etwas anfälliger für Bewuchs durch Milchsäurebaktierien... Die man sich einfangen kann, aber nicht muss.
Aus den Bauch heraus würde ich mich wohl für die "faule" Variante entscheiden und sie auf der Feinhefe stehen lassen, ohne Gewähr ob es andersherum nicht besser wäre.
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von willkomm2000 »

Fruchtweinkeller hat geschrieben: 17 November 2022 21:01
Aus den Bauch heraus würde ich mich wohl für die "faule" Variante entscheiden und sie auf der Feinhefe stehen lassen, ohne Gewähr ob es andersherum nicht besser wäre.
wo ich schon so im fluss war, hab ich die abgezogen und mit in den keller gebracht. da ruhen jetzt 150 liter. der keller ist ein richtiger weinkeller in unserem 120 jahre alten haus. temperatur richtet sich nach der jahreszeit.. hat jetzt noch so 16 grad bei dem warmen oktober. geht runter in kalten wintern bis nahe null, wenn ich nicht die fenster schliesse :-)
abgesehen ist beim behälter-spiel wieder irgendwas schief-gegangen. alles im plan, nur der für den schaumwein vorgesehene apfelwein hatte sonderbarerweise 14 prozent alkohol. da muss mir doch entweder mal die zuckertüte aus der hand gefallen sein, oder ich hab bei den 15 behältern kurz mal den überblick verloren. von daher fällt zweitgärung wohl in diesem jahr aus :-( neuer versuch 2023 :-)

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klaus
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Re: Flaschengärung Apfelperlwein / Apfelsekt - wie gehts richtig?

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Traumhaft so einen Keller zu haben, fühle dich beneidet, einerseits wegen der Temperatur, andererseits wegen des Platzes.
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