Frage zum Basisrezept

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catboot
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Frage zum Basisrezept

Beitrag von catboot »

Hallo zusammen,

Ich habe eine 20l Fass. Kann ich die angegebenen Mengen für das „Mein erster Met“ Rezept https://honigweinkeller.de/anleitungen/ ... rster-met/ einfach verdoppeln, da das Rezept für 10l ist?

In der Einkaufsliste stehen riesige Mengenangaben. 1kg Zitronensäure, 1 Liter Kieselsol, 1kg Kaliumpyrosulfit, etc. Fürs Rezept brauche ich aber nur Bruchteile davon. Wie kommt die Differenz zu Stande?

Danke und lieben Gruss
Michael
Mikesch
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von Mikesch »

Einkaufsliste sagt: besser haben als brauchen. Kilopackung ist halt manchmal sinnvoll, du brauchst letztendlich nur ein paar Gramm. Dann ein paar für den nächsten Wein, mit Zitronensäure kann man super Wasserkocher entkalken... Auch bei der Trockenhefe: 100g kaufen, bei 20l kommen je nach Hefe vielleicht 5-7g hinein. Ich habe eine Kiste mit "Chemie", die brauche ich für fast jeden Wein. Dann brauche ich mich nur um die Früchte oder den Honig zu kümmern, weil der Kleinkram einfach da ist.
Rezept kannst du einfach verdoppeln.
catboot
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von catboot »

Danke für Deine Antwort. Ich bin total verunsichert. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, habe ich damals vor 25 Jahren meinen ersten Met so gemacht: 6kg Honig, 2 Liter Apfelsaft und dann das Fass bis 20 Liter mit Wasser aufgefüllt. Das Ganze ca. 3 Wochen gären lassen, abgezogen und dann noch mal 3 Wochen stehen gelassen und dann noch mal abgezogen. Anschliessend habe ich den Met abgeschmeckt (furztrocken) und dann mit gelöstem Honig so lange versetzt, bis mir der Met im Geschmack nach Honig und Süsse gepasst hat. Dann alles in die Flaschen und die Flaschen auf 55° erhitzt, um die Hefe abzutöten und eine Nachgärung zu verhindern. In meiner Erinnerung (laaaange her ...) hat mir dieser Met geschmeckt. Im Basisrezept sind viele Schritte und Zutaten mehr drin, ganz andere Mengen (Apfelsaft!) ... Habe ich es damals falsch gemacht? Ist mein Weg dennoch gangbar? Soll ich einfach mal machen? Ich weiss es nicht ...
Mikesch
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von Mikesch »

Meine persönliche Meinung ist: wenns schmeckt ist es richtig.
Die Anleitung ist top, damit das Ergebnis reproduzierbar und kalkulierbar ist.
Ich habe hier im forum gelernt (davor auch noch nichts gemacht), dass der apfelsaft für Trübstoffe gut ist, um eine bessere Gärung gerade beim Honig zu erreichen.
Nachzuckern oder mit Honig nachsüßen hilft, damit die Hefe im guten arbeitsfenster bleibt, zuviel Zucker ist gärhemmend. Filtern hilft der hsltbsrkeit- pasteurisieren vernichtet halt Geschmack. Nicht alles, aber feine oder fruchtige Noten gehen halt flöten. Vergleich mal frisch gepressten Saft mit fertigem...
Aber alles kann auch einfach Hobby sein. Ich finde die Anleitungen toll, bin Rezepte gewöhnt und liebe die Ergebnisse.
Was du "sollst"...? Hobby soll Spaß machen =) dein Hobby, dein Weg.
Fiœlhaddr
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von Fiœlhaddr »

Ich bin das, zum Beispiel, anders angegangen.
Bedenken von großen Gebinden, welche bei einem etwaigen Unglück in Bach gehen, war der erste Versuch in einer Bügelverschlußflasche.
Selbstgebastelter Gärverschluss und fertig.

Mit den Rezepten war ich unsicher und hab dann ein 3/4 Glas Honig (flüssig), ein Briefchen Trockenhefe vom Backdoktor und eine Messerspitze Nährsalz genommen.
Den Honig in etwas Wasser für ca ne halbe Stunde auf 55 Grad erhitzt und abkühlen lassen.

Alles in die Flasche, erst das gelöste Nährsalz, dann den Sud und zuletzt die Hefe.

Drei Tage hats heftig reagiert, dann wurde es weniger und nach sieben Tagen setzte sich die Hefe am Boden ab.

Abgezogen und nochmal ruhen lassen.
Nach weiteren sieben Tagen war das Met klar und der Alkoholgehalt bei rel. 15,5% (also echte 13%max)
Eine diskrete Süße war zu schmecken. Verglichen mit Wein irgendwo zwischen Bordeaux und Dornfelder.

Jedenfalls lecker. Und seither mein Rezept.
Von den vielen hundert Flaschen die ich bisher durchgegährt habe war keine einzige dabei, welche in die Büx ging. ;)

Und über Hobby und Geschmack lässt sich ja eh nicht streiten. Von daher, einfach gerne mal mutig sein.

Bin jedenfalls gespannt wie es wird. 👍

Grüßle
Ein Halbliterkrug fasst keinen Liter. Hat er einen halben Liter gefasst, ist seine Aufgabe erfüllt.
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Chesten
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von Chesten »

Wenn du meinst das dass Basisrezept zu viel Apfelsaft hat kannst du den Apfelsaft auch durch Weißen Traubensaft ersetzten.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175
catboot
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von catboot »

Danke für Eure Antworten! Ich werde leicht vom Basisrezept hier im Forum abweichen, da ich kein Antigel habe und daher keine geraspelten Äpfel mit in den Ansatz geben will. Auch habe ich kein Tannin. Aber für den Rest versuche ich mich so genau wie möglich an das Rezept zu halten. Gestern Abend habe ich schon mal den Gärstarter angesetzt. Bin gespannt, wann der anfängt zu blubbern.

Lieben Gruss

Michael
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Re: Frage zum Basisrezept

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Trübstoffe sind wichtig damit das CO2 williger austritt, für die Hefevitalität und damit die Hefe bei laufender Gärung weniger schnell sedimentiert. Selbst wenn du "nur" naturtrüben Apfelsaft verwendest wird Antigel die Selbstklärung verbessern. Tannin rundet den Met nicht nur geschmacklich ab, es wird die Gefahr von Eiweißtrübungen reduzieren. Auch hier: Lässt du es weg kann es die Selbstklärung erschweren.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it.
(Brandolini's law)

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