Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

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Felix.K
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Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Felix.K » 07 August 2019 15:06

Hallo

Ich habe vor einiger Zeit meinen ersten Met angesetzt weil ich das Thema Weinherstellung sehr interessant finde. Leider glaube ich, das dabei etwas ordentlich in die Hose gegangen ist.

Das Rezept war wie folgt :

3 L. Wasser
2 Kg. Lindenhonig
1. FL Portwein Flüssighefe

Nun ja, am Anfang sah alles gut und die Gärung setzte nach ca 3. Tagen ein. nach ca 4. Wochen hatte sich auf dem Boden des Ballons Ca. eine Hand breit Hefe abgesetzt so das ich dachte es wäre schlauer den Ansatz mal ab zu ziehen , weil ich nicht wollte das in der abgelagerten Hefe etwas anfängt zu gammeln....
Danach stand der Met Ca. weitere 4 Wochen bis sich wieder so viel angesammelt hatte, also selbes Spiel noch einmal (ich gehe davon aus, das da irgendwo der Fehler lag). Habe ihn bei der Gelegenheit auch gleich mal probiert. Der Geschmack war leicht alkoholisch, süß leicht sauer und vom Mundgefühl erinnerte er mich an Sekt. Der °Oe wert lag irgendwo bei um die 65 °Oe.

Ich dachte mir also :" gute der Met hat ja auch noch Zeit (laut Rezept sollte die Herstellung 8-12 Wochen dauern ) , lass ihn noch stehen und der Rest wird schon.

Nun nach ungefähr 3.Monaten dachte ich die Gärung wäre beendet, da so gut wie keine Blasen mehr aufgestiegen sind also wollte ich ihn abziehen und bei der Gelegenheit auch schwefeln. Ich musste feststellen das der Wein noch immer sehr schäumt, wenn nicht sogar mehr als vorher, der Geschmack lässt sich als wässrig, sauer ohne jede Süsse beschreiben und es herrscht ein starker alkoholischer Geschmack vor, den man auch im Hals noch merkt , Farbe ist gut und der Ansatz ist schön klar aber was mich am meisten verwundert ist das der °Oe Wert auf 25 abgefallen ist.....dachte erst ich hätte einen Fehler bei der Messung gemacht aber auch nach neuer Kalibrierung des Vinometers laut Anleitung und mehreren Messungen lag das Ergebnis nahezu im selben Bereich. Habe ich abgesehen davon das der Ansatz echt Schei*e schmeckt villeicht einen Denkfehler bei der °Oe Werten drinne ? Wo kann der Fehler bei der Herstellung liegen, denn noch mehr Honig hinzu zu geben erscheint mir auch irgendwie Falsch.
ich habe immer alle Gerätschaften abgekocht und mit Schwefellösung behandelt bzw. in der anderen Reihenfolge.
Wie gesagt ist mein aller erster Ansatz und bin ganz neu auf dem Gebiet der Weinherstellung daher war mir schon klar das es wahrscheinlich in die Hose geht, wäre trozdem toll zu wissen woran es lag um daraus zu lernen.

Liebe Grüße,

Felix

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Chesten
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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Chesten » 07 August 2019 15:51

Willkommen bei uns Felix !

Du hast wirklich jeden klassischen Anfängerfehler gemacht den man machen kann !

Hier steht wie es richtig geht !

Die Grundlagen stehen hier :

https://fruchtweinkeller.de/

Und aufbauen da drauf für Met :

https://honigweinkeller.de/

So das war der Standartkram jetzt zu deinen Schwierigkeiten !
Felix.K hat geschrieben: 3 L. Wasser
2 Kg. Lindenhonig
1. FL Portwein Flüssighefe

Nun ja, am Anfang sah alles gut und die Gärung setzte nach ca 3. Tagen ein.
Mehrere Sachen sehe ich hier : Flüssighefe muss immer vorvermehrt werden ! Da steht zwar drauf "für 50 Liter" aber das ist Blödsinn ! In solch einem Fläschen sind maximal 0,1 g Hefe drinn und ob die noch lebt weißt du auch nicht ! Wir empfehlen 1 Trockenreinzuchthefe auf 10 Liter Wein.
Du hast viel zu viel Zucker/Honig im Ansatz selbst wenn die Hefe das schaffen würde, was sie nicht tut , reicht der Zucker im Honig für ca. 20 vol% Portweinhefe gart in der Regel bis ca. 15-16 vol% aber aufgrund des osmotischen Druckes und gärhemmenden Stoffen im Honig wird die Hefe gestresst und gestresste Hefe arbeitet schlecht !
Und die Gärung sollte nach ein paar Stunden so heftig einsetzen das beim Schütteln das Wasser aus dem Gärrohr schießt. Je länger es nicht so gärt desto mehr Frembewuchs wächst heran !
Felix.K hat geschrieben: ach ca 4. Wochen hatte sich auf dem Boden des Ballons Ca. eine Hand breit Hefe abgesetzt so das ich dachte es wäre schlauer den Ansatz mal ab zu ziehen , weil ich nicht wollte das in der abgelagerten Hefe etwas anfängt zu gammeln....
Danach stand der Met Ca. weitere 4 Wochen bis sich wieder so viel angesammelt hatte, also selbes Spiel noch einmal (ich gehe davon aus, das da irgendwo der Fehler lag).
Wein wird genau ein mal von der Hefe abgezogen und zwar wenn die Gärung zu Ende ist und nicht vorher ! Die Horrorgeschichten das die Hefe gammelt stimmen einfach nicht und die Leute die sowas erzählen haben keine Ahnung ! Wenn man den Hefebodensatz entfernt man 99 % der hefe und somit 99% der Gärleistung und dann kann der Wein nie fertig werden ! Wenn man einmal täglich dem Ballon kräftigt schüttelt durchmischt das den Hefebodensatz und dann gammelt da auch nix selbst über Monate !
Felix.K hat geschrieben: Nun nach ungefähr 3.Monaten dachte ich die Gärung wäre beendet, da so gut wie keine Blasen mehr aufgestiegen sind also wollte ich ihn abziehen und bei der Gelegenheit auch schwefeln. Ich musste feststellen das der Wein noch immer sehr schäumt, wenn nicht sogar mehr als vorher, der Geschmack lässt sich als wässrig, sauer ohne jede Süsse beschreiben und es herrscht ein starker alkoholischer Geschmack vor, den man auch im Hals noch merkt , Farbe ist gut und der Ansatz ist schön klar aber was mich am meisten verwundert ist das der °Oe Wert auf 25 abgefallen ist.....dachte erst ich hätte einen Fehler bei der Messung gemacht aber auch nach neuer Kalibrierung des Vinometers laut Anleitung und mehreren Messungen lag das Ergebnis nahezu im selben Bereich. Habe ich abgesehen davon das der Ansatz echt Schei*e schmeckt villeicht einen Denkfehler bei der °Oe Werten drinne ? Wo kann der Fehler bei der Herstellung liegen, denn noch mehr Honig hinzu zu geben erscheint mir auch irgendwie Falsch.
Kurz gesagt dein Rezept ist scheiße ! Du kannst nix dafür solcher Blödsinn steht nun mal zu Hauf im Internet und Büchern zu dem Thema.
Das Wein/Met während der Herstellung nicht immer gut schmeckt ist normal.
Und eine Schwefelung verhindert nicht eine Nachgärung !
Du kannst mit einer Öchslewaage nicht die Gärung überwachen da, Akohol die Dichte verringert und Zucker/Honig die Dichte erhöht. Und dann misst du einen Dichtewert mit Zwei Unbekannten und wie wir In der 7. Klasse gelernt haben die eine Gleichung mit zwei Unbekannten nicht eindeutig lösbar.

Ich mach es kurz ich denke dein Ansatz ist nicht mehr zu retten !
Du hast so viele Fehler gemacht das selbst mit viel Zeit und Mühe kein guter Met daraus werdn würde.
Ich hätte auch noch schreiben können warum dein Rezept so schlecht ist aber ich habe jetzt schon den Rahmen gesprengt !

Lies dir die Homepage durch die ich dir verlinkt habe da steht alles erklärt und auch warum das so gemacht wird. Auf den beiden Homepages findes du auch ausgereifte und erprobte Rezepte.

Wenn dann noch Fragen offen bleiben nachdem du dich da durchgearbeitet hast immer raus damit !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Bahnwein » 07 August 2019 18:30

Felix.K hat geschrieben:
07 August 2019 15:06
..., der Geschmack lässt sich als wässrig, sauer ohne jede Süsse beschreiben und ...
Chesten hat ja schon praktisch alles geschrieben. Sehr verdächtig ist deine obige Aussage. Du hast viel zu viel Zucker im Ansatz. Dieser kann nicht komplett vergoren sein. Sauerer Geschmack kann zum Teil durch die Kohlensäure verursacht werden. Bei der Zuckermenge müsste aber trotzdem noch eine deutliche Restsüße zu schmecken sein. Schmeckst du einen Essiggeschmack?

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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 August 2019 21:38

Mahlzeit, nochmals ein Wort zum Oechsle-Rätsel: Wie schon richtig geschrieben wurde erlaubt die Dichte keinen Rückschluss auf den Alkohol- oder Zuckergehalt in einem Alkohol/Wassergemisch. Aber natürlich kannst du Veränderungen beobachten und daraus Rückschlüsse ziehen. Wenn die Dichte sinkt (CO2 hast du vor der Messung gründlich ausgeschüttelt?) kann das nur daran liegen das Zucker verbraucht wird. Da die Werte nicht ins negativ rutschen (Dichte <1) muss trotz entstandenem Alkohol noch einiges an Restzucker vorhanden sein.
Ansonsten ist das Rezept wirklich nix, trink das irgendwie schnell weg und mache es bei nächsten Mal besser ;)
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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von JasonOgg » 08 August 2019 07:41

Bahnwein hat geschrieben:
07 August 2019 18:30
Felix.K hat geschrieben:
07 August 2019 15:06
..., der Geschmack lässt sich als wässrig, sauer ohne jede Süsse beschreiben und ...
Chesten hat ja schon praktisch alles geschrieben. Sehr verdächtig ist deine obige Aussage. Du hast viel zu viel Zucker im Ansatz. Dieser kann nicht komplett vergoren sein. Sauerer Geschmack kann zum Teil durch die Kohlensäure verursacht werden. Bei der Zuckermenge müsste aber trotzdem noch eine deutliche Restsüße zu schmecken sein. Schmeckst du einen Essiggeschmack?
Sauer? Ich bin auch keine Koryphäe wenn es um die Beschreibung von Geschmack geht, aber in den Zutaten ist eigentlich keinerlei Säure enthalten. Das kann also nicht nur die Abwesenheit von (sowieso zu viel) Zucker sein. Kohlensäure wurde schon genannt Essigsäure hat einen so charakteristischen Geschmack/Geruch, dass man eher "Essig" als "sauer" sagen würde. :hmm: Also was kann es sein?
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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Felix.K » 08 August 2019 18:37

Puhhh.... vielen dank für eure schnellen Zahlreichen und sachlichen Antworten :)

Na dann wandert das mal besser in den Abfluss weil geniessbar ist das nun wirklich nicht und ich will auch nicht wissen was da noch so alles drin wächst xD .....
Naja aus Fehlern lernt man ja ;)
Ich werde mir den Link mal anschauen und alles gründlich durchlesen.
Was mich so ärgert ist dass das Rezept so für den Arsc* war. Als Anfänger hat man davon logischer Weise keine Ahnung und kann schlecht unterscheiden welches was taugt und welches nicht und am Ende ist die Arbeit dann für die Katz.
Nun gut, dann geht es mit viel Elan an einen neuen Ansatz. Nur schade um die Rohstoffe....

l.g Felix

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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 08 August 2019 20:51

Hi Felix, leider beobachten wir genau das öfters: Leute wie du kochen das nach, sind unzufrieden oder haben bekommen ernste Probleme, dann landen sie bei uns. Anders herum wäre es besser, aber besser spät als nie, also was willste machen ?-|
Ich würde es aber nicht unbedingt wegschütten. Stelle es kalt, süße es eventuell noch etwas nach, dann lässt es sich vielleicht wie Federweißer trinken.

@JasonOgg und @Felix
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Keine Säure, so hohe Dichte, und dann schmeckt es "süß leicht sauer"? Passt für mich eigentlich auch nicht so recht zusammen. Naja, die Geschmäcker sind verschieden ;)
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Re: Kann die °Oe Zahl bei der Herstellung von Met sinken ?

Beitrag von Chesten » 09 August 2019 11:08

Felix.K hat geschrieben:Was mich so ärgert ist dass das Rezept so für den Arsc* war. Als Anfänger hat man davon logischer Weise keine Ahnung und kann schlecht unterscheiden welches was taugt und welches nicht und am Ende ist die Arbeit dann für die Katz.
Nun gut, dann geht es mit viel Elan an einen neuen Ansatz. Nur schade um die Rohstoffe....
Klar ist das auf Hochdeutsch gesagt Schei*e was für ein Blödsinn geschrieben wird zu meist im Internet wobei wir sind auch im diesen Internet :? !

Mir ging es bei meinen ersten richtigen Ansatz nicht anders als dir !

Mal eben ein Startergärset beim großen Fluss bestellt und im Laden um die Ecke die Zutaten gekauft noch Mehl hinhein ( auch so ein Blödsinn der im Internet rumgeistert !) und wie mir in der Schule begebracht wurde müsse die Hefe kalt und dunkel stehen damit die Hefe TODESANGST hat sonst produziert die keinen Alkohol. Was Leute ohne Ahnung für einen Blödsinn raushauen ist schon nicht mehr feierlich ! Dann noch eine Flasche Flüssighefe reingekippt reicht ja steht ja "für 50 Liter " drauf.

Kurz gesagt nach 3 Tagen schwamm der Schimmel oben auf !

Jahre lang hatte ich nach der Aktion keinen neuen Versuch gestartet weil ich so enttäuscht war.

Ich glaube hast alle hier können solche oder ähnlich Geschichten erzählen !

Da gab es die Homepage nicht und das Forum erst recht nicht und selbst man hätte es wohl bei bei den Suchmaschinen nicht gefunden.

Gut das du jetzt hier bist !
Das ist hier eine freundliche kleine Ecke des Internets und wenn du kein Troll bist kannst du dir hier auch ein Nest bauen :lol: !

Wie gesagt auch der Homepage steht eigentlich alles was du brauchst abe wenn Fragen aufkommen stelle sie hier im Forum vorher bevor du vielleicht einen Fehler machst. Man hat in der Weinherstellung eigentlich immer viel Zeit nur beim Gärstart muss es schnell gehen !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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