Ingwermet mit Kohlensäure

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 29 Dezember 2018 09:56

Am 19.12. wurde der Met von der Hefe abgezogen und am 25.12. war er so gut geklärt, dass ich ihn gleich weiter verarbeiten konnte.
Also wurden in den 2,5 Liter Met 50 ml klarer Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat (auf der Verpackung stand 9,5 g Zucker pro 100 ml) und 8 g Traubenzucker eingerührt (somit eine Gesamtmenge von 12,75 g Zucker).
Ich hatte den Apfelsaft im Supermarkt gesehen und mir gedacht, dass das vielleicht den Apfelgeschmack etwas verstärken könnte. Es handelt sich natürlich um 100 % Apfelsaft ohne Konservierungsstoffe, ich möchte ja nicht, dass die Hefe gestoppt wird.
Zur Sicherheit habe ich auch nochmal 0,2 g von derselben Hefe hinzugegeben (ich glaube, das war etwas zu viel, die Hälfte oder noch weniger sollte eigentlich auch reichen, bin mir da aber nicht so sicher).
Heute, also vier Tage nachdem der Met in Flaschen abgefüllt wurde, hat sich augenscheinlich noch nichts getan. Die Hefe liegt am Flaschenboden und nichts passiert. Der Met ist auch immer noch genau so klar wie bei der Abfüllung. Ich hatte eigentlich erwartet, dass die Hefe aktiv wird und der Met sich wieder eintrübt.
Kann es sein, dass da etwas schief läuft? Oder ist das normal? Sollte ich vielleicht lieber die Flaschen öffnen und frische Hefe rein tun?

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Dezember 2018 15:18

Die Flaschen sind fest verschlossen? Dann muss das nichts heißen. Da keine Kohlensäure aufsteigt fehlt die Durchmischung, also kann sich die Hefe auch nicht bewegen. Wahrscheinlich wird sich die Hefe auch nicht mehr großartig vermehren.
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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 29 Dezember 2018 16:03

Genau, Druckanstieg in der verschlossenen Flasche und dadurch nahezu kein ausgesendet CO2 und kein Schaum. Du kannst die Hefe ruhig mal aufschütteln.

Auch bei der Sektherstellung ist es in der Flasche total unauffällig.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 30 Dezember 2018 08:11

Ok, verstehe. Ich habe die Hefe etwas aufgeschüttelt und es es tut sich wohl tatsächlich schon was in den Flaschen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Mal sehen wie viel Kohlensäure tatsächlich drin ist. Nächstes Mal gebe ich auf jeden Fall deutlich weniger Hefe hinzu. Jetzt warte ich noch einige Wochen ab und berichte wieder, wenn die erste Flasche geöffnet wird.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Dezember 2018 09:08

Genau: Geduld und berichte ;)
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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 10 Januar 2019 09:59

Ich war ungeduldig und musste gestern unbedingt eine von den Flaschen öffnen und den Met kosten. Nach zwei Wochen bei Zimmertemperatur habe ich alle Flaschen bis auf eine in den kühlen Keller gebracht. Die Probierflasche hat eine Nacht und einen Tag im Kühlschrank verbracht.
Die Hefe hat sich wunderbar am Flachenboden abgesetzt und der Met ist schön klar. Mich stört nur ein wenig, dass die Hefeschicht etwas zu hoch ist, nächstes Mal werde ich auf jeden Fall deutlich weniger Hefe für die Flaschengährung benutzen (vielleicht so in der Größenordnung 0,05 g für 2,5 l). Gar keine Hefe vor der Abfüllung könnte doch auch funktionieren, oder? Ich wollte jedenfalls auf Nummer sicher gehen.
Bei Öffnen der Flasche war ein schönes Zischen zu hören und im Flaschenhals "rauchte" oder "dampfte" es (gibt es dafür vielleicht einen Fachbegriff?). Es hat sich gut Kohlensäure gebildet, aber es könnte für meinen Geschmack auch noch etwas mehr sein. Also nächstes Mal kann ich auf 6g/l Traubenzucker gehen. Meine Bedenken (oder Ängste) bezüglich Flaschenbomben waren unbegründet, für Bierflaschen ist dieser Druck überhaupt kein Probelm. Trotzdem sollte man bei den Thema natürlich extrem vorsichtig sein!
Geschmacklich erinnert mich der Met an einen Sekt. Was mich ein wenig gestört hat, war ein leichter Hefegeschmack. Wobei ich nicht sicher bin, ob es sich um einen Hefegeschmack oder etwas anderes handelt. Es schmeckt für mich aber wie ein Fehlgeschmack, den ich schwer beschreiben kann. Aber diesen Geschmack hatte ich mit der verwendeten Hefe (zur Erinnerung: EC1118 von Lalvin) auch schon bei normalem Met. Damals hatte ich aber auch noch weniger Erfahrung und kannte die Website noch nicht. Dieser Fehlgeschmack ist nicht so start, dass er mich stören würde, daher habe ich den Met dennoch sehr genossen. Ich mag auch Champagner und saures Bier (die Gueuze von Boon ist mein Favorit) sehr gerne, daher bin ich begeistert. Ich hatte den Met auch vor dem Abfüllen probiert, da hatte mich die fehlende Restsüße noch etwas gestört, auch wenn der trockene Met mit etwas Lagerzeit bestimmt gut geworden wäre. Nach der Flaschengärung hat mich das Fehlen der Restsüße gar nicht gestört.
Der nächste Versuch wird nach demselben Rezept gemacht, nur mit Ingwer. Ich möchte einen richtig scharfen Met machen, daher werde ich auf 2,5 l etwa 100 g Ingwer geben. Ich habe schon gelesen, dass Ingwer die Gährung stören kann, aber mal sehen was die Champagnerhefe so kann! Es wäre auch sinnvoll das Ganze Rezept mit einer anderen Champagnerhefe zu probieren. Hier hoffe ich auf eure Vorschläge.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Upgrayedd » 10 Januar 2019 17:12

Ingwer bremst wirklich sehr aus. Mein Ansatz (nach HP-Rezept) hat in ca vier Monaten jetzt so etwa 10% aufgebaut. Der tolle Ingwer Geschmack vom Anfang ist leider auch weg, vor allem von der Schärfe ist nichts übrig.
Den nächsten Ansatz würde ich erst später mit Ingwer versetzen, evtl nach dem ersten Schwefeln kurz vor der Klärung.

Deine Idee mit viel Ingwer könnte auch klappen, aber ich befürchte, dass so viel dann die Gärung noch viel länger zieht und im Endeffekt der Geschmack wieder der Zeit zum Opfer fällt. Aber dein Vorgehen ist ja ohnehin ein anderes, da du nicht bis zum Ende nachzuckerst.
Ich bin also auf deinen Bericht sehr gespannt :)

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 10 Januar 2019 19:01

Ist bei deiner Probeflasche die Hefe als kompakter Bodensatz in der Flasche geblieben oder beim Einschenken (z.T.) mit ins Glas gekommen? Bei letzterem hilft degorgieren, also die Hefe aus der Flasche entfernen wie beim Sekt. Kannst du mal als Suchbegriff nutzen, müsste einiges kommen. Das würde dann wohl auch den Hefegeschmack entfernen.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Januar 2019 21:21

Wobei das schon die hohe Kunst der Sektherstellung ist.
Ja, eine andere Hefe könntest du sicher ausprobieren. Ohne zusätzliche Hefe dürfte aber nur sehr wenig passieren, die Hefe vermehrt sich unter den gegebenen Bedingungen ja kaum. Deshalb ist die Hefezugabe bei der Sektherstellung so wichtig.
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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 11 Januar 2019 07:34

Der Bodensatz ist ziemlich kompakt und ich konnte ein Glas füllen, ohne dass dabei Hefe mit ausgeschenkt wurde. Das in der Flasche verbliebene Gemisch aus Hefe und Met habe ich zum Schluss direkt aus der Flasche getrunken. Der Geschmack war nicht unangenehm. Der Bodensatz stört mich an sich nicht, er ist sogar erwünscht. Er sollte nur etwas kleiner sein. Durch eine geringere Hefezugabe sollte das zu erreichen sein. Die traditionelle Champagnermethode ist für mich noch zu aufwendig. Dieser Aufwand lohnt sich bestimmt, aber macht für mich momentan noch keinen Sinn.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Kitzinger Portweinhefe gemacht, daher werde ich für den nächsten Versuch die Kitzinger Champagnerhefe nehmen.

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von Bahnwein » 11 Januar 2019 10:39

So schlimm finde ich das Degorgieren nicht. Beim ersten Mal gibt es halt viele Fragen im Kopf. Aber wenn man es einmal versucht hat, stellt man fest, daß es kein Hexenwerk ist. Ich empfehle ausdrücklich, es mal zu probieren. Zum kühlen eignet sich ein bisschen Schnee und Salz prima, also nutzt den Winter. :mrgreen:

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Re: Ingwermet mit Kohlensäure

Beitrag von RAF60 » 28 Januar 2019 11:55

Der Ansatz mit Ingwer ist seit gestern von der Hefe abgezogen. Nun warte ich darauf, dass er sich vollständig klärt. Das Rezept hat sich im Vergleich zum vorangegangenen nur leicht geändert; es kamen noch 100 g Ingwer dazu und die Hefe wurde ersetzt durch Kitzinger Champagnerhefe.

Die Gärung verlief so weit ich das beurteilen kann unproblematisch und ohne Verzögerung. Dabei ist natürlich zu beachten, dass der Ansatz jetzt nur ca. 7 % Alkohol hat, das ist wohl kein Problem für die Hefe.

Der Ingwer ist zwar zu schmecken, aber wirklich scharf schmeckt der Wein nicht, sondern eher würzig, was aber nicht unangenehm ist. Die Ingwerstückchen schmecken noch sehr scharf und haben noch ordentlich Geschmack. Das kenne ich von z.B. Rosinen anders. Ich denke, dass es effektiver wäre, wenn man den Ingwer entsaftet und/oder einen Ingwertee aus sehr kleinen Ingwerstückchen machen würde. Das werde ich dann beim nächsten Ansatz probieren.

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