Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Igzorn
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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von Igzorn » 15 November 2018 12:07

Schwefel im Wein schützt ihn vor Oxidation und Fehlgeschmack. Alles was frisch getrunken wird, braucht keinen Schwefel. Alles was lagert muss nach dem Abziehen von der Hefe geschwefelt werden. So einfach

Ein zu viel an Schwefel ist schwer zu berechnen. Was soll das bedeuten? Es wird mit 0,1g/l geschwefelt.

Zitronensäure schützt nicht vor Oxidation.

Und der Vollständigkeit wegen: Schwefeln beendet nicht die Gärung, aber der Schwefel beeinflusst die Hingabe der Hefe zu ihrer Arbeit. Er hemmt die Hefe.


Ich hoffe, ich konnte alle Fragen beantworten.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Chesten
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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von Chesten » 15 November 2018 17:40

Ich möchte noch hinzufügen das wenn du eine saubere und schnelle Vergärung anstrebst musst du dir nicht Gedanken um die Sperrflüssigkeit im Gärröhrchen machen da dann über dem Wein eh eine schützende CO2-Schicht liegt.

Anders schaut es schon bei der Selbstklärung aus da , da kein CO2 mehr gebildet wird und die Selbstklärung mehrere Monate dauern kann können da zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein.

Wir empfehlen den Wein vor der Selbstklärung zu schwefeln wenn du auf Nummer sicher gehen willst kannst du auch das Wasser im Gärspund auch Schwefel. Schnaps würde ich nicht verwenden da wenn dieser in den Wein kommt zu Fehlgeschmäcker führen das ist zwar unwahrscheinlich bei diesen kleinen Mengen aber was ich viel entscheidener finde ist wenn man einen hochprozentigen Alkohol nimmt wird dieser schneller verdampfen als reines Wasser da Ethanol einen höheren Dampfdruck als Wasser hat. Bei der Selbstklärung "vergiss" man den Wein meist ein paar Wochen und schaut nicht wie eine Glucke jeden Tag nach weil da nix passiert über Wochen. Klar bei dir als Anfänger sieht das noch anders aus das ist mir schon klar ;) !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von Apfelsepp » 17 November 2018 09:18

Ok, vielen Dank für die zahlreichen antworten. Also er ist schon genießbar im Sinne davon, dass er gut schmeckt. leider trocken, da ich wohl zu wenig nachgezuckert habe (ich hab weinhefe mit 14% benutzt) und die hat sicher alles gefressen :D Ich werde ihn wohl nachzuckern oder immer Schorle trinken. ich meinte mit ungenießbar eher dass zuviel Schwefel giftig sein könnte, also für den Menschen. bzw ja sogar Schwefelsäure.
ich hatte noch den Gedanken den wein zu pasteurisieren, nach dem Filter ist das möglich? Alkohol verdampft noch nicht bei 78°C, dann würde man auch keinen weiteren Schwefel brauchen oder?

Also ich habe ganz am Anfang etwas Schwefel in den süßmost gegeben, weil ich den Wein in extremer Handarbeit, im archaischsten Sinne des Wortes selbst hergestellt habe. Soll heißen 40 kg Äpfel von hand waschen, danach mit einer Käsereibe von Ikea kleingerieben und mit einer Handweinpresse Saft ausgepresst, das Ergebnis gute 20 Liter Saft in ca 7 Stunden und reichlich gelegenheit für Oxidationen (auch schon bei der Maische) aus dem Grund hab ich dann ein bisschen Schwefel rein. Ich hab dann auch ein paar Liter als Afpfelsaft direkt pasteurisiert - schmeckt traumhaft.

Der weitere Plan ist, morgen bentonit beimischen und nächste Woche zu filtern.

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von 420 » 17 November 2018 23:21

Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
ich meinte mit ungenießbar eher dass zuviel Schwefel giftig sein könnte, also für den Menschen. bzw ja sogar Schwefelsäure.
Dazu empfehle ich Dir die homepage. Lese die mal durch.

Weiterhin gibt es auch gute Lektüre. Empfehlen kann ich das Büchlein: Geheimnisvoller Schwefel; Fluch oder Segen für den Wein von Willi Reisinger.
Zitat: "Resümee: So lange ich denken kann, ist Schwefel beim Weinkonsumenten ein Thema. Viele fürchten gesundheitliche Schäden, die dieses Nichtmetall bewirken könnte. Dabei hat der Schwefel dieses Negativ-Image nicht verdient, aber wer weiß schon, dass dieser Stoff für alle Lebewesen essentiell ist. Er findet sich nämlich in jeder tierischen wie menschlichen Körperzelle und ist dort an der lebensnotwendigen Produktion von Eiweiß beteiligt....."
Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
ich hatte noch den Gedanken den wein zu pasteurisieren, nach dem Filter ist das möglich? Alkohol verdampft noch nicht bei 78°C, dann würde man auch keinen weiteren Schwefel brauchen oder?
Wein zu pasteurisieren ist nicht so gut. Damit verschwinden viele Aromastoffe. Weiterhin verdampft natürlich Alkohol bei 78 Grad. Schau mal nach, wie Alkohol mit einer Destille gebrannt wird.
Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
Also ich habe ganz am Anfang etwas Schwefel in den süßmost gegeben, weil ich den Wein in extremer Handarbeit, im archaischsten Sinne des Wortes selbst hergestellt habe. Soll heißen 40 kg Äpfel von hand waschen, danach mit einer Käsereibe von Ikea kleingerieben und mit einer Handweinpresse Saft ausgepresst, das Ergebnis gute 20 Liter Saft in ca 7 Stunden und reichlich gelegenheit für Oxidationen (auch schon bei der Maische) aus dem Grund hab ich dann ein bisschen Schwefel rein. Ich hab dann auch ein paar Liter als Afpfelsaft direkt pasteurisiert - schmeckt traumhaft.
Schwefel am Anfang behindert immer den Gärstart. Bei Weißwein wird der Saft, der zur Entschleimung kühl gestellt wird, mit 0,1 bis 0,5 g pro 10 Liter geschwefelt (steht auch auf der homepage). Aber wenn Du mehr Schwefel am Anfang beigegeben hast, ist es kontraproduktiv.
Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
Der weitere Plan ist, morgen bentonit beimischen und nächste Woche zu filtern.
Warum willst Du den Wein schönen? Ist es denn notwendig? Du willst doch den Wein filtern - oder? Filtere doch grob, fein, danach Süße einstellen, schwefeln und dann steril.

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von Apfelsepp » 19 November 2018 07:34

Ok vielen Dank,

ich dachte nur das pasteurisieren geht weil Bier auch pasteurisiert ist ;)
Schwefel hab ich nicht zuviel zugegeben am Anfang.
Den Tipp mit dem Bentonit hab ich von einem Freund bekommen, der selbst Traubenwein macht.

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von NeoArmageddon » 19 November 2018 18:24

Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
Alkohol verdampft noch nicht bei 78°C, dann würde man auch keinen weiteren Schwefel brauchen oder?
Nicht ganz richtig. Alkohol verdampft auch bei kleineren Temperaturen, nur wesentlich langsamer (genau wie Wasser verdunstet, wenn es nicht 100 °C sind). Bei 78 °C ist der Siedepunkt erreicht.
Apfelsepp hat geschrieben:
17 November 2018 09:18
ich dachte nur das pasteurisieren geht weil Bier auch pasteurisiert ist ;)
Bier wird auch gekocht und soll keine feinen, temperaturempfindlichen Fruchtaromen haben ;)

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von 420 » 19 November 2018 19:13

@NeoArmageddon
Bier wird aber nicht gekocht. Das ist die Würze, die gekocht wird und da ist kein Alkohol im Spiel. Nach dem Hopfenkochen wird die Würze kalt gestellt oder per Würzekühlsystem auf kühlere Temperaturen gebracht. Danach kommt erst die Hefe ins Spiel. Wenn untergärig, wird die Würze sagar auf 6-8 g gebracht. Bei obergärigen Bieren ist die "Anstelltemperatur" wie beim Wein.
(Klugscheißermodus aus :lol: )

Und klar kann man Wein auch pasteurisieren. Geschmacksverlust ist auf jeden Fall eine Folge.

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 19 November 2018 21:25

Pasteurisation von Wein = siehe Homepage ;)
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Most hat nach einem Jahr keinen Alkoholgehalt

Beitrag von NeoArmageddon » 20 November 2018 08:07

420 hat geschrieben:
19 November 2018 19:13
@NeoArmageddon
Bier wird aber nicht gekocht. Das ist die Würze, die gekocht wird und da ist kein Alkohol im Spiel.
Ich weiß, mein Punkt war: Die Zutaten vom Bier werden (teilweise) bereits gekocht, da macht pasteurisieren auch keinen so großen Unterschied mehr, wie bei einem zarten Birnenwein. (ich wollts nur einfach und ihne Fachbegriffe formulieren).

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