Mein erster Zwetschgenwein

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Jensii
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Mein erster Zwetschgenwein

Beitrag von Jensii » 22 September 2018 17:02

Hallo zusammen

kurz vorweg:
Ich hab schon länger kein Wein mehr gemacht und nach der guten Zwetschgenernte wird das mal wieder Zeit.
Die Homepage hab ich komplett gelesen aber ein paar fragen habe ich noch.

Ich möchte das Rezept für 20 Liter von der Homepage unter Rezepte verwenden.
Nun die Fragen dazu damit nichts in die Hose geht ;-)

Aus dem Rezept kopiert:
Füllen Sie die Stücke mit dem in Wasser gelösten Zucker in einen Ballon. Hefenährsalz und Antigel zufügen.
Beachten Sie bei verschimmelten Früchten die Hinweise im Kapitel "Sauberkeit und Sterilität".
Zuletzt die Hefe beimengen. Ein bis zwei Woche gären lassen, dann von der Maische abpressen, Säure einstellen und Nachzuckern.

1. Wieviel Wasser gebt ihr dazu?
Füllt ihr mit soviel Wasser auf bis die 20 Liter erreicht sind?

2. Wenn das Hefenährsalz und Antigel Zugegeben wird (ich verwende Zymex)
Lasst ihr das Antigel dann erst 12 Stunden wirken bevor ihr die Hefe dazugebt oder Sofort wenn vorher gemachten Gärstarter dazugeben?

3. Füllt ihr die 3,5 kg Zucker am Anfang komplett dazu oder teilt ihr die auf?
Thema schlechter Gärstart

4. Wie hoch sollte ungefähr die Restsüße sein in Gramm pro Liter?
Das es Geschmackssache ist, ist mir klar ich hätte gern einen groben Richtwert oder Erfahrungswert von euch beim Zwetschgenwein ;-)

Aus dem Rezept kopiert:
Wenn die Gärintensität nachlässt, in regelmäßigen Abständen den Alkoholgehalt messen und nachzuckern bis zum Endpunkt der Gärung.
Ist dieser erreicht, Restsüße einstellen und mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und von nun an möglichst kühl und ruhig lagern.
Den Ansatz innerhalb einer Woche vom Hefebodensatz ziehen, da eine große Menge Fruchtbodensatz entsteht
und die Selbstklärung dadurch länger dauert. Darauf sollten Sie nicht warten, um einen Hefeböckser zu vermeiden.
Nun weiterhin kühl lagern und die Selbstklärung abwarten, alternativ kann der Wein geschönt oder gefiltert werden. Vor der Flaschenabfüllung nochmals mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und mit 2 g Vitamin C versetzen.

Frage dazu:
5. Wenn nach der ersten Schwefelung mit 2g nach einer Woche der Wein vom Hefeboden abgezogen wurde, den Wein weite kühl lagern und
Selbstklärung abwarten.
Wie lange maximal warten? Ich habe vor dein wein zu filtern da ich im Besitz eines Simplexfilters bin.

6. Ist es richtig das nur vor der Flaschenabfüllung Vitamin C mit zugesetzt wird?

/. Reicht als erste Filtration mittel oder sollte grob auch gefiltert werden?
Vor der EK Filtration fein filtern?
Meine Erfahrung mit EK Schichten sind das diese schnell zu waren :-(

8. Letzte Schwefelung und Vitamin C vor EK Filtration und dann direkt in die Flasche oder erst fertig Filtern und
dann Schwefeln?

Bitte nicht sagen SUFU nutzen.
Ich fände es schon wenn ihr beim Thema bleibt und nicht zwischendrin abschweift.

Danke und ganz lieben Gruß

Jens

Bahnwein
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Re: Mein erster Zwetschgenwein

Beitrag von Bahnwein » 22 September 2018 17:28

Hallo Jens

1. Korrekt, auf 20 l auffüllen.
2. Ich gebe alles gleichzeitig dazu.
3. Die 3,5 kg direkt zum Gärstart dazu geben. Später mehr, je nach Bedarf.
4. Lässt sich von mir nicht beantworten. Ist abhängig vom angestrebten Alkoholgehalt, dem eigene Geschmack, .... . Außerdem kann ich meine Restsüße nicht messen.
5. Da gibt es keine maximale Zeit. Manche filtern schon nach wenigen Wochen, andere nach vielen Monaten .

6. Muss wer anders beantworten, habe noch kein Vitamin C genutzt.

7. Meine Erfahrung beim Zwetschgenwein war eine gute Selbstklärung. Da hat Mittel, fein, steril gereicht.
8. Die zweite Schwefelung vor dem Beginn der Filtration.

Wie hoch ist dein angestrebter Alkoholgehalt? Möchtest du trotz filtern bis an die Alkoholtoleranzgrenze, oder möchtest du die Hefe vorher verhungern lassen? In beiden Fällen vorsichtig in kleinen Schritten und nicht zu früh nachzuckern. Zucker der drin ist, ist drin. Nicht das du nachher einen süßen Kleber hast.

Jesus
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Re: Mein erster Zwetschgenwein

Beitrag von Jesus » 22 September 2018 17:41

Hallo

1.) Ich würde soviel Wasser dazu geben dass es eine halbwegs flüssige Masse wird. Bei 8kg Pflaumen würd ich so um die 4-5 l zugeben und dann erst nach der Maischegärung und Säuremessung mehr Wasser dazugeben.

2.)Ich püriere meine Früchte, gebe dann dass Wasser dazu und anschließend rühre ich das Antigel ein und lass es je nach Temperatur zwischen 12 - 24h einwirken. Danach gebe ich Zucker Hefenährsalz und Hefe zu. Würde ich aber nur machen wenn ich ordentliche Trockenhefe habe und somit die Gärung praktisch sofort zum Laufen bringen kann. Auch das Pürieren der Früchte ist Geschmackssache. Viele haben dann Probleme mit zuviel Trub später. Ich allerdings bisher nicht.

3.) Ich gebe Anfangs nur 500g bis 1kg dazu und leg nach wenn ich das Gefühl habe dass der Zucker verbraucht wurde. In der Maischegärung ist dass in der regel alle 24 - 48 h.

4.)k.A. Gib soviel dazu dass es dir schmeckt und vlt noch etwas mehr, da Haushaltszucker während der Lagerung in Monosaccharide zerfällt die zusammen eine geringere Süßkraft haben. Dass aber erst ganz am Ende der Gärung.

5.) Je länger du vorklärst, desto weniger Filterschichten wirst du brauchen. Da man den Wein auch ohne Filtern klar bekommt, gibt es da praktisch kein Maximum solange du spundvoll und unter Luftabschluss lagerst.

6.)Vitamin C kannst du jederzeit zugeben. Allerdings ist es eventuell nicht gärungsstabil und sollte damit frühstens in der Klärphase zugegeben werden. Als Oxidationsschutz empfiehtl sich natürlich die Zugabe vor der Abfüllung.

7.) k.A.

8.) Solange du es schaffst deinen Wein zu schwefeln ohne ihn mit Hefen zu kontaminieren kannst du auch nach dem Filtern schwefeln. Vitamin C würde ich eher mitfiltern. Aber da weiß vlt. jemand besser Bescheid.

Das wäre meine Herangehensweise.

Bahnwein
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Re: Mein erster Zwetschgenwein

Beitrag von Bahnwein » 22 September 2018 20:36

Ich würde nach dem steril filtern nichts mehr dazu geben. Den Schwefel vor dem Beginn der Filterung, der schützt den Wein vor dem unvermeidbaren Sauerstoff Kontakt.

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Re: Mein erster Zwetschgenwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 September 2018 23:14

Früchte nicht pürieren, das kann unnötige Klärungsprobleme bringen. Beim Ansetzten nicht zu geizig mit dem Wasser sein, entsprechend weniger Zucker kannst du einsetzen und desto mehr musst du hinterher verdünnen. Auch das kann Probleme bringen, insbesondere wenn du bis zur Alkoholtoleranzgrenze gehen willst. Vitamin C brauchst du nicht, ich verzichte inzwischen ganz darauf.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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