Gärung zu heftig?

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Gärung zu heftig?

Beitrag von Poller » 16 September 2018 07:39

Guten morgen liebes Forum,

wie an dem neuen Account und der Uhrzeit zu sehen ist spricht hier ein panischer neuling :D

Ich habe am Samstag Abend meinen ersten rotwein(maische) angesetzt. (So mit einem typischen starter set).
Den 10Liter Gärbalon habe ich mit 6.5 Liter Volumen gefüllt.
Bis gestern Abend war bis auf eine kleine Vergrößerung des Volumens nicht viel zu sehen( Minimales blubbern).
Und dann kam heute früh.... (Seht selbst)

https://youtu.be/EsSA2kX2jvc

Das ding ist Voll bis Oberkante und suppt über..
Luft soll ja keine ran(soweit ich das mitbekommen habe), von daher hab ich jetzt mal noch ein Tuch dran, aber die frage ist was nun? Morgen steht arbeit an und ich kann nicht alle 2 Std die Tücher wechseln. Kann ich da ohne angst aufmachen und was rausnehmen, oder wie sollte ich hier verfahren?

Grüße
Bernhard

Jesus
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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Jesus » 16 September 2018 09:14

Guten Morgen Bernhard,
Erstmal herzlich wilkommen im Forum.
Wie du schon gemerkt hast, war dein Reservevolumen von 3,5l etwas zu gering kalkuliert. Versuch also schnellstmöglich einen größeren Ballon zu finden um dem Wein mehr Platz nach oben zu geben. Ich persönlich führe meine Maischegärungen in einem 25l Emaille Topf durch. Die Gärung ist in der Phase so stark dass man nicht unbedingt auf einen Gärverschluss angewiesen ist. Die laufende Gärung verdrengt schlichtweg jeglichen eingedrungen Sauerstoff und die Hefen "fressen" auch den Sauerstoff der eingedrungen ist. Ein großes Gefäß aus chemisch weitesgehend inaktiven Material (Glas, Keramik ...) und eine Abdeckung in irgendeiner Form sind ausreichend. Du kannst die Maische auch auf 2 Ballons aufteilen wenn vorhanden.

Wenn die erste Havarie im Griff ist, wird dir hier sicherlich auch noch mit weiteren Details zu deinem ersten Weinansatz geholfen.

Viel Erfolg

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Chesten
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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Chesten » 16 September 2018 10:15

Grundsätzlich kann man sagen man sollte das doppelte Gärvolumen von der Ansatzmenge nehmen bei einer Maischegärungen!

Z.B. bei 10 Litern Ansatz einen 20 Liter Ballon.

Stell den Behälter am besten in die Dusche oder Badewanne. Wenn es überläuft ist das saubermachen weniger schlimm. Am besten einen größeren Behälter oder 2 kleinere nehmen.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Igzorn » 16 September 2018 11:03

Bei Maischegärung nehme ich Fässer mit Schraubdeckel oder Weithalsballons. Dusche ist für Dich aber das Mittel der Wahl. Du kannst noch eine Einkaufstüte über das Gärrohr stülpen, falls das abfliegt, fängt sie die Spritzer
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Poller » 16 September 2018 12:48

Hallo Leute,

vielen dank erstmal für eure Antworten.

Ja das mit der Menge hab ich mich irgendwie verschätzt. Ich hab einen 2ten Behälter welcher mit den "Resttrauben" gefüllt ist (bissl über 1/3 voll). Da ich unterschiedliche Hefen verwende meint ihr ich kann da "Michen"? Dann würde ich vom übervollen was abnehmen.

Einen weiteren Behälter zur gärung hab ich leider nicht zur Verfügung, von daher umfüllen oder abschöpfen und entsorgen( schade drum aber Sonntag sind halt Möglichkeiten immer limitiert)

(Ich werde definitiv bescheid geben wies läuft)

@Jesus: Das forum ist tatsächlich was infos angeht eine richtige Goldgrube.

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Bahnwein » 16 September 2018 13:26

Hast du Antigel oder Pectinase oder Ähnliches drin, das reduziert die Schaummenge und verflüssigt das Obst besser?

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Poller » 16 September 2018 17:24

@Bahnwein:
Nein, hab da nichts dergleichen drin. hab jetzt einfach so ne gute Faust voll oben abgeschöpft und gut geschwenkt. Sieht erstmal ganz gut aus was das schäumen angeht. Nur die ganzen trauben schwimmen oben auf. Darf dass so? Hab angst dass mir nicht genug "Geschmack und Farbe" in den wein rein geht wenn nur wenig damit kontakt hat.

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Bahnwein » 16 September 2018 17:32

Bei Maischegärung schwimmen die Früchte durch das entstehende CO2 obenauf, das ist normal. Da du deinen Ansatz ja regelmäßig schwenkst, kommen die aber immer wieder hinein und die interessanten Inhaltsstoffe gehen zuverlässig in deinen Ansatz über. Wenn du die Trauben auch ein wenig zerquetscht hast ist alles prima und normal.

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Chesten » 16 September 2018 20:12

Unterschiedliche Heferassen zu mischen ist keine gute Idee da die dann in Konkurrenz stehen und sich damit beide gegenseitig schwächen !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Gärung zu heftig?

Beitrag von Poller » 17 September 2018 05:56

Guten morgen Leute,

Ich hab eben mal kurz meine 2 Babys am morgen kontrolliert und es sieht aus als wäre es genau die eine Hand voll zu viel gewesen. Alle Sekunde ein schönes blubbern. Auch der 2te welcher 16 Stunden später angesetzt wurde blubbert(wenn auch langsamer) konstant.

Das mit den konkurierenden hefen macht durchaus Sinn.

Nochmal offiziell vielen dank für die stellen Tipps und Hinweise! Das erste Glas geht auf euch

Grüße
Bernhard

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