Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

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JasonOgg
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Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von JasonOgg » 23 Oktober 2016 19:31

Oh, immer wieder diese ach so bösen Verschwörungstheorien. Aspartam sei gefährlich.

Und jetzt mischt auch noch Wikileaks mit:
Don Kennedy <kennedyd (a) stanford.edu> hat geschrieben: The whole sweeteners issue has interested me since my early time at FDA when the crisis du jour was about saccharin, which was causing bladder cancer in rats ...
... here's the story on the later history
>>> From Norfolk Genetic Information Network
The FDA had actually banned aspartame based on this finding, only to have Searle Chairman Donald Rumsfeld (currently the Secretary of Defense) vow to "call in his markers," to get it approved.
Wendy Abrams <wabrams1 (a) me.com> hat geschrieben:I don't know how much you know about Nutrasweet, but I think it is poison.
...
Nette Plaudereien, aber ich bin froh das ich auf Süßstoffe verzichte. Bei Zucker und Alkohol weiß man wenigstens woran man kaputt geht :hmm:

Gehen jetzt die Bayer Aktien in den Keller oder liest sonst keiner Wikileaks?

Edit sagt: hier ist eine lesbare Zusammenfassung, die natürlich den Wikileaks Inhalt gefärbt wieder geben können.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Igzorn » 23 Oktober 2016 23:32

Es schmeckt ja auch eklig! Danke für den Link. Die letzten drei Liter Calo Zero habe ich für Entrosten genutzt.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Oktober 2016 00:45

Warum wird dieser Internet-Verschwörungsscheiß eigentlich immer so willig und unkritisch geglaubt? Willkommen in der postfaktischen Gesellschaft.

https://www.psiram.com/ge/index.php/Aspartam

http://www.spiegel.de/wirtschaft/versch ... 11698.html
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Igzorn » 24 Oktober 2016 08:45

Da bin ich drauf reingefallen. Schmecken tut es nicht, aber anscheinend ist es harmlos und die Studie mit den Ratten scheint ja ohne Aussage zu sein.
Also: Aspertam ist ungefährlicher als der Alkohol, den wir trinken. :mrgreen:
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JasonOgg
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von JasonOgg » 24 Oktober 2016 10:35

Nun, es geht eher darum, wie bzw. wer festlegt ob etwas gefährlich ist oder nicht. Siehe dazu auch Hier:
http://www1.wdr.de/daserste/monitor/vid ... t-100.html

Ist Marihuana gefährlicher als Tabak oder Alkohol? Leider steht hier nicht, ob Alkohol hier aus gesundheitlichen Gründen verboten wird :hmm:

Es sind immer wieder irgendwelche Lobbyisten die dafür sorgen, das Grenzwerte passen oder Untersuchungen günstig ausfallen. Und wenn selbst die FDA - angeblich härteste Behörde - mit passenden Leuten passende Entscheidungen trifft, dann gibt mir das schon zu denken.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Igzorn » 24 Oktober 2016 22:54

Der Wikipedia Artikel ist da ziemlich eindeutig.

Ich bin strikt gegen Verschwörungstheorien.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von CaptainPatrick » 25 Oktober 2016 10:35

Alles ist ein Gift, nur die Menge macht etwas ungiftig.

Ich sehe die Ursache für diese Verschwörungstheorien darin, dass die Leute
A) Die Zusammenhänge unserer Welt nicht mehr richtig verstehen und sich deswegen auf Aussagen verlassen, die ohne Hintergrundwissen geglaubt werden können. "Aspatam ist giftig damit die Bevölkerungszahlen reduziert werden" ist für viele Leute einfacher zu verstehen als "die chemische Beschaffenheit von Aspatam macht es um das (geschmacklich) hundertfache süßer als normalen Zucker. Darum kann es als Ersatzstoff in erheblich geringeren Mengen in einem Lebensmittel eingesetzt, was dazu führt, dass der Brennwert der Speise sinkt und die menschen an weniger (selbstverursachten) Übergewicht leiden".

B) Den Leuten in unserer Gesellschaft einfach zu langweilig geworden ist. Worüber soll man sich denn noch aufregen, als über die Verschwörungen der Regierung und der Mächtigen?

Ich möchte auch an den Fall erinnern wo ein Dorf sich über einen neuen Telekom-Handymast beschwert hat: Seitdem er steht klagen die Leute über Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Übelkeit. Ein Telekom-Sprecher hat sich öffentlich für den Mast entschuldigt mit den Worten, dass er sich gar nicht hätte ausmalen können, was alles mit den Menschen passiert wäre, wenn der Mast tatsächlich angeschaltet wurden wäre (es gab einen Planungsfehler und der Mast hatte weder Strom, noch Netzversorgung). Für die Leute war es halt einfacher ihre Probleme auf den Handymast zu schieben, als auf ihre Ernährungs-/Lebensweise.

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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Oktober 2016 13:50

Mit Aspartam hat der Bericht freilich nichts zu tun. So what? Willst du uns damit sagen dass jedes einzelne Gutachten gekauft ist? Dass die Industrie, teilt sie den Standpunkt der Wissenschaft, letztere immer gekauft hat? Das ist Wasser auf den Mühlen von Impfverweigerern und anderer Spinner.

Willkommen in der Super-Ober-Verschwörungstheorie:
https://www.youtube.com/watch?v=xgxS0idfK9U
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von JasonOgg » 25 Oktober 2016 16:10

Uih, Aspartam ist für Dich genauso ein rotes Tuch wie GMO?
Tut mir leid, in erster Linie stört mich mit welcher Selbstverständlichkeit einige Personen bzw. Organisationen ihre Macht ausüben.
Aber ...

Sorry, mit dem Totschlag Argument kannst Du nicht kommen. Es gibt Verschwörungstheorien, also ist alles eine Verschwörungstheorie was uns nicht passt? Das ist unter deinem Niveau.

Nein ich will natürlich nicht sagen (und habe auch nicht), dass jedes einzelne Gutachten gekauft ist. Trotzdem bleibt es eine Tatsache, dass immer weniger Geld zum "Spaß" fließt (freie Forschung), sondern durchaus nicht eigennützig für Studien/Forschung zur Verfügung gestellt wird. Und selbst das bedeutet immer noch nicht, dass auch die Ergebnisse bestellt sind. Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass es gekaufte Ergebnisse gibt.

Also gut, wenn wir schon mal dabei sind, dann wollen wir noch ein paar VTs füttern.

Die Autorin des von dir verlinkten Spiegel-Artikels ist eine typische Vertreterin der vielkritisierten Mainstream-Medien. Wie weit man ihr vertraut muss jeder selber entscheiden, z.B. über ihre Twitter-Beiträge oder die Nachdenkseiten (Mist, das sind ja auch alles VT-ler), der Gewerkschaft der Lokführer(auch nicht besser) usw.
Um Bezug auf oben zu nehmen heißt das natürlich ebenfalls nicht, dass ihr Aspartam-Artikel nur heiße Luft ist, aber Wortwahl und Gleichstellung mit der "Herrschaft der Illuminaten" sprechen eine beredte Sprache. Sätze wie "Die Verschwörungsanhänger aber wittern bereits ein Komplott dahinter" zeigen in welche Richtung es geht. Naja, Journalismus ist nun mal nicht Wissenschaft. Abgesehen davon erwähnt selbst sie den fragwürdigen Zulassungsprozess um den es ja eigentlich geht.

Wikipedia als Bibel zu verwenden bringt auch Probleme, bzw nicht, wenn es um Glauben geht :pfeif:

Zum ZDF sage ich lieber nichts, schließlich haben die ja noch "die Anstalt",
aber (OT) Leschs Kosmos ohne Ton ist ... Unterhaltung auf ganz eigene Art :mrgreen:

Und keine Angst, ich werde mir nicht das Aspartam-Entgiftungs-Set kaufen :roll:
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Oktober 2016 18:01

Jaja, die Mainstream-Lügenpresse, wenn das mal kein Totschlagargument ist.

Nein, Aspartam ist kein rotes Tuch für mich. Ich weiß von dem Thema viel zu wenig um beurteilen zu können ob das Zeug gefährlich ist oder nicht. Und deshalb gehe ich erst einmal davon aus dass die Mechanismen zum Verbraucherschutz in diesem Fall funktionieren sofern nicht das Gegenteil handfest bewiesen ist. Das liegt nämlich normalerweise im Urinteresse der Hersteller, für die es ansonsten teuer werden könnte, Stichwort Produkthaftung (die in Deutschland eher zu gering ist, da sind die Verbraucher in anderen Ländern besser aufgestellt). Und dass jemand für teuer Geld ein Buch oder ein Entgiftungsset verkaufen will werte ich nicht als handfesten Beweis. Ich werte es auch nicht als Beweis das Aspartam gefährlich ist nur weil bei anderen Beispielen die Kontrollmechanismen womöglich versagt haben könnten.

Ein rotes Tuch für mich sind freilich all die nicht-Mainstream-Infokrieger, die nicht-Mainstream-Wahrheitsbewegten, die nicht-Mainstream-Anti-Zensur-Skeptiker, die grundsätzlich davon ausgehen, dass der "Mainstream" gar nicht Recht haben kann. Für mich ist die egozentrierte, selektive Skepsis ein rotes Tuch.

Sascha Lobo hat das mal sehr viel schöner formuliert als ich es könnte:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo ... 16636.html

Vorsicht: Auch auf Spiegel online. Vielleicht kann man ja trotzdem darüber nachdenken.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von Igzorn » 25 Oktober 2016 22:49

Fruchtweinkeller hat geschrieben:
Sascha Lobo hat das mal sehr viel schöner formuliert als ich es könnte

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo ... 16636.html
"Skepsis in ihrer aufklärerischen Urform bedeutet deshalb immer auch, den eigenen Standpunkt in Frage zu stellen. Die Pseudoskepsis dagegen zweifelt an allem außer an sich selbst."

Exakt! Ich kann Lobo und sein Käseblatt nicht leiden, aber hier hat er Recht. Und ja, man muss sich auch mal streiten. Das ist Teil unserer Kultur. Der Diskurs als Mittel zum Austausch von Meinungen und Fakten.
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Re: Aspartam ist wohl doch nicht so unkritisch

Beitrag von JasonOgg » 26 Oktober 2016 14:57

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Jaja, die Mainstream-Lügenpresse, wenn das mal kein Totschlagargument ist.
...
Sascha Lobo hat das mal sehr viel schöner formuliert als ich es könnte:
Eben, wo ist bitte der Unterschied zu Sascha Lobos Beschreibung der Pseudoskepsis?
Sascha Lobo hat geschrieben: Nichts glauben, schon gar nicht denen da oben, drei Ausrufezeichen, "Lügenpresse", noch mehr Ausrufezeichen.
Jaja, die Lügenpresse-Schreier, alles VT-er. Das gilt auch umgekehrt,

Worum es geht wird in diesem Screenshot gezeigt, demonstriert durch Welt, SPON, Focus. Ist Martin Hoffmann jetzt ein Pseudoskeptiker, weil er der Welt nicht geglaubt hat und noch mal bei SPON und Focus nachgeschaut hat?

Wer bei der kleinsten Kritik oder Skepsis gleich Pseudoskepsis oder Querfront unterstellt, der unterscheidet sich nicht von den Pegida-Schreiern. Inzwischen sollte jedem klar sein, dass Nachrichten hinterfragt werden müssen, Dank Internet bekommt man dutzende anderer Deutungen. Es geht nicht darum sich die passende herauszusuchen, sondern zu akzeptieren, dass die Wahrheit(TM) dazwischen liegt. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Journalisten hier Angebote zu machen, tun sie aber nicht. Und wenn manchmal selbst gesunder Menschenverstand schon ausreicht, dann braucht sich keiner über "Lügenpresse"-Rufe zu wundern.

Ich empfehle das Interview mit Gaby Weber zum Niedergang de Journalismus. Natürlich eine Verschwörungstheoretikerin.
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