Honigessig (Metessig)

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von 420 » 18 Januar 2016 09:43

Kommt halt auf den Essigladen an.

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VanillJa
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von VanillJa » 18 Januar 2016 11:16

Deswegen hatte ich dir ja auch zum Alnatura Essig geraten. Der ist eben nicht sterilisiert und funktioniert super, selber ausprobiert. Die Mutter davon ist mittlerweile dicker als die mit der ebay Mutter....

rase
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von rase » 27 Januar 2016 12:09

So, neuer Versuch kann starten, Muttern ist eingetroffen. Sieht aus wie ein Silikonimplantat und wiegt 100g.

Was haltet Ihr von meiner Idee:

Ich hab noch einen 25L Glasballon, den wollte ich mit 2-3L aus einem Met/Apfelsaftgemisch 50:50 starten (Met selber hat deutlich über 10%) und dann alle paar Tage/(Wochen?) einen Schluck frischen Met angießen. Macht das Sinn? Zweite Frage: bei vielen Dingen spielt ja die Oberflächengröße eine Rolle, nehm ich die Mutter wie sie ist und lasse sie so wie sie aus der Tüte kommt in den Ballon gleiten, oder lieber vorher mit einem Schluck der Mischung in den Blender?

Ich will diesmal nix falsch machen. Ansatz #1 rührt sich immernoch nicht. Riecht aber auch noch immer lecker.

Beste Grüße,
Ralf

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 Januar 2016 21:20

Die Sippschaft der so genannten "Essigsäurebakterien" ist sehr heterogen, insofern ist nicht ganz vorhersagbar wie genau sich deine "Mami" verhalten wird. Aber ganz wichtig: Es sollte nur möglichst gänzlich zuckerfreier Grundwein eingesetzt werden, A-Saft zur Verdünnung ist also ein no go. Du musst mit Wasser verdünnen oder hättest den Wein von vornherein so ansetzen müssen dass er weniger Alkohol hat.
Ich persönlich gebe zu knochentrockenen Weinen ein paar Krümelchen Haushaltszucker dazu, aber eben nur ganz wenig, weil ich mir einbilde dass die Bakkis damit besser anwachsen. Ich würde die Mami auch nicht zerhäckseln,, das ist erstens nicht nötig und zweitens erhöht es den "Dreckfaktor"; je höher dieser ist, desto eher fängst du dir unerwünschte Keime wie zB Schimmel ein. Wenn sich einmal eine schöne Haut gebildet hat würde ich den Ansatz auch nicht anrühren. Erst wenn der Alkohol vollständig umgesetzt wurde: Ernten und dann ggf. ganz frischen Wein zugeben.

Wie ich die Mami behandle habe ich oben beschrieben. Eine Mami kannst du auf mehrere Ansätze verteilen.
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von rase » 27 Januar 2016 23:32

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Eine Mami kannst du auf mehrere Ansätze verteilen.
Danke, ich hab bloß in der Anleitung gelesen, '1L Ansatz je 50g Mutti'. Ich hab ja aber hier noch den IBC Met der verarbeitet werden will/soll. Ich dachte ich könnte evtl. wie bei Hefen graduell hochvermehren? Ok., dann muß ich umdisponieren.

Dankbar für Tipps,
beste Grüße,
Ralf

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 Januar 2016 22:04

Gemeint ist: Du kannst eine "Mami" verteilen, wenn es sich um so eine schöne "Glibbermasse" handelt. Die Fläschchen-Mamis aus dem Laden sind bei weitem nicht so weit entwickelt, die würde ich nur komplett einsetzen.
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von rase » 04 Februar 2016 22:41

Update: Ich hab im Eingangspost versprochen, meine Versuche zu dokumentieren, so das auch zukünftige Leser was von meiner Frage haben. Ich hatte nach meinem Mißerfolg* mit der Essigmutter aus der Flasche mir eine weitere Mutter, diesmal eine 'schöne glibberige', in der Bucht bestellt, was auch super geklappt hat.

*Mißerfolg oder nicht ist ja noch nicht 110%ig raus. Riecht immernoch so wie am ersten Tag, es gibt einen Bodensatz aber keinerlei Schimmel - aber auch keinerlei Hautbildung oder Acetongeruch. Wird weiter beobachtet.
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Gemeint ist: Du kannst eine "Mami" verteilen, wenn es sich um so eine schöne "Glibbermasse" handelt.
Da kommt jetzt meine geballte Unkenntnis zum tragen. Die gelieferte Mutti war hellbraun, wog genau 100g, war rund, ca. 10cm im Durchmesser und einen Zentimeter dick. Kam eingeschweißt im Plastikbeutel hier an, in dem sie mit ein paar Tropfen Flüssigkeit herumglibberte. Sah aus wie ein Sillikonimplantat und machte einen 'weichen' Eindruck. Ich wollte sie auf Euren Rat hin im Ganzen in den neuen Ansatz werfen, hab mich aber dann entschieden, eine kleine Ecke abzutrennen und in den ersten Ansatz zu werfen. Ich also versucht, schon durch die Tüte hindurch mit den Fingernägeln ein Eckchen abzuzwacken. Ging nicht. Also die Tüte aufgemacht ( erstmalig Acetongeruch!) und ein Messer genommen. Ein sauscharfes Küchenmesser. Erst freihand in der Tüte, dann auf einem Schneidebrettchen. Die Mutter war nämlich entgegen ihres Aussehens sauzäh!!!

Dann hab ich sie im neuen Ansatz versenkt, bzw., schwimmen gelassen, denn sie schwamm obenauf. Ansatz (20L Ballon, 10 cm mit Met gefüllt, mit Küchenkrepp und Gummiband verschlossen) steht auf dem Kaminsims, da hat es immer muckelige 25-30'c. Nach zwei Tagen hing die Hälfte herunter, der Rest hielt aber tapfer die Mutti an der Oberfläche. Dann versank sie doch und liegt nun auf dem Boden. Seit ein paar Tagen bildet sich eine Art Tentakel. Sonst tut sich weiterhin - nix.

Der Ansatz riecht weiterhin nach Met, von Acetongeruch keine Spur. Den Apfelsaft hab ich diesmal weggelassen. Es schimmelt nicht, außer dem Tentakel passiert aber auch nichts. Es bleibt also spannend - ein besonders gutes Gefühl hab ich nicht, halte Euch aber auf dem Laufenden. Wetten auf den Ausgang werden angenommen.

Beste Grüße,
Ralf

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Februar 2016 22:58

Der Beschreibung nach war das eine gesunde Mami 8-) Das die Glibbermasse absinkt ist auch normal, und sie bleibt auch unten. Die Masse enthält aber unzählige Bakterien, von denen einige dann an die Oberfläche wandern können, wo sie sich dank der Sauerstoffversorgung vermehren und eine neue Mami bilden können. Das kann aber etwas dauern.
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von rase » 11 Februar 2016 18:26

Update:

Mutti kommt doch wieder an die Oberfläche! Es bildet sich eine Haut. Allerdings setzt auch eine minimale Gäraktivität ein, es perlt nämlich verhalten (mit sehr kleinen Bläschen!). Ich finde das etwas irritierend. Was genau da passiert erschließt sich mir noch nicht. Der Met war endvergoren. Keine Anzeichen von Acetongeruch.

Beste Grüße,
Ralf

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Februar 2016 21:53

Es war also nur wenig Restzucker vorhanden? Wobei bei Honigwein ja immer etwas Fruktose übrig bleibt. Man könnte jetzt spekulieren, warum es perlt, aber viel ändern könnte man wohl nicht. Insofern: Das Beste hoffen und abwarten.
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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von rase » 27 Februar 2016 22:21

Update:

Es perlt (moussiert) noch immer verhalten! Und es bildet sich eine Essigmutter, tatsächlich! Die alte Mutter hängt weiterhin auf halbacht an der Oberfläche und es läßt sich offensichtlich ganz gut an. Was genau da passiert weiß ich natürlich nicht, Atcetongeruch kann ich nicht feststellen.

@ Fruchtweinkeller: Restzuckergehalt kann nicht sehr hoch gewesen sein, ich hab den Met solange mit Honig versorgt (Basis war mein ausgewaschenes Deckelwachs), bis die Gährung stoppte. Dann reifen lassen.

Bin grade ganz zuversichtlich, wobei ich aber langsam den Eindruck bekomme, es kann sich nur um Monate handeln o_O

Was ich mit dem restlichen Met mache? Keine Ahnung.

Beste Grüße,
Ralf

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Re: Honigessig (Metessig)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 Februar 2016 23:06

Wie schon oben erwähnt: Auch wenn die alkoholische Gärung stoppt kann Honigwein einiges an Restsüße enthalten.

Dass sich eine Haut bildet ist ein gutes Zeichen, dann sollte sich eigentlich auch bald der Lösungsmittelgeruch (hat nichts mit Aceton zu tun sondern mit Essigsäureethylester) einstellen.
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