Johannisbeerlikör

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derDaniel
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Johannisbeerlikör

Beitrag von derDaniel » 12 Juli 2018 21:31

Hallo zusammen,
Ich starte gerade mit meinem ersten wein-versuch und habe einige johannisbeeren über....

Rezepte für einen entsprechenden likör gibt es viele, ist aber ganz schön verwirrend....

Ich hab jetzt einfach mal folgendes gemacht:
150g rote johannisbeeren
150g zucker
0,35l wodka

Das ganze in eine 0.7l flasche.
Leider ist noch etwas (viel) luft. Kann ich das lassen oder sollte ich das noch auffüllen? (Wenn ja, mit was?)

Weiterhin könnt ihr mir eventuell mit folgenden fragen weiterhelfen:
8 wochen stehen lassen (nicht schütteln, wenden...?)
Abziehen und in flaschen füllen (muss hier gefiltert werden?)

Einige zeit in den keller (wie lange mindestens?)
Und genießen (wie lange ist das zeug denn haltbar?)

Über hilfe würde ich mich sehr freuen

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Catwiesel
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Re: Johannisbeerlikör

Beitrag von Catwiesel » 12 Juli 2018 21:52

du kannst die luft lassen. aber auch likör kann oxidieren.

auffüllen... perfekte antworten gibts da nicht, mehr früchte würden den alkohol gehalt senken bis er kritisch wird. mehr alkohol wird den alkohol gehalt zu groß werden lassen. gleicher ansatz in gleicher proportion wäre optimal.
eine weitere möglichkeit wäre glasschrot (o.ä.), das ist spezielles füllmaterial um flaschen voller zu machen ohne mehr rein zu tun.

am besten ist, du nimmst immer passende flaschen oder entsprechende mengen

die standzeit kann man kaum pauschalisieren. hier kannst du dich an rezepte wenden, oder es einfach ausprobieren. eine möglichkeit ist, immer wieder probieren, bis du zufrieden bist.

schütteln, wenden, etc, das bringt nicht sooo viel, schadet aber auch nix. ausser zur klärung, da wäre ruhe besser. ich mach likör nach dem motto hinstellen, vergessen...

abziehen ist gut. likör filtern wäre toll. allerdings wirst du kaum 0,5l gefiltert bekommen, da brauchen wir andere mengen. dann wird abziehen reichen müssen (eventzuell auch in ein sieb gießen). abpressen ist teilweise auch sinnvoll, aber vorsicht, das kann schnell zu einem gematsche werden, was letztlich durch viel lockeren bodensatz die ausbeute auch nicht erhöht.
ich mach aus den übrigen früchten lieber marmalade. oder esse sie, zB auf Eis.

likör braucht meiner meinung nach keine lange reifezeit.

die haltbarkeit ist... kommt drauf an.

wenn die alkoholmenge stimmt, dürfte da nix drin wachsen. daher sollte der likör "unendlich" haltbar sein.
allerdings wird da auch mit der zeit der sauerstoff seinen einfluss nehmen. irgendwann schmeckt der likör halt nicht mehr so.
das kommt aber auf viele faktoren an. in der praxis habe ich noch nie oxidierten likör trinken müssen.
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Thor sein Leben lang.
(Martin Luther)


derDaniel
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Re: Johannisbeerlikör

Beitrag von derDaniel » 12 Juli 2018 22:11

Hallo,
Dank dir! Das hilft mir schon sehr!

War gerade nochmal im garten und habe die letzten kläglichen reste geholt.
Ausbeute: 60g

Hat ganz gut gepasst: hatte 2 flaschen angesetzt, in jede nochmal 30g beeren, 30g zucker. 100ml wodka ging noch rein - jetzt sind die flaschen voll :-)
Verhältnis passt ja auch ca.


Ich lasse die jetzt mal 8 wochen stehen, geb sie in einen handpressbeuten und schaue dass ich nicht viel matsch rausbekomme.
Habe leere 0.5l und 0.7l flaschen da. Werde mir einfach noch ein paar kleinere zulegen und dann passend abfüllen.

Die brombeeren im garten sind auch bald reif - da werd ich nochmal die ein oder andere flasche machen.


Eine frage noch zum schluss:
Sollte mir der likör wirklich zu stark sein:
Den kann ich bestimmt direkt vor dem verzehr nochmal etwas mit johannisbeersaft strecken, oder?

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Re: Johannisbeerlikör

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Juli 2018 22:18

Oha, auf Tag und Stunde genau kann ich das leider nicht angeben :mrgreen: Grundsätzlich ist ein Likör mit steigendem Alkoholgehalt lange (Jahre) haltbar. Ob das dem Aroma immer guttut ist eine andere Frage.

Auch ein Likör kann eine Art von "Filterschock" erleiden und muss sich dann nach Filtration/Abfüllung wieder etwas "beruhgen". Ich würde ihn einfach in den Keller packen und für ein paar Monate ignorieren.

Auffüllen würde ich ganz pragmatisch mit einem dem Ansatz äquivalenten Gemisch aus Alkohol/Zucker.

edit: Zweiter, habe für den Beitrag etwas länger gebraucht
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Johannisbeerlikör

Beitrag von Chesten » 19 Juli 2018 18:39

Ich hatte letztes Jahr einen Brom- und Taybeeren Aufgesetzten gemacht.
Einfach die Früchte ein zwei Flaschen abgefüllt mit Zucker bedeckt und Wodka drauf bis die Flaschen voll waren.
Nach ca. 8 Wochen die Früchte durch ein Küchensieb abgeseilt fertig.
Der Zucker war gelöst und der Aufgesetzte wurde als gut befunden, das der jetzt in klar war störte mich nicht.

Die neuen Brom- und Taybeeren werden schon wieder in der Kühltruhe gesammelt.
Dieses mal nehme ich Korn und Kandiszucker, wahrscheinlich braunen aber ob das den riesen Unterschied macht glaube ich nicht.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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