Geruch Kohlenstoffdioxid

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Fermenter
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Geruch Kohlenstoffdioxid

Beitrag von Fermenter » 23 September 2010 11:38

Fruchtweinkeller hat geschrieben: Bei deinem Background als Brauer und Mälzer kann ich offen gesagt dein erstes Posting nicht nachvollziehen. Das ist ja fast so als würde ich einem Forum fragen ob Hefe zu den Blümchen gehört :D
Wieso, die Frage ist doch berechtigt?!
Und zwar ist das Co2 aus der Rückgewinnung zu 99,7-99,9% rein, d.h. es riecht ein wenig (vergleichbar mit dem Geruch bei einer frisch geöffenten Flasche Bier, wo sich ein wenig Kohlenstoffdioxid verflüchtigt), eventuelle unerwünschte Stoffe werden dann über einen sog. C02-Wäscher entfernt um das reine Gas in der Produktion einsetzen zu können.
Das Co2 beim Hausbier roch/riecht aber nicht wie dies vom Betrieb- deshalb meine Frage.

Und wg. dem Schütteln des Gefäßes: Mir ist klar, dass am Ende der Gärung Hefe und Trub sich abgesetzen sollen. In den hohen ZKT`s (zylindrokonische Tanks)einer Brauerei kommt es jedoch ebenfalls zu einer "Schichtung" des Bieres und somit ist dort Bewegung im Spiel- nun wollte ich wissen, ob ich deshalb einen Tag nach dem Anstellen auch nochmal Schütteln soll.
Es ist eben doch ein Unterschied zw. Heimbrauerei und "Großproduktion".

@Panscher: Ich habe z.z. Urlaub und die Reinheit des Co2 wäre sowieso nur am Spundapparat direkt messbar- leider nichts mit "Probe mitnehmen"

@Uwe12: Ich habe gestern mal die Belastung des Kanisters getestet- ernüchternd, bei nichtmal 1bar hatte ich um meine Hände Angst... Hätte ich aber nicht erwartet. Jetzt muss ich improvisieren. Wo lagerst du denn dein Bier nach dem Schlauchen? Gärballon mit Spundamatur? Auf Flasche habe ich keine Lust- ein Edelstah- Keg würde sich anbieten (15l), alleine schon wg. dem eventuellen aufkarbonisieren, aber da habe ich auch keines parat. Es war eben eine Spontane Sache mit dem Brauen...

Zum Geruch: gestern Mittag roch es schon besser- Abends dann plötzlich sehr extrem schweflig!

Nochwas: wg. der Gärdecke, das habe ich mir auch schon überlegt. Kann ich nicht das Bier unter der Schlaucherdecke (vermutlich am Samstag), aber über dem "Gelägerbier" absaugen?

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Uwe12
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Beitrag von Uwe12 » 23 September 2010 13:01

Ich habe mich für NC-Kegs entschieden, weil man in diese (die alte Bauform die neuen nicht mehr) einen relativ großen Deckel haben und man mit der Hand rein kann zwecks Reinigung.
So ein Keg fasst etwa 19,5l, gibt auch kleinere zu 9,5l. Man bekommt sie gelegentlich gegen Pfand bei Getränkehändlern und natürlich gegen teures Geld bei Versendern.

Da ein Sud bei mir meist etwas größer ist, kommt der Rest in Bügelflaschen (Standard 0,5er aber auch 1-3l Syphons).

An so Kegs wirst Du aber Deinen Spunder u.U. nicht anschließen können, da brauchts einen Adapter.

Dem Glasballon würde ich nennenswerte Drücke nicht zutrauen, das wird gefährlich denke ich.

Wenn Du grün schlauchen und spunden willst, wirst Du um ein druckfestes Gefäß nicht rumkommen, da könntest Du das Bier auch unter den Kräusen abziehen.
Oder Du gärst durch und arbeitest mit Bügelflaschen und carbonsierst mit Zucker (besser Glukose), wenn Du keine Speise hast.

...evt. kannst Du bei Deiner Brauerei frisch gewaschene Flaschen aus der Waschstraße abgreifen.

Schwefliger Geruch (H2S) ist in Ordnung, kommt bei UG-Hefen schon vor und nimmt mit der Zeit auch ab.

Zum Schütteln: bei Anstellen (Zugabe der Hefe) ist das in Ordnung (Belüftung zur Hefevermehrung), wenn man nur wenig Hefe hat.
Da Du welche aus der Brauerei hast, dürfte das eine ordentliche Portion sein, da braucht die Würze nicht belüftet zu werden.
Der selbsttätige Verwirbeln bei der Gärung ist ausreichend.

Uwe
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Beitrag von Fermenter » 24 September 2010 13:55

Danke Uwe.
Ich habe heute in 2 kleinen Brauereien angefragt zwecks 15l Edelstahlkegs- ohne Ergebnis.
Ich habe noch 2x 5 Liter Glasballons und noch 6 Bügelverschlussflaschen.
Ich würde behaupten, dass die 5l Ballons den Druck standhalten werden- die Flaschen normalerweise! auch- Ausnahmen gibts ja immerwieder.
Hatte erst vor alle Flaschen über Schläuche etc. mit dem Druckminderer zu verbinden- werde jetzt aber dazu übergehen, die Flaschen/Ballons aller 2-3 Tage zu entlüften.
Klingt das gut oder gefährlich?
Meinen 2 Sud werde ich dann erst wieder machen wenn draußen Schnee liegt und bis dahin erfolgt dann die ein oder andere Anschaffung :shock:

viele Grüße

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Beitrag von volk73 » 24 September 2010 17:08

Hab dort zwar noch nicht bestellt, aber das Angebot sieht umfassend aus: candirect.de/

Da sollten auch die Kegs und / oder Adapter zu erhalten sein...
Inverse Julia function - "orbit" traces Julia set in two dimensions. z(0) = a point on the Julia Set boundary; z(n+1) = +- sqrt(z(n) - c)

"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden." Oliver Hassencamp


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Beitrag von Uwe12 » 24 September 2010 23:13

Ja, von Candirect habe ich meine Kegs auch her.
Allerdings liefern die ziemlich langsam.
Aber von der Menge her sind solche Behälter schon günstig.

Eine Alternative wären vielleicht auch Syphons.
Habe unlängst bei Vierka eine 3l-Palla (unter "Kugelsyphon") bestellt. Sehr urig und kam ruckzuck in 2 Tagen. Die haben auch einen mächtigen 5l-Syphon, den ich mich aber nicht getraut habe zu kaufen. ;)

Die Sachen gibts für ähnliches Geld auch bei Hellmann24.

Aus diesen "Flaschen" schenke ich ganz normal aus, wobei ich mehrere 2l-Syphons habe, sowas kann man ohne Geschmackseinbuße in einer Woche leertrinken, auch wenn da Luft ans Bier kommt (kühl gelagert).
...diesen Pumpzapfer für Syphons kann man vergessen, man zapft nur Schaum damit, ins Glas ausgießen ist besser.

5l-Partyfässchen wären auch eine Möglichkeit, braucht man aber halt ein Zapfbesteck. Wenn man sie gut sauber macht, kann man auch leergetrunkene Partyfässchen noch mal befüllen, falls Du evt. an sowas kurzfristig rankommst.

Uwe


Edit: die gläsernen Gärballons würde ich nicht als "Druckgefäße" benutzen. Ich habe mir jetzt meinen ersten dieser Art gekauft, da sind Luftblasen im Glas...
Das geringste Problem wäre die Sauerei, wenns so einen Ballon zerreißt und ich würde dann nicht in der Nähe sein wollen...

[Dieser Beitrag wurde am 24.09.2010 - 23:29 von Uwe12 aktualisiert]
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Beitrag von Fermenter » 04 Oktober 2010 19:53

Ich habe die 15l nun auf Bügelverschlussflaschen, Syphon und Schnapflaschen abgefüllt. Für mein zweites Vorhaben, werde ich mich dann etwas mehr vorbereiten ;)

Ich habe nach einer Woche Gärung das Bier geschlaucht und bei 11°C nochmals eine Woche gelagert. Nun steht es im Kühlschrank bei entsprechend kühlen Temperaturen- werde es dort so 4-5 Wochen lassen. Habe gestern aber schon einmal verkostet- der schweflige Gescmack ist so gut wie raus, ansonsten eben noch der typisch unreife Geschmack, CO2 stimmt soweit auch- ich glaube das wird ein solides Pils :D

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Beitrag von Fermenter » 05 November 2010 16:15

Oh bin ich begeistert gewesen- sehr fein schmeckendes Pils. Gleich mal durch den Analyser gejagt:
5,84% Alk.Volumen
13.32% Stammwürze
4.22% w.Extrakt
2.16% s.Extrakt
1.0040g/ml Dichte
83.93% s.Vergärungsgrad

Wird bald was neues gebraut- glaube ich ;)

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