Ägyptisches Bier

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patrick1828
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Ägyptisches Bier

Beitrag von patrick1828 » 27 August 2009 11:30

Hey Leute,

ich hab neulich aus Neugier dieses Rezept für das wohl älteste Bier der Welt gefunden:

Bier selber herzustellen ist vom Verfahren her recht einfach. Komplizierter sind die Beschaffung der Rohstoffe und die apparative Ausstattung, da man versuchen muß, mit minimalen Mitteln auszukommen - selbst auf genaue Temperaturkontrollen und auf das Filtrieren muss man verzichten. Wahrscheinlich haben die pharaonischen Ägypter ebenfalls ein einfaches Verfahren angewendet haben, um an ihr Bier zu kommen.
Man kann davon ausgehen, daß die Ägypter gleichzeitig gemälztes und ungemälztes Getreide verwendet haben und daß sie ihr Bier mit Früchten wie z.B. Datteln geschmacklich aufgewertet haben. Das Getreide kann man von einer Mälzerei beziehen, die Hefe von einer Brauerei und die Datteln kann man im Handel kaufen.


Die Zutaten:

* Dattelsaft
* Gerstenmalz
* Brauweizen
* obergärige Hefe
* Wasser

Das Rezept:

500 Gramm Datteln entsteinen, pürieren und mit einem Liter Wasser versetzen.
Dann mit der Hefe beimpfen und bei Zimmertemperatur 2 bis 3 Tage angären lassen.

1 Kilogramm Gerstenmalz und 500 Gramm Weizen mahlen, in ein Liter Wasser einrühren und zu einem Brotteig verrühren. Den Teig in eine Kasten-Backform füllen und bei mittlerer Temperatur 3 Stunden backen.
Der Teig darf nicht ganz durchbacken, sondern soll im Inneren des Brotlaibs plastisch bleiben.

In einem 10 Liter-Gärgefäß wird das Braubrot nun mit vier Litern Wasser eingeweicht (von dieser Würze einen halben Liter kochen und dann zurückstellen). Anschließend gibt man den gärenden Dattelsaft hinzu. Das Ganze bei Zimmertemperatur drei Tage gären lassen.

Das fertige Bier vorsichtig in Bügelflaschen umfüllen, die Flaschen mit dem Würzerest auffüllen.Dies sorgt für eine sogenannte Flaschengärung und damit für eine Anreicherung von Kohlensäure.

Die Flaschen kühl lagern.

Das Ergebnis schmeckt für ein Bier ungewohnt fruchtig (fast weinartig).
Der Kohlensäuregehalt und die Schaumbildung sind etwas unbefriedigend.


Das Bierrezept wurde der HP der Sendung Quarks & Co. (von 1996, nicht mehr oline verfügbar) entnommen. Nähere Informationen zum nachbrauen ägyptischen Bieres findet man bei:
Bach, Axel
In: Die Pharaonen und ihr Bier - ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt
Naturwissenschaften im Unterricht - Chemie 9(1998), Nr. 43, S.43-46

Der Originallink:

www.aegyptologie.com/forum/cgi-b … 0912154955


Glaubt ihr da könnte was trinkbares bei rauskommen? Was haltet ihr von diesem einfachen Rezept als "Einstieg" ins Bierbrauen?

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 August 2009 14:46

Probier es aus und berichte uns davon ?-|
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Beitrag von volk73 » 27 August 2009 17:14

klingt für irgendwie vertraut: "Met nach original Rezept"

Nix gegen die Ägypter und deren damaliges Wissen, war sicher eines der Besten seiner Zeit. Dennoch sind die Erkenntnisse Heute doch weitervorangeschritten und auch die Möglichkeiten diese, mit vertretbaren Kosten, umzusetzen.

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das was vor 2000 Jahren als Gutes Stöffchen gefragt war heut noch jemand hinterm Ofen vor lockt.

Auf Deinen Erfahrungs- und Geschmacksbericht bin ich jedenfalls jetzt schon gespannt.
Inverse Julia function - "orbit" traces Julia set in two dimensions. z(0) = a point on the Julia Set boundary; z(n+1) = +- sqrt(z(n) - c)

"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden." Oliver Hassencamp


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Beitrag von patrick1828 » 27 August 2009 22:02

Da bald meine Lieferung an Gärballons kommt und ich derzeit die 10L-Ballons nicht brauche, werd ich es natürlich ausprobieren.

Mal sehen ob die alten Ägypter heutigen Hobbybrauern gleichziehen können ;)

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 August 2009 22:04

Wie gesagt, berichte davon.
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Beitrag von patrick1828 » 27 August 2009 22:48

Eins Wundert mich bei dem Rezept:
Wie kommt man die Frucht- und Brotstücke raus? Entweder, ich kapier was nicht oder das Rezept ist nicht ganz richtig.

Vielleicht könnte mir ein Brauer helfen (Bier ist für mich Neuland).

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 August 2009 22:59

Ich gehe davon aus das der Zucker zunächst vollständig vergoren wird, dann wird sich der Schlunz absetzen und man kann den Überstand abnehmen. Dieser wird dann mit Würzerest versetzt für die Flaschengärung (dabei bitte nicht zu viel nehmen, sonst gibt das kleine Bomben :schlecht: )
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Beitrag von patrick1828 » 27 August 2009 23:03

So, vielen Dank, jetzt kann ich auch das ganze Rezept nachvollziehen :D

Ich meld mich dann nach dem Testen des Biers ;)

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were
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Beitrag von were » 28 August 2009 21:07

Erinnert irgendwie an Kwass :schlecht:

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Beitrag von patrick1828 » 31 August 2009 19:07

Wo bekomm ich denn Gerstenmalz und Brauweizen her?

Malz finde ich nur als Malz für verschiedene Biersorten, z.B. Pilsner Malz, Weizenmalz etc.
Ich hab aber gelesen, das sind nur Unterarten des Gerstenmalzes, kann ich also theoretisch jedes dieser sorten benutzen?

Brauweizen hab ich aber noch nirgends gesehen, finde ich auch in keinem Shop.

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Beitrag von Pantscher » 01 September 2009 10:51

Also normalerweise gibts genügend Anbieter bei denen man Malz sogar schon geschrotet in 5 Kg Säcken haben kann.
Pilsner Malz ist dass hellste Gerstenmalz, Wiener Malz ist schon Dunkler, Münchner Malz ist das dunkelste, abgesehen natürlich von Malz Für Dunkles Bier und Spezialmalz. Du kannst also von den ersten drei, die ich genannt hab, nehemen was du willst 8-)
Ach ja Weizenmalz ist natürlich aus Weizen, und wenn du Gerstenmalz willst ist das eher nicht geeignet :D Denn Weizenmalz ist keine Unterordnung des Gerstenmalzes.


Brauweizen wird wahrscheinlich der für die Vermälzung bestimmte Weizen sein. Alles Getreide dass vermälz und zu Bier werden soll, sollte möglichst wenig Eiweis haben. Zumindest bei der profesioneller Bierherstellung, das kann aber dem Laien wurst sein. Anstelle von Brauweizen würde ich also einfach Weizen aust dem nächsten Bioladen nehmen.

[Dieser Beitrag wurde am 01.09.2009 - 10:54 von Pantscher aktualisiert]

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Beitrag von Uwe12 » 01 September 2009 23:13

Hallo Patrick!

Das Forenmitglied "Duplex" hat sich mit der Problematik schon mal befaßt, ich weiß nicht, ob er hier noch aktiv ist.
Ich habe mal gelesen, daß die Brotstückchen drin geblieben sein sollen, man benutze eine Art "Strohhalme" zum "Genuß". ;)

Am günstigsten wirst Du so kleine Mengen Gerstenmalz in einer örtlichen Brauerei bekommen können - nett fragen, deren Bier loben! ;)
Ich weiß aber nicht, ob die ollen Ägypter bereits Getreide vermälzt haben.
Falls doch, steht am Ende des Mälzens üblich das Abdarren. Damals mag man die erforderlichen Temperaturen nicht exakt eingehalten haben können.
Insofern würde ich vielleicht versuchen "Wiener" (mittelhell) oder gar "Münchner" (dunkel) Malz zu bekommen, die sind bei höherer Temperatur gedarrt, als das 0815-Pilsener (hellste Sorte), käme einem Original vielleicht näher.
Eine Priese Rauchmalz und Farbmalz wäre dann die Krönung, quasi etwas angekokeltes Malz! :)

Og. Forum hat auch eine Mitgliedskarte, vielleicht ist ein Hobbybrauer in Deiner Nähe, der Dir ein Kilo aus seinem Vorrat (gegen kleines Geld) abgeben kann.
Falls Du aus "meiner" Gegend (Aschaffenburg) kommst, kannst Du gerne was für "umme" haben! :)
...gab hier doch auch mal 'ne Mitgliedskarte, aber die Links auf der ersten und letzten Seite sind auch schon tot! :twisted:

Da im Rezept von "Brauweizen" die Rede ist, könnte es sich auch um "Rohfrucht", also "normalen" (unvermälzten) Weizen handeln.
Sowas bekommst Du als Kilopaket im Bioladen oder z.B. bei dm. Wenn Du es "authentischer" machen willst, wählst Du Dinkel, die ursprünglichere Form des heutigen Weizens.
Ach ja, das Zeugs müßte dann ja noch geschrotet werden, vielleicht hast Du einen Bioladen, der das anbietet in Deiner Nähe.
Andererseits tät's vielleicht schon profanes Weizenmehl für den Teig. ;)

Viel Erfolg!
Uwe
Biopiraterie? Ja, das sind kriminelle Seefahrer, die sich aber gesund ernähren! (Piet Klocke)

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