Johannisbeere 2016

Igzorn
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Johannisbeere 2016

Beitrag von Igzorn » 20 Juli 2016 19:47

Die Johannisbeeren sind reif. Ich musste bei meinen Nachbarn und bei Freunden zuschlagen und bin auf 7 kg Maische gekommen. Das wurde bisher mit Schwefel, Pektinase und 250g Zucker bestückt. Das ganze gährt seit Montag bzw. Dienstag. Einen Teil kam in einer zweiten Charge. Da die Früchte vollkommen überraschend zu mir kamen, konnte ich keinen Gärstarter ansetzen. Also Trockenhefe und beten. Hat gut funktioniert. In meinem kleinen Gäreimer tat sich derart viel, dass meine Katzen nicht mehr in die Küche wollten.

Ich möchte die Maische am Freitag pressen und schleudern. Jetzt zwei Fragen:

Ist in den Kernen von Johannisbeere auch Blausäure? Mein Tip wäre ein klares Nein. Wenn ich mich da irre, muss ich Asap ab pressen.

Und zweitens:
Sollte man direkt vor dem pressen Schwefel? Hier wäre meine Vermutung: ja
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Kuli
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Kuli » 20 Juli 2016 20:14

Du möchtest doch eine Maischegärung durchführen dann laß die Maische ca. 8Tage im Gärbottich und geschwefelt wird immer nach der Gärung.
Vielleicht guckst Du dir nochmal das Rezept für Johannisbeerwein auf der HP an ;)
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Metinchen
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Metinchen » 20 Juli 2016 21:43

Und gerade bei Johannisbeeren ganz wichtig; Nach dem abmaischen das Säure messen und einstellen nicht vergessen. Auch ich war in diesem Jahr erstaunt mit wie wenig Beeren man sooo viel Wein machen kann
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von 420 » 20 Juli 2016 21:48

Schwefel ist für die Gärung suboptimal. Deshalb wird, wie Kuli schon schrieb, erst am Ende der Gärung geschefelt.

Blausäure. Bei Aroniabeeren ist etwas Blausäure vorhanden, so mein Wissensstand. Der ist aber verschwindend klein und nicht mit Steinobst zu vergleichen. So gehe ich davon aus, dass unsere Beeren (Johannis-, Josta-, Aronia-, Heidel-, Him und Brombeeren usw.) ohne Probleme auch in größeren Mengen verzehrt werden können. Also Entwarnung.

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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von JasonOgg » 21 Juli 2016 07:24

Metinchen hat geschrieben:Und gerade bei Johannisbeeren ganz wichtig; Nach dem abmaischen das Säure messen und einstellen nicht vergessen. Auch ich war in diesem Jahr erstaunt mit wie wenig Beeren man sooo viel Wein machen kann
Glaub Metinchen, die kann sehr leckeren Wein aus Jobeeren machen. :clap:

Schau in die Rezepte auf der Homepage für Mengenangaben. Zucker hört sich bei dir sehr knapp an.

Bei mir reichten dieses Jahr 5kg schwarze mit 2,5kg roten für 25l. Dieses Jahr waren sie bei mir nur 1+3 Tage(*) auf der Maische bevor ich abgepresst habe. Das reicht um das Antigel wirken zu lassen und ausreichend Farbe zu lösen um die Säuremessung zu erschweren.

(*) Ich habe einen Teil der Ernte erst einmal eingefroren, da ich die 7,5kg nicht an einem Tag ernten und abzupfen konnte. Also morgens die Hälfte aus der Truhe geholt, die restlichen frischen abends mit 2kg Zucker dazu, soweit es ging kleingestampft und schon mal Antigel dazu(**). Am nächsten Morgen nochmal kleingestampft, Hefenährsalz dazu, auf 20l aufgefüllt ind Hefe beigegeben, weil es jetzt eine bessere Temperatur hatte. Das war der erste Tag. Nach drei Tagen wurde abgepresst und auf 25l gestreckt, als Säureziel habe ich 8g genommen. Vor dem Verdünnen waren es schon 9% Alkohol, Natheas Uvaferm geht ab wie Nachbars Lumpi :D

(**) Antigel wirkt besser/schneller, wenn es warm ist, aber dabei zerfällt es auch schneller. Also kommt es bei mir bereits dann dazu, wenn das ganze ausreichend aufgetaut bzw rührbar ist und kann halt länger wirken.
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Igzorn » 22 Juli 2016 14:13

Also danke für die vielen Tips und Beruhigungen.
Ich habe mehr Zucker (500g) über die letzten Tage dazugegen und es sind jetzt 4 BPM.
Die Maische wird zwei mal am Tag gerührt und morgen wird abgepresst. Mit dem Zucker war ich sparsam, weil ich einen Alkoholgehalt von 11 % anstrebe.
Da ich in der Maischepampe aber nichts messen kann, war es mir nicht geheuer. Klar, Rezepte.... hmmm jaaaaaaa :pfeif: ich habe es gelesen und mache es im Prinzip so. Aber ich sehe es als ein kreatives Hobby

Der Plan ist morgen die Schleuder zu nehmen, für die Schleuderer die Daten zu notieren und dann meine Presse noch ein letztes Mal auf den Trester loszulassen. Wenn sich wie ich hoffe, keine nenneswerte Flüssigkeit mehr darin befindet, dann wandert sie in den Müll.

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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von 420 » 22 Juli 2016 15:30

Viel Erfolg dann und nicht vergessen den Trester beim 2. und 3. Schleudergang auflockern.
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Onza » 23 Juli 2016 10:19

Meine Erfahrung aus dem Ansatz Johannisbeeren von 2015:

Irgendwann kommt der bittere Geschmack der Kerne durch, also nicht zu lange auf der Maische stehen lassen.

Im letzten Jahr hatte ich (ohne jetzt in meinen Aufzeichnungen zu gucken) 8-10 Tage eine Maischegärung. In diesem Jahr nur 3-4 Tage.

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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Igzorn » 25 Juli 2016 18:00

Ich berichte mal weiter.
Am Samstag, also nach 6 Tagen habe ich jetzt die Maische abgepresst und geschleudert.

Die Daten habe ich notiert, leider hat alles über 5 kg Schätzcharakter, da ich eine Personen Waage nutzen musst. Drei Mal draufsteigen und Ergebnis anpassen.

Die Maische inkl Eimer wog über 7kg. Sagen wir mal für einfacheres Rechnen 7300g.
Nach dem Auswringen mit dem Handpressbeutel waren es 5600 ml, die ich vergessen habe zu wiegen. Sorry.
Dazu kamen 400 ml aus der Schleuder. Der Trester war schon sehr körnig und wog dann noch 1255g. Das Pressen mit der Spindelpresse brachte etwa 100 ml und der Trester wog hinterher 1137g

Rein gefühlsmäßig hat sich der Aufbau der Schleuder gelohnt. Es ist ja nur aus dem Keller holen, Beutel rein, zwei Minuten drehen, lockern zwei Minuten drehen und danach einmal mit dem Gartenschlauch drüber.

Bei der Presse sieht es ganz anders aus. Da scheint der Wirkungsgrad besser zu sein, aber der Aufwand ist ein viel Höher. Ich habe vermutlich nochmal 200 ml Schweiß zugesetzt und 10 Minuten gearbeitet. Zusätzlich dauert das trocknen des Holzes und ich muss die Spindel fetten.

Ich werde sie nach der Apfelsaison verkaufen, sofern das Ergebnis der Schleuder mich dort überzeugt.

Nun noch zu einem anderen Thema. Säure in meinem dunklen Johannisbeeren. Hier kommt es:
38g/l ! Es scheint laut Rezept normal zu sein, dass viel Säure dabei ist, deswegen auch die starke Verdünnung. Aber ich konnte es nicht glauben. Ich habe 4 Messungen gemacht. Am Ende ging mir fast die Blaulauge aus.

Naja, was mache ich jetzt?

Einfach solange Wasser zugeben, bis die Säure im Rahmen ist? Der Geschmack geht dabei natürlich flöten.
Ich habe das mit 100 ausprobiert und er ist nur noch ein Abklatsch seiner selbst. Die Doppelsalzfällung wird hier ja nur bedingt empfohlen. Oder ich lasse ihn bis zum nächsten Jahr stehen und verdünne ihn mit frischem Saft :d
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Juli 2016 20:40

Doppelsalzfällung fällt wegen eines unbekannten Anteils Zitronensäure ohnehin aus. Ich meine mich sogar zu erinnern dass Johannisbeeren hauptsächlich Zitronensäure enthalten.

Da bleibt dir leider nur die Verdünnung oder der Angriff auf die Magenschleimhäute.
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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Bahnwein » 25 Juli 2016 21:56

Wie wäre denn ein Verschnitt oder Kombination mit extrem säurearmer Frucht, Banane zum Beispiel. Hat das schon jemand ausprobiert in dieser Kombination?

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Re: Johannisbeere 2016

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Juli 2016 22:42

Ja, das ist eine Möglichkeit. Jetzt wo du es sagst meine ich dass Johannisbeere-Banane schon mal (mindestens) als Idee herumgeisterte, im Moment kann ich es aber nicht mehr finden.
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