Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Kleine Helfer erleichtern die Arbeit
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Husky110
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Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Husky110 »

Hey Leute,

Wenn man sich das Software-Subforum mal so anschaut, dann wird es... Naja... Dünn...
Es gibt ein paar Apps, eine Idee einer Laufkarte für die Weine und dann kommt erstmal ne Weile nichts. Und wenn ich "Weile" sage, meine ich Jahre. Die Laufkarte ist ein netter Ansatz und ich hab auch schon gelesen, dass es Ansätze gibt eigene, kleine Datenbanken aufzusetzen, aber die scheinen mir nichts halbes, nichts ganzes und auch nichts öffentliches zu sein.
Ich selbst hab das Hobby angefangen mit einer Excel-Tabelle. Da pack ich das Rezept rein und dann dokumentiere ich drunter den Ansatz. Aber selbst das ist eigentlich uncool, sobald es langfristig wird. Wenn ich mit meinen Ansätzen experimentiere und dann später wieder ein Rezept suche, heißt es Ansätze durchblättern und bei einer Hochrechnung von etwa 8 Ansätzen pro Monat die ich machen kann und 6 Monaten in denen ich das machen kann, kommen wir bei 48 Tabellenblättern raus... Auch doof.
Also hab ich ein Freizeitprojekt angefangen... Für eine Webanwendung für Weinmacher. Das Ding ist noch in der Mache und wenn ich das mal eines Tages online stelle mach ich dazu einen eigenen Thread auf. Hier geht's erstmal nur darum, dass mir während der Entwicklung ein paar Dinge auffallen wo ich selbst noch unsicher bin und hoffe das ihr mir mit eurem Wissen etwas helfen könnt.
Falls es irgendjemand interessiert, hier schon mal 2 Screenshots (das sind noch Entwicklungswerte, die müssen noch keinen Sinn ergeben... ;) ):
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Und auch gleich meine erste Frage:
Wenn man den Wein schwefelt, wird generell eine Dosierung von 1g Kaliumdisulfit pro 10l Wein angegeben. Gibt es allgemeine Konstellationen in denen sich dieser Wert ändert? Also ich meine jetzt außerhalb der individuellen Ansätze. Gibt es "Rezepte" in denen man mehr oder weniger Kalidumdisulfit nutzt? Was man im eigenen Ansatz treibt ist jedem selbst überlassen, es geht wirklich nur um das Rezept an sich.

Edit: Ich beziehe mich in meiner Frage auf die erste Schwefelung und die Abfüllung! Dort schwefelt man ja eigentlich "nur".

Grüße
willkomm2000
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von willkomm2000 »

Husky110 hat geschrieben: 11 Juli 2021 10:38 Hey Leute,


Und auch gleich meine erste Frage:
Wenn man den Wein schwefelt, wird generell eine Dosierung von 1g Kaliumdisulfit pro 10l Wein angegeben. Gibt es allgemeine Konstellationen in denen sich dieser Wert ändert? Also ich meine jetzt außerhalb der individuellen Ansätze. Gibt es "Rezepte" in denen man mehr oder weniger Kalidumdisulfit nutzt? Was man im eigenen Ansatz treibt ist jedem selbst überlassen, es geht wirklich nur um das Rezept an sich.

Edit: Ich beziehe mich in meiner Frage auf die erste Schwefelung und die Abfüllung! Dort schwefelt man ja eigentlich "nur".

Grüße
hallo husky110,
da bin ich mal auf deine fleissarbeit gespannt, werde das natürlich verfolgen..
zu deiner frage: werden bestimmt noch einige expertInnen dir hier antworten.

zusammengefasst mach ich mal folgenden antwortversuch... das schwefeln mit 2 oder 3 mal 1 g pro 10 liter wein ist eher so eine faustformel, wenn man sich, wie die meisten hier wohl ein genaues nachmessen ersparen will - um dann ggf. die exakte gewünschte/benötigte menge .schwefel hinzuzufügen.

ist hierhttps://fruchtweinkeller.de/anleitungen ... -analytik/ auf der homepage ansatzweise beschrieben, im forum findest du da diverse diskussionen dazu....

diese erklärung hier finde ich für den einstieg ganz hilfreich https://www.wein-selber-herstellen.de/w ... anleitung/..

gruß aus ostwestfalen
klaus
Husky110
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Husky110 »

willkomm2000 hat geschrieben: 11 Juli 2021 16:44 da bin ich mal auf deine fleissarbeit gespannt, werde das natürlich verfolgen..
Danke! Bin bis jetzt schon bei einer recht "annehmbaren" Rezeptdatenbank angekommen. :)
Husky110 hat geschrieben: 11 Juli 2021 10:38 zusammengefasst mach ich mal folgenden antwortversuch... das schwefeln mit 2 oder 3 mal 1 g pro 10 liter wein ist eher so eine faustformel, wenn man sich, wie die meisten hier wohl ein genaues nachmessen ersparen will - um dann ggf. die exakte gewünschte/benötigte menge .schwefel hinzuzufügen.
Hmm - danke für das Feedback. Ich hab mir auch deine Erklärungen angeschaut. Problem dran - die sind gut, aber bringen mir bei meinem Problem nur recht wenig. Eventuell hab ich mich da auch doof ausgedrückt. Deswegen nochmal der DeepDive hier:

Ich hab die Rezepte in Phasen unterteilt. Nun gibt es bei einigen Phasen dann Zutaten die eigentlich IMMER vorkommen. Namentlich Antigel (okay, hier vielleicht nicht IMMER, aber meistens...) und Hefenährsalz. Die Zutaten hab ich dann "statische Zutaten" genannt und ich überlege halt ob Kaliumdisulfit auch so eine "statische Zutat" ist, halt auf den Phasen "Erste Schwefelung und Ruhephase" und "Abfüllung". Wobei man hier allerdings (im Gegensatz zu Antigel und Hefenährsalz) eventuell sogar eine Abkürzung nehmen kann und die pauschal bei jedem Rezept an den beiden Stellen mit 1g pro 10l angeben kann. Da war halt eher die Frage ob die Annahme so stimmt oder ob es da Sonderfälle gibt die ich einfach nicht kenne. Also wäre die Frage korrekt: "Stimmt es, dass bei JEDEM WEINANSATZ mit EGAL WELCHER GRUNDLAGE in der ersten Schwefelung und bei Abfüllung die Empfehlung 'setze 1g/10l Wein hinzu' aussprechen kann oder gibt es Ansätze wo das Unsinn wäre?"
Aber so wie ich das bis jetzt sehe, macht das Sinn, denn 1.) kann man Empfehlungen ignorieren ;) und 2. hat jede Phase ein Notizfeld, wenn ich also ein Rezept aufbaue bei dem die Empfehlung ignoriert werden bzw. angepasst werden soll, kann ich das ins Notizfeld packen.
(Wer übrigens hier gerade raus gelesen hat, dass man Rezepte einbauen und dann mit Freunden teilen kann, hat richtig gelesen... ;) Sogar mit Freunden die die App nicht mal nutzen... :) )
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Der Hobbywinzer wird seinen Wein immer pauschal schwefeln weil wir das vorhandene SO2 bei den meisten Fruchtweinen schlicht nicht ohne weiteres messen können.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it.
(Brandolini's law)

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Rako64
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Rako64 »

Husky110 hat geschrieben: 11 Juli 2021 10:38 Die Laufkarte ist ein netter Ansatz und ich hab auch schon gelesen, dass es Ansätze gibt eigene, kleine Datenbanken aufzusetzen, aber die scheinen mir nichts halbes, nichts ganzes und auch nichts öffentliches zu sein.
Ich selbst hab das Hobby angefangen mit einer Excel-Tabelle. Da pack ich das Rezept rein und dann dokumentiere ich drunter den Ansatz. Aber selbst das ist eigentlich uncool, sobald es langfristig wird. Wenn ich mit meinen Ansätzen experimentiere und dann später wieder ein Rezept suche, heißt es Ansätze durchblättern und bei einer Hochrechnung von etwa 8 Ansätzen pro Monat die ich machen kann und 6 Monaten in denen ich das machen kann, kommen wir bei 48 Tabellenblättern raus... Auch doof.
Also hab ich ein Freizeitprojekt angefangen... Für eine Webanwendung für Weinmacher. Das Ding ist noch in der Mache und wenn ich das mal eines Tages online stelle mach ich dazu einen eigenen Thread auf.
Hallo Husky,

Deine Idee, eine App zu erstellen, finde ich toll. Ich persönlich arbeite mit Access. Und wenn ich die Datenbank nicht veröffentliche, dann, weil ich 1. sie nicht für ausgereift genug halte, 2. ich ein sau miserabler Designer bin. Ich überlade gerne Fenster mit Informationen.

Was mich aber reizen würde, eine Zusammenarbeit. Seit August letzten Jahres habe ich nach einem neuen Lösungsweg gesucht, wie ich Dichte-Tabellen anders formulieren kann. Im Januar diesen Jahres entstand ein Prototyp einer Excel-Anwendung, die in 2 Stunden das erledigt, wo ich noch vor 2 Jahren 3 Wochen benötigte. Und besser noch, der Anwender muß eigentlich nur den Vorschlägen folgen. Selbst das ließe sich automatisieren. Dieser Prototyp ist zwar noch nicht perfekt, aber schon mal zwischenzeitlich verbessert worden. Zwar mag ich jüngst einen Programmierer an der Hand haben, aber er mag auch kein Design, und er ist kein Winzer. Ihm wird wahrscheinlich das Herz fehlen. Heute aber bin ich soweit, diese Excel-Anwendung so zu veröffentlichen, dass nicht ungebeten Dritte meine Freizeit-Arbeit als ihr Projekt verkaufen können. Nur Mathe-Spezialisten könnten, aufgrund meiner losen Zunge, meine Idee reproduzieren. Eine solche Formel-Erstellungs-App sollte die Wissenschaft revolutionieren. Und sie ist der Vorspann zum besserem Verständnis, was sich bei der Gärung Dichte mäßig vom Most zum Weine abspielt.

Im Herbst werde ich meine neuen Formeln testen können. Die Wechselwirkungen von Wasser zu Zucker, Alkohol, Glycerin und Kochsalz sind bereits formuliert. Die Wechselwirkung von Alkohol, Glycerin und Kochsalz, im gelösten Zustand, zueinander wird noch formuliert werden müssen. Ferner formuliert werden müssen ja noch die Säuren und sonstige Zusätze. Im Frühjahr diesen Jahres kontaktierte ich die Stelle, von der ich die Messreihen entnahm. Bisher keine Antwort. Denn eigentlich müssen sämtliche aufbauenden Messreihen genau dem Versuchsaufbau entsprechen, wie alle anderen Messreihen entstanden. Am besten der selbe Ort, die selben Messinstrumente, die selbe Person. Das alles wird nicht der Fall sein. Folglich wird es Sinn machen, dass sich jeder selbst, seine eigenen Formeln erstellen muss. Der Hintergrund liegt einfach daran, dass wir nur einmal unsere Instrumente "eichen" können. Genauer, eichen wir das Gespann von Instrument und Anwender. Wir eichen aber auch den Versuchsablauf. Da hat jeder seine eigenen Methoden und entsprechende Fehlerquellen. Die aber wendet er auch an, wenn er an seinem kostbaren Schatz geht. Dem Wein. Kurz um, ich bin guter Dinge, mit meinen herbstlichen Messungen zwar mir zu helfen, jedoch für niemanden sonst genauere Formulierungen liefern zu können. Dazu sind wir viel zu individuell.

Ich hoffe, ein klein wenig Interesse geweckt zu haben, meine Projekte intensiver zu verfolgen. Wie gesagt, ich werde immer grundsätzlich am Design scheitern. Da freue ich mich auf jede Hilfe. Und natürlich auch auf Betrachtungsweisen. Mein abschließendes Ziel ist es auch, etwas vorzulegen, was irgendwie alles berücksichtigt. Jedes Meßinstrument, jede Theorie.

Herzliche Grüße, Ralf
Husky110
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Husky110 »

Hallo Ralf,

Ich glaube du arbeitest da weitaus tiefer und raffinierter als ich es tue. :)
Meine Idee ist in der Hauptsache eher eine Unterstützung, denn so wie ich das sehe ist die Weinmachercommunity im Allgemeinen eher vom älteren Kaliber, auch wenn es Nachwuchs zu geben scheint. Ich möchte halt eher den Leuten ein Werkzeug an die Hand geben, dass möglichst wenig invasiv arbeitet, aber ein paar wenige Konventionen vorgibt, welche die Arbeit erleichtern. So wie ich dich verstehe, versuchst du dich an einer Optimierung und versuchst die Kontrollmöglichkeiten maximal auszunutzen. Mein Anliegen ist eher "Wie bekomm ich Opas Rezeptbuch so digitalisiert, dass Opa mit der digitalen Version auch noch weiterhin seine Ansätze machen kann.". :)
Natürlich können wir gern Ideen austauschen und mein Projekt wird zwar nicht Open Source, aber naja - durch die Nutzung sieht man ja was ich treibe... :)

Grüße

P.S.: Für die anderen: Das Projekt läuft noch - ich komm halt nur eben nur am Wochenende zum entwickeln...
Rako64
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Re: Neuer Versuch und die Bitte um Hilfe.

Beitrag von Rako64 »

Hallo Husky,

"Opas Weinbuch". So fing es auch bei mir an. :)

Ich glaube aber nicht, dass ich deswegen weiter bin. Schon gar nicht, weil ein Vorschlag, ob auf Papier oder App, vertrauenswürdig sein muss. Das hängt wiederum davon ab, ob der Nutzer dem Schreiberling folgen kann. Und auch nicht ohne ist, dass der Schreiberling seinen eigenen Gedanken trauen muss. Und auch da bin ich noch weit entfernt.

Einzig, die Formelerstellung. Die habe ich zeitgleich den Mathematikern vorgestellt. Einer kannte sich sehr gut mit der Problematik aus. Nach jeglicher Kritik und meinen Antworten, konnte er nur noch die Daumen heben. Das Ding kann feiner Messreihen wiedergeben, als sie eigentlich muss. Denn die Analyse erkennt auch das "Rauschen".

In den letzten Tagen kam mir die Idee, dass Access, wie Java-Script, Objekt bezogen betrachtet. Alle Online-Programme, sprich Apps, werden wahrscheinlich auch so funktionieren. Daher wäre es für jeden Programmierer einfacher, eine Access-Datei in eine App zu wandeln, als eine Excel-Datei. Und Access kann ich. Und da kann ich auch gleich jeglichen Unsinn heraus nehmen, dafür Flexibilität hinein setzen. Und stupide Abläufe des Nutzers auch gleich noch automatisieren.

Nach einer solch einfachen App, joa, darf man sich ruhig an etwas Umfangreicherem wagen. Und vieles ist noch garnicht umfassend beschrieben. Zum Beispiel der Piktingehalt von Früchten. Bei dem Großteil von "Opas" Früchten, darf gerätzelt werden. Und wie hat Opa seine Säurezugabe bestimmt? Ich, persönlich, lasse meine jüngsten Weine nur mit 4 g/l Säure laufen. Liege ich eine Zeit lang darunter, erhöht sie sich von selbst. Der Aktuelle um lediglich 0,4 g. Ein etwas Älterer auf 6 g/l. Aber, ich arbeite derzeit mit Säfte aus dem Handel. Für top Weine nicht zu empfehlen. Lediglich bei der Betrachtung vereinfachen sie, soweit den Etiketten vertraut werden kann.

Ich würde sagen, ich wandel mal die eine Datei in Access. Eine andere Access-Datei, zum Hände über den Kopf schlagen, kann ich bereits Dir senden. Sie ist der sprichwörtliche Versuch, Opas Rezepte, ohne Meßinstrumente, mit Meßinstrumente zu vereinen. Beides soll sie können. Der Refraktormeter fehlt lediglich als Meßinstrument. Das aber wäre eine spätere Sache. Der ist schlimmer, als eine Spindel. Zumindest, was das Verständnis angeht.

Deine Idee, dass ich mir umgekehrt, Deine Arbeit anschaue, ist gar nicht so verkehrt. Der Aufbau einer App ist mit entscheident, ob Sie Vertrauen erweckt. Sie darf nicht zu kompliziert wirken. Ich wette, Du wirst viele Fragen zu meinen Kreationen haben. Wie gesagt, jede Ansicht zu geschustert, mit Informationen. Wo selbst ich mich manchmal fragen muss, was habe ich da damals ermitteln lassen. Sowas geht auf keinen Fall!

Ich melde mich ;)
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