2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

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JasonOgg
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2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von JasonOgg » 07 Juni 2017 08:33

Das Jahr ist schon fast halb rum, aber Wetter gibt es trotzdem. :D

Insbesondere wird langsam das Ausmaß der Mai-Fröste deutlich:
  • alle Jostabeeren abgefroren
  • Johannisbeeren - je nach Sorte - arg dezimiert
  • trotz übermäßiger Blüte keine einzige Mirabelle
  • vorgezogene Kürbisse, Gurken, Melonen haben halbtrockene Stengel vom Abhärten im Gewächshaus
  • keine Quitte am Baum zu entdecken
  • spätblühende Äpfel haben angesetzt, die frühen kaum
  • das erste Viertel der Erdbeerblüten wurde schwarz
  • Kirschen sollen dieses Jahr auch wieder ausfallen
Dazu kommt jetzt die Trockenheit. Zwar sind Sonne und Temperaturen im Moment gebremst, aber in unserem Regenloch fällt kaum Regen. Eigentlich muss ich täglich gießen. Die durstigen Vögel gehen schon an alles, was Farbe zeigt, also auch die ersten sich rötenden Jobeeren.

Und der Specht hat das Insektenhotel gnadenlos leergehackt.
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Igzorn
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Igzorn » 07 Juni 2017 08:53

Eine deprimierend Zusammenfassung :cry:
Bei uns im Norden wird es keine oder wenige Äpfel geben.

Boscop sieht nach einem Totalausfall aus.
Meine Jungäpfel sind gut angewachsen - aber keine Früchtesätze am Kingston Black und zwei am Morgan Sweet.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Nathea
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Nathea » 07 Juni 2017 12:20

So weit entfernt voneinander wohnen wir doch gar nicht, Jörg ;) und doch sind die Unterschiede gravierend:

- Jostabeeren sehen richtig gut aus und bekommen ganz langsam die erste Farbe
- Schwarzkirschen tragen reichlich
- Sauerkirschen arg dezimiert durch den Frost
- Rote Johannisbeeren so gut wie nicht vorhanden
- Aronia mit reichlich Behang
- Schwarze Johannisbeere sieht besser aus als die rote
- Äpfel gewohnt üppig, wachsen und gedeihen deutlich erkennbar
- Mirabelle im 2. Jahr hintereinander so gut wie keine Frucht zu sehen
- Erdbeeren (stehen nachlässigerweise dort, wo sie sind, schon im 3. Jahr) bringen Ertrag wie dumm und verrückt

Der Frost muss zumindest ansatzweise an uns vorbei gegangen sein.

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fibroin
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von fibroin » 07 Juni 2017 18:03

Der unglückliche Nachtfrost hat hier auch gewütet, aber die Johannisbeeren nicht geschädigt. Dafür aber die Blüten der Obstbäume. Jobeerwein wird es wohl geben, dafür andere Weine kaum.
Für die Imkerschaft ist der Ausfall der Obstblüte gravierend. Bisher haben nur wenige Völker es geschafft, genug Honig zum Schleudern zu liefern. Die Blüten im Frühjahr waren einfach zu gering. Als es dann blühte, war es zu kalt.
Weniger Obst, weniger Honig, weniger Wein. Wie soll das verkraftet werden?
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Bahnwein » 07 Juni 2017 20:18

Bei mir praktisch keine Äpfel, Zwetschgen und Kirschen. Die hat der Frost geholt.
Aber die Johannisbeeren ( schwarz und rot), Josta, Stachelbeeren hängen voll und von meiner wilden Pflaume gibt es auch was, die hat früh genug geblüht.
Honig werde ich nächstes Wochenende das erste mal dieses Jahr schleudern, sieht nicht sooo schlecht aus.

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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von 420 » 07 Juni 2017 22:41

Johannis- und Jostabeeren ok,

Kirschen - totalausfall - ist aber nicht schlimm, da es so oder so max. 2-3 kg hätten sein können.

Äpfel kann ich noch nicht genau sagen, ob die Fruchtstände noch abfallen. Auf jeden Fall weniger als letztes Jahr und sortenabhängig unterschiedlich. Ist aber nicht so schlimm, da ich dieses Jahr nicht wieder eine Tonne verarbeiten will. 500 kg für Saft, Wein und Essig reichen bequem für 2 Haushalte.

Quitten - so wie es aussieht weniger.

Aronia- und Mai- und Heidelbeere habe ich noch nicht nachgeschaut und bei den Brombeeren.... gemach, gemach

Und das auf den Höhenwegen vom Paderborner Land, wo Karl der Große schon bei uns verbeigeschaut hat.

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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von JasonOgg » 09 Juni 2017 07:22

So sehen meine Jostabeeren aus, ganz wenige Blüten sind etwas geworden. Alles vertrocknet:
Bild

Die schwarzen Jobeeren hat es auch aber nicht ganz so schlimm erwischt:
Bild

Die roten sind einigermaßen glimpflich davongekommen und werden schon rot. Bei den Äpfel hat der Boskoop m,ehr gelitten als der Ontario. Quitten habe ich keine entdecken können und die Aprikosensträcher sind erfroren.

Apfelbeeren und Zierapfel sehen gut aus.
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Fruchtwasser » 09 Juni 2017 08:42

Quitten sind bei mir keine.

Im Frühjahr zur Blüte war bei uns nochmal richtig Frost.

Ich hatte schon Bedenken, dass es keine Äpfel gibt. Gestern habe ich gesehen, dass zumindest der rote Boskoop gut trägt.

Liebe Grüße

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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Metinchen » 30 Juni 2017 09:44

Äpfel gibt es in diesem Jahr keine 5 Stück, da hatte es in die Blüte rein gefroren.
Johannisbeeren, weiße, rote und schwarze sind sehr zufriedenstellend in diesem Jahr.
Mein Kirschbaum hängt voll wie selten, aber es waren schon ca. 40% faul bevor sie richtig reif waren. Und alles ziemlich verwurmt :evil:.
Bei einzelnen höher gewachsenen Teilen des Baumes hielt sich das zum Glück in Grenzen, dort habe ich pflücken können und zumindest 20l ansetzten können. Leider auch noch nicht vollreif, aber ich hatte echt Angst das die mir innerhalb 2-3 Tage auch wegfaulen. Jetzt nach dem Regen ist tatsächlich alles faul, obwohl die Kirschen ihre "Endfarbe" und gewohnte Süße noch nicht erreicht haben. Das hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal, ein Wahnsinns Fruchtbehang, aber alles entweder verwurmt oder verschimmelt. Aber ich will nun mal nicht allzu laut klagen, im letzten Jahr ist mir die gesamte Kirschernte verhagelt und in diesem Jahr gibt es zumindest 20 l Kirschwein (evtl. etwas mehr, falls ich doch verdünnen muss).
In den nächsten Wochen sollte ich mal Fahrradfahren und gucken was Schlehe und wilde Brombeere so machen, aber ich fürchte die Früchte werden der Trockenheit zu Opfer gefallen sein.
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von JasonOgg » 30 Juni 2017 10:01

Jetzt wo man deutlich den Umfang der Ernte erkennen kann, muss ich sagen, dass es ausreichend schwarze und rote Johannisbeeren gibt.

Und da ich in der Truhe noch über 10kg rote Jobeeren entdeckt habe (schwarze nicht ganz so viele) kann ich sogar ohne großartig ernten zu müssen ausreichend Ansätze bekommen. Wer also zum Ernten kommen möchte ist herzlich eingeladen. Nur die weißen muss ich noch ernten, weil ich bisher einfach zu wenige mit einer Ernte bekomme.

Geschmacklich habe ich Ideen für den 5-Jahres-Jobeer-Plan sammeln können. Die rosa Johannisbeere scheint den Vögeln nicht so aufzufallen, geschmacklich zwischen weißer und roter einzuordnen.

Aber meine neue schwarze hat mich geschmacklich überrascht. Sie ist aromatisch wie die guten anderen, aber mit wenig Säure und viel Süße. Da könnte man noch welche setzen, aber nicht von Deaflora. Die haben zwar eine gute Auswahl, aber die Pflanzen waren ziemlich mickrig, in meinen Augen überteuert.

Das Wetter ist hier, kaum werden die Tage wieder kürzer, zwischen herbstlich und winterlich. Knapp 20°C soll es werden, morgen sogar nur 16°C, also eher März oder Ende Oktober. Zumindest brauch man nicht gießen, nur die Tomaten im Gewächshaus.
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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Pflaumen-august » 08 Juli 2017 09:24

bei mir in der Lausitz sieht es dieses Jahr seehr bescheiden aus...

Kirschen gab es kaum, bei den rote Johannisbeeren war die "Marmeladenmafia" schneller--Reste werden jetzt gepflückt und erstmal eingefroren, bei Äpfeln siehts auch schlecht aus... :roll:, Weintrauben sind recht üppig..

Ich hoffe und setze dieses Jahr auf Holunder und Schlehe, Honig bekomme ich sicher wieder zum guten Preis, ansonsten werden alle Kleinstmengen Früchte gesammelt und dann gemixt/gemaischt, damit wenigstens einige Ballons blubbern ;)

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Re: 2017 Naturbeobachtung und phänologischer Kalender

Beitrag von Igzorn » 08 Juli 2017 12:54

Ich habe gestern 1,5 kg Johannisbeeren geerntet. Aber nur reife Früchte. Die sind in die TK gewandert. Mal sehen, ob der Rest am Strauch noch reift. Aus dem Desaster vom letzten Jahr hab ich gelernt. :mrgreen:

Ansonsten hab ich noch einen "Wein" aus Mais und Malz angesetzt um das Ausbleiben der Früchte zu kompensieren. :pfeif:
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