Schlehen

Sammel- und Anbautipps
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Deusmyops
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Schlehen

Beitrag von Deusmyops » 05 Oktober 2012 10:53

Hi Leute,
über die Wintermonate möchte ich noch 3 Weine ansetzen: Butte, Quitte und Schlehe.

Schlehen sind etwas schwierig zu finden, jedenfalls die Früchte. Ein paar Standorte tragen jedenfalls. Dummerweise liegen die zum Teil an viel befahrenen Straßen. Macht das etwas aus?

Bei Quitten ist die Sache nicht so schwer, da ich einen Quittenbaum besitze. Die Verarbeitung ist hier eher das Problem. Ich habe natürlich die Verarbeitungsbeispiele im Forum gelesen, mir gefällt allerdings nicht, dass ich die Quitten vorher koche - in unserer Nähe ist eine Mosterei - diese pressen auch private Quitten kalt aus und lassen sich dann den Saft mit 60 ct. pro Liter zahlen. Die Besitzerin meinte zu mir, dass deren Ausbeute bei ca. 50 Prozent liege - dann aber kalt gepresst, reiner Quittensaft. Was denkt ihr hierüber?

Mit lieben Grüßen

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JasonOgg
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Beitrag von JasonOgg » 05 Oktober 2012 11:21

Hallo,

Schlehen brauchen noch mindestens eine ordentliche Frostnacht und dann ein bis zwei Wochen Zeit bevor sie gut geerntet werden können. Die ganzen Methoden um die Gerbstoffe zu reduzieren sind mir zu viel Arbeit und ... lassen wir das.

Alles was von der Straße auf die Schlehen kommt soll nicht wasserlöslich und damit problemlos abwaschbar sein. Anscheinend sind Gülle im Boden and unbefahrenen Feldern eher ein Problem.

Quitten habe ich bisher nur den Kochsaft verwendet. Falls Du das vorbereiten kannst, dann häcksle doch die Quitten und gib über nacht Antigel dazu. Das könnte die Saftausbeute erhöhen. Antigel kann zwar auch schnell wirken, braucht dann aber etwas Wärme. Das größere Problem ist aber wohl das kleinkriegen ;)
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Beitrag von fibroin » 05 Oktober 2012 11:29

Irgendwo in den Tiefen dieses Forums ist der kalt gepresste Quittensaft schon besprochen. Der schmeckt etwas scharf und aufdringlich und dies Schärfe bleibt im Wein erhalten. Mir schmeckt das nicht, Saft aus gekochten Quitten ist einfach gut der Wein schmeckt dann klasse.

Natürlich ist die Saftausbeute bei den gekochten Quitten anders. Immerhin benötigst du Wasser zum Kochen, in dem die Quittenviertel schwimmen. Dies Wasser ist im wesentlichen quittenaromatisiert. Aber das funktioniert. 8-)
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Deusmyops
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Beitrag von Deusmyops » 05 Oktober 2012 19:12

Hey Danke für die Antworten.

Das mit den Quittensaft gibt mir arg zu denken, ich dachte wirklich, die Methode wäre besser - aber mein Ziel ist ja ein wohlschmeckender Quittenwein. Könnte man denn den Saft nicht mit destilliertem Wasser mischen und vielleicht kurz auf 60 Grad erhitzen, um den gleichen Effekt zu erzielen - mein Gewinn dabei wäre natürlich, dass ich mir die leidige Schnippelei und Kocherei ersparen würde, ganz zu schweigen vom Abpressen mit dem Handpressbeutel?
Ich werde mal den älteren Beitrag über Quittensaft versuchen zu finden...

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Beitrag von Otto47 » 05 Oktober 2012 20:25

Voriges Jahr habe ich Zierquitten durch die Zentrifuge gejagt.
Das Resultat; der Saft schmeckt scharf der Wein ist nach verdünnen trinkbar.
Die Quitten vierteln und kochen.
Dadurch wird der Saft im Geschmack weicher.
Ich habe mir eine Presse geleistet um meine Knochen nicht mehr zu schinden.
Wer Arbeit kennt und danach rennt und sich nicht drückt der ist verrückt!
Bildunterschrift "die Piepenbrüder" Wandergesellen um 1905 (Großvater)


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Beitrag von Deusmyops » 22 Oktober 2012 23:07

Ich sage euch, was ein Ärger: Fahre ich doch gemütlich in die Stadt und komme an zwei, drei Stellen vorbei, die ich auf meinen Spaziergängen sorgfältig dokumentiert hatte - Früchte tragende Schlehen.
Und was sehen meine in dem Moment weit aufgerissenen Augen da - eine alte Frau, die gierig MEINE Schlehen achtlos von den Büschen reißt und in ihre Tüten stopft. Ich habe so gebrüllt im Auto, mit meiner Frau kläglich diskutiert - ich fand das eine bodenlose Frechheit - mensch, es gab hier vielleicht mal 3 Grad, aber sicher keinen Frost. Nicht, dass es nicht schon ärgerlich genug ist, dass die MEINE Schlehen aberntet, nein, sie tut es noch vor dem Frost. Ich war so enttäuscht, meine Güte, am liebsten hätte ich sie mit einem Hupkonzert und quietschenden Reifen verjagt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass meine anderen Stellen nicht auch von der Alten heimgesucht wurden, mit etwas Glück komm ich vielleicht auf einen Miniansatz dieses Jahr. Das musste ich hier nun einfach mal loswerden.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 Oktober 2012 23:17

Der frühe Vogel fängt den... äh, die Schlehe :(
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Beitrag von KommandeurMumm » 23 Oktober 2012 07:50

Mein Beileid :(
Dennoch: wenn es nicht dein Grundstück war...
Es gewinnt wohl der mit der unempfindlichsten Zunge. Die ältere Dame mag sich gedacht haben: ich schmecke eh nicht viel, hauptsache die Erste sein :|
Außerdem sieht man es jeden Freitag und Samstagmorgen in den Supermärkten: Deutschland sorgt ständig vor, es könnte ja am WE plötzlich wieder Krieg ausbrechen. Und dann ist es gut, wenn man den Keller voller Schlehen hat, auch ohne Frost...
"Der Mann, der den Berg abtrug, ist der gleiche, den man jahrelang kleine Steine tragen sah."
- Chinesische Weisheit

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Beitrag von Deusmyops » 23 Oktober 2012 12:03

@Fruchtweinkeller - sehr witzig :schlecht:

@Kommandomumm - hehe.. ja stimmt ja alles.. aber ich finde schon, wenn sie eh nichts mehr schmeckt, hat sie bei den Schlehen nix verloren.. ?-|

Naja, ich hoffe einfach auf andere Stellen, wird schon werden... jetzt sind eh erstmal die Quitten dran.

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Beitrag von JasonOgg » 24 Oktober 2012 16:55

Deusmyops hat geschrieben: wenn sie eh nichts mehr schmeckt, hat sie bei den Schlehen nix verloren..
Das Problem hatte ich auch einmal.

Die Betonung liegt auf einmal, denn im Jahr darauf hatte ich genug 8-)
Wahrscheinlich hat wieder jemand gemerkt, dass einfrieren nichts hilft.

Nutze schönes Wetter für Fahrradtouren, zwischen Feldern gibt es häufig noch Schlehenhecken als Erosionsschutz, wenn die nicht einer zusätzlichen Maisreihe weichen mussten.

Hier sieht es aber im großen und ganzen mau aus, kaum Schlehen. Aber so komme ich nicht in Versuchung meinen Keller noch voller zu machen :schlecht:

Edit sagt, hier gibt es noch viele Preiselbeeren, hat die mal jemand probiert?
Wahrscheinlich nicht, sondern höchstens beigemischt.

[Dieser Beitrag wurde am 24.10.2012 - 16:56 von JasonOgg aktualisiert]
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Beitrag von Josef » 24 Oktober 2012 23:09

Preiselbeeren habe ich ein mal probiert.
Na ja, geschmacklich nicht unbedingt einer der besten, aber trinkbar. Als Beimischung vielleicht besser als pur, müsste man mal probieren.
Das größte Problem war die Gärung selbst. Auf Grund eines Konservierungsstoffs in den Beeren sind sie überhaupt nicht gärfreudig. :(
Nach 4 Monaten hatte der Wein es gerade mal auf 3,5% geschafft. Dann einen Gärstarter angesetzt und den Wein dem frischen Gärstarter nach und nach zugegeben. Letztendlich gärte der Wein in 9 Monaten auf 8,5%. :( Hefe war Portwein.
Also wenn du einen Ballon lange genug frei hast, dann ran an die Preiselbeeren. 8-)

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Beitrag von fibroin » 24 Oktober 2012 23:32

Jason, kannst du nicht aus den Preisselbeeren Kompott kochen und den mit Rehrücken essen? Müsste auch gehen. :D
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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