Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

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Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 September 2012 22:17

Ich starte hier mal eine "Strichliste" mit der ich festhalten will wie viele gekaufte Weine irgendwie seltsam bis komisch schmecken und eventuell einen Weinfehler haben. Ich glaube nämlich dass da mehr im argen ist als man glaubt. Wer mag kann sich gerne anschließen, eine wirklich objektive statistische Analyse wird es sicher nicht werden.

Der aktuelle Anlass: Ein trocknener Bio-Cotes du Rhone vom Discounter. Ich weiß nicht genau wie und wann, aber irgendwie ist von dem mal eine Flasche in den Einkaufswagen gehüpft. Er hat mir ganz gut geschmeckt, deswegen sind zwei Flaschen nachgehüpft.

Problem bei Flasche zwei: Schwaches, aber deutliches Moussieren im Glas, unangenehmer Geruch, feine Aromen sind weg, eine etwas unangenehme, leicht seifig erscheinende Geschmacklosigkeit... nicht gerade das typische Wein-BlaBla, ich weiß ?-|

Jedenfalls: Nicht gerade ein Genuss. Habe gerade die dritte Flasche zum Vergleich geöffnet, und siehe da: Keine Kohlensäure, kräftiger Geschmack mit runden Tanninen, selbst die Farbe ist etwas dunkler. Flasche zwei hat mit Jörg telefoniert (übrigens kein Bodensatz weit und breit), Flasche drei wird genossen.

Ich tippe mal auf eine Milchsäuregärung in Flasche zwei. Schade um das Geld und um den Wein. Und vor zwei, drei Wochen hatte ich mal einen Dornfelder mit den gleichen Symptomen :(

[Dieser Beitrag wurde am 24.09.2012 - 22:18 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Beitrag von Professore » 24 September 2012 22:49

Nun, dafür war er Bio, da muss man halt andere Maßstäbe anlegen (Äpfel mit Schorf, Tomaten mit
Druckstellen, Wein mit Milchsäuregärung usw.) :P

Wir hatten mal bei einem Abendessen mit Freunden in einem nicht ganz billigen Restaurant einem Merlot
mit einem deutlichen Schwefel-Böckser. Ich war an dem Abend der Biertrinker, hatte also nicht die Ehre des
ersten Schlucks, sonst hätte ich reklamiert. Die GG wollte ihn dann doch nicht zurück gehen lassen.

Gruß

Jochen
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 September 2012 22:56

Oh je, Bio, das war eine nicht geplante Steilvorlage :D Aber ich denke aber nicht dass das Problem mit dem Silbchen "Bio" zusammenhängt, das Phänomen ist mir nicht neu und ich kaufe "Bio-Weine" nicht gezielt... also eher selten :shock:
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Beitrag von JasonOgg » 25 September 2012 08:29

FWK hat geschrieben:Flasche zwei hat mit Jörg telefoniert
8-)

Wenn Du mir das vor ein paar Wochen um meine dünnfelligen Ohren gehauen hättest, dann hätte ich Dir eine (Flaschen-)Bombe geschickt.

:D

Eigentlich erwarte ich aber von Massenprodukten eher mangelnde Qualität als gelegentliche Aussetzer. Schließlich muss das alles möglichst schnell und günstig über die Bühne gehen. Da hat man doch keinen Spielraum für Fehler.

Aber ganz ehrlich, seit ich gegen meine Vorräte antrinke habe ich sehr selten "normale" Weine im Glas.
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 September 2012 18:13

Ich hoffe, das Gespräch war informativ ?-|

Streiche "mit Jörg telefoniert", setzte "hat den Porzellanbus genommen" :D
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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Januar 2018 22:38

Jaja, nicht nur wir kämpfen mit Nachgärungen. Gestern hatte ich einen "Rotling" von einem kleinen Winzer, vor ein paar Jahren hatte ich mal zwei Flaschen als Naturalie erhalten. Flasche Nummer eins hatte ich nach Erhalt schnell verbraucht, die war auch unauffällig. Gestern musste Flasche zwei dran glauben. Und siehe da: Lustiges Prickeln im Glas, bei genauem Hinsehen auch ein verräterischer Bodensatz. Er hatte sogar noch ein wenig Restsüße und schmeckte, gut heruntergekühlt, gar nicht so schlecht. War halt eine Prickelbrause :) Der Hackfleischsoße, die einen guten Schluck abbekommen hat, war es auch egal :mrgreen:
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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Tompson » 17 Januar 2018 21:46

Nunja, sowas kennt wohl jeder.

Vor 12 Jahren erhielt ich eine Flasche Pinotin eines Winzers, der garantiert nicht Massenware herstellt. Der Name ist genauso wie beim Professore, nur mit "R" vornedran.
Diese Flasche entschied endgültig über die Anschaffung von knapp 30 Reben - ich war schlichtweg begeistert.

Auf unserer FWT ... 2011 oder 2012 ... hatte jemand als Tauschware einen ganzen Karton genau davon dabei. Er wollte viel von mir, ich griff gnadenlos zu :D
1. Flasche: Genuß
2. Flasche: (Nachfeier zum Schuleintritt vom Junior mit Nachbars) überdeutlicher schwefliger Böckser
3. Flasche: liegt noch im Keller, habe eben nachgeguckt, sollte mich mal trauen :hmm:

Edit: Oje, es heißt ja Kaufweine und nicht Tauschweine ... :oops:
Oak ne jechn!

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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Januar 2018 22:54

Richtig, Kaufweine :) Der Winzer war so gesehen wohl nicht ganz "klein", eher schon mittel :mrgreen:
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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Moneysac » 17 Januar 2018 23:37

Kohlensäure im Wein erlebe ich leider immer wieder. Bei Weißwein finde ich geht es ja noch aber bei Rotwein finde ich schon die geringste Menge Kohlensäure einfach nur widerlich. Meistens schüttle ich dann bis nicht mehr drinnen ist.

Bei uns im Baumarkt findet immer mal wieder eine Weinverkostung statt. Auch da hatte ich schon Kohlensäure bemerkt und den Händler freundlich darauf hingewiesen. Die Antwort war dann "Wie soll den da Kohlensäure hineinkommen? - Da kann doch gar nicht sein". Also nehme ich die Flasche, schüttle sie und eine 2 cm hohe Schaumkrone entsteht die auch nach der 5 min. Diskussion immer noch nicht zerfallen ist. :tsts: Selbstverständlich hat die Flasche auch wunderbar gezischt.

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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Januar 2018 00:11

Ist ein wenig traurig. Wenn es schon eine Weinverkostung gibt würde ich eigentlich erwarten, dass der Chefverkoster nicht nur das übliche Weingelaber beherrscht (darauf könnte ich sogar ganz verzichten), sondern dass er auch ein wenig Ahnung von der Herstellung und möglichen Weinfehlern hat.

Bei Weißweinen ist Kohlensäure uU erwünscht und wird auch extra zugegeben. Bei Rotweinen ist das ein no-go.
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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von NeoArmageddon » 18 Januar 2018 09:39

Da hab ich auch über einen Kaufwein zu berichten:

Im Feinkostsupermarkt um die Ecke ist mir ein roter Californischer Cuvee ins Auge gefallen, der mit Bio, Öko, vegan und ungeschwefelt geworben hat. Obwohl ich davon eigentlich nichts halte, hat mich die Neugier übermannt und ich hab eine Flasche mitgenommen (war auch nicht günstig).

Nunja: Flasche hat beim öffnen gezischt und ein deutlicher Aceton Geruch stieg mir in die Nase. Nach dem einschenken liegt eine recht blasse rote Flüssigkeit mit schwarzen Flocken im Glas. Ich dachte zuerst es wäre Weinstein, aber das kann es nicht gewesen sein, da es eher Sediment/Schlonz Charakter hatte.

Nachdem der Acetongeruch verflogen war, einen Schluck probiert und die Flasche ins Klo gekippt. Geschmack war wie zu erwarten eine Mischung aus Säure, Lösungsmittel und Wasser.

Nie wieder einen ungeschwefelten "Ökokaufwein" :tsts:

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Re: Die Strichliste- Seltsame Kaufweine

Beitrag von JasonOgg » 18 Januar 2018 13:26

Vergriffen? Es gibt bestimmt auch vegane Haushaltsreiniger :pfeif:
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