Orange Wines und Amphorenweine

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Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 28 Januar 2014 18:47

In einem anderen Forum bin ich zufälig über dieses Thema gestoßen!

Bei "Orange Wines" handelt es sich um Weißweine mit langer Maischegärung, die oxidativ, ähnlich wie Rotwein, ausgebaut werden. Sie sind zwar nicht wirklich orange, aber von der Farbe her eben intensiver als gewöhnliche Weißweine.

Amphorenweine, sind wie der Name schon sagt, Weine die nach antiker Tradition in im Boden vergrabenen Tonamphoren vergoren wurden.

Meistens werden beide Techniken zusammen angewandt, gepaart mit wilder Gärung, wenig Schwefel, viel Bio und Esoterik. Das Ergebnis gibt es dann für teures Geld zu kaufen:

http://www.werlitsch.com/Orange-Weine-u ... .15.0.html

Wenn auch allen Grundsätzen des Fruchtweinkelers widersprechend ;) frage ich mich, ob hier schon jemand Erfahrung mit solchen Weinen hat, oder gar schon selbst exzessive Maischegärung (wir reden hier von Monaten, nicht von Tagen!) bei Weißweinen angewendet hat oder gar einen Wein in einer Amphore vergoren hat!

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 Januar 2014 19:50

Du kannst dir ja bei ebay günstig eine Amphorenvase schießen und im Garten vergraben und in "Tradition" deines "1. Weißweinversuchs viewtopic.php?f=63&t=10530 eine "Testvase" starten.
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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 28 Januar 2014 21:09

Hab eine viel bessere Idee:

Habe irgendwo eine echte alte Amphore herumstehen. Fasst nicht mehr als 100ml, ist also ideal für meine Zwecke ;)

Spaß bei Seite: Habe mir von einem Bio-Weinmacher einmal sagen lassen, dass Amphore nicht gleich Amphore ist. Je nach Machart "schmeckt" die Amphore anders, und für den Weinausbau geeignete Amphoren bekommt man wohl nur noch in Georgien, wo es Amphorenwein bis heute noch gibt...

Allerdings denke ich, dass hinter dem Eingraben nicht viel mehr dahintersteckt, als eine konstante Temperatur zu erreichen (und das Produkt etwas spektakulärer zu vermarkten)

Was aber den maischevergorenen Weißwein betrifft: Auf diesen Versuch könnt ihr Euch schon mal gefasst machen! ;)

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 Januar 2014 21:25

Gibt es doch alles schon. Irgendwelche Hype-Winzer machen aus roten Trauben hellen Wein und umgekehrt.... ach nee, zumindest machen sie mit hellen Trauben eine Maischegärung. Kann man alles trinken, muss man aber nicht.
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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 28 Januar 2014 23:55

Kaltvergorenen Weißwein gibt es auch schon, das hindert mich aber trotzdem nicht daran, damit zu experimentieren ;)

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Januar 2014 00:29

Bevor du dich in Abenteuer stürzt solltest du erst einmal "richtige" Erfahrung sammeln, nicht nur mit einem Miniflaschenansatz ;)
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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 01 Februar 2014 13:04

Hatte letztens einen französioschen Rosé getrunken, der tatsächlich orange war. Keine Ahnung wie das zustandegekommen ist, möglicherweise besonders kurze Maischegärung...?

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von Fruchtweinkeller » 01 Februar 2014 22:14

Jaja, kurzer Kontakt mit den Schalen, weniger Schwefel, Stempel "Natural Wine" auf das Etikett, fertig ist der neue Hype. Manche nennen es Mode, manche nennen es Weinfehler.
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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 03 Februar 2014 01:02

Also Weinfehler war der definitiv keiner dabei. Der Wein schmeckte sogar ausgesprochen gut für einen "Rosé", nur dass er eben nicht rosa war... Aber es war auch kein Bio-Wein, vielleicht lag's ja daran ;)

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 01 März 2014 08:38

Habe gestern zum ersten Mal einen Orange Wine probiert, und siehe da, der war tatsächlich orange!
Bild

War jedoch kein Amphorenwein, sondern normaler Weißwein mit Maischegärung.

Geschmacklich war er überraschend gut:
Wie eine Trockenbeerenauslese, nur trocken. Die 15% Alkohol haben bei diesem dichten Wein kein bisschen gestört. Wiederholung garantiert!

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von Traubenstolz » 01 März 2014 19:08

Hallo,

Anfang Januar war ich mit dem Forumsmitglied Robertovino in Neustadt an der Weinstraße und habe einen Tag der dort stattfindenden Weintage miterlebt. Vormittags gab es interessante Vorträge und Nachmittags eine Weinprobe mit besonderen Weinen. Einer mit dem Namen "Challenge - Amphora K - Silvaner trocken Franken" von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim wurde in einer Amphore vergoren, die in der Erde eingegraben war, angesetzt ohne Reinzuchthefe und mit ganzen Trauben. Nach der Gärung mit einer Platte abgedeckt, die dann mit Erde zugedeckt wurde. Lange Standzeit in diesem Zustand, dann die Flaschenabfüllung. Es waren noch mehrere Weine dabei, bei denen ähnlich experimentiert wurde. Die Weine waren interessant, intensiv im Geschmack aber nicht immer mein Geschmack, oder anders gesagt, so viel Geld würde ich nicht für diese Weine ausgeben.

Ganz anders bei meinem zweiten Kontakt mit einem Orange-Wein. Vor 3 Wochen habe ich hier in Rheinhessen an einer kulinarischen Weinprobe teilgenommen und dort wurde unter anderem ein Orangewein ausgeschenkt. Ein 2012er Chardonnay Reserve. Er wurde nach der Gärung ein halbes Jahr in einem Barriquefass gelagert, jede Woche wurde die Feinhefe einmal aufgerührt und es wurden der Gärung und der Reifelagerung vollreife, unbeschädigte Beeren des Chardonnay zugegeben. Dieses Zusammenspiel gab ein außergewöhnliches Trinkerlebnis. Ich trinke normalerweise nicht gerne Chardonnays, die in Barriequefässern lagen, aber hier war der typische Holzton derart gut eingebunden. Der Wein hat mir sehr gut geschmeckt, ein Wein für besondere Anlässe.

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Re: Orange Wines und Amphorenweine

Beitrag von blumentopferde » 01 März 2014 20:50

Traubenstolz hat geschrieben:Er wurde nach der Gärung ein halbes Jahr in einem Barriquefass gelagert, jede Woche wurde die Feinhefe einmal aufgerührt und es wurden der Gärung und der Reifelagerung vollreife, unbeschädigte Beeren des Chardonnay zugegeben. Dieses Zusammenspiel gab ein außergewöhnliches Trinkerlebnis. Ich trinke normalerweise nicht gerne Chardonnays, die in Barriequefässern lagen, aber hier war der typische Holzton derart gut eingebunden. Der Wein hat mir sehr gut geschmeckt, ein Wein für besondere Anlässe.
Das ist ja mal eine höchst interessante Methode: Ganze Beeren zur Aromatisierung des Weins... Ob die eingefroren wurden, oder ob da auf die nächste Ernte gewartet wurde...? Toll, was es so alles gibt, ich sehe schon, ich muss noch einiges ausprobieren ;)

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