Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

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Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von blumentopferde » 12 Januar 2014 23:13

Vollkommen unter dem Radar sind in Österreich 2 neue PiWi-Rebsorten zugelassen worden:

- Donauriesling: Eine Kreuzung aus RHEINRIESLING X FR 589-54, gezüchtet an der HBLAuBA Klosterneuburg im Jahr 1978, mit mittlerer Resistenz, und einem Aroma das dem Riesling sehr ähnlich sein soll.
- Blütenmuskateller bzw. CVETOTSCHNYI: Eine interspezifische Kreuzung aus SEVERNYI X (MUSCAT LUNEL X MUSCAT OF ALEXANDRIA) die 1947 in Russland gekreuzt wurde, und geschmacklich an gelben Muskateller erinnern soll.

Hier geht es zu den Datenblättern der beiden Neuzüchtungen:
http://www.vivc.de/datasheet/dataResBib ... 4ae3de0f1e

Die Infos die man im Internet dazu findet sind sehr spärlich, und tw. nur gegen Bezahlung erhältlich.
Den Donauriesling habe ich noch in keinem Rebschulsortiment gesichtet, da es aber den Blütenmuskateller bei einer Rebschule in meiner Nähe gibt, werde ich nächstes Frühjahr ein paar Pflänzchen zur Probe anpflanzen. Bin gespannt, wie die sich machen werden! :D

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von blumentopferde » 15 Januar 2014 19:40

Aus Italien gibt es übrigens auch neue PiWi Rebsorten:

Die weißen Rebsorten Aromera (aromatischer Wein) und Solira (Sauvignon-blanc-ähnlich), Sowie die roten Rebsorten Vinera (kräftig) und Vinorè (Bordeaux-ähnlich), allesamt mit mittlerer Resistenz.

Man findet fast gar nichts über sie im Internet, außer wage Beschreibungen und den Hinweis, dass die weißen Neuzüchtungen besser als die roten sein sollen:
http://www.wineplant.it/tl_files/winepl ... sorten.pdf
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_rem ... 7-0052.pdf

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von Tompson » 18 Januar 2014 19:00

Ich habe den Eindruck, daß Piwi-Sorten nicht so ganz halten, was versprochen wird. Da gibt es sicherlich einen gewissen Druck, verbesserte Sorten zu züchten ... aber will man nach 10 Jahren garantieren, das der große Wurf gelungen ist?

Ich privat habe Sorten, die die ersten 5 Jahren nicht einen Befallshinweis hatten, obwohl in mindestens 2 Jahren extreme schwüle Wetterlagen über längeren Zeitraum auftraten. Nachdem ich nun einmal Befall hatte, muß ich wohl immer spritzen. Die ältere und eigentlich als nicht sonderlich pilzfeste Piwi-Sorte Regent hingegen war nicht so hart betroffen und Seyval-Blanc hatte noch nie etwas ... ich nehme an, in den Pionierzeiten, als noch niemand an die Piwi-Sorten asl Zukunftsträger glaubte und nur der sandalentragende Hippie die Bioidee vertrat, konnte man sich auch anders und viel ausführlicher der Zucht widmen - brachte ohnehin kein Geld. :pfeif:

Von daher, Piwi's benötigen vielleicht nicht so viele Spritzmittel und keinen solchen Cocktail aber das Gelbe vom Ei ist es noch nicht. Viellecht gibt es selbiges in 20 Jahren, wenn ich mal irgendwann roden muß :?: :hmm:

Für dieses Jahr habe ich mich erstmal entschlossen, die Seyvals zu verbannen. Was nutzt mir die robuste Rebe, wenn sie nie richtig reif wird und auch nur an der Hälfte der Kordone ausschlägt? ?-| :tsts:
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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von blumentopferde » 19 Januar 2014 02:08

Wenn die PiWis so guten Wein abliefern wie die klassischen Trauben, dann ist zumindest nichts verloren. Auf Weinqualität würde ich jedenfalls nicht verzichten für eine blosse geringere Befallswahrscheinlichkeit...

Mal sehen, was die neuen Sorten da bringen, zumindest wird ihnen eine starke Ähnlichkeit zu den verwandten klassischen Sorten nachgesagt...

Habe übrigens einen ganz interessanten Artikel gelesen, in dem stand, dass es sehr bald "große Durchbrüche" bei Sortenneuzüchtungen geben soll, weil seit kürzer Zeit "Biomarker" bei der Selektion der Sämlinge verwendet werden, und ganz gezielt nach Resistenzen und sogar nach Geschmacksprofil aussorrtiert werden kann, ohne dass der Sämling dafür großgezogen werden müsste... Alle "Neuzüchtungen" die zur Zeit zugelassen sind, haben ja mindestens 20-30 Jahre auf dem Buckel....

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von Tompson » 19 Januar 2014 13:26

Muß ja, wie willst Du denn sonst was vom Geschmack merken? Auf der einjährigen Rute kauen wird es nicht bringen ;-) Und die Durchbrüche stehen schon seit langem in der Zeitung ... aber ehrlich, die Arbeit der Rebschulen will ich nicht schmälern. Nichts z.Bsp. gegen Müller-Thurgau aber das was man dort an Spritzerei investieren muß, ist sicher nicht zukunftsweisend.

Der Wein, den ich von meinen Pinotin gemacht habe, war sehr ansprechend. Sicherlich wird man bei verhärteten zu-Fisch-gehört-ein-xyz-Jüngern nicht punkten können aber die Wahrscheinlichkeit ist ja groß, das die eher wegsterben wie aufgeschlossenere Weinliebhaber. :twisted:
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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von blumentopferde » 20 Januar 2014 00:28

Tompson hat geschrieben:Muß ja, wie willst Du denn sonst was vom Geschmack merken? Auf der einjährigen Rute kauen wird es nicht bringen ;-) Und die Durchbrüche stehen schon seit langem in der Zeitung ...
Wie genau das funktioniert weiß ich auch nicht, aber es scheint, dass man mittlerweile so einiges "vorhersagen" kann, ohne auch nur an der Rute kauen zu müssen ;) . Da wird wohl die DNS analysiert und anhand gewisser Ähnlichkeiten zu anderen Rebsorten kann man dann sagen - dieser Sämling wird wohl diese und jene Resistenz aufweisen, und ja, auch den Geschmack, kann man damit zumindest theoretisch vorhersagen. Die Ausleprozess wird damit wohl enorm beschleunigt. Ein paar Jahre dürften da wohl reichen, um zu überprüfen, ob die vorhergesagten Eigenschaften auch wirklich zutreffen...

Ich bin jedenfalls gespannt, was die Zukunft bringt! Nichts gegen Riesling, Burgunder und jahrhundertealte Traditionen, aber warum sollte gerade der Weinbau nicht von den Entwicklungsschüben in der Forschung profitieren?

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von fibroin » 20 Januar 2014 15:51

Ich bin auch gespannt, was die Zukunft bringt. Doch ob es geschafft wird, die jetzt gängigen Schädlinge einzudämmen?
Meine Reben (Regent und Solaris) waren nach der Pflanzzeit einige Jahre pflegeleicht. Nun spritze ich gegen Mehltau, das, was ich eigentlich nicht tun wollte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das je gelingt, gute Trauben ohne Schädlingsbekämpfung zu ernten?
Parallel dazu, was hier aber nicht Thema ist, bei den Honigbienen ist es ähnlich. Ertragreich und zahm sind sie gezüchtet, brauchen aber eine Parasitenbekämpfung.

Die Pharmaindustrie freuts... :(
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von blumentopferde » 21 Januar 2014 17:47

fibroin hat geschrieben: Meine Reben (Regent und Solaris) waren nach der Pflanzzeit einige Jahre pflegeleicht. Nun spritze ich gegen Mehltau, das, was ich eigentlich nicht tun wollte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das je gelingt, gute Trauben ohne Schädlingsbekämpfung zu ernten?
Wie of spritzt Du? Ist es so schlimm wie bei den klassischen Rebsorten, dass man locker 10x im Jahr spritzen muss? Oder hält sich das Spritzen zumindest in Grenzen?

Ich denke ganz ohne Spritzen wird es wohl nie gehen, denn es gibt wohl nichts anpassungsfährigeres als Mikroorganismen....

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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von fibroin » 21 Januar 2014 19:00

Ich mache drei vorgesehenen Spritzungen mit Netzschwefel. Das ist natürlich noch ziemlich harmlos. Nur wenn man meint, ohne Spritzen auszukommen, ist es drei mal zu viel.
Falls das einmal nicht mehr reichen sollte, muss ich mir über den Weinbau in ungeeignetem Klima andere Gedanken machen... ;)
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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von Tompson » 21 Januar 2014 20:42

fibroin hat geschrieben:Ich mache drei vorgesehenen Spritzungen mit Netzschwefel. Das ist natürlich noch ziemlich harmlos. Nur wenn man meint, ohne Spritzen auszukommen, ist es drei mal zu viel.
;)
Das ist genau der Gedankengang, an den ich mich gewöhnen muß ... nach den ersten4 Jahren dachte ich, ich käme ohne aus ?-|
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Re: Neue Rebsorten: Donauriesling und Blütenmuskateller

Beitrag von juno » 03 März 2014 13:04

Hallo Weinfeunde,
Tompson hat geschrieben:
Für dieses Jahr habe ich mich erstmal entschlossen, die Seyvals zu verbannen. Was nutzt mir die robuste Rebe, wenn sie nie richtig reif wird und auch nur an der Hälfte der Kordone ausschlägt? ?-| :tsts:
Also bei mir wächst die wie der Teufel. Ich habe mich daher auch entschlossen auf Korndonschnitt umzustellen. Die Arme sind aber nur 14 Augen lang, wobei ich nur 7 belasen habe. (jede 2. entfernt.) Ja, auch ich hatte letztes Jahr nur 75°. Aber die 4 Wochen Frühjahr haben ja auch gefehlt, was der Jahresrest auch nicht herausholen konnte.

Außerdem heißen die neuen Sorten ja PIWI und nicht PIFE. Ich spritze auch, wie dieses WE mit Netzschwefel, und ansonsten bei bedarf. Bei einigen Sortenbeschreibungen wird auch auf Befall hingewiesen, aber z.B. nur an den Blättern, was eine Spritzung nicht erfordern solle. Es ist die Frage nach dem Befallsdruck, wie man die Pilze bekämpfen soll/ muss.

juno
Gott hat uns nicht nur die Reben, sondern auch den Durst dazu gegeben. Drum trink, solange die Flasche winkt, nütze Deine Tage, ob man im Himmel weiter trinkt, daß ist die entscheidende Frage.

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