Schiksal von 202kg rote trauben 2013

LMBoller
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Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von LMBoller » 15 Dezember 2013 14:56

202kg rote trauben
02.11.2013 lese 42kg
05.11.2013 lese 57kg
06.11.2013 lese 85kg
09.11.2013 lese 18kg + 15g kaliumdisulfat
13.11.2013 Gekeltert , 165l maische 1.045 öchsele , Frankfurt am main 125l Most
17.11.2013 8,250g Zucker auf 70grad öchsele
01.12.13 von der Häfe abgezogen 117lieter und 10 % Alkohol , 11.5g. kaliumdisulfat

Arbeitsgeretschaft :
20l obstpresse : (sehr mühsam zu klein)
225l wein holzfass zur gärung benutzt : (ungeeignet weil nach der gärung gereinigt werden muss)
Leinentuch als filter (auch shr muhsam , viel arbeit.)

Vieleicht habe ich alles zu schnell verarbeitet, ich habe mich monate lang durch den internet geschlagen und gelesen bis der tag der lese kamm und alles auf einmal auf mich zugekommen ist.
Auf einmal hatte ich so was wie ein Blackout , ich wuste nicht was wo wohin so viel arbeit ich hatte angst überfordert zu sein und habe alles nur so verarbeitet wie ich es einigermaßen in erinnerung hatte. Dazu kam noch meine frau die nicht wollte das ich 13 kg zucker dazu tun wollte damit ich es auf 90grad Öchsele anreichern konnte.
dazu kommt noch das ich alles im Wohnzimmer gemacht habe und meine frau eine woche nicht mit mir geredet hat.

Ich freue mich auf komentare
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Traubenstolz
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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von Traubenstolz » 15 Dezember 2013 16:40

Hallo LMBoller,

alle Achtung, eine ganz schöne Menge an Trauben. Was ist das für eine Sorte, sieht nicht unbedingt nach Keltertrauben aus. Deine Angaben der Öchsle sind für mich nicht verständlich. Was meinst Du mit "1.045 öchsle"? Es sieht ja wie Rotwein aus, aber es sind noch so viele grüne Beeren dabei, waren die Trauben noch nicht ganz reif?

Dass die Holzfässer schwierig zu reinigen sind, verstehe ich. Ich hatte auch viele Jahre 3 Eichenholzfässer. Im laufe der Jahre habe ich eine gewisse Fertigkeit bekommen und habe auf einer Seite den Boden entfernt, sie dann gereinigt und anschließend wieder verschlossen. Wie hast Du die Trauben entrappt? Und wie lange war die Maischevergärung?

Deine Frau kann ich übrigens gut verstehen, die Rotweinspuren waren hoffentlich nicht allzu heftig.

Noch ein Tipp, wenn Du wieder Bilder einstellst, bringe sie vorher auf eine Größe von 640x480.

Grüße Traubenstolz

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von KommandeurMumm » 15 Dezember 2013 20:32

Moin.
Traubenstolz hat geschrieben:Was meinst Du mit "1.045 öchsle"?
Gemeint sind vielleicht 1045 g/L (Dichte), das wären 45° Oe.

Grüße!
"Der Mann, der den Berg abtrug, ist der gleiche, den man jahrelang kleine Steine tragen sah."
- Chinesische Weisheit

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fibroin
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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von fibroin » 15 Dezember 2013 20:40

Ja, da wirst wohl viel Arbeit gehabt haben. Das ärgerliche wird nun sein, dass der Wein nicht unbedingt edel wird. Erstens hängen die Trauben viel zu dicht, der Weinstock wird nicht genug Zucker produzieren und zweiten scheinen sie noch nicht richtig reif zu sein. Überprüfe die Säure. Wenn diese zu hoch ist, kommen noch weitere Probleme auf dich zu. :(
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

LMBoller
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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von LMBoller » 15 Dezember 2013 21:26

Hallo Traubenstolz
es würde mich auch sehr interesieren was das für eine sorte trauben sind. Sie sind sehr sauer , reifen immer sehr spät anfang November aber dann werden sie kurze zeit süß aber nicht viel. und dazwischen wachsen ein paar grüne trauben die sehr süß sind und die vögel alle verputzen.

45° Oe. waren es am anfang.
Die trauben wahren reif genug , da hingen ein paar grüne trauben die ich am ende dazu getan habe.

Und auf die frage "Wie hast Du die Trauben entrappt?" musste ich kurz grinsen. und da wirst du auch staunen: In der stunde habe ich 15kg Trauben entrappt alle einzeln nur die guten alle faulen oder trockenen habe ich sortiert.

Eine Maischevergärung habe ich nicht gemacht
Grüsse
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blumentopferde
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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von blumentopferde » 16 Dezember 2013 00:32

Wow!

Hut ab vor deiner Beharrlichkeit! Da hast Dir ja einiges aufgehalst für den Einstieg!

Dass Du es vielleicht etwas langsamer hättest angehen sollen, weißt Du ja mittlerweile auch ;) , aber hey, aus Fehlern lernt man, und ich bin mir sicher, Du hast eine ganze Menge gelernt ;D!

Eine Sache nur:
Mit 45°Oechsle sind die Trauben garantiert noch nicht reif! Rechne das einmal in Alkoholgehalt um - da bist Du gerade einmal auf dem Niveau eines Bieres!

Da eine (noch) spätere Lese wohl kaum realisierbar wäre (Es sei denn, Du möchtest Eiswein machen ;D) müsstest Du Mittel und Wege finden, die Reife der Trauben zu beschleunigen. Leider ist das in der Pergolaerziehung kaum möglich, denn die Traubenzone ist über die ganze Pergola verteilt (und eine "Teilentblätterung" würde dabei zu einer Gesamtentblätterung werden) und es ist auch schwer auszumachen, welche Traube zu welchem Trieb gehört (was eine Ausdünnung erschwert, denn diese bringt nur etwas, wenn ein gutes Blatt/Frucht-Verhältnis an den einzelnen Trieben herrscht.)

Als einzige Lösung sehe ich daher einen radikalen Rückschnitt und einen geordneten Neuaufbau der Stöcke in Flachbogen- oder Kordonsysteme, die jedes Jahr konsequent wieder in Form gebracht werden müssen... Dann könntest Du auf 2 Trauben/Trieb ausdünnen und die Traubenzone entblättern, und die Reife möglicherweise deutlich vorantreiben!

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Traubenstolz
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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von Traubenstolz » 16 Dezember 2013 13:55

Hallo LMBoller,

45°Oe sind in der Tat zu wenig um einen ordentlichen Wein zu machen. Es wird in Frankfurt wohl nicht am Klima liegen, dass die Trauben nicht reif werden und auch ein geeigneter Schnitt wird keine wesentliche Verbesserung bringen. Auch die Pergolaerziehung wird nicht die Ursache sein. In Südtirol ist sie noch viel anzutreffen. Auch diese Erziehungsform hat Vorteile, die Trauben hängen frei und luftig. Sie trocknen viel schneller und sind leicht zu ernten. Dass die Trauben in der Sonne hängen sollen, wird oft überschätzt. In den Blättern wird der Zucker gebildet. In der Sonne hängende Trauben bekommen oft Sonnenbrand. Ich vermute, es ist eine sehr spät reifende Sorte, vermutlich importiert aus einem südlichen Land. Wenn Du weiterhin Wein machen willst und der auch noch eine gewisse Qualität erreichen soll, wird eine Neubepflanzung das beste sein.

Wenn Du Dich dafür nicht entscheiden kannst, kannst Du es ja erst ein mal mit einem geeigneten Schnitt versuchen. Kennst Du Dich da aus? Flachbogenerziehung scheidet an der Pergola ja aus, wie blumentopferde vorgeschlagen hat.

Wenn es Rotwein werden soll, würde ich Dir schon die Maischegärung empfehlen. Die Farbausbeute ist deutlich höher. Wenn Du, wie Du schreibst, alle faulen Beeren entfernst, ist eine Schwefelung der Maische nicht notwendig, sie erhöht nur den Gesamtschwefel im Wein. Nur bei reichlich faulen Trauben im Lesegut sollte man die Maische schwefeln.

Grüße

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von StSDijle » 16 Dezember 2013 14:22

Also dass du an der Reife der Trauben durch Erziehung was ändern kannst glaub ich sehr wohl. Ich habe dieses Jahr in der Nähe von Brüssel Trauben mit 74grad oechsle geerntet. Da hing aber auch wesentlich weniger am Stock. Zugegeben auch nur Südseite und minimalschnitt ( der Hausmeister hat so zurückgeschnitten, das man noch durch die Fenster schauen kann...

Viele Grüße
Stefan

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von LMBoller » 16 Dezember 2013 17:37

Vielen dank für so viele Ideen. Ein radikalen Schnitt währe bestimmt das beste aber
Wie und wann müsste ich noch nachforschen da ich das noch nie gemacht habe.
Das sind 10 Rebenstöcke vermute 20 bis 30 Jahre alt so dick wie eine Flasche Wein und noch nie fachmännisch geschnitten und ich in meine 46 Jahre mache das zum ersten mal. jaja.
Da müsste ich die kettensäge anmachen wenn ich genau Wüste was ich mache also besser lasse ich die Finger davon oder lasse einen Fachmann zukommen.

Jetzt die frage an euch:
Die 117l Wein sind jetzt von der Häfe abgezogen und gefiltert hat 10% Alkohol ruht in ein barique von 225l auf genau 12grad Celsius seit den 1.12.2013 geschlossen mit Korken, kein Zucker vorhanden, Säure nicht gemessen schmeckte aber nicht sehr säuerlich .

Kann ich das so 3 Monate stehen lassen ? Wird das ein Wein ? Könnte ich es im Sommer nächstes Jahres meine Gäste servieren ohne mich zu schämen kann ich es reparieren?

Gruß
Lmboller

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von StSDijle » 16 Dezember 2013 22:37

Ohne schwefel und soviel Luft im Fass, da hätte ich Angst vor Essigsäurebakkies

S

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von blumentopferde » 16 Dezember 2013 23:07

Zum Schnitt:

Wenn man die Regeln versteht, ist es ganz einfach:
Reben treiben (fast) ausschließlich aus 1-jährigem Holz aus, also aus Trieben, die bereits 1 Vegetationsperiode hinter sich haben und für gewöhnlich auch 1x getragen haben.
Das heisst: 1 Trieb, der in diesem Jahr Trauben getragen hat, wird im nächsten Mal weder Trauben noch Blätter tragen, es werden aber an jeder Verdickung dieses Triebes neue Triebe austreiben, die ihrerseits wieder Trauben und Blätter tragen werden.

Das führt dazu, dass jedes Jahr immer mehr Triebe und immer mehr Totholz an den Reben hängen, was zu Beschattung, schlechter Durchlüftung und Überlastung des Rebstockes führt.
Aus diesem Grund wird bei fast allen Erziehungsmethoden jedes Jahr radikal zurückgeschnitten, so dass nur 1-2 einzelne 1-jährige Triebe (Bögenerziehung) oder mehrere sehr kurze 1-Jährige Triebe übrigbleiben (Kordonerziehung)

Bei allen Erziehungsmethoden baut sich das Totholz immer weiter auf: man hat etwa einen Bogen, der wiederum auf einem Bogen aus dem Vorjahr sitz, der wiederum auf einem Bogen aus dem Vorjahr sitzt usw. Man versucht daher immer, die dem Stamm am nächsten stehenden Triebe als Bögen anzuschneiden, und immer einen sogenannten "Wasserschoss", also einen Trieb, der direkt aus dem Stamm wächst (vorzugsweise im Bereich des Stammkopfes bei der Bogenerziehung oder an der Oberseite des Kordonarms bei der Kordonerziehung), als Reserve für das kommende Jahr zu halten, damit man wieder auf das Ausgangsniveau der Stammhöhe zurückkommt, und der Stamm nicht über die Jahre immer höher wird.

Hier wird der Kordonschnitt recht anschaulich erklärt:
http://www.fassadengruen.de/uw/weinrebe ... kordon.htm

Der sollte sich auch gut für die Pergolaerziehung eignen.
Hier eine Skizze:
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EDIT: Die beste Zeit für den Schnitt ist während der Winterruhe, aber nach den gröbsten Frösten, also so etwa ab Ende Februar...
EDIT2: Hier gibt es eine Art "Computerspiel" bei dem man den Rebschnitt üben kann:
https://www.uni-hohenheim.de/lehre370/

EDIT3: Hier eine Variante, wie du eine tiefe Pergola mit Kordonarmen geordnet bewachsen lassen könntest:
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Bevor du die Kettensäge anwirfst könntest Du aber auch eine Nachveredelung mit einer Sorte deiner Wahl wagen:
http://orgprints.org/9374/2/mb-1400-rebenveredelung.pdf

Was den Wein betrifft, so wäre ich vorsichtig mit der Barriquelagerung. Wenn das die erste Füllung ist, dann dürfte das ziemlich viel Geschmack abgeben. In Anbetracht der Tatsache, dass der Wein sehr leicht ist (unreifes Traubenmaterial) und wenig Gerbstoffe hat (keine Maischegärung), könntest Du den Wein, der im Charakter wohl eher ein säurebtonter Rosé als ein Rotwein sein dürfte, mit dem Eichenholzgeschmack erschlagen (heißt: er schmeckt dann nur noch nach Fass und nicht mehr nach Wein).

Ich finde es aber gut, dass Du keine Maischegärung gemacht hast. Bei der geringen Reife fährst Du mit einem Rosé wohl besser als mit einem Rotwein!
Zuletzt geändert von blumentopferde am 17 Dezember 2013 00:58, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Schiksal von 202kg rote trauben 2013

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Dezember 2013 23:08

Essigbakkis mögen es zwar warm, aber mir wäre dabei auch nicht wohl zumute.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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