Neupflanzung: Schnitt?

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Neupflanzung: Schnitt?

Beitrag von uiuiui » 15 Januar 2012 00:33

Hallo liebe Reben-Experten,

seit dem Frühherbst bin ich glücklicher Besitzer 3er Container-Reben aus einer Rebenschule. Damit soll ein Terrassen-Geländer begrünt werden (waagerechter Kordon). Nebenbei sollen in 2-3 Jahren schöne Tafeltrauben abfallen.
Noch bin ich aber ganz am Anfang und muss jetzt wohl das erste Mal schneiden. Die Stämme hatten so ca. 30cm mit 2 Blättern.





Liege ich bei der roten Markierung im Bild richtig? Sind die Knospen die hier so oft erwähnten Augen? Den Schnitt 1-2cm über der zweiten Knospe schräg weg und nur bei > -5 Grad?

Bei so neuen Dingern fällt es einem schwer direkt "alles" wegzuschneiden :D

Danke!

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Albi
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Neupflanzung: Schnitt?

Beitrag von Albi » 15 Januar 2012 08:52

Hallo
Reben werden auf ein Auge abgeschnitten (Knospe),und im nächsten Jahr auf gewünscht Höhe abschneiten ( Stockaufbau )
Die Veredelungstelle soll ca.5cm über der Bodenoberfläche sein.
Gruß aus Franken Albi
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Neupflanzung: Schnitt?

Beitrag von Traubenstolz » 15 Januar 2012 19:10

Hallo uiuiui,

also ich würde jetzt überhaupt nicht schneiden. Ich würde warten bis die Rebe austreibt, dann würde ich den obersten Trieb wachsen lassen und alle anderen Triebe ausbrechen. Im 2. Standjahr würde ich zurückschneiden auf ca. 60 cm und 2 Triebe wachsen lassen. Im 3. Standjahr würde ich einen Trieb stehen lassen und den dann auf die gewünschte Höhe biegen.

Grüße Traubenstolz

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Beitrag von uiuiui » 15 Januar 2012 19:49

Hallo zusammen,

erstmal Danke für die beiden Antworten!

Beim Einpflanzen habe ich die Propfstelle eine Handbreit über den Boden gesetzt, das dürften wenig mehr als 5cm sein.

Bzgl. Schnitt über der ersten Knospe oder gar nicht schneiden bin ich jetzt eher verwirrt :schlecht: Vermutlich führen viele Wege nach Rom und zum schönen Rebstock?

Grüße

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Albi
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Neupflanzung: Schnitt?

Beitrag von Albi » 16 Januar 2012 11:19

Lass dich nicht verwirren
Ic besuche Jährlich Schneidkurse in der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöcheim,so wie beschrieben wird es hir gelernt
Natürlich sollte man erst nach den letzten Frost zurück schneiden.

Gruß Albi
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Beitrag von Traubenstolz » 16 Januar 2012 17:06

Hallo,

wenn uiuiui schreibt, dass das Pflänzchen 30 cm hoch ist, dann gehe ich davon aus, dass es sich bereits um eine Rebe im 2 Jahr handelt und schon bereits vor dem Verkauf geschnitten wurde. Dann schneidet man eigentlich nicht mehr auf 1 Auge zurück, so wird es zumindest hier in Rheinhessen gemacht. Richtig falsch kann man aber so oder so nichts machen.

Grüße Traubenstolz

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Beitrag von Tompson » 16 Januar 2012 19:07

Es macht wenig Sinn, darüber zu entscheiden wollen, ob und wie weit ich eine Rebe zurückschneide, wenn ich sie nicht sehe ?-|

Soll heißen, es sind ja nur 3, also mach mal bitte drei Fotos, auf denen man den Entwicklungsstand erkennt. Dann mehr ;)
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Beitrag von matzl0505 » 16 Januar 2012 20:43

Traubenstolz hat geschrieben:wenn uiuiui schreibt, dass das Pflänzchen 30 cm hoch ist, dann gehe ich davon aus, dass es sich bereits um eine Rebe im 2 Jahr handelt und schon bereits vor dem Verkauf geschnitten wurde. Dann schneidet man eigentlich nicht mehr auf 1 Auge zurück,
Ja, die Rebe wird schon im 2. Jahr sein, weil es ja eine Containerrebe ist.
Ich hab es so gelernt, dass der Stamm, ausser bei der Pergola, immer auf einmal angeschnitten wird. Deswegen hätte ich jetzt auch auf ein Auge zurückgeschnitten.

gruß
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Beitrag von Tompson » 17 Januar 2012 07:32

Vielleicht sogar schon im dritten Jahr (sieht allerdings ein bißchen mang dafür aus), das kann man bei Container nie wissen und nur mit Vollbild sehen.

Warum soll ich, wenn die Rebe kräftig ist, ausgerechnet auf ein Auge zurückschneiden? Entweder der Stamm ist nutzbar/die Rebe wüchsig, dann kann ich nach Bedarf anschneiden oder ich schneide auf die Veredelung zurück. Das wäre zumindest konsequent.

Eine Aussage "So muß es gemacht werden" gibt es meiner Meinung nach nicht. Schon gar nicht im Hobbybereich.

P.s. Ich habe aber auch schon ausgerechnet 1 Auge stehen gelassen. Hat keinen sichtbaren Vorteil gebracht, deswegen meine Meinung ;)
Oak ne jechn!

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Beitrag von matzl0505 » 17 Januar 2012 10:06

Tompson hat geschrieben:Warum soll ich, wenn die Rebe kräftig ist, ausgerechnet auf ein Auge zurückschneiden?
Wenn die Frage auf mich bezogen war: Ich meinte mit dem einen Auge eigentlich das Achselauge, also im Prinzip bis auf die Veredelung, wenn eben der Austrieb selbst noch nicht so lang ist, dass er gleich als Stamm angeschnitten weden könnte.

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Beitrag von Albi » 17 Januar 2012 11:11

Der größt und häufigste Fehler beim Rebschnitt ist eigentlich ,dass zu wenig geschnitten wird. Bei einen starken Rückschnitt ist eine bessere Stammbildung möglich,was spähter den Rebstock zu gute kommt. Wenn du deine Weinstöcke mit einen Stamm erziehen möchtest,dann lass Sie im Pflanzjahr und in den Folgejahren ,bis der Stamm die von Dir gewünschte Höhe erreicht hat,keine Seitentriebe wachsen.

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Beitrag von Traubenstolz » 21 Januar 2012 13:08

Hallo,

ich habe hier ein interessantes Programm der Uni Hohenheim gefunden, das man online spielen kann, aber auch herunterladen kann. Mit ihm kann schön der Rebschnitt und seine Folgen simuliert werden.

Das bringt uns zwar nicht mit unseren verschiedenen Meinungen weiter, aber ist doch ganz schön, wenn man mal sieht, was passiert, wenn man so oder so schneidet.

Rebenschnitt

Grüße Hans

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