Kleinstmenge

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Naturel
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Kleinstmenge

Beitrag von Naturel » 18 Oktober 2018 10:08

Hallo Zusammen,

ich bin neu und auf der Suche nach der Prozedur der Weinherstellung auf dieses Forum gestoßen.
Diverse Beiträge habe ich schon gelesen und auch sonst das Internet durchforstet.

In meinem frisch gekauften Haus habe ich einen wunderschönen Weinstock mit sehr leckeren roten Weintrauben. In den letzten Wochen der Renovierung haben Freunde und Familie bereits den intensiven Geschmack der Trauben bewundert. Vor einigen Tagen kam dann die Idee auf wie super ein Wein von diesen Trauben schmecken müsste - spontan wie ich nun mal bin - gesagt - getan, oder zumindest begonnen.

Nach der Ernte habe ich noch gute 2kg Trauben zusammen bekommen. Ich weiß, überhaupt nicht viel, aber um die erste Erfahrungen und vermeintlich aus diversen Fehlern zu lernen, würde ich dennoch gerne den ersten Wein ansetzen.

Derzeit sind die Trauben in einem Fass gestampft und warten auf Hefe. Diese (Arauner Flüssighefe) würde ich heute zusammen mit Apfelsaft ansetzen. Nährsalz würde ich heute noch kaufen. Die Messung des Zuckergehalts hat gestern einen Oechlewert von 110 ergeben. Demnach würde ich zumindest zu Beginn keinen weiteren Zucker benötigen, richtig?

Meine Frage wäre jetzt, kann ich bei der Kleinstmenge einen Fehler machen wenn ich Zuviel Hefe beigebe? Heute bekomme ich außerdem noch Antigel. Würde auch hier "Zuviel" der Maische schaden? Wie verhält es sich mit dem Nährsalz?

Wenn am Ende wenigstens 2 Gläser Wein bei der ganzen Sachen rauskommen würde, wäre ich schon happy :)

Ich hoffe ihr könnt mir bei diesen und bestimmt weiteren Fragen, helfen!

Gruß
Daniel

Bahnwein
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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Bahnwein » 18 Oktober 2018 13:55

Bei deiner Flüssighefe ist eh nicht viel Hefe drin, da dürfte es keine Probleme geben. Meiner Meinung nach. wäre abwiegen bei dem Nährsalz schon nicht schlecht. Wenn keine so fein wiegende Wage vorhanden ist, kann man ja auch die zehnfache Menge wiegen und diese nach Auge teilen. Antigel sollte auch kein Problem sein.

Aber ich bin nicht so der Weinchemiker, da schreibt bestimmt noch jemand anderes etwas dazu.

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Tompson
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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Tompson » 18 Oktober 2018 18:34

Bei so einer Kleinstmenge lohnt sich sich der ganze Aufwand hinten heraus nicht. Klären, abfüllen, da reicht es ka nicht mal fürs zwischenkosten ;-)

Aber umsonst soll es auch nicht sein. Mein Vorschlag, so schnell als möglich die Hefe dazu. Vielleicht bekommst Du um die Ecke noch Trockehefe? Aber auch die Flüssigehefe sollte das Angären schaffen. Aber da Du schon eingestampft hast, beginnt derzeit schon die Arbeit der Wildhefen ... zuviel Hefe kannst Du nicht beigeben, jedenfalls nicht bei einem Fläschcen Flüssigehefe oder einem kleienen Tütchen Trockenhefe, wie sie Araun** oder Vier'** anbieten. Kein Zucker mehr!

Zwotens: Presse nach wenigen Tagen ab, das werden so 1,5 Liter, und genieße den Ansatz als Federweißer. Alternativ zu Ende gären lassen und dann zügigi trinken.
...
bin selber gespannt, ob meine Profi-Rotweinhefe den Zucker den vielen Zuckergehalt komplett vergärt, dann wird es eher Likör ... oder ob die Hefchen bei 12-13% Alc Schluß machen und ich habe einen Süßwein ... aber bei den Portwein oder ähnlich genannten Hefen brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, die ziehen durch.
Oak ne jechn!

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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Naturel » 24 Oktober 2018 08:30

So einige Tage des Wartens sind vergangen...

gestern habe ich nun abgemaischt und gute 1,6L Most erhalten. Der Geschmack ist sehr gut, jedoch noch sehr sauer. Daher habe ich mich entschieden dem Wein noch einige Zeit zu geben. Dazu habe ich ihn in einen Gärballon umgefüllt.
Nun habe ich mich gefragt, ob es notwendig ist, die abgesetzte Hefe ab und an (täglich?) unter zu schwenken!?

Außerdem habe ich keine Infos gefunden wie oft ich das Wasser im Gärröhrchen austauschen sollte. Je häufiger, umso mehr Sauerstoff dringt doch auch wieder in den Ballon ein, oder?

Wie oft macht eine Geschmacksprobe Sinn? Um ggf. noch Zucker beizufügen? Sehe ich das richtig, dass so lange Arbeit im Gärröhrchen zu sehen ist, noch genug Zucker für die Hefe zur Verfügung steht? Wieviel Aktivität ist denn "normal"?

Bahnwein
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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Bahnwein » 24 Oktober 2018 12:29

Naturel hat geschrieben:
24 Oktober 2018 08:30
... Der Geschmack ist sehr gut, jedoch noch sehr sauer. Daher habe ich mich entschieden dem Wein noch einige Zeit zu geben.
Er wird auch nicht süßer, es sei denn, du zuckerst nach

Jetzt stellt sich die Frage, was du anstrebst. Ich würde mir bei dieser kleinen Menge keine Gedanken über die Stabilisierung machen sondern den Wein bis zum gewünschten Alkoholgehalt gären lassen und ihn dann in den Kühlschrank stellen. Dort setzt sich die Hefe zügig ab. Von der Hefe abziehen in zwei Flaschen, die Restsüße passend einstellen und den Wein in der folgenden Woche trinken. Um Nachgärungen zu verhindern, einfach im Kühlschrank stehen lassen und den Verschluss sicherheitshalber nicht ganz zudrehen.

Tägliches Schwenken bis zum Umzug in den Kühlschrank ist sinnvoll. Wasser austauschen kannst du machen, müssen musst du das wahrscheinlich aber nicht. Sauerstoffkontakt während der Gärung ist unproblematisch.

Probieren kannst du so oft du Lust hast, nur bleibt am Ende dann nicht mehr viel übrig. Zucker hatten deine Trauben genug, um die Gärung noch eine Weile am laufen zu halten. Der Wein wird dann halt immer trockener. Stopp das Ganze einfach mit dem Kühlschrank, wenn dir der Geschmack oder Alkoholgehalt gefallen.

Und dann genieße deinen ersten selber gemachten Wein. Wenn du Spaß daran gefunden hast, wird der nächste Ansatz bestimmt größer und dann kannst du dich noch mit der restlichen Theorie beschäftigen. Kennst du den Fruchtweinkeller, die Homepage zum Forum? Einfach oben auf das Banner tippen. Dort gibt es noch viel zu lesen. Oder: https://fruchtweinkeller.de

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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Naturel » 24 Oktober 2018 13:20

Hallo Bahnwein,

danke für deine Einschätzung. Ich denke so in etwa werde ich das auch machen :mrgreen:
Wieso denn in zwei Flaschen abziehen?

Die Seite kenne ich bereits :) es ist insgesamt sehr gut erklärt, aber manchmal für einen blutigen Anfänger nicht ganz verständlich. Da sind eigene Worte dann doch angenehmer.

Bahnwein
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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Bahnwein » 24 Oktober 2018 18:05

Sind doch 1,6 l, reicht also für zwei Flaschen, wenn du nicht zu viel vorher probierst. :)

Und die Homepage ist wirklich super, aber, da muß ich dir recht geben, es ist eine ganze Menge Stoff beim ersten Mal. Bei den nächsten Ansätzen stellt sich dann eine gewisse Routine ein, dann muß man nicht mehr alles nachschauen und vieles wird dann logischer. Dann kann man sich mehr auf die Feinheiten konzentrieren.

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Re: Kleinstmenge

Beitrag von 420 » 25 Oktober 2018 19:17

Und auch wenn man schon etwas mehr Wein produziert hat, schaut man dort immer mal wieder vorbei.

VG
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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Imker2306 » 25 Oktober 2018 20:32

Hallo zusammen, zur frage des wassertausch im gärröhrchen: Wenn du einen Wattebausch in die öffnung setzt kommen keine Essigfliegen in die Wasserfalle und du musst das Wasser garnicht wechseln. Außerdem ist CO2 schwerer als Luft und bleibt im Ballon wenn du das Gärröhrchen abnimmst. Also keine Gefahr.
gruß Olaf

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Re: Kleinstmenge

Beitrag von Naturel » 26 Oktober 2018 07:08

Ok guter Tip :clap:

Tatsächlich habe ich aber derzeit noch keine Probleme mit Fliegen in dem Raum. Werde es aber im Auge behalten

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