1. Weißweinversuch

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blumentopferde
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1. Weißweinversuch

Beitrag von blumentopferde » 28 Oktober 2013 00:05

Beim Arbeiten im Garten ist mir aufgefallen, dass sich auf einigen meiner verloren geglaubten Rebstöcke (wurden nach einem Spritzunfall entlaubt, siehe Thread irgendwo in diesem Forum) doch noch ein paar kleine Trauben gebildet haben. Obwohl in der Entwicklung um Monate zurück und zur Hälfte bereits verfault, konnte ich nicht der Versuchung widerstehen, sie zu ernten, und einem kleinen Experiment zuzuführen.

"Klein" deswegen, weil es gerade einmal 400g Trauben waren und ich nun etwa 250ml Most (ein nicht geringer Teil davon ist der Gärstarter! :-x ) in einer Plastikflasche angesetzt habe (ich weiß, sollte man nicht tun, aber ich fand einfach keine so kleine Glasflasche, auf die ein Gärverschluss passen würde...)

Meine Vorgangsweise:
- Trauben entstielen und faule Trauben entfernen
- Übriggebliebene Tafeltrauben aus dem Supermarkt hinzufügen, um das Volumen ein bisschen zu erhöhen ;)
- Trauben in einen Gefrierbeutel geben und darin zerquetschen
- 0,1g/l Kaliumpyrosulfit hinzufügen (bei einer Messgenauigkeit der Waage von 0,1g war die nur nach "Augenmaß" möglich)
- Antigel hinzufügen
- Über Nacht im Kühlschrank lagern (etwa 15h)
- Im Pressack auspressen
- Säuremessung durchführen (Ergebnis: 10g/l)
- Zuckermessung wurde ausgelassen, da einfach nicht genug Most zum Messen da war :shock:
- In Plastikflasche füllen
- Gärstarter hinzufügen (Kaltgärhefe + Apfelsaft Naturtrüb + Zucker)
- Auf die Entschleimung habe ich verzichtet, da ich die Verluste durch Abziehen so weit wie möglich reduzieren wollte
- Flasche samt Gärverschluss bei 8°C in Kühlschrank stellen

Ich möchte eine kalte Gärung durchführen. Keine Ahnung, ob das funktionieren wird, aber ich habe ja nicht viel zu verlieren ;) Die Gärung hat bis jetzt (10h nach dem Ansatz) jedenfalls noch nicht eingesetzt...

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

lg, blumentopferde

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Dienstag
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von Dienstag » 28 Oktober 2013 21:16

Hallo.
blumentopferde hat geschrieben:Flasche samt Gärverschluss bei 8°C in den Kühlschrank stellen.

Ich möchte eine kalte Gärung durchführen.

Keine Ahnung, [...]
Ich auch nicht. Deshalb: Wozu ist sowas gut? ...

Andreas
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von 420 » 28 Oktober 2013 21:36

Hallo blumentopferde,

Kaltgärhefe... da kommt es auch darauf an, welche Du im Einsatz hast. Einige können schon ab 8 Grad loslegen. Hier etwas Text von rekru.
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 Oktober 2013 21:54

Erwartet aber nicht dass die Gärung bei solchen Temperaturen schnell verlaufen würde. Man sieht auch an der Dosierungsempfehlung dass die Hefe da nicht in Fahrt kommen will.
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von blumentopferde » 28 Oktober 2013 22:12

Dienstag hat geschrieben: Ich auch nicht. Deshalb: Wozu ist sowas gut? ...
Soll sich positiv auf das Aroma auswirken. Vergleich habe ich ja keinen, deswegen werde ich auch nicht berichten können, ob das zutrifft... ;)
420 hat geschrieben:Hallo blumentopferde,

Kaltgärhefe... da kommt es auch darauf an, welche Du im Einsatz hast. Einige können schon ab 8 Grad loslegen. Hier etwas Text von rekru.
Ich hab die stinknormale Vina-Flüssighefe. Die soll ab 5°C arbeiten. Ob's stimmt werden wir sehen...
http://vina-reinhefen.de/modules/wsShop ... at_id=7636
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Erwartet aber nicht dass die Gärung bei solchen Temperaturen schnell verlaufen würde. Man sieht auch an der Dosierungsempfehlung dass die Hefe da nicht in Fahrt kommen will.
Ich erhoffe mir durch die langsame Gärung, mögliche negative Effekte durch die fehlende Entschleimung zu kompensieren, bzw. Entschleimung und Gärung dadurch in einem Durchführen zu können und mir ein zusätzliches Abziehen und damit verbundenen Mengenverlust zu ersparen.

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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von blumentopferde » 29 Oktober 2013 00:06

Update:
Gärung hat noch immer nicht gestartet, ich habe deswegen noch ein wenig Gärstarter hinzugefügt und die Temperatur auf 10°C erhöht...


Ach ja, nur damit ihr wisst, um welche Dimensionen es sich bei diesem Experiment handelt ;) :
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Oktober 2013 00:17

Du hast nur einen Tag gewartet? Bei 8°C... was erwartest du? Auch hier gilt bestenfalls die RGT-Regel. Wenn es nicht noch viel langsamer wird :?
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von blumentopferde » 29 Oktober 2013 00:39

Der Most ging Samstag Nacht in den Kühlschrank. Ich habe also ziemlich genau 48h gewartet...

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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von blumentopferde » 31 Oktober 2013 03:37

Update:

Die Gärung hat nun sichtbar gestartet. Nicht wegen des Blubberns, denn das macht sich nicht bemerkbar, aber wegen des Schaums, der sich auf der Oberfläche gebildet hat.

Ich habe jetzt wieder auf 8°C zurückgeschaltet, um dien Hefe ein wenig zu quälen :twisted:

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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von Dienstag » 31 Oktober 2013 18:30

Hallo.

Gibt es von Mit-Foristen gemachte Erfahrungen bzgl. einer Wesentlichkeit propagierter Aromaschonung von Tiefkühl-Gärungen?

Andreas
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 31 Oktober 2013 19:47

Mit einem sauberen Vergleich anhand zweier ansonsten identischer Ansätze kann ich nicht dienen. Aber wo wir das Thema "Acetaldehyd" gerade woanders hatten: Bei niedriger Temperatur wird wohl mehr davon gebildet :shock: Kalt vergorene Weine haben deshalb oft einen höheren Schwefelbedarf.
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Re: 1. Weißweinversuch

Beitrag von fibroin » 31 Oktober 2013 19:54

Über Kaltgärung habe ich auch keine Erfahrung, ich versuche, 17 ° nicht zu unterschreiten. Da geht es schon langsam. Über Kühlschrankgärung habe ich keine Erfahrung. Ich weiß nicht, du willst doch kein Pils machen. :?
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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