Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

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JasonOgg
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Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von JasonOgg » 29 Dezember 2018 16:39

Ab und an wird mal Ingwer als Zutat für einen Wein verwendet. Allerdings taucht das immer ziemlich verstreut im Forum auf. Fragen gibt es hauptächlich immer zur Verarbeitung und der Menge.

Natürlich gehört auch das Rezept der Homepage hierher.

Bekannt ist ja auch, dass Ingwer die Gärung etwas ausbremst.

Vielleicht schaffen wir es die Erfahrungen in einem Thread zu sammeln, damit ich nicht immer suchen muss :lol:

Beim Kontrollgang in meinem Keller habe ich meine Kirsch, schwarze Johanna und Ingwer kontrolliert. Dort hatte ich immerhin 180g geriebenen Ingwer dazugegen. Der brachte anfangs auch die gewünschte Schärfe, hat sich allerdings inzwischen zu diesem Ginger-Ale Geschmack verändert.

Hat es irgendjemand geschafft, die Schärfe des Ingwers zu erhalten?
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Nordweizen
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Re: Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von Nordweizen » 30 Dezember 2018 12:09

:arrow: Moin
ich habe im November, basierend auf einem Rezept für Hagebuttentee/Weinzubereitung ( der ganz wunderbar geworden ist ) versucht das Gleiche mit Ingwerteebeuteln zu basteln. Das ist leider total in die Hose gegangen. :oops: Das der Ingwer die Gärung ausbremst, konnte ich nicht feststellen, im Gegenteil - es gab sehr starke Bewegung im Gärröhrchen. Genau wie Du geschrieben hast, wandelte sich der Anfangs angenehme Geschmack in diesen Ginger Ale Geschmack, dazu aber auch noch sehr penetrant und unangenehm :( (wahrscheinlich hatte ich viel zu viel Ingwer genommen). Kurz und gut - ich empfand das Ganze als ungeniessbar und habe es dann destiliiert - aus dem kompletten Ansatz ( ca. 23 Ltr. ) ergab der erste Brand 4,5 Ltr. mit 50 % und der zweite 2,5 Ltr. mit 78 % - leider immer noch ein leichter Ginger Ale Geschmack. Ich werde das Ganze im Frühjahr auf 40 % verdünnen und dann als Aufgesetzter für grüne Walnüsse oder Himbeeren verwursten. :hmm: :clap: :hmm:

Ingwertee Wein 2018
angesetzt am 02.11.
175 Teebeutel (a 2 gr.) von Edeka mit 6 Ltr. Wasser aufgekocht und über
Nacht stehengelassen zum Abpressen
3 kg Zucker mit 4 Ltr. Wasser aufgelöst
10 Ltr. Wasser
1 Spritzflasche Zitrone + 5 gr. Beutel Zitronensäure
10 gr. Hefenährsalz
10 gr. Trockenhefe
30 ml Milchsäure
30 ml Antigel
350 gr. geriebener Ingwer + 3 x Äpfel
am 13.11. 500 gr. Zucker zugefügt – Alkoholgehalt 11 %
am 17.11. 2 Ltr. Birnensaft zugefügt
am 30.11. sehr trocken 500 gr. Zucker zugefügt – Alkoholgehalt 9,5 %
am 06.12. trocken 500 gr. Zucker zugefügt – Alkoholgehalt 10 %
am 13.12. trocken – Alkoholgehalt 11 %
am 20.12. die Brühe schmeckt nicht – Alkoholgehalt 11 % / Destillieren
ca. 23 Ltr. Flüssigkeit ergeben im Raubrand 4,5 Ltr. mit ca. 50 % - sind
im ersten Feinbrand 2,5 Ltr. mit ca. 78 %

Bis denne und einen guten Rutsch
"Die Behauptung, es gibt kein Geld um das Elend zu beseitigen, ist eine Lüge.
Wir haben auf der Erde Geld wie Dreck. Es haben nur die falschen Leute!"
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Re: Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Dezember 2018 16:15

Die Ingwerschärfe ging meinen bisherigen Ansätzen ganz klar mit der Zeit verloren, ich empfand die Entwicklung aber durchaus als vorteilhaft :pfeif: Es bleibt ein würziges Aroma zurück das mit zusagt.
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Re: Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von 420 » 30 Dezember 2018 20:56

Bei meinem Ingwerwein 2016, wovon leider nichts mehr da ist, ging die Schärfe auch mit der Zeit verloren. Auch ich empfand den Schärfeverlust als vorteilhaft.

Gärung war kein Problem, da bei mir die Weine alle um die 11 % Alkoholgehalt liegen.

Meine bessere Hälfte liegt mir schon länger in den Ohren, dass ich den Ingwerwein oder auch einen Quitten-Ingwerwein wieder machen soll.

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Re: Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von JasonOgg » 01 Januar 2019 15:49

Da war mal dieser fantastische Ingwerwein von Tompson ...

Es scheint, dass die Gärhemmung bei frischem Ingwer auftritt.

Hat jemand eine Idee, wie man die Schärfe hinbekommt? Ziel ist etwas in dieser Richtung. Letztes Mal war das bis auf die fehlende Ingwer-Schärfe schon gelungen, das wollte ich dieses Mal durch eine größere Menge hinbekommen.
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Re: Erfahrung bei der Vergärung von Ingwer

Beitrag von Fruchtweinkeller » 01 Januar 2019 21:42

Ich fürchte, dass das der normale Alterungsprozess ist wenn die Schärfe verloren geht. Ist das bei diesem Likörgedöhns denn anders? Kann man nach der Gärung aromatisieren?
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