Holunderblütensekt

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Onza
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Holunderblütensekt

Beitrag von Onza » 31 Mai 2016 18:22

Hallöle!

Der Holunder steht in voller Blüte. Da habt ihr sicher Verständnis für mich, wenn meine Gedanken um das Thema Holunderblütensekt kreisen. Rezepte davon gibt es viele im Netz.

Was mich jedoch wundert: Alle ohne Hefe! Setzt man auf "wilde Hefe"? Eigentlich ist es doch einfach nur ein Federweißer aus Holunderblüten - mit ein wenig angestauter Kohlensäure (?). Wenn ich nun ein wenig von unserer Weinhefe hinzugebe, komme ich doch viel schneller und sicherer ans Ziel. Ich möchte herzu anmerken, dass mein Mann in seiner Jugend des öfteren versucht hat, Holunderblütensekt herzustellen. Dieser ist ihm regelmäßig misslungen - der Ansatz wurde schimmelig.

Was meint ihr?

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Re: Holunderblütensekt

Beitrag von 420 » 31 Mai 2016 20:48

Eine Methkode wäre:
mache einen Holunderblütenwein, der ca. 10 % Alkohol hat. Nach Gärende ab in den Keller, nach ca. 10-14 Tagen von der Hefe ziehen, noch weiter klären lassen (ggf. mit Hilfe eines Kühlschranks). Nach einiger Zeit die Sektbereitung starten. Dafür dann aber schwere Sektflaschen sammeln, da doch einige bar Druck in der Flasche entstehen. Und bitte keinen Schwefel verwenden, weil der Schwefel die spätere Flaschengärung sehr stark hemmen kann.

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Re: Holunderblütensekt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 31 Mai 2016 21:37

Ja, klassischer Weise ist das eine "wilde Gärung", wobei sich eben nicht nur mäßig gärfähige Hefen beteiligen, sondern auch Bakterien. Und wenn die Gäraktivität nicht in die Puschen kommt kann's halt verschimmeln. Hat andererseits zur Folge dass auch nicht viel Druck entsteht und die Flaschen selten platzen.

Für mich ist sowas freilich ein mikrobiologischer Albtraum :geek:
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Holunderblütensekt

Beitrag von 420 » 31 Mai 2016 22:05

Kurze Ergänzung noch:

Wenn Du dann den Wein in die Sektflaschen gibst, muss vorher für die Zweitgärung neue Hefe (z.B. Trockenhefe, die vorab dehydriert wurde) und Zucker in den Wein verrührt werden. Dabei entsprechen ca. 4 g Zucker/l 1 bar. Bei 7 bar wären das dann 28 g Zucker/l. Und damit später der Sekt nicht vollkommen trocken ist, noch etwas mehr Zucker. Wieviel, hängt davon ab, wie süß der Sekt später werden soll.

Weiterhin für die Sektgärung ist zu beachten:
- Säuregehalt sollte nicht zu tief sein
- Wein sollte möglichst klarsein
- wenig oder gar kein Schwefel verwenden.
- Alkoholgehalt des Weins nicht über 11 %, damit überhaupt eine Zweitgärung starten kann
- ggf. noch Nährsalz zugeben (1g/10 Liter)
- Bei der Flaschengärung am Anfang ca. 18-20 Grad

Vielleicht habeich noch was vergessen, aber das müsste ersteinmal reichen.

Eine andere Methode wäre, und die wird auch schon praktiziert (ob sinnvoll oder nicht kann ich kein Urteil abgeben), beim Gärstart des Weins so viel Zucker zugeben, und dann den Wein bei 10 % Alkohol auf die Sektflaschen ziehen und dort weiter gären lassen. Problem könnte später die Klärung und damit auch das zu viele Schäumen beim Öffnen der Flaschen sein.

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Re: Holunderblütensekt

Beitrag von Onza » 01 Juni 2016 07:15

@ Andreas: Das Bestätigt meinen Verdacht.

@ 420:
Die Rezepte, die ich im Netz finde (und die ich meinte) sind keine echten Sektrezepte. Mehr so eine Art "Hausfrauenversion" eines leicht sprudelnden Erfrischungsgetränkes mit nur wenig Alkohol mit Holunderblüten als Basis.

Ich werde es im "Fruchtweinkellerstyle" machen und einen frischen Federweißen ansetzen. Was nicht getrunken wird, wird zu einem richtigen Wein ausgebaut. An einen richtigen Sekt traue ich mich noch nicht ran.

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Re: Holunderblütensekt

Beitrag von Bahnwein » 01 Juni 2016 07:28

Onza hat geschrieben:.
Ich werde es im "Fruchtweinkellerstyle" machen und einen frischen Federweißen ansetzen. Was nicht getrunken wird, wird zu einem richtigen Wein ausgebaut. An einen richtigen Sekt traue ich mich noch nicht ran.
Das habe ich letztes Jahr auch gedacht, als ich einen Versuch als Federweißen machte. Dann habe ich gedacht, warum nicht gleich noch Flaschengärung und dann kann man ja gleich auch probieren, die Hefe am Ende aus der Flasche zu bekommen. So habe ich mit dem letzten Schnee diesen Jahres degorgiert. Ich empfehle ausdrücklich es auszuprobieren!

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