Ingwer mit Hopfen

z.B. Dörrobst, Kräuter, Blüten
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NeoArmageddon
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Ingwer mit Hopfen

Beitrag von NeoArmageddon » 25 Februar 2016 22:56

Aloha, wie in meinem Met-Tagebuch versprochen, hier das nächste Projekt, diesmal kein Honigwein!

Die Idee hatten ein Kumpel und ich, als wir über Getränke diskutiert haben und wir drüber geredet haben, dass "Ginger Ale" gar kein Ale ist. Daraus sind zwei Ideen ersprungen: Ein Ingwerwein, der mit Hopfen aromatisiert ist und ein Bier, das später mit Ingwer aromatisiert wird (quasi "echts" Gingerale). Meine Aufgabe ist Ersteres.
Beim Rezept habe ich mich grob an dem FWK-Ingwerein Rezept orientiert, aber bereits ein wenig Diskussion aus dem andere Thread einfließen lassen.

Gärstarter:
0.5l Weißer Traubensaft
0.5g Hefenährsalz
50g Zucker
~2g Reinzuchttrockenhefe

Am nächsten Tag hat er fließig geblubbert.

Ansatz (for 14l):

4 gepresste Zitronen
3 gepresste Orangen
2.1kg Zucker in destilliertem Wasser gelöst
1l weißer Traubensaft
~30g geriebener Ingwer
5.1g Hefenährsalt
7ml Antigel
1.2g Tannin

Die Zitrusfrüchte habe ich über einem Küchensieb ausgepresst (und eine riesen Sauerei gemacht). Grobes Fruchtfleisch ist also nicht im Ansatz gelandet. Ob das Tannin zu so einem fruchtigen Wein passt, weiß ich noch nicht, aber ich finde ein paar Gärbstoffe können nicht schaden. Es ist etwas weniger Ingwer als im FWK Rezept (siehe Diskussion in meinem Met-Tagebuch über Ingwer als Gärhemmer).

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Dann den Ansatz bis 13l (!!!) auffüllen und den Gärstarter hinzu.

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Hat nach ein paar Stunden dann schon richtig gesprudelt und es ist eine ziemlich heftige Konvenktion zu beobachten.
Der Wein scheint so aber ein wenig zu muffen. Es riecht nach einer Mischung aus Fanta und Eiern (nicht toll aber auch nicht störend).

Wie ist jetzt der weitere Plan?

Ich möchte jetzt eine Woche gären lassen, dann die Ingwer Stückchen abseihen. Am 12 bekomme ich Hopfen der Sorte Citra (ein milder Hopfen mit Zitrusnote). Diesen möchte ich dann in 1l Wasser auskochen und dann zum Ballon hinzufügen (dann sind wir bei 14l). Dann Nachzuckermethode bis Gärende. Wenn ich merke, dass zu wenig Ingweraroma drin ist, werde ich vielleicht auch etwas Ingwer zusammen mit dem Hopfen auskochen. Mal sehen.

Was haltet ihr davon? Habe mich hier sehr an anderen Rezepten und "Vorschlägen" aus dem Forum orientiert und mir das so zusammen klamüsert.
Wie ist das mit dem Ingwer im Ansatz? Der ist ja sehr holzig, da Wurzel. Kann da in der ersten Woche schon Methanol entstehen? Weiß jemand, was da nach Eiern muffen kann? Ich hab den weißen Traubensaft oder die Orangen im Verdacht.

Hier ist noch ein Bild meiner Assistentinnen beim Zucker auflösen :lol: :
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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Februar 2016 23:04

Ich würde da gar nichts kochen sondern den Ingwer zB per Beutel in den Wein hängen, dann Geschmack in engen Zeitabständen kontrollieren.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Chesten » 26 Februar 2016 15:35

NeoArmageddon hat geschrieben: Weiß jemand, was da nach Eiern muffen kann? Ich hab den weißen Traubensaft oder die Orangen im Verdacht.
Die Homepage hat geschrieben:Böckser: Gärungsböckser

Unter dem Begriff "Böckser" werden verschiedene Weinfehler zusammengefasst. Ihnen gemeinsam ist der Geruch nach faulen Eiern beziehungsweise Schwefelwasserstoff (H2S). In besonders schweren Fällen tritt zusätzlich ein scharfer, knoblauch- oder maggiähnlicher Geruch auf. Man spricht von einem Gärungsböckser, wenn diese Gerüche bereits während der Gärung auftreten.
Das kommt bei Met/Wein auch schon mal vor, wenn es nicht schlimmer wird legt sich das normaler Weise.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von NeoArmageddon » 26 Februar 2016 16:07

Chesten hat geschrieben:Das kommt bei Met/Wein auch schon mal vor, wenn es nicht schlimmer wird legt sich das normaler Weise.
Hat halt bereits wenige Stunden nach Gärstart begonnen, deswegen gehe ich ja davon aus, dass es an einer der Zutaten liegt oder einer Kombination.

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von wotan » 26 Februar 2016 17:18

Hallo klasse Bericht von Dir ! :clap:
Also soweit sieht das spitze aus und der Wein wird meiner Erfahrung nach, sein muffliges nach ein paar Tagen ablegen.
Nach einiger Zeit riecht´s prima...hey aber uns Wein machern kann´s ja nicht mufflig genug sein :mrgreen:
Ich würd den Hopfen auch wie schon erwähnt, mit einem Säckchen reinhängen und bei gefallen respektive genug
an Würze rausnehmen.

Bitte berichte weiter. Gruß
Meine Bong ist das Gärrohr :pfeif:

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Chesten
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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Chesten » 26 Februar 2016 22:56

NeoArmageddon hat geschrieben:Hat halt bereits wenige Stunden nach Gärstart begonnen, deswegen gehe ich ja davon aus, dass es an einer der Zutaten liegt oder einer Kombination.
Wie gesagt im Normalfall regelt sich das von selbst, nur im Auge ( oder viel mehr Nase ) sollte man das behalten.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Feonbaer » 28 Februar 2016 00:03

Da ich mittlerweile auch Bier braue, kann ich etwas zur Zugabe vom Hopfen sagen.
Ich habe auch schon einmal einen Hopfen met gemacht.
Wenn Du wirklich den geschmack vom Hopfen im Wein haben möchtest, dann solltest Du ihn erst nach der Gärung dazu geben, da bei der Gärung durch die entweichende Kohlensäure auch die geschmackstoffe des Hopfens mit ausgetrieben werden können.
Schmeiß den Hopfen einfach so in den Wein, da so am meisten vom Hopfen in den Wein übergeht.
Am besten ist es den Hopfen in den fertigen, klaren Wein zu geben, da sich der Hopfen nach einiger Zeit auch am Boden absetzt.
Um das zu Beschleunigen kann man, wwie auch bei der sonstigen Klärung den Wein kalt stellen.
Meiner Meinung nach sollte man den Hopfen nicht länger als 4 - 5 Tage im Wein lassen, da sich sonst grasige Aromen bilden könnten.
Die zeit reicht auch völlig aus, damit genügend vom Hopfen in den Wein übergeht.

Vom Kochen rate ich auch absolut ab, da durchs Kochen die Bitterstoffe gelöst werden.
Beim Bier ist das ja gewünscht, beim Wein passt das meiner Meinung nach aber nicht so.
Außerdem bekommst Du schon eine leichte Bittere, auch ohne das Kochen.

Meine Empfehlung für die menge des Hopfens

5 G pro Liter Wein.
Met, ein göttliches Getränk

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von NeoArmageddon » 28 Februar 2016 00:51

Danke für die Ratschläge! Das mit dem einfach rein werfen und nicht kochen habe ich mir nach dem weiteren durchstöbern des Forums auch fast gedacht.

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Drunkenmaster
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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Drunkenmaster » 02 März 2016 12:48

Wieviel % strebst du beim Ingwerhopfen an?
Spinne gedanklich mit einem ähnlichen Vorhaben rum :engel:
Auf den Alkohol! Den Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme!
Homer Simpson

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von NeoArmageddon » 02 März 2016 21:53

Drunkenmaster hat geschrieben:Wieviel % strebst du beim Ingwerhopfen an?
Spinne gedanklich mit einem ähnlichen Vorhaben rum :engel:
So viel wie geht. Denke mal 14-15% sollten (erfahrungsgemäß) drin sein.

Hab eben die Ingwerstücke abgeseiht und die Säure mit Milchsäure und Zitronensäure auf 6,4 g/l eingestellt (etwas weniger als Rezept. Der Hopfen den ich nehme soll eine starke Zitrusnote haben, denke das ergänzt sich dann). Dazu 250g Zucker für als Nachschub für die Hefe.

Der Geschmack ist übrigens gerade wie beim Jungwein dne ich letztens gemacht habe, nur etwas frischer und mit ganz wenig Ingwer (merkt man eigentlich nur, wenn man drauf achtet).

Also man kann anscheinend mehr als ~30g nehmen. Ich denke ich werde dann weitere Ingwerstücke zusammen mit den Kopfen zum Abschluss der Gärung hinzufügen.

Weinpanscher
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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von Weinpanscher » 04 März 2016 14:22

Hi!

Ich mache häufiger Ingwerbier, und ich mag das sehr intensiv. Bier ist hier allerdings irreführend als Bezeichnung, denn es handelt sich rein technisch gesehen um einen Federweisser, da kein Getreide sondern lediglich Zucker den Nährstoff für die Hefe liefert.

Habe auch bereits Ingwerbier mit verschiedenen Hopfensorten gemacht, das Ergebnis war sehr sehr lecker.

Ich denke das ein Ingwerwein mit seinem höheren Alkoholgehalt (mein Gingerbeer hatte so zwischen 5 und 8%), ruhig auch einen kräftigen Ingwergeschmack ab kann. Nur um dir ne Hausnummer zu nennen was die Menge angeht, ich hatte so um die 150g Ingwer auf 5 Liter ausgekocht. Insofern denke ich das du deine Menge noch erheblich steigern kannst. Ich würde wahrscheinlich 500g gerieben oder gehechselt ausprobieren, aber ich mags auch, wie gesagt, sehr feuerig.

VG und viel Erfolg!

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Re: Ingwer mit Hopfen

Beitrag von NeoArmageddon » 04 März 2016 17:24

Weinpanscher hat geschrieben:Ich denke das ein Ingwerwein mit seinem höheren Alkoholgehalt (mein Gingerbeer hatte so zwischen 5 und 8%), ruhig auch einen kräftigen Ingwergeschmack ab kann. Nur um dir ne Hausnummer zu nennen was die Menge angeht, ich hatte so um die 150g Ingwer auf 5 Liter ausgekocht. Insofern denke ich das du deine Menge noch erheblich steigern kannst. Ich würde wahrscheinlich 500g gerieben oder gehechselt ausprobieren, aber ich mags auch, wie gesagt, sehr feuerig.
Genau. Ich werde da wohl noch einiges an Ingwer dann zusammen mit dem Hopfen reinhängen (Gewürzbeutel), wenn die Gärung am Ende ist.
Du sagst, du hast den Ingwer ausgekocht? Hat das gut geklappt?

Übrigens: Das Abseihen hat der Hefe wohl nicht so gut getan, sie lagert sich jetzt (versändlicher weise, da keine Ingwerstückchen mehr rumschwimmen) am Boden ab und die Aktivität ist deutlich zurück gegangen. Vllt packe ich auch nochmal etwas geraspelten Ingwer dazu, damit die Hefe wieder besser schwimmt :D

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