Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Andreas_07
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Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Andreas_07 » 20 März 2018 13:27

Hallo liebe Leute.

Vllt. nute ich diesen Thread neben meiner eigentlichen Frage auch gleich einmal dazu, mich näher vorzustellen. Ich bin der Andreas (31) aus der Umbegung um Potsdam, Student im Naturschutzbereich.
Ich habe schon seit längerer Zeit das Interesse mir meinen eigenen Wein herzustellen und habe aus diesem Grund auch schon einiges zum Thema gelesen (hier und auch auf anderen Seiten).

Als Ausstattung habe ich drei 10L Gärballons sowie ein 12 bis 15 L Gärfass aus Glas (bin nicht sicher, habs von meiner Schwiegermutter in Spe...steht leider nix drauf).
Alle anderen nötigen Utensilien habe ich ebenfalls (Vinometer, Chemikalien, Salze, etc.). Ok der Schlauch zum Abziehen fehlt noch aber ein Baumarkt ist nicht weit.

Als meinen ersten Versuchswein habe ich mir eine Tk-Beerenmischung (Rote- u schwarze Johannesbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren) aus dem REWE auserkoren (keine Konservierungsstoffe oder zusätzlicher Zucker).
Diese Mischung ist im Verhältnis zu allen anderen Waren sehr günstig und falls etwas schief geht...zu verschmerzen. Mein späteres Ziel ist ein schöner Himbeer- und Kirschwein. Met gehört natürlich auch dazu...werde ich ejdoch erst im Sommer bei mehr Erfahrung probieren.

Meine Frage ist nun da ich mich damit doch etwas schwer tue und Erfahrung von anderen durchaus helfen könnte:

1. Wieviel KG dieser Beerenmischung benötige ich, wenn ich einen 10 L Gäransatz einstellen möchte (eine Packung = 750g)?
Würde dafür vermutlich das Gärfass nutzen und später in einen oder zwei 10L Gärballons abziehen. Kommt dann halt darauf an wieviel Wein man gewinnen kann. Vermutlich wird also ein Gärballon ausreichen.

2. Gibt es dazu ein evtl. entsprechendes Rezept?

3. Zucker: wieviel Zucker sollte beim Start verwendet werden? Ich weiß, dass man beim Nachzuckern ca. 20g auf 1L verwenden sollte. Jedoch bin ich was den Anfang angeht etwas unschlüssig. Eines vorweg....ich liebe süße Weine. Bis auf 15 Umdrehungen muss ich nicht unbedingt kommen. Zwischen 10-12% würden mir völlig reichen. Selbst etwas wneiger wäre kein Weltuntergang. Jedoch werde ich als Anfänger nicht darauf bestehen. Vorerst gehts wirklich darum ein gefühl dafür zu bekommen und es später ohne großes Nachgefrage selber im "Finger" zu haben.

4. Ich habe bei den verschiedensten Rezepten gesehen, dass immer sehr unterschiedlich lang gegärt wurde.....wie verhält es sich hier? Eine Woche? Zwei Wochen? Ein ganzer Monat? Ich weiß das man dabei vor allem schauen muss, wann der Startzucker vergoren worden ist....aber es kommt ja auch auf den Geschmack etc an der sich erst mit der Zeit bilden kann. Zucker wird ja oft schnell manchmal aber auch weniger schnell in Alkohol umgewandelt. Hat sich dann aber auch immer schon der richtige Geschmack herausgebildet?

= Sprich....wann müssen Wein und Most voneinander getrennt werden (Most war in dem Zusammehang korrekt, oder ^^?)


Weitere Fragen werden durchaus noch folgen...jeodch muss ich jetzt zu einer Vorlesung.

Liebe grüße und schon mal im Voraus ein großes Danke für eure Gedult.

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Chesten
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Chesten » 20 März 2018 14:34

Willkommen bei uns!

Erstmal vorweg du kannst ohne Probleme TK-Ware verwenden auch mit einer Beeremischung bekommt man einen leckeren Wein hin!

Da du noch völlig neu in dem Thema bist lege ich dir die Homepage zu diesen Forum sehr ans Herz:
http://www.fruchtweinkeller.de/

Da steht alles drin was du wissen musst um deinen ersten leckeren Wein herzustellen.
Da gibt es auch erprobte Rezepte die dir als Orientierung dienen können.
Das zu deinen ersten und zweiten Frage.

Zu deiner 3. Frage :
Zu viel Zucker stress die Hefe womit diese schlechter gärt und weniger Alkohol und mehr Fuselöle bildet und beides willst du nicht.
Je nach Rezept schlägt die Homepage ca. 2-3 kg Zucker auf 20 Liter Ansatzmenge vor.
3 kg Zucker reichen bei ca. 20 Litern für ca. 7 vol% ohne den Zucker aus den Früchten.

Zu deiner 4. Frage:
Wir empfehlen eine Maischestandzeit von ca. 7 Tagen je nach Weinart und persönlichen Empfinden auch etwas kürzer oder länger aber mit ca. 7 Woche fährst du eigentilch immer ganz gut. Was ich mit Maischestandzeit meine ? So lange bleiben die Früchte im Wein nach dieser Zeit wird abgemaischt , soll heißen die festen Bestandteile werden von der Flüssigkeit getrennt. Und die Gärung wird als Saftgärung fortgeführt.
Wie lange es nun dauert bis dein Wein mit der Gärung fertig ist liegt ganz an deiner Vorgehensweise:
Wenn du einen richtigen Weinfilter hast mit dem man sterilfiltern kann , kannst du die Gärung ganz nach Verlangen auch bei deinen eingepeilten ca. 12 vol% zwangsbeenden. Diese Alkoholgehalt ist schon nach 2 Wochen möglich! Aber ohne professionellen Weinfilter ( kosten ca. 180 €) oder Einsatz von Süßstoffen wird dir als sinnvolle Möglichkeit nur die Nachzuckermethode bleiben um einen lagerungsstabilen Wein mit stabiler Restsüße selbst herzustellen. Je nach Heferasse kann der Wein dann schon mal 16 vol% haben ! Aber die Restüße kannst du dann ganz nach deinem eigenen Geschmack einstellen so wie du es gerne hättest!

Wie lange braucht es nun einen Wein mit der Nachzuckermethode herzustellen ?
Je nach Wein und Hefe 3 bis 6 Monate manchmal auch länger !
Und das nur für die Gärung ! Ohne richigen Weinfilter kann die Selbstklärng und Reifung nochmals ca. ein Jahr im Anspruch nehmen.


Am besten du erstellst hier im Forum ein Weintagebuch und berichtest uns immer fleißig dann können wir dir in der Regel in binnen eines Tages mit unseren Rat zu Seite stehen. Da die Weinherstellung eher ein Marathon als ein Sprint ist reicht das aus damit du deinen ersten leckeren eignen Wein herstellen kannst.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Igzorn » 20 März 2018 17:50

Du brauchst ein Säure Messset!

Willkommen erstmal,
wie oben beschrieben ist die Homepage ein Füllhorn der Weinweissheit. Während Du auf die Reifung Deiner ersten Charge wartest, kannst Du sie lesen. Aber vorneweg: Du brauchst ein Säure Mess Set für Hobby Winzer. Blaulauge und Zylinder. Die Nutzung ist auf der Homepage erklärt.
Und Deine erste Frage lässt sich nur so beantworten:
Du brauchst so viel Wasser bis die Anzeige von Deinem Set auf unter 9g/l gesunken ist.
Da Johannisbeeren drin sind, werden es bestimmt 3 Liter Wasser sein, aber die Range ist so breit, da kann es kein Rezept geben.
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Josef » 20 März 2018 20:29

Auch von mir ein Willkommen. :engel:
Igzorn hat schon recht, im Grunde brauchst du ein Säure Messset. Über kurz oder lang kommst du sowieso nicht drum herum.
Solltest du es ohne dieses Teil versuchen wollen, probier es mit 4Kg Früchten und 6Litern Wasser. Zum Gärstart 1Kg Zucker.
Die üblichen Zutaten natürlich nicht vergessen, Hefe usw.
Im laufe der Gärung kommen dann noch ca. 2Kg dazu. Dann würde ich mal mit ca. 3Monaten Gärung rechnen, bevor der Wein sich bei ca. 15-16% einpendelt. Für einen Anfänger kann ich es auch nur empfehlen, den Wein so hoch zu vergären, wie es die Hefe her gibt. Dann brauch man sich um die Stabilisierung keine Gedanken zu machen. Das ist nämlich noch mal ein Kapitel für sich.

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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Igzorn » 21 März 2018 08:10

Hier noch ein Profitipp zum Thema Säure Messset (Blaulauge). Kauf Dir die Blaulauge 1/3n mit passendem Zylinder.
Es ist so, dass die Anfänger Sets immer aus Blaulauge 1n (bzw. ohne Angabe) und passendem Messzylinder bestehen. Aaaaaaber, wenn Du nachkaufen willst, dann findest Du zu 99% die 1/3n und sie kommt mir billiger vor. Deswegen nach Blaulauge 1/3n suchen und in der Regel findest Du den passenden Zylinder in der Nähe. Zylinder - Gesamtsäure heisst das dann. Der Zylinder muss zur Lauge passen!
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Moneysac » 21 März 2018 12:04

Ist die handelsübliche "Blaulauge" nicht immer eine 0,53-prozentige NaOH-Lösung?

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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 21 März 2018 22:35

Richtig, die "normale" Blaulauge für die Weintitration mit dem 0815-Acidometer (Probenmenge 10 ml Wein) hat eine Konzentration von 0,53%, das entspricht rund 133 mmol/l. Dann gibt es noch eine 1/3 n Blaulauge (also 333 mmol/l) sowie 1 n Blaulauge (also 1 mol/l). Verwendet man eine der letzteren Blaulaugen, so muss man entsprechend umrechnen bzw. verdünnen bzw. mehr Probe nehmen.
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Moneysac » 21 März 2018 22:43

okay, diese Mischungen habe ich tatsächlich noch nie irgendwo als Blaulauge im Verkauf gesehen. Mich wundert daher die Aussage von Igzorn.

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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Igzorn » 21 März 2018 22:46

Ich bleibe dabei! 1/3n sieht man dauernd, die andere nur im Set.

Ansonsten schau einfach wo Du die günstigste findest und kauf den passenden Zylinder dazu.
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 21 März 2018 23:04

Bei Vierka, Arauner, Brouwland kann man die 0,53%ige Blaulauge auch einzeln bestellen.
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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Moneysac » 21 März 2018 23:05

Also das würde ich jetzt gerne klären, da ich ansonsten seit 7 Jahren die Säure, je nach Bestellung falsch messe. Die unten stehenden Quellen versenden alle Blaulauge ohne nähere Spezifikation. Daher gehe ich davon aus, das dies die 0,53%-Mischung ist. Was ist den die "Default"-Blaulauge wenn es nicht die 0,53%-Variante ist.
Edit: Fruchtweinkeller war schneller ;-)

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Re: Anfängers erster Wein: Tk-Beerenmischung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 21 März 2018 23:13

Die Acidometer von Vierka und Arauner sind auf 10 ml Probe abgestimmt, die von Vina und Brouwland vermutlich auch. Ich gehe davon aus dass die aufgelisteten Blaulaugen alle für den Hobbybereich geeignet sind und die "richtige" Konzentration haben.
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