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DerGeneral
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Beitrag von DerGeneral » 04 Februar 2010 06:21

Servus,hier eine Mischung die gerade bei vergärt
600g Blaubeeren
300g Himbeeren
300g Waldfrucht alles aus der Tiefkühltruhe im SB

400g Pfirsich
400g Pflaumen alles aus der Konserve

Nach dem auftauen habe ich alles mit 1 Liter heißem Wasser übergossen und auf ca 50 Grad abkühlen lassen.Das ganze habe ich mit 15ml Antigel versetzt und 12 Stunden einwirken lassen und dann abgepresst. Dann den Saft und 1,25Liter Wasser, 1,25kg Zucker , 1g Nährsalz und Heferasse Portwein hinein.

Das ganze gärt schon seit seit 10 Tagen, wann sollte ich den Zuckergehalt überprüen um nochmal nach zu zuckern? Oder habe ich etwas vergessen?

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Beitrag von JasonOgg » 04 Februar 2010 08:05

Auf den ersten Blick sieht das doch gut aus.
Und gären tut es auch, aber nach 10 Tagen kann man schon mal probieren, ob noch genug Zucker da ist.

Wenn ich das richtig sehe, dann läuft das auf 5l raus?

Ich rechne jetzt nicht mit den Zuckerwerten rum, aber 10 Tage Gärung ohne nach zu zuckern ist schon viel, soll heißen, das der Zucker noch nicht vollständig vergoren ist. Entweder war der Zucker reichlich (scheint so, aber ich rechne nicht), was eine langsamere Gärung erklärt oder die Konserve enthielt Konservierungsmittel, die vielleicht auch noch gebremst haben.

Aber wie gesagt, es gärt ja anscheinend, also mit Standardvorgehen weitermachen.

Zwei Gedanken am Rande:

50°C ist schon ziemlich dicht an der Grenze für Antigel (ich glaube 60°C), wenn ich mich recht entsinne. Zu heiß darf das auch nicht werden, auch wenn es mehr Hitze verträgt als Hefe

Warum hast Du keine Maischegärung gemacht? Ob du nach 12 Stunden Antigel oder einer Woche Gärung abpresst macht von der Arbeit keinen Unterschied. Bei einer Maischegärung löst sich doch einiges mehr aus den Früchten, allerdings nicht nur Aromen sondern auch Gerbstoffe etc. Aber die Pfirsiche waren ohne Steine und höchstens ein paar Brombeeren in den Waldfrüchten könnten einen leichten Fehlgeschmack abgeben, der hier wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre.
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Beitrag von DerGeneral » 04 Februar 2010 08:36

ja es ist ein 5 liter ballon , der istimmer zum testen da. ich habe bei meinen letzten versuchen eine Maischegärung gemacht die immer sehr heftig war,und diesmal wollte ich eine saftgärung probieren. Hatte beim ansetzen noch keine Öchslewaage und habe somit auch nicht den ausgangswert, habe aber mal eine gekauft und nachgemessen und ich habe 62 öchsle gemessenSollte ich noch nachzuckern?

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Beitrag von JasonOgg » 04 Februar 2010 13:23

Es sollte kein Vorwurf sein, natürlich ist eine Saftgärung einen Versuch wert. Reines Interesse :D
DerGeneral hat geschrieben:ich habe 62 öchsle gemessenSollte ich noch nachzuckern?
8-) Ich suche trotzdem nicht die Formeln raus und rechne nach 8-)

Eine grobe Abschätzung reicht. Es sollte nicht zu viel sein, wie FWK hervorragend auf der Homepage dargestellt hat, bei zu wenig musst Du früher nachfüttern.

Und genau das ist ein mögliches Problem, halb verhungerte Hefen können anfangen Zicken zu machen, dann dauert die Gärung sehr lange. Also lass sie nicht verhungern.

Einfache Methode: probier ein Schlückchen, schmeckst Du (neben Säure und Gerbstoffen) noch "ausreichend" süß, dann ist alles in Ordnung. Meinst Du er könnte mehr Zucker vertragen, dann füge Zucker hinzu. Unter ungefähr 12% kannst Du ohne zögern für 2 Prozentpunkte Alkohol, darüber besser nur für 1% hinzufügen. Grober Richtwert ist 20g/l für 1%Alk. Genaueres (auch die Zuckerberechnung ;) ) findet man auf der Homepage.
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Beitrag von Josef » 04 Februar 2010 22:19

Ich stimme JasonOgg völlig zu.
Um zu entscheiden ob du nachzuckern musst, musst du den Wein probieren.
Hast du die möglichkeit den Alkoholgehalt zu messen?
Wenn ja, würde ich wenn der Wein ziemlich trocken schmeckt, den Alkohol messen und wie Jason schon geschrieben hat, nachzuckern.

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Beitrag von kiloohm » 04 Februar 2010 23:16

Beobachte die Gärung. Schau dir die "Blubberrate" an. Wenn du den Alk-Gehalt nicht messen kannst, oder die Messung ungenau ist ( die Messung kann +- 2% sein) ganz vorsichtig nachzuckern, höchstens für 1/2 %. Und immer wieder die Blubberrate beobachten. Die Hefe verhungert zwar evtl. etwas, aber so schnell stirbt sie auch nicht. Die ist sehr schnell mit Zucker wieder "obenauf" . Rantasten mit kleinen Zuckermengen schützt dich vor übersüsstem Wein. Es dauert nur evtl. etwas länger. Das schadet aber nicht. Im Gegenteil!

Gruss
Thomas

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Beitrag von JasonOgg » 05 Februar 2010 08:07

@kiloohm, ich habe den Thread, den Du woanders (TK Kirschen?) gesucht hast gefunden, hier ist er :D

Dort hatte ich als Daumenregel aufgestellt, immer ein klein wenig süßer halten, als man die Restsüße später haben möchte:

- es ist genug Spielraum für die Hefe um weiterzugären
- ist unabhängig vom Alkoholgehalt
- gilt auch, wenn die Gärung vorbei ist
- das Einstellen der Restsüße ist viel einfacher, man hat sie ja eigentlich schon
- etwas Zucker (Saccharose) zerfällt ja später noch

Während der stürmischen Gärung kann das allerdings gefährlich sein, weil die Hefe den Zucker geradezu verbrennt. Aber ab 12-13% funktioniert das prima. Gegen Gärende sinken halt die Zuckerdosen, aber das lernt man schnell abzuschätzen, wenn man es ein paar mal gemacht hat.
So sollte man eigentlich immer auf der sicheren Seite sein, wenn man nicht zu süß werden will.
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Beitrag von Josef » 06 Februar 2010 06:58

Kann man so machen. :shock:
Es gibt auch Leute die das so handhaben.
Einziges Problem, die Alkoholmessung am Ende wird noch ungenauer. Die genauste Messung erhält man ja bekanntermaßen im pf...trockenen Wein.

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Beitrag von JasonOgg » 06 Februar 2010 13:42

@Josef, das stimmt allerdings.

Für meinen Teil akzeptiere ich, dass ich den Alkoholgehalt doch nur mit plusminus 1% Genauigkeit hinbekomme. Das reicht mir auch, den 13% wären mir sowieso lieber, und die bekomme ich mit der Nachzuckermethode so nicht hin.

Da ich bei ausreichender Klärung direkt steril filtere, fehlt mir der Zwischenballon zum Restsüße einstellen. Daher ist es für mich leichter, die Restsüße direkt am Ende der Gärung schon so genau wie möglich zu haben.
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Beitrag von DerGeneral » 06 Februar 2010 21:49

Habe vor drei Tagen nochmal 100 gramm dazu gegeben,heute habe ich erneut gemessen und 50 Öchsle gemessen und mich dazu entschlossen kein Zucker mehr dazu zugeben ,Alkoholwert habe ich auch gemessen und er lag bei 14%

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Beitrag von kiloohm » 06 Februar 2010 22:04

Im gärenden Wein versagt die Öchslemessung! Da ist Alkohol im Spiel, der verändert die Dichte !!!

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 Februar 2010 22:06

Dir ist aber klar dass die Messungen ungenau sind uns insbesondere die Dichtemessung wenig Sinn macht?

14% sind drin, 50°Oe reichen für weitere 6%. Wenn das stimmt hast du ein Probem: Dann hast du einen gärstockenden Weltraumkleber.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Am Rande des Wahnsinns hat man die beste Aussicht.

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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