Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

wickie
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Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 06 April 2018 20:02

Der Chef hat mir befohlen hier mal ein Tagebuchthreat zu starten.
Und zwar geht es hier um einen Speziellen Tomatenwein ala Bloody Mary, den sich mein Bruder wünschte. Letzte Woche habe ich mal so ein Getränk zum ersten mal ausprobiert und war echt angeekelt was das für ein widerliches Gesöff ist. Nun es liegt einzig und alleine am Wodka, der alles irgendwie verdirbt. Ohne besagten Wodka (war ein billiger) schmeckt das zeug echt gut, und könnte auch so als Sauce für Nudeln durchgehen. Also auf ans Werk.

Rezept 10L:

5Kg Passierte Tomaten
1kg Tomaten aus der Dose
0,5Kg Tomatenmark
250g Sellerie
~3Kg Zucker
3Liter Wasser
0,5L Apfelsaft (Gärstarter)
4 Zitronen (Saft)
5ml Milchsäure
10g Antigel
5g Hefenährsalz
2,5g Hefe
Salz
Pfeffer
Zitronenschale
Tabasco
Worcestershire Sauce


Ja die Zutaten klingen sehr Exotisch …
Ich habe mich jetzt doch gegen die Tomaten aus der Dose entschieden, und nehme die Passierten Tomaten, weil die Aromatischer sind. Ich weis, das war ein Fehler … :lol:
Ich überlege noch, ob ich den Tomatensaft auch noch dazu schmeiße? Den Sellerie werde ich aber nach Geschmack dosieren und kann ich erst genau beziffern wenn ich das Zeugs zusammen rühre. Das gleiche gilt für die Milchsäure und die Zitrone. Natürlich wird auch der Zucker zunächst nur mit 2Kg dosiert. Da es ja kein Süßer wein werden soll, muss man da sehr vorsichtig mit der menge sein. Salz, Pfeffer, Zitronenschale, Tabasco und Worcestershire Sauce kommen erst nach der Vergärung rein und dienen nur zum Abschmecken.
Hmmm… wenn jetzt keiner Einspruch dagegen erhebt, wandert alles so in den Gärbottich. :hmm:

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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 April 2018 22:45

Weiß nicht ob du es auf dem Radar hast: Achte bei der Zitronenschale darauf dass du nichts von dem hellen Material unter der Haut "erwischst". Das kann fiese Bittergeschmäcker entwickeln.
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 07 April 2018 08:49

Danke für den Hinweis. :)

wickie
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 17 April 2018 11:48

UPDATE:

07.04.
Angesetzt habe ich diesen Wein einmal mit 1,2 Kg Dosentomaten (waren 3 x 400g), 2 kg Zucker (kommt ja später mehr) und nur 1,5 Liter Wasser. Ich habe nach dem kosten Angst gehabt, das ich den Wein zu sehr verwässern könnte. Sonnst blieb das Rezept unverändert.
Dieser Wein hatte bisher die stärkste gärung (sehr stürmisch), der Wein konnte es anscheinend nicht erwarten. :lol:

14.04.
Die Messung war hier leider nicht möglich, das Vinometer schätzte mal so 15,6%, was ich nicht glaube. Bei der Kostprobe kam es mir eher wie die 7% rüber. Mal schauen ob ich später eine genauere Schätzung machen kann.
Das Abpressen der Maische ging eigendlich erstaunlich gut, nachdem ich bei dem Banananas-met schon Erfahrung gesammelt habe (1 Tag vorher). Geschmacklich weiß ich jetzt noch nicht wo ich den Wein einordnen soll oder wie man ihn beschreiben kann. Er ist eher säuerlich tomatig, wobei er nicht Typisch Wein säuerlich schmeckt. Komisch - seltsam bis Pervers - Interessant würde ich es mal beschreiben. Dabei habe ich festgestellt, dass der Sellerie doch etwas zu viel war, der ist deutlich im Vordergrund zu schmecken. Ich hoffe mal, das sich das noch gibt. Mal schauen wie er sich entwickelt.
Für die Gärung habe ich noch einmal 1Kg Zucker trocken nachgelegt, da ich den Wein nicht verwässern will, es könnte das Aroma verloren gehen.

Irgendwie ist der Geschmack nicht unangenehm, aber sicher wird das auch kein Wein für das Tägliche Glas. ^_^

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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Moneysac » 17 April 2018 11:59

Cool, dass du das durchziehst :clap:

Meine Experimentierfreudigkeit ist nach all den Jahren mittlerweile doch ziemlich zurück gegangen.

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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 17 April 2018 12:48

Ach ... Ich finde das Thema mit dem Wein sehr spannend und ärgere mich, dass ich nicht früher darauf gestoßen bin. Ich würde auch so weit gehen das ich auch Milch oder so etwas probieren würde. Es gibt ja auch einen Schnaps der aus Ziegenmilch ist.

Bisher hat mich Wein nicht wirklich interessiert, da ich ja nur die Kaufweine kannte und die schmecken so ekelhaft, das ich meinen Essig zuhause bevorzuge. Einen guten Wein zu finden ist da schwer, da ich eigendlich Biertrinker bin. In Österreich habe ich auch das Glück 1000 Biersorten zu haben, nicht wie in Deutschland nur Pils, leider Vertrage ich die Kohlensäure nicht. Jetzt wo ich aber den Wein als Hobby kennen gelernt habe, mache ich meinen eigenen "gehopften Malzmet". :D
Dazu werde ich noch einen Sauermet probieren (Ich stehe voll auf das Sauerbier :P ).
Mit dem Malzmet (mein 2. Ansatz insgesamt) hat mich auch schon der Virus gepackt, da er mir so gut geschmeckt hatte, dass ich auch weiter machen wollte. Danach entdeckte ich dieses Forum. ;)

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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Professore » 17 April 2018 22:16

wickie hat geschrieben:
17 April 2018 12:48
...In Österreich habe ich auch das Glück 1000 Biersorten zu haben, nicht wie in Deutschland nur Pils...

Einspruch Euer Ehren.
Erstmal glaube ich als Franke, der in der Gegend mit der höchsten Brauereidichte Deutschlands lebt,
nicht, dass es 1000 Sorten sind, vielleicht 1000 verschiedene Biere.
Und in Deutschland gibt er rund 1400 Brauereien, die alle mehr als nur Pils im Programm haben.
Unterstellt man nur 3 Sorten pro Brauerei, dann sind wir bei rund 4200 verschiedenen Bieren.

Gruß

Jochen
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 April 2018 22:23

Inspiration für "interessante" Weine bekommt du hier im Forum ganz sicher, zum Beispiel

http://forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?t=8831 :mrgreen:

Bezüglich des Biers muss ich die Welt aber ein klein wenig zurechtrücken: Klar, die 0815-Pilsflut ist in der breiten Masse oft austauschbar. Aber schon vor der Craft beer Schwemme gab es hier viele interessante Biersorten von kleinen Brauereien und lokale Biersorten, da muss nur ein wenig suchen und muss im Regal des Getränkeshops vielleicht zwei Schritte weiter gehen. Und wenn ich an die "Biernachbarn" denke, so denke ich offen gesagt nicht an Österreich, sondern eher an Belgien.

Sprach's und gönnt sich ein Dunkelbier aus der Klosterbrauerei Machern :)

edit: Zwoter Beitrag zur Verteidigung der deutschen Bierehre :)
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 18 April 2018 06:44

Sorry, ich wollte niemanden beleidigen, auch wenn es jetzt so rüber gekommen ist. Ich bin schon öfter in Deutschland gewesen und da muss ich leider Sagen das ich eher enttäuscht war. Wenn ich mich hier in Österreich so umsehe, steht das Karamelbier neben dem Rogenbier. Darunter Steht ein Glutenfreies Bier neben dem Bierlikör. Da findet man Genauso ein Hanfbier wie ein Kürbisbier. Das Dunkle findet sich auch von Leicht bis Ultra Dunkel, von süß bis herb und wem das noch nicht genug ist, haben wir auch eines dass so Dunkel ist, dass man es nicht mehr Trinken kann. Wir haben sogar Weinbier und Whiskybier, dass nicht gegen das deutsche Reinheitsgebot verstösst. Da stehen 15 ALE Sorten, Flasche an Flasche mit den Apfel-, Birnen- und Johanisbeerwein im Regal. Ich kam schon mal in den Genuss, ein Chilibier zu kosten. :schlecht:
Und kein Bier das ich in Österreich getrunken habe, war irgendwie Aromatisiert wie ein Radler mit der Ausnahme des Metbieres. Das einzige was mich ärgert, ist die Tatsache, dass das Sauerbier immer Ausverkauft ist (Limited Edition).

@Fruchtweinkeller danke für den Link, aber dieses Thema habe ich schon letzte Woche fertiggelesen gehabt. Meiner Meinung nach, das Spannendste Thema nach dem Weintypen in Kamerun. Meine Liste an Weinen die ich machen will, ist auch schon Lang und da stehen noch Sachen drauf wie Zitrone, Gojibeere, Drachenfrucht, Brennesseln, Sauermet, usw… ?-|
Falls jemand noch eine Idee hat oder was Probieren möchte, bin ich sicher der richtige Partner dafür.

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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 April 2018 22:32

Och, das sehe ich nicht als Beleidigung, das sind kleine Neckereien unter Nachbarn ;)

Sauerbier gibt's natürlich auch bei uns, nicht zu vergessen auch bei den Belgiern. Mein Ding ist das nicht. Wenn ich Sauerkraut will mache ich mir eine Tüte auf :mrgreen:
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von Professore » 19 April 2018 21:43

wickie hat geschrieben:
18 April 2018 06:44
Ich bin schon öfter in Deutschland gewesen und da muss ich leider Sagen das ich eher enttäuscht war.
Nun, dann warst Du in der falschen Stadt, im falschen Laden oder in der falschen Kneipe:

KlickMe

:mrgreen:

Jochen
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Re: Tomatenwein ala Bloody Mary - Tagebuch

Beitrag von wickie » 23 April 2018 07:00

UPDATE:

21.04.
Heute schätzte das Vinometer 16%, was vom Geschmack her stimmen könnte. Leider ist die Gäraktivität schon auf 0 zurückgegangen (das Gärröhrchen bewegt sich nicht), aber der Zucker ist noch nicht vergoren. Für mich schmeckt es jetzt noch viel zu süß, mal schauen ob sich in dieser Woche noch etwas tut. Aufgrund der süße habe ich beschlossen, nichts zu tun und einfach mal abzuwarten. Vom Aroma her ist er jetzt überaschenderweise sehr Lecker Fruchtig Tomatig. Der Sellerie ist kaum noch zu schmecken. Auch wenn er mir zu süß ist, schmeckt er doch sehr gut und überraschend lecker. Ich könnte mir den Wein gut zu einem Käse Abschluß oder als Begleitung zu einem Salat als Hauptgang gut vorstellen. :)

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