1. Versuch Zwetschgenwein

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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von OScargrouch81 » 01 September 2011 23:52

Servus Forum,
ich bin neu hier. Mein Name ist Christian, 30 Jahre alt und komme aus der Oberpfalz im schönen Bayern.


Beim heutigen pflücken der Zwetschgen ist mir eingefallen das mein Opa (bereits verstorben) immer Schlehen in nem Glasballon angesetzt hat.
Leider kann mir keiner sagen wie er das immer gemacht hat und was dabei raus gekommen ist.
Mein Gedanke war nun das ich ein Eimerchen voll Zwetschgen mit Zucker, Wasser und Hefe (Weinhefe, Bierhefe oder Backhefe) in einem Glasballon ansetze und das ganze mal ein paar Wochen gehen lasse. Anschliessend würde ich das ganze filtern und (hoffentlich) genießen.
Rein theoretisch müsste doch die Hefe den Zucker in Alkohol umwandeln.

Ich würde mich freuen wenn Ihr mir etwas weiterhelfen könntet bzw. mir eine Bauanleitung geben könntet.
Servus und schönen Gruss
Christian


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Josef
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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von Josef » 02 September 2011 07:33

Ja, im Prinzip ist das so wie du es beschreibst.
Aber etwas mehr Hintergrundwissen hört schon dazu.
Das alles hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen.

Dazu gibt es aber den Fruchtweinkeller, die eigentliche HP. Das Forum ist nur ein Ableger (wenn auch sehr nützlicher und interessanter) davon.

Lies dich mal in die Materie ein, dann kommen immer noch Fragen und wir sind sicher für alle Fragen offen.

Ach ja, und erstmal ein herzliches Willkommen bei uns. :shock:

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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von vladdi78 » 02 September 2011 11:52

Auch von mir ein Willkommen.

Grund- und Detailwissen: Fruchtweinkeller.
Spezialfragen: Forum

Antwort auf Deine Frage: ja

:D
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Lysias
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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von Lysias » 02 September 2011 12:04

Auch von mir ein Willkommen im Forum :D

Den obigen Beiden schließe ich mich an. Allerdings rate ich dir, jetzt schon, von Backhefe ab.
Grob gesagt bekommst von Backhefe angesetzten Wein dicke Kopfschmerzen, wenn nicht noch übleres. Das liegt daran, dass die Backhefe einen hohen Anteil an Methyl-Alkohol produziert als die Reinzuchthefe, die auf die Produktion von Ethyl-Alkohol (also genießbaren Alkohol) gezüchtet wurde.

Gruß

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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von OScargrouch81 » 05 September 2011 15:57

So...
ich werd mich nun mal ans Rezept vom Fruchtweinkeller halten.
Ein bisschen muss ich euch nun trotzdem "auf die Nerven gehen"...
1. Kann mir jemand von euch eine Internetseite empfehlen wo ich die richtige Hefe, Antigel, Hefenährsalz und das ganze andere Zeug beziehen kann?

2. Zum Verständnis:
Ich nehme die entkernten Zwetschgen (klein geschnitten),Wasser und Zucker, Hefe und Antigel und gebe das alles in den Ballon und lassen das ganze 2 Wochen bei Raumtemperatur gären. Anschliessend presse ich den Ansatz aus und gebe es zurück in den Ballon nachdem ich die Süße eingestellt habe. Im Ballon lasse ich das ganze wieder gären bis diese beendet ist. Jetzt setzt es aber aus!
Was versteht man unter "vom Hefebodensatz abziehen"?
Für was benötigt man das Pyrosulfit und das Vitamin C vor dem Abfüllen?

Vielen Dank schon mal!
Servus und schönen Gruss
Christian


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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 September 2011 21:16

zu 1:
Ein paar Shops findest du hier:
www.fruchtweinkeller.de/Wine/bezug.html

zu 2:
nach dem Abpressen stellst du die Säure ein und zuckerst in Etappen nach bis die Hefe am Alkohol zugrunde geht ("Nachzuckermethode", siehe Kapitel "Zucker"). Dann wird geschwefelt und nicht mehr geschüttet, dann setzt sich die Hefe relativ schnell und der Fruchtschlunz relativ langsam ab. Ist die Hefe vollständig am Boden, dann sollte man zügig von diesem Bodensatz abziehen, dann wartest du die weitere Selbstklärung ab.
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von OScargrouch81 » 30 September 2011 16:03

Servus Forum,

mein Ansatz gärt nun 2 Wochen, laut Rezept soll man nach der 2ten Woche Zucker und Säure einstellen.
Von meinem verstorbenen Onkel (Hobbywinzer) hab ich mir nun ein Oechslemeter und ein Alkoholmeter besorgt.

Meine Frage nun, wie stelle ich den Säuregehalt ein? Das ganze geht ja über den ph-Wert und als Aquarianer habe ich auch einen Tröpfchentest für den ph-Wert bei der Hand (funktioniert das mit dem?).

Wenn der Säuregehalt zu gering ist muss ich nach süssen und wenn er zu hoch ist muss ich mit Milchsäure nach helfen, wenn ich das richtig verstanden habe?!

Ich hab mich zwar schon hier belesen, aber so richtig verstehen tu ich es immer noch nicht!
Ich würde heute gerne meinen Ansatz durch ein Sieb abgiessen und die ganzen Werte feststellen und euch dann weiter um Rat fragen wenn ich darf. Denn Fruchtwein würde ich zwischenzeitlich gerne wieder in den Ballon giessen und mit nem Gärspund verschliessen.

Ist mein Plan so weit ok?
Servus und schönen Gruss
Christian


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Beitrag von Zecke » 30 September 2011 16:40

Ohh ha,

da haste aber einiges falsch verstanden! :schlecht:

1) mit Zucker kannst du den Säuregehalt nicht beeinflussen
2) durch Zugabe von Milch-Säure erhöhst du den Gesamtsäurewert (nicht verringern!)
3) mit einem ph-Messgerät kannst du kein Gesamtsäure im Weinling messen

Alle diese Dinge werden schön auf der Homepage zu diesem Forum erklärt : www.fruchtweinkeller.de :schlecht:

Ich schätze mal, dass du die ganzen Früchte (Maische) vergoren hast. Nach zwei Wochen sollte man den Fruchtbrei entfernen. Jedoch sollte man hierzu ein Pressbeutel oder notfalls ein Küchentuch verwenden. Ein Sieb wird dier da nicht wiklich helfen.

Bis denne
Zecke

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1. Versuch Zwetschgenwein

Beitrag von OScargrouch81 » 03 Oktober 2011 12:27

So...
ich hab mir jetzt ein Acidometer bestellt, weil ich bei meinem Onkel keines mehr gefunden habe. Säure wird dann halt etwas später eingestellt.
Zwischenzeitlich habe ich jetzt den Ansatz abgelassen und durch ein Tuch gepresst.
Das mein Oechslemeter zeigt mir satte 45 Oe an, etwas viel wie ich finde.
Das Alkoholmeter jedoch hat mir gar nichts angezeigt, im Gegenteil, das Teil wäre mir am liebsten umgekippt!

Ein paar Fragen hätte ich nun:

1. Kann ich den Jungwein (sagt man das so?) mit etwas Wasser strecken damit die Süsse etwas nach unten geht oder lässt die Süsse mit der Zeit nach?

2. Kann es sein dass das Alkoholmeter grundsätzlich das falsche Messgerät ist, brauche ich da nicht ein Vinometer?

3. Wo ist der Unterschied (Alkoholmeter - Vinometer)?

4.Kann es sein das für das Messen mit einem Alkoholmeter die Flüssigkeit eine bestimmte Temperatur haben muss?

5. Welchen Einfluss hat der Säuregehalt auf die Gährung?

[Dieser Beitrag wurde am 03.10.2011 - 13:16 von OScargrouch81 aktualisiert]
Servus und schönen Gruss
Christian


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Beitrag von Josef » 03 Oktober 2011 13:27

Fangen wir mal vorne an:

Acidometer bestellen war schon mal sehr gut. :shock:

Die Oe kannst du nur messen wenn noch kein Alkohol vorhanden ist.

Bevor du jetzt irgendetwas unternimmst, Wasser zugeben usw. brauchen wir erst mal den Alkoholgehalt.

Kannst du mal ein Bild von dem Ding einstellen womit du den Alc. messen wolltest?

Der Alkoholgehalt wird immer bei ca.20° gemessen.

Die Säure hat auf die Gärung keinen Einfluss. Sie ist für den späteren Geschmack des Weins verantwortlich und schützt ihn vor Krankheiten. Deshalb sollte man die Säure sehr früh einstellen.

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Beitrag von OScargrouch81 » 03 Oktober 2011 14:14

Hallo Josef,

ein Bild vom Alk-Meter geht auf die Schnelle gerade nicht, versuche es aber nachzureichen.
Es sieht aber auch nicht besonders aus und drauf stehen tut auch nicht viel.
Das einzige was drauf steht ist "Alkoholmeter für Volumenprozente n. Tralles Tp. 20°C".
Ich veruche das ganze jetzt einfach noch einmal und erwärme die Probe auf 20°C.
Servus und schönen Gruss
Christian


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Beitrag von fibroin » 03 Oktober 2011 14:39

Wenn das Ding eine Senkspindel ist ähnlich einem Oechslemeter, dann ist es ungeeignet für Weine. Du brauchst ein Vinometer.
Bitte nichts mit dem Jungwein unternehmen, wenn man keine richtige Werte hat. Entscheidungen auf Vermutungen hin, können daneben gehen.

Sagte allerdings Josef schon.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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