Pflaumenwein

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petra
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Pflaumenwein

Beitrag von petra » 25 September 2005 19:51

Hallo,
hab da auch mal eine Frage. Habe Pflaumenwein (10l) angesetzt. Nach dem Abpressen war die Farbe in Ordnung
und er hat auch schon nach einem Tag geblubbert. Nachdem ich dann den ersten Zucker reingemacht habe, ist der Ballon übergelaufen. Habe den Ansatz dann auf zwei Ballons verteilt. Er hat dann auch weiter geblubbert, aber die Farbe hat total umgeschlagen. Sieht nicht gut aus. Irgendwie beige, jedenfalls nicht mehr so schön rot. Ist das normal, oder was habe ich falsch gemacht.
Bitte kann mir jemand helfen?
Gruß Petra
Wenn ich wüßte, ob und wie man hier Fotos einfügen kann, ich habe da Fotos von vorher und nachher.

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Josef
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Pflaumenwein

Beitrag von Josef » 25 September 2005 20:37

Hallo Petra,
das der Wein bei Zuckerzugabe überschäumt ist wohl ein oft beobachtetes Phänomen. Durch die Zuckerzugabe wird jede Menge CO2 freigesetzt, dadurch schäumt der Ballon über.
Was es mit der Farbe auf sich hat weiß ich auch nicht. Hat sich nur die Farbe verändert, oder auch der Geschmack?
Oder ist der Wein milchig und zähflüssig geworden?
Gruß Josef

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petra
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Pflaumenwein

Beitrag von petra » 25 September 2005 20:54

Hallo josef,
erstmal danke, dass du so schnell geantwortet hast.
Zähflüssig ist er nicht, milchig schon. Eben habe ich ihn probiert, gut schmeckt er nicht, irgendwie bitter und ein ganz kein wenig säuerlich.
Ich glaub die ganze Arbeit war umsonst.

gruß Petra

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Birgit
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Pflaumenwein

Beitrag von Birgit » 25 September 2005 21:19

Hallo Petra,

hast Du eine Saft- oder Maischegärung gemacht ?

Das der Wein aufschäumt ist ein Trübstoffproblem, das bei Pflaumen mit der üblichen Maischegärung nicht üblich ist. Außerdem wäre dein Säurewert mal interessant, da die Säure eine direkte Auswirkung auf die Farbe hat.

Die weiße Eintrübung ist die Hefe welche Party feiert :schlecht: , wieviel Zucker hast Du denn beigefügt und wie hoch ist der Alkoholgehalt?

Gruß Birgit
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petra
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Pflaumenwein

Beitrag von petra » 25 September 2005 22:00

Hallo Birgit,
ich habe die entsteinten, halbierten Pflaumen in 2l Wasser mit 1 Kg Zucker (geschwefelt) ca 30 Stunden eingemaischt (30 ml Antigel, Nährsalz und 40 g 80%ige Milchsäure dazugetan) und danach abgepreßt und in den Ballon getan. Nach ca. 12 Stunden hat die Schaumbildung eingesetzt. Den nächsten Tag habe ich dann nochmal ca.700 g Zucker zugegeben in Wasser aufgelöst. Danach hat sich dann die Farbe verändert. Nach 2 Tagen nochmal 700 g Zucker. Wie schon gesagt, schmeckt der "Wein" nicht, richtig bitter. Alkohol- und Säuregehalt kann ich nicht messen, habe keine Geräte dazu. Habe schon 2 Mal Wein aus Apfelsaft gemacht und sowas nicht gebraucht. Meinst du, ich muß den "Wein" wegkippen, er ist wirklich ungenießbar, bis jetzt. Kann mir nicht vorstellen, dass sich das noch ändert.

Gruß Petra

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Birgit
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Pflaumenwein

Beitrag von Birgit » 26 September 2005 10:40

Hallo Petra,

Pflaumen werden in einer Maischegärung vergoren, weil der von der Hefe gebildete Alkohol den Farbstoff aus den Schalen auslöst und natürlich auch den Geschmack. Außerdem hast Du die Milchsäure überdosiert, das verändert auch den Geschmack. Warum sich allerdings die Farbe verändert hat, wie Du die Wasser/Zucker Mischung zugefügt hast verstehe ich nicht.

Vernichte den Wein und halte dich das nächste Mal an das Rezept der Homepage. Früchte die Aufgrund ihres Pektingehaltes eine Maischgärung brauchen, kann man nicht anders vergären.

Sorry das ich keine besseren Nachrichten habe.

Gruß Birgit

[Dieser Beitrag wurde am 26.09.2005 - 10:51 von Birgit aktualisiert]
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Pflaumenwein

Beitrag von petra » 26 September 2005 11:52

Hallo Birgit,

das sind ja wirklich keine guten Nachrichten, aber sowas ähnliches habe ich mir schon gedacht, aufgrund des wirklich ekligen Geschmacks :( . Trotzdem vielen Dank für die Hilfe. Solche Foren sind wirklich eine gute Sache :shock: . Mache demnächst nur noch Weine, die für Saftgährung geeignet sind, ist einfacher für mich als Anfänger.

Gruß Petra

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Pflaumenwein

Beitrag von Neugierer » 26 September 2005 12:01

Hallo Petra !
Hallo all !

Also auch ein Pflaumenwein stellt kein Problem da, Du muß halt nur anstelle des Safts Maische verwenden, nach 14Tagen abziehen von der Maische (und die Maische auspressen) dann einfach wie einen Saft weitervergähren. Du hast zwischerdrin nur diesen Arbeitsgang, sonst nicht mehr.

Als Anfängerwein kann ich immer nur einen Apfelwein empfehlen, Apfelrohmost gibt es ja derzeit wieder häufig.

Alex ... schmeckt der Pflaumenwein auch sehr gut.
Gruß, Neugierer ...

Lecker Honig, lecker Wein .... so soll es sein !

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Beitrag von Tompson » 26 September 2005 15:03

Naja, Du solltest Dich nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen - wenn Du selbst vorher Früchte bearbeitest, dann kannst Du Dich genausogut wieder auch an eine Maischegärung wagen.
Ich habe mich die ersten paar Weine penibel an die Fruchtweinkellerschen Rezepte gehalten und selbst nach gut 20 Ansätzen mache ich nichts "frei Schnauze". Aber ich mache mir mittlerweile keine Gedanken mehr über Mißerfolge 8-) Einfach dranbleiben :D

[Dieser Beitrag wurde am 26.09.2005 - 15:03 von Tompson aktualisiert]
Oak ne jechn!

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Beitrag von Josef » 26 September 2005 18:20

Hallo Petra,
verstehen kann ich das ganze allerdings nicht. Die überdosierung mit Milchsäure ist der Grund für den säuerlichen Geschmack. Aber alles andere hörte sich doch sehr gut an. Der Ansatz hat bereits nach einem Tag angefangen zu gären, sehr gut!
Ist der Wein wirklich schlecht? Oder ist dir der Geschmack von jungem Wein mit wenig Restzucker nur unbekannt?
Nimm doch mal etwas von dem Wein, etwas Zucker dazu, und probier ihn nochmal, ob er dann besser wird.
Wegschütten kannst du dann immer noch.
Wie die anderen auch schon geschrieben haben: Maischegärung ist echt kein Problem.
Gruß Josef

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Beitrag von petra » 27 September 2005 11:36

Hallo Josef,
wegkippen kann ich ihn immer noch, das stimmt. Noch steht er ja auch. Du schreibst, ich soll ihn probieren, können sich da auch nicht irgendwelche (nicht lachen) "giftigen" Stoffe (z.B. Methanol oder anderes?) entwickelt haben? Ich bin da ein bischen ängstlich. Sorge macht mir ja auch, dass sich die Farbe so verändert hat. Meine Schwester hat nämlich den Ansatz genauso gemacht wie ich (nur 3 Tage
später) und da hat sich die Farbe nicht verändert. In meinem Weinheftchen habe ich gelesen, dass Bitterkeit mit "Klärwunder" von Vierka behandelt werden kann.

Gruß Petra

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Beitrag von Tompson » 27 September 2005 12:26

Also, Du hast zuviel Säure drin, daß ist nicht unbedingt gesund, ja. Sonst bildet sich aber während der Gärung nichts schädliches, überall gibt es derzeit Sturm oder Federweißer, das ist nichts anderes...
Und Du sollst ja auch keinen Liter davon trinken.
Zum Ausprobieren kannst Du also ruhig einmal experimentieren, wie sich der Geschmack entwickelt, wenn Du Zucker hinzufügst oder mit Wasser streckst.
Das aber nicht tun, wenn Schimmel oder so was zu erkennen ist...

Darüberhinaus bringst es für den Ansatz an sich nichts, ihn jetzt großartig zu strecken und ihn irgendwo retten zu wollen. Bist ja kein Profi, wenn ich das recht verstanden habe und wirst auf vieles Herumprobieren ohne garantierten Erfolg auch keine Lust haben? Außerdem ist da ja noch der komische Farbumschlag und die ungenügend lange Maischung, wodurch sich nicht allzuviel Fruchtaroma in den Ansatz verirrt haben dürfte... Pflaumen gibt es ja noch, versuchs einfach nochmal nach Fruchtweinkellerrezept. Wird schon, hier hilft ja auch jeder bei Fragen :D

[Dieser Beitrag wurde am 27.09.2005 - 12:30 von Tompson aktualisiert]
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