Mirabellenwein

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fibroin
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Mirabellenwein

Beitrag von fibroin » 31 Juli 2004 09:05

Toll, dass es das Forum gibt, sonst müßten meine vielen Fragen unbeantwortet bleiben. ?-|

Folgendes:
Im vorigen Jahr hat mir ein Nachbar seine Mirabellenernte vermacht. Das war für mich die Gelegenheit, Mirabellenwein herzustellen. Die Ernte war allerdings so schwach, dass es nur 4 l gab.

Der Wein schmeckt irgendwie seltsam mit einem extremen übersteigertem fruchtigen Nachgeschmack.
:(
Darauf hin habe ich mir in der Rezeptsammlung vom Fruchtweinkeller die Mirabelle rausgeholt und siehe, dort sind ähnliche Erfahrungen gemacht worden.

Jetzt hat derselbe Nachbar mir wieder die Mirabellenernte versprochen. Der Baum hängt brechend voll.

Wer hat hier im Forum schon weiter mit Mirabellen experimentiert, und einen etwas lieblicheren Wien produziert? :shock:
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 31 Juli 2004 11:28

Na, irgendwie wäre es ja zu schade, die Früchte wegzuschmeißen... Vielleicht bringt es was, wenn man Pflaumen oder besser noch die aromatischeren Zwetschgen darunter mischt?
Mirabellenschnaps ist ja mancherorts auch gern getrunken.
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Beitrag von Birgit » 31 Juli 2004 13:00

Hallo, in einem amerikanischem Rezept hatten die, glaube ich, getrocknete Aprikosen untergeschmischt. Kann leider zur Zeit nicht nachschauen, ich habe nicht alle Bücher mit in den Urlaub genommen ?-|

Gruß Birgit
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Beitrag von fibroin » 31 Juli 2004 13:46

Birgit, mach Urlaub, und sitze nicht ständig in Internetcafes rum.

Wo willst du später die Kraft nehmen, weitere Weine zu herzustellen?

Wie sieht es aus, wenn ich Renekloden dabeimische, die Ernte verspricht auch gut zu werden. Davon habe ich allerdings noch nie Weingemacht, weil das der Baum bisher nicht hergab.

So gesehen wird es einen anstengenden Sommer werden, viele Früchte reifen gut, ich mache mir schon Gedanken über weitere Gärgefäße. :|

Noch einen schönen Urlaub für Birgit
:D :D :D
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Beitrag von Birgit » 01 August 2004 09:39

Hallo Fibroin,

das mit den Renekloden finde ich eine gute Idee :D aber keine Ahnung wie das klappt ?-|
Keine Angst, brauche nicht für jeden Internetbesuch ins Internetcafe, ich treibe dafür die Telefonrechnung unser Vermieter (meine Eltern) sinnlos in die Höhe :schlecht:

Schöne Grüße aus dem Land der Horizonte

Birgit
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Beitrag von Tompson » 02 August 2004 06:38

Habe gestern im Bad den Kumpel meiner Schwester getroffen, der der mir vom Kitzinger abgeraten hatte... (mittlerweile besitze ich die blaue Ausführung für 3,50+Versand, man rate mal von wo 8-) )
Neben einigen Beratungen hatte ich ihn über seine Erfolge vom letzten Jahr befragt, er hatte auch Mirabellen, die er mit "Bulleneiern" (das ist so eine ganz große gelbe Pflaumenart, bei uns auch Marunken genannt) gemischt angesetzt hat, wegen Ausbeutemangel. Die Geschichte muß sehr gut schmecken.
Marunken sind sehr aromatisch und süß, leider auch ein rechter Magnet für Maden (was ja nach Andreas im Wein nix macht) und deshalb leider nur mehr selten anzutreffen :(
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Beitrag von fibroin » 02 August 2004 18:00

Jetzt werde ich geduldig auf die Reife der Früchte warten. Dann mische ich mir einen zurecht. Wie, wird mir hoffentlich noch einfallen.

Wer hat den schon mal Reneklodenwein gemacht, den habe ich auch in meiner Buchsammlung, ohne Geschmacksangabe.

Schmeckt der so, wie man den in chinesischen Retaurantes als Verdauungstrunk erhält?

Nicht, dass ich den edlen Reneklodenwein mit dem stechenden Geschmack der Mirabellen durchsetze.

Fragen über Fragen. :?:
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Beitrag von fibroin » 03 August 2004 21:14

Um Planungssicherheit zu bekommen habe ich unter
Mirabellenwein
bei Goolgle nachgesehen.
Dort wird mir in dem Rezept bescheinigt, dass Mirabellenwein nur einige Jahre lagern muß. Dann wird er köstlich.

So werde ich es tun.
:D
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Beitrag von fibroin » 01 September 2004 16:53

Der Mirabellenwein ist im Behälter und gärt prächtig vor sich hin. 20 l habe ich gemacht, das reicht, es hätten auch 40 l sein können. (Irgend wann ist doch Schluß) Angesetzt mit Trockenhefe und dem Fruchweinkellerrezept als Grundlage.

Allerdings ist er im Gegensatz zum Rezept sehr friedlich und bleibt geduldig im Topf. :shock:

Da der Gärgeruch angenehm ist, hoffe ich auf eine gute Geschmacksqualität. Man wirds sehen.
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Beitrag von Tompson » 05 September 2004 11:11

Hallo Fibroin!

In meinem Österreich-Urlaub hatte ich volle 10 Tage die Qual, vom Balkon meiner Unterkunft auf mehrere Bäume herunterzublicken, die brechend voll mit kleinen gelben Früchtchen hingen. Es kam, wie es kommen mußte... ?-| Am letzten Abend habe ich im strömenden Regen 2 Eimer voll geborgen und gut nach Hause gebracht. Morgen spätestens sollte ich sie denn verarbeiten, denke ich (getrocknet sind sie und ich habe sie noch ein paar Tage zum Nachreifen in Obststiegen getan)
Die Früchtchen haben auch einen eigenen Namen:
Steirische Sieberln
Und einen Baum haben wir jetzt auch hier im Garten :schlecht: Da bin ich aber nicht dran schuld :|

So zum Thema:
Ich kann irgendwie nicht die Rezepte auf Andeas Homepage öffnen (mal morgen in der Firma probieren, obs an meinem Rechner liegt).
Wie hast Du die Dinger verarbeitet? Was kann man für eine Hefe nehmen - sicher eine hochprozentige, wenn man eine längere Lagerung vornehemen sollte? Kann ich die Kerne für die Einmaischung drinlassen? Bei einigen Pflaumen, die ich noch aus eigenem Bestand daruntermischen will, kann ich die ja gerne entfernen aber bei den ganzen kleinen Kullern? Außerdem sagte die Wirtin (die macht mit über 80 Lenzen als echte Ösi immer noch Schnaps draus), man muß die Kerne wegen des Geschmacks drin lassen... :?:

Wie Du siehst auch ich habe Fragen... :(
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 September 2004 11:24

Hallo Tompson,

die Rezepte öffnen sich per Javascript, welches leider nicht mit jedem Browser funktioniert (IE ja, Opera nein). Ist leider eine eigenwillige Lösung, ich will das Script aber unbedingt auch für die Fotos nutzen, die ich irgenwann auf der Homepage einbauen will :| Die Früchte unbedingt entseinen. Von unserem ersten Mirabellenwein waren wir nicht so begeistert (siehe unten), aber wir haben gerade noch einen Ansatz mit Honig, der wird wohl deutlich besser. Vermutlich war die Mirabellensorte beim ersten Mal einfach nicht so gut.
hier mal die wesentlichen Passagen von der Homepage:

"Zutaten 20l:

12 kg Mirabellen
Zucker nach Bedarf (Gärstart 2,5 kg)
30 ml Antigel
8 g Hefenährsalz
Milchsäure nach Bedarf
Kaliumpyrosulfit
Vitamin C

Die Mirabelle ist eng verwandt mit der Pflaume und der Zwetschge. Wir haben Wein aus dieser Frucht erst einmal hergestellt und hatten eigentlich nichts als Ärger damit. Zum einen war die Gärung derart heftig, dass der Schaum samt Fruchtschalen in das Gärröhrchen gelang (10 l Maische in 15 l Ballon) und dieses zu verstopfen drohte. Nach der Gärung bleib der Wein trotz längerer Ruhephase sehr trüb. Die Filtration mit dem groben und mittleren Filterschichten brachte per Augenmaß kaum Erfolg, erst mit dem sehr feinen EK-Filter wurde der Wein endlich klar. Dafür verstopfte der aber sehr schnell und musste deshalb nach wenigen Litern ausgetauscht werden. Am Schluss war der Wein noch nicht einmal sehr lecker, denn die Mirabellen waren von einer kleinen, harten, sauren und wenig aromatischen Sorte.
Die Mirabellen waschen und sortieren, dabei müssen Mirabellen mit Fruchtfäule unbedingt aussortieren werden. Danach entsteinen und schneiden Sie die Früchte in kleine Stücke. Füllen Sie die Stücke mit dem in Wasser gelösten Zucker in einen Ballon. Hefenährsalz, Kaliumpyrosulfit und Antigel zufügen. Zuletzt die Hefe beimengen. Ein bis zwei Woche gären lassen, dann von der Maische abpressen, Säure einstellen und Nachzuckern. Wenn die Gärintensität nachlässt, in regelmäßigen Abständen den Alkoholgehalt messen und nachzuckern bis zum Endpunkt der Gärung. Ist dieser erreicht, Restsüße einstellen und mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und von nun an möglichst kühl und ruhig lagern. Den Ansatz innerhalb einer Woche vom Hefebodensatz ziehen, da eine große Menge Fruchtbodensatz entsteht und die Selbstklärung dadurch länger dauert. Darauf sollten Sie nicht warten, um einen Hefeböckser zu vermeiden.Nun weiterhin kühl lagern und die Selbstklärung abwarten, alternativ kann der Wein geschönt oder gefiltert werden. Vor der Flaschenabfüllung nochmals mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und mit 2 g Vitamin C versetzen."


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Beitrag von Tompson » 05 September 2004 11:36

Danke für die schnelle Antwort.
Das mit dem Javascript weiß ich schon aber ich habe meinen Rechner unbedingt von Win98 auf Win2000 umstellen wollen und nicht als Ärger seitdem. Unter anderem schon 3 Virenmeldungen (gerda frisch aktualisierter Virenwächter), seit dem ich hier das Forum versuche wieder durchzulesen. Ist unglaublich, was alles gepostet wurde in den 2 Wochen Urlaub... :schlecht: :D

Deine Antwort ermutigt mich aber nicht eben gerade.
Also werde ich wohl jeden Abend entsteinen und einfrieren müssen.
Basiert (nicht das ich das jetzt irgendwie anzweifeln möchte) Eure Erkenntnis allein auf der allgemeinen Tatsache, das die Kerne von Steinobst Blausäure haben? Geben diese die Blausäure gleich ab oder erst bei höherem Alkoholgehalt?
Oak ne jechn!

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