Kirschwein

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Maurice
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Kirschwein

Beitrag von Maurice » 20 Juni 2005 10:30

Hallo,

ich habe den Kirschbaum meines Nachbarn ernten dürfen und die Kirschen, die ich nicht zu Marmelade verarbeitet habe, habe ich gestern abend angesetzt:

2 kg Kirschen
400 g Zucker
700 ml Wasser
Antigel / Hefenährsalz / Hefe

Jetzt mein Problem: Es handelt sich um SÜSSKIRSCHEN. :( .
Lohnt es sich überhaupt, die Maische abzuziehen, weil Süßkirschen geschmacklich nicht so toll sein sollen? Oder kann ich die Maische mit Sauerkirschen aus dem Glas strecken (Ich dachte da so an 3-4 kg)? Letzteres hätte den Vorteil, dass die gesamte Menge ein bischen größer wäre und sich die Arbeit eher lohnen würde. Oder wäre dieses Zufügen von Sauerkirschen nur Verschwendung, weil die Süßkirschen den Ansatz geschmacklich verderben?

Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben.
Vielen Dank im voraus & viele Grüße
M.

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Tompson
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Kirschwein

Beitrag von Tompson » 20 Juni 2005 11:43

Also in dieser Hinsich mal bitte nicht dem Kitzinger Weinbuch glauben! ?-|

Ich habe die letzten 2 Jahre einen hervorragenden Wein aus Süßkirschen gemacht. Es war zugegeben immer ein kleiner Anteil Sauerkirschen dabei (und hier sagt - aus dem Gedächtnis - das Weinbuch auch, das bereits eine kleine Zugabe von Sauerkirschen Wunder vollbringt) aber die Kirschen an sich ergeben einen tollen Stoff.
Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Kirschen aus dem Glas dazutun würde. :( Ich mag keinen Kochgeschmack im Wein :mrgreen: jedenfalls nicht bei Kirschen
Alternativvorschlag: tiefgefrorene aus dem A...

Du mußt aber selbst entscheiden, was Du nehmen willst, irgendjemand hier hatte auch schon mal was aus Kirschen aus dem Glas gebastelt...

Vielleicht tust Du Deine Kirschen ja auch erstmal in die Kühltruhe und guckst Dich nach mehr um? 2 Kilo lohnen sich ja fast nicht ?-| Kirschen werden doch erst richtig und bei uns gibts überall unbewirtschaftete Alleen.

Edit: *Ähem* Du hast schon angesetzt, dann wird das mit dem Einfrieren nix mehr.
Also dann mein Rat: 1 Beutel (die sind 250g oder :?: ) Sauerkirschen auftauen und dazu und sobald mehr Kirschen reif werden, den Ansatz aufstocken. Da hast Du dann auf jeden Fall keine Probleme mit der Angärerei :D

[Dieser Beitrag wurde am 20.06.2005 - 11:47 von Tompson aktualisiert]
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Maurice
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Kirschwein

Beitrag von Maurice » 20 Juni 2005 12:58

Hallo Tompson,

vielen Dank für Deine Antwort.

Das klingt ja sehr vielversprechend... Kann ich mit dem Abpressen eigentlich warten, bis ich ein- zweimal aufgestockt habe - ich habe den Wein ohne Kerne angesetzt - oder soll ich zwischendurch mal abpressen?

Wie siehts eigentlich mit dem richtigen Verhältnis Kirschen - Wasser aus. Im Rezept steht nur sowas wie "mit Wasser den Ballon auffüllen", aber nicht eine Mengenangabe wie X kg Kirschen = Y l Wasser. Was ist Deine Erfahrung?

Viele Grüße
M.


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Kirschwein

Beitrag von Tompson » 20 Juni 2005 13:43

Ja, da sagt jedes Rezept ein bißchen was anderes. Ich habe immer für 10 Liter Ansatz 7-8 Kg Kirschen verwendet - man kann ja nun nicht immer Erntemenge und vorhandene Ballongröße in EInklang bringen.
Ergäbe so ungefähr 800g Kirschen auf den Liter Ansatz, fruchtiger kann ja nicht schaden.
Und dann habe ich einen Gäreimer mit Skala dran, sodaß ich weiß, ich habe jetzt meinethalben 8 kg Kirschen; das werden 10 Liter Ansatz - also kippe ich Wasser bis zur 10 Liter-Marke auf.

Ich habe jetzt gerade nochmal hier:
www.fruchtweinkeller.de/Wine/rezepte.html
nachgelesen aber Birgit und Andreas machen das ja genauso wie ich :D und hier:
www.die-dunkle-dimension.de/i-med02.htm
(meine 2. Wahl bei Rezeptsuche) stehen zwar die Wassermengen dabei aber mit ganz anderen Obstmengen... Mußt Du mal runterrechnen, 1 kg Süßkirschen für den Liter Ansatz kann sicher auch nicht schaden aber ich weiß ja nicht an wieviel Du noch herankommst.

Abpressen:
Du solltest schon 2 Wochen nach Ansatz abpressen, weil 1.) die Früchte dann nicht mehr Aroma abgeben und auch nicht besser werden (hat nichts mit Rumtopf zu tun) und 2.) bildet sich je länger die Maische steht gerade auch bei Kirschen viel Schlick, was das Pressen irgendwann erschwert und auch zum Schluß durch viel Trub entsprechenden Verlust bedeutet.
Ich hatte mir eben aus diesem Grund vorgenommen (so zeitlich machbar ?-| ) schon nach einer Woche abzupressen.

Was hast Du eigentlich für eine Hefe genommen? Ich habe schon Malaga und Sherry probiert und wollte dieses Jahr wieder Malaga verwenden. :ugeek:
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Kirschwein

Beitrag von Maurice » 20 Juni 2005 13:58

Das ist sehr hilfreich, Danke!

Ich werde mit Sauerkirschen nachlegen und dann nochmal den Wasserstand kontrollieren. :D Ich habe mir auch überlegt, statt mit Wasser mit Kirschnektar zu verdünnen.

Als Hefe habe ich Burgunder genommen. Sherry hatte ich letztes Jahr für Apfelwein genutzt, aber ich fand das Ergebnis zu stark - dafür war die Haltbarkeit sehr gut ?-|

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Kirschwein

Beitrag von Tompson » 21 Juni 2005 06:53

Ähm, naja.
Erstens sind Säfte, welche gekauft wurden, meistens ganz anderer Geschmacksnatur, ich würde mir meinen Wein nur ungern damit verpanschen und zweitens wird zuviel Kirschgeschmack dann auch mal störend. Denke ich. Aufdringlichen Kirschgeschmack fände ich jedenfalls dann auch wieder nicht gut...
Ich weiß, ich habe gesagt etwas mehr an Frucht schadet nicht aber damit meine ich richtige Kirschen. Nicht das Du einen Saft erwischst, der irgendwie nacharomatisiert wurde und Dein Wein nach Hubba-Bubba schmeckt ?-| :mrgreen:
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Beitrag von Maurice » 21 Juni 2005 09:01

Stimmt, da hast Du wohl recht... ich bleibe beim Wasser. :shock:

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