Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

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Tomtone
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Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Tomtone » 31 August 2014 13:45

Hallo,

ich habe trotz suchen hier kein Rezept für Wein aus Renekloden gefunden.
Der Baum hängt voller Früchte, nur keiner mag sie essen. Deswegen würde ich aus den Früchten gerne eine Wein machen, finde aber nur Rezepte für Pflaumenwein.
Kann ich die Pflaumenwein-Rezepte 1:1 übernehmen? Oder hat hier wer Erfahrungen mit Renekloden und hat ein Rezept auf lager?

LG Tom

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fibroin
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von fibroin » 31 August 2014 18:03

Renekloden eignen sich besonders gut für Pflaumenwein. So habe ich das erfahren. Das Rezept aus dem Fruchtweinkeller kannst du 1:1 übernehmen.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

Tomtone
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Tomtone » 01 September 2014 21:04

Danke gut zu wissen!

Hab mich gestern gleich drann gemacht, die Pflaumen entsteint und die Pflaumenmaische in den Gärballon gegeben.
Leider gärt es nicht richtig. Es mach vielleicht alle 2 Minuten einen Blubb im Röhrchen.
Ich hab mich beim Ansetzen der Hefe an die Beschreibung gehalten und auch Nährsalz hinzugegeben. Bei der Hefe handelt es sich um FERMIVIN.
Die Maische is seit mehr als 24Std am gären. Aber vielleicht is das normal das sich am Anfang so wenig tut? Hab schon überlegt mir doch die Portwein Gärhefe zu besorgen und davon noch was dazu zu geben? Oder besser erst mal abwarten?

LG Tom

Metinchen
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Metinchen » 01 September 2014 21:15

Wenn der Ansatz erst einen Tag am Start ist und es ueberhaupt blubbt, mache Dir mal nicht zuviele Sorgen. Spaetestens bis morgen Abend sollte die Post abgehen. Zusaetzlich kontrolliere ob der Gaerverschluss dicht ist und ob der Ballon warm genug steht. Deine Hefe kenne ich nicht, kann Dir also nichts dazu sagen.
Blumen sind das Lächeln der Erde!
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Tomtone » 07 September 2014 10:39

So, es hat letztendlich 4 Tage gebraucht bis die Gärung richtig gestartet ist.
Da ich jetzt für eine Woche geschäftlich unterwegs bin, habe ich mich gestern schon daran gemacht die Maische zu pressen/filtrieren. (also nach 7 Tagen) Hatte Angst die Pflaumenstücke würden in meiner Abwesenheit den Gärballon verstopfen.
Das Erstaunliche, der filtrierte Wein hat über Nacht eine wirklich wilde Gärung begonnen. Im Ballon rauscht und zischt es als wenn man einen Trops in eine Colaflasche wirft. Aus dem Gärverschluss blubbt das Wasser fast oben raus.
Der Wein hat eine schöne rote Färbung, ist aber trüb. Beim Filtrieren hab ich ihn probiert. Geschmack gut, in etwa so wie Federweißer. Ein klein wenig sauer, aber nicht unangenehm.
Hört sich doch gut an oder?
Ich hab hier im Forum etwas nachgelesen und bin auf sehr hohe zugaben von Zucker und nachfüllen mit Wasser gestoßen. Ist das notwendig? Will doch Pflaumen, und kein Wasser-Zuckerwein herstellen?
Ich hab übrigens nur einen kleinen Gärballon angesetzt, 5 Liter.
Zutaten:
3 Kilo Pflaumen
1 Kilo Zucker
2 L Wasser
Antigel, Hefenährsalz, Reinzuchthefe + Vitamin c nach Vorgabe.

Da dies mein erster Wein ist, denke ich mal das ich alle Anfängerfehler mit einbaue die hier schon besprochen wurden ;)

Gruß Tom

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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 September 2014 11:43

Ja, hört sich gut an. Durch die Belüftung wird die Hefe nochmals vitalisiert, es kann also durchaus sein dass die Gäraktivität etwas zunimmt bevor sie alkoholbedingt wieder abflacht. Achte auf den Zuckergehalt, das ist beim Gärstart etwas viel, und die Säure kann eingestellt werden...
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Nathea » 07 September 2014 12:57

Tomtone hat geschrieben:...
Ich hab hier im Forum etwas nachgelesen und bin auf sehr hohe zugaben von Zucker und nachfüllen mit Wasser gestoßen. Ist das notwendig? Will doch Pflaumen, und kein Wasser-Zuckerwein herstellen?
Hallo Tom,

um Alkohol herstellen zu können, braucht die Hefe Zucker. Je höherprozentig der Wein werden soll, um so mehr Zucker ist nötig. Sehr ausführlich wird dies Thema auch im Fruchtweinkeller beschrieben (Klick)

Zitat daraus:
damit sich 1 Vol. % Alkohol (7,9 g/l) bilden kann, müssen 7,9 x 2,6 g/l = 20,5 g/l Zucker vergoren werden.
Viel Erfolg bei Deinem Wein!
Sylvia

felix
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von felix » 07 September 2014 20:13

Ja, das sind die auffälligsten Unterschiede zwischen Frucht- und Traubenweinen. Nur die Weintraube bringt ein ausgewogenes Verhältnis von Säuren, Zucker und Aroma mit, bei den übrigen Früchten hat man oft das Problem, dass die Säure zu hoch ist. Die muss also dann mit Wasser verdünnt werden. Gleichzeitig ist das Aroma robust genug dafür.

Nur mit dem Zucker sind die meisten Früchte etwas knausrig - man bedenke, üblicher Apfelwein (hier passt die Säure meist doch ganz gut) kommt mit dem Zucker aus der Frucht nicht über ca. 5% Alkohol. Man muss diesen Weinen also mit zusätzlichem Zucker auf die Sprünge helfen.

Holunder z.B. verhält sich wieder anders, hier ist es das Aroma, das zwingend eine Verdünnung erfordert, damit es nicht mehr gar so aufdringlich schmeckt. Hier muss dann aber meist Säure zugegeben werden, weil die dann nicht mehr ausreicht. Und Zucker auch wieder...

Feste Angaben kann man da halt nicht machen, weil die Früchte sich immer sehr unterscheiden - am Besten messen und dann weitersehen.

Gruß
Christian

O Alkohol, o Alkohol,
dass Du mein Feind bist, weiß ich wohl!
Doch in der Bibel steht geschrieben,
auch Deine Feinde sollst Du lieben.

(gelesen auf einem Schild in einem Weinberg zwischen Laudenbach und Heppenheim an der Hessischen Bergstraße - Autor mir unbekannt)



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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Tomtone » 26 Oktober 2014 12:18

So, heute war es so weit.

Nach 8 Wochen im Gärballon, und 2 Wochen nach der letzten Gäraktivität habe ich heute den Wein abgefüllt. :D
Laut Vinometer hat er 13%. Da mein Vinometer bei gekauften Fruchtwein mit 8,5%, 9% Alk. anzeigt, denke ich es müssten 12,5% anliegen. Für meinen selbst gemachten finde ich das nicht übel. Ich hab mir natürlich gleich beim abfüllen ein Gläschen gegönnt, und ich muss sagen er ist jetzt schon leckerer wie der gekaufte. Geklärt hab ich den Wein nicht, da er sich nach der Gärung doch sehr schön selbst geklärt hat. Ich hab ihn in Flaschen mit Bügelverschluss gefüllt, und bei 65°C nach Beschreibung pasteurisiert.
Mein Dank an alle welche mir hier mit rat geholfen haben, und alle anderen welche sich hier die Mühe machen ihre Tipps und Rezepte einzustellen :clap: :clap: :clap: :clap:
Nächstes Jahr werde ich mit den Renekloden mal ein anderes Rezept, vielleicht mit Honig oder anderen Früchten?, versuchen.
Bis dahin prost!

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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Metinchen » 26 Oktober 2014 13:31

Ja dann. wenn´s schmeckt; Glückwunsch :clap: :lol: :clap:

Und Du willst jetzt wirklich, ganz in echt, unbedingt, wahrhaftig deinen Ballon bis zu den nächsten Renekloden leer herumstehen lassen??? :tsts: :tsts: :tsts:
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Oktober 2014 14:37

Glückwunsch zum gelungenen Trofpen :clap:
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Re: Graf Althans Reneklode, gut für Obstwein?

Beitrag von Tomtone » 26 Oktober 2014 16:25

Danke danke danke *verbeug*

Metinchen, ich hab ja noch einen 5L Ballon mit Weißwein am blubbern... Die Traubenernte war recht gut. Hab aus meinen einen Weinstock 5 Liter gepresst, und die Nachbarn haben auch noch ein paar Weintrauben zum knappern bekommen. Nur hab ich wohl aus Angst vor den gefräßigen Vögeln die Trauben zu früh geerndet und musste schon nachzuckern...
Mal sehen was da noch draus wird.
Vielleicht, wenn der Wein abgefüllt ist, trau ich mich zwischendurch mal an einen Met. Aber getrunken werden muss das ja auch alles erst mal... ;)

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