Gärzeit Pflaumenwein

Robert_84
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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Robert_84 » 07 September 2018 23:00

Also, das Ganze schmeckt schon ziemlich sauer. Daher denke ich fast, dass vielleicht zu wenig Zucker in der Maische ist?

40g Milchsäure habe ich auf 10l Ansatz zugegeben... aber das haut ja trotzdem nicht hin... ich habe halt ein Set gekauft... richtig blau ist das auch bis 150mg/l nicht geworden, da endet aber die Skala. Die erkennbare Verfärbung begann etwa bei 70mg/l.

Ich könnt natürlich, wenn das helfen würde mal Bilder machen...? Und ja, ich habe Baulauge verwendet.

Was soll ich tun, damit mir nicht der ganze Ansatz verdirbt? Das ist meine größte Sorge...🙈
Vielen Dank und liebe Grüße
Robert

Bahnwein
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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Bahnwein » 08 September 2018 00:44

Der verdirbt dir jetzt nicht so schnell, immer mit der Ruhe.
Da du schon 4 g/l Milchsäure und auch für 10 l verhältnismäßig viel Frucht drin hast, dürfte der Säuregehalt geschätzt über 7g/l liegen, wohlgesagt geschätzt.
Da du den Geschmack als sauer empfindest und der Zucker meiner Meinung nach noch nicht komplett vergoren ist, liegt der Säuregehalt wahrscheinlich sogar höher.
Du erreichst beim Test mit der Blaulauge keinen richtigen Farbumschlag, da sehe ich mindestens zwei Möglichkeiten. Entweder du interpretierst den Farbumschlag nicht korrekt, oder es ist mehr Säure drin, als das Messglas ermöglicht zu messen.
Zu ersterem wären PH Teststreifen eine Lösung. Mit diesen sieht man eindeutiger wann die Probe bei Zugabe von Blaulauge neutral (PH 7) wird. Wenn dieses nicht erreicht wird kann man die Probe mit destilliertem Wasser verdünnen. Zum Beispiel 5 ml Wein und 5 ml destilliertes Wasser. Dann mißt man natürlich nur den halben Säuregehalt und muß das Meßergebnis dementsprechend verdoppeln.
Die Größenordnung des Säuregehaltes ist g/l, wahrscheinlich irgendetwas zwischen 8 und 15 g/l, aber das ist nun wirklich schon fast geraten!
Da du ja ein Set gekauft hast, sollte der Zylinder und die Blaulauge zueinander passen. Kannst du aber auch testen indem du z.B. 5g Zitronensäure in 1 Liter destilliertem Wasser auflöst (oder 1 g in 0,2 l zum Beispiel). Wenn du nun davon den Säuregehalt mit Blaulauge bestimmst, muss als Ergebnis 5 g/l herauskommen, sonst stimmt was nicht.
Schwenke deinen Ansatz weiter täglich, und er wird dir nicht so schnell verderben, auch wenn es momentan scheinbar etwas hakelt.

Wird wahrscheinlich schon noch was trinkbares draus werden, immer mit der Ruhe. :D

Robert_84
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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Robert_84 » 08 September 2018 20:40

Ich habe gerade deinen Hinweis befolgt und es mit dem PH Teststreifen probiert. Du lagst mit deiner Vermutung schon sehr richtig. Ich habe wohl nicht korrekt interpretiert. Das Ergebnis jetztist, dass der Säuregehalt etwa bei 7-8 g/l ist.

Chester schrieb ja, dass der Zucker u.U. schon nach zwei Wochen verbraucht sein könnte. Wäre es denn sinnvoll bzw. ratsam jetzt nochmal Zucker zuzugeben? Und wenn ja, wie am besten? Ich würde wohl Zucker in Wasser lösen und nach dem Abkühlen diesen dann hinzugeben.

Dank für eure Hilfe und die schnellen Antworten!

Nachtrag:

Ich habe gerade das Rezept von der HP hier angeschaut, da ist die Rede von 20l und 8kg Pflaumen sowie 3,5 kg Zucker.

Ich habe im Moment höchstens 10l und habe 6kg Plaumen sowie „nur“ 2kg Zucker verwendet. Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, noch bis auf ca. 15-18l mit Wasser aufzugießen und auch entsprechend noch etwa 1kg Zucker zuzugeben? Ansonsten sind die Mengen ja recht ähnlich zu dem von mir verwendeten Rezept.
Zuletzt geändert von Robert_84 am 08 September 2018 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
Vielen Dank und liebe Grüße
Robert

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Bahnwein » 08 September 2018 22:15

:) Ok, Säuremessung gelungen. Da liegst du ja im Wunschbereich.
Dann ist der Zucker wohl entgegen meiner Annahme doch schon vergoren. Hast du dir schon überlegt, wie du den Wein stabil bekommen möchtest? Ich nehme an du hast dich für die Nachzuckermethode entschieden? Dann hast du hoffentlich das Kapitel Zucker auf der Homepage gelesen.
Weiteres verdünnen ist nun nicht nötig, da dein Säuregehalt ja OK ist. Es sei denn, dass dir der Zwetschgengeschmack zu intensiv ist. Daher bitte den Zucker nicht in Wasser auflösen sondern einfach trocken hinein kippen. Gut schwenken und am nächsten Tag hat sich alles aufgelöst. Nicht zu viel Zucker auf einmal zugeben, was drin ist, ist drin. Ich weiß nicht, wieviel Alkohol dein Ansatz mittlerweile hat, daher rate ich zur Zugabe von Zucker für ein halbes Prozent Alkohol, also ca. 10 l mal 10 g/l ergibt ungefähr 100 Gramm Zucker. Dann sollte die Gärung wieder starten.
Wenn du den Alkoholgehalt messen willst, zuerst die Kohlensäure austreiben, dann kannst du die Probe durch ein kleines Stück Küchenpapier "filtern". Dadurch kommen keine groben Schwebstoffe in die Kapillare des Vinometers. Dieses nach der Messung reinigen ( etwas destilliertes Wasser durchlaufen lassen). Die Messung am besten vor dem Nachzuckern machen, da sich viele Schwebstoffe wegen der pausierenden Gärung abgesetzt haben und auch der Zucker die Messung verfälscht.
Unbedingt Kapitel Zucker/Nachzuckermethode lesen!
Weiterhin viel Spaß mit deinem Ansatz.

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Robert_84 » 08 September 2018 22:42

Danke, das Kapitel habe ich gelesen. Ich denke ich werde zur Vorsicht nur 50g hinzugeben und dann lieber in ein paar Tagen bei Bedarf nochmal.

Der Geschmack ist bis auf die starke Säure sonst ganz gut finde ich.

Ich melde mich mit neuen Ergebnissen. 😉
Vielen Dank und liebe Grüße
Robert

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von NeoArmageddon » 09 September 2018 11:21

Robert_84 hat geschrieben:
08 September 2018 22:42
Danke, das Kapitel habe ich gelesen. Ich denke ich werde zur Vorsicht nur 50g hinzugeben und dann lieber in ein paar Tagen bei Bedarf nochmal
Da ich davon ausgehe, dass du nicht über einen Simplex oder Schichtenfilter verfügst, wirst du wohl (wie auch von Bahnwein erwähnt) die Nachzuckermethode (siehe HP) verwenden. Das bedeutet, da ist definitiv noch Bedarf an mehr Zucker. Auch brauchst du nicht ganz so vorsichtig mit der Zugabe sein. Die 50g sind bei einer aktiven Gärung in ein paar Stunden bis Tagen wegverstoffwechselt. Bei 10l Ansatz und kaum Restsüße (also schmeckt sauer) kannst du da gerne 200g Zucker oder mehr zugeben. Nur wenn die Gärung merklich langsamer verläuft (der süße Geschmack hält sich lange), würde ich die menge herunter fahren.

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Robert_84 » 09 September 2018 12:23

Die Gärung läuft ja recht verhalten, aber es schmeckt wie gesagt ziemlich sauer. Ich bin gespannt wie es weiter läuft...
Vielen Dank und liebe Grüße
Robert

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von NeoArmageddon » 09 September 2018 13:07

Robert_84 hat geschrieben:
09 September 2018 12:23
Die Gärung läuft ja recht verhalten, aber es schmeckt wie gesagt ziemlich sauer. Ich bin gespannt wie es weiter läuft...
Wie hast du denn entschieden, dass noch eine Gärung stattfindet? Über einen gelegentlichen Blubb im Gärröhrchen kann man keine Aussage treffen, ob noch etwas gärt. Es kann sich auch einfach um restliche Ausgasung von CO2 oder Temperatur/Luftdruckschwankung handeln.
Der brauchbare Weg eine Gärung oder eine Gärstockung nachzuweisen, ist die Änderung in der Süße über mehrere Tage hinweg, also sprich, ob der Zucker noch abgebaut wird oder nicht.

Wenn du jetzt sagst, es schmeckt sauer und du hast nicht das Gefühl, dass da noch viel Zucker drinnen steckt, dann würde ich schon mal nachsüßen und nach ein paar Tagen schauen, ob es wieder saurer geworden ist.

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Robert_84 » 09 September 2018 18:38

Genau so mache ich das jetzt auch. Danke!
Vielen Dank und liebe Grüße
Robert

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Re: Gärzeit Pflaumenwein

Beitrag von Bahnwein » 09 September 2018 21:57

Je höher der Alkoholgehalt, desto geringer die Nachzuckermenge. Steht auch alles auf der Homepage. Denn was drin ist, bleibt drin, wenn die Gärung zum Stillstand kommt. Nicht, daß du nachher eine süße Brühe bekommst. Außerdem stresst zu viel Zucker auf einmal die Hefe.

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