Apfelmost

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 September 2004 18:25

Letztlich wurde ich per Mail nach einem Rezept für Apfelmost gefragt. Damit diese Rubrik nicht so leer ist, wollte ich es hier posten :D

Ich bin nicht so ein Fan vom Most, deshwegen haben wir noch keinen gemacht. Da wir uns auf die Fahne geschrieben haben, auf der Homepage nur selbsterprobte Rezepte zu probieren, fehlt das Rezept dort. Die Herstellung von original Most ist aber denkbar einfach: Die Äpfel (z.B. Sorten wie Cox Orange oder Boskop, wenn man nicht an die Mostäpfel kommt) durch eine Obstmühle jagen, abpressen mit einer Obstpresse und schauen, was passiert ?-|
Besser: Gärgefäß mit Verschluss verwenden
Noch besser: Reinzuchthefe, Hefenährsalz und Antigel (letzteres nach dem Zerkleinern zugeben und 24 h warten bis zum Abpressen).
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Tompson
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Beitrag von Tompson » 20 September 2004 07:22

Öhem. Räusper.

Kann es sein - nur so mal nachgedacht - das Ihr beide so langsam etwas allergisch auf Rezeptanfragen werdet :?:

Dann habe ich eine große Mitschuld :(
Ich hoffe, ich kann das irgendwann wieder mal gut machen. :mrgreen:
Wie gut das ich dieses Jahr dann doch keinen Apfelwein machen wollte :schlecht:
Oak ne jechn!

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 20 September 2004 08:24

Nee, Anfragen sind schon OK, aber ehrlich gesagt nerven mich etwas Anfragen per Mail oder PM. Die Fragen sind von allgemeinem Interesse, und wir haben im Forum ja nun einige kompetente Leute, die bei der Beantwortung von Fragen einspringen :P Öffentlich beantwortete Fragen sind mir lieber, weil das auf lange Sicht Zeit und Arbeit spart.

[Dieser Beitrag wurde am 20.09.2004 - 08:35 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Beitrag von Birgit » 20 September 2004 20:45

@Tompson,

nee dazu wälze ich Bücher mit Rezepten viel zu gerne (bei einem neuen Buch das erste was ich lese :twisted: ). Rezeptanfragen hier im Forum gerne, brauche halt nur oft ein Stunden (bis nach der Arbeit oder so....) bis ich antworten kann. Allerdings erreichen uns in letzter viele Anfragen per Mail oder per PM und wir sehen uns schon im Herbst 50x das Rezept für Apfelmost per Mail zu versenden.

Apfelmost, ist genauso wie Cidre oder Kwas ein Wein den es als Rezept auf der Homepage wohl nie geben wird .... und deshalb dieser Weg übers Forum 8-) 8-) 8-)

Außerdem werden wir in nächster Zeit des öfteren mal für ein paar Tage nicht zur Verfügung stehen und hoffen das das Forum dann selbstständig funktioniert :D

Also weiter Fragen und schönen Gruß

Birgit
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Beitrag von volk73 » 20 September 2004 20:59

hallo birgit,

ja das mit den mails ist schon so eine sache ... aber ich war/bin echt froh das ihr mir geantwortet habt und ich somit auf das forum gestoßen bin. irgendwie hab ich den link zum forum auf eurer homepage nicht so ernst genommen. :-x

vieleicht könnt ihr ja einen noch deutlicheren hinweis auf dieses forum hinterlegen, dann kommen bestimmt weniger per e-mail auf euch zu :) , denn wenn man, so wie ich auf den link kontakt in der homepage geht, dann kommt direkt der mailer hoch. wenn dort allerdings erst noch ne seite kommen würde, mit hinweisen auf das forum, so sollten doch deutlich weniger mails bei euch aufschlagen ...

was für ein verkorkster satz ... :) hoffentlich konnte ich euch meine anregung trotzdem rüberbringen.

gruß

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 20 September 2004 22:09

Habe jetzt beim Feedback-Formular noch ein Sätzchen eingebaut, dass man bei Fragen zur Weinbereitung das Forum nutzen soll ;)
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Christof
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Beitrag von Christof » 30 September 2004 20:45

Ich bin derjenige der nach einem "Most-Rezept" gefragt hat. Habe mir dann ein Buch übers Internet gekauft und mich so weit möglich, zumindestens theoretisch "schlau" gemacht.

Habe dann auch am 18.09.2004 aus frischen Äpfeln naturtrüben Saft gepresst und in 2 je 60 Liter Kunststofffässer angesetzt. Der Säuregehalt betrug 5,6; Den Zuckergehalt habe ich mit Aufzuckerung auf 65 Öchsle ( theoretisch dann bei kompletter Vergärung ca. 8,5 % Alkohol )eingestellt. Weiterhin habe ich Trockenhefe ( Alkoholtoleranz gem. Lieferant bei ca. 15 % )und Hefenährsalz nach Anleitung dazugemischt. Bisher gärt alles wunderbar und lässt auch schon langsam nach. Da ich keinen Wein herstellen möchte, frage ich mich, ob der Most nach vollständiger Vergärung dann nicht zu "sauer" ist, da sicherlich keinerlei Restzucker mehr vorhanden ist. Stirbt die Hefe dann ab oder lebt diese ohne Zucker weiter?? Kann man dann eine Restsüsse evtl. mit Saccharin einstellen ?? Wann muss der Most vom Geläger abezogen werden. Wer hat hier Erfahrung ??

Würde mich gerne in Sachen "Sauer-Most" mit jemandem austauschen.

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Beitrag von Birgit » 30 September 2004 21:03

Ich muß Dich enttäuschen, da Du Zucker zugefügt hast ist es schon keinen Most mehr sondern Apfelwein.

Bei einer Alkoholtoleranz von 15% wirst Du tatsächlich keinen Restzucker mehr haben. Die Hefe wird in einen Ruhezustand zu Boden sinken. Von diesem Bodensatz solltest Du den Wein abziehen sonst kannst Du dir einen Hefeböckser einhandeln.

Man kann eine Süße natürlich auch mit Süßstoff einstellen, da haben wir aber keine Erfahrung.

Gruß Birgit

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 September 2004 21:36

Hallo Christof,

schau Dir nochmal das Kapitel "Zucker" an, dort ist die Problematik eingehend (und deswegen vielleicht nicht so einfach durchschaubar) dargestellt. Das Grundproblem kurz dargestellt: Ganz ohne Restzucker ist ein Wein in der Regel ungenießbar, Restzucker bedeutet aber immer, das Du die Gefahr der Nachgärung in der Flasche hast, weil die Hefen anfangen können zu gären. Eine Hungerphase "zwischendurch" überstehen sie, es sie denn, Du hast Dich an den Gärungsendpunkt herangetastet, das ist die Alkoholtoleranz Deiner Hefe.

Das Problem kennt man auch vom Federweißen: Frisch ist das Zeug trinkbar, aber wehe, man lagert es zu lang... Ist der Restzucker vergoren, ist es sehr sauer und kaum noch genießbar.
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Beitrag von Veet » 26 Oktober 2004 13:53

Hallo,

ich babe dieses Jahr auch wieder 1,2 Tonnen Obst zu 500l Apfelmost verarbeitet. Ich habe meine Rezepte eigentlich durch probieren und ein glückliches Händchen selbst entwickelt. Alle Leute, die ich kenne, die selber mosten haben da ihr eigenes kleines 'Geheimnis' - und jeder behauptet von sich die beste Mehode zu haben. Das ist also nicht anz so einfach. Hier aber ein paar Grundsätze die ich beim Mosten gelernt habe:

Das richtige Obst:
Nach meiner Erfahrung wird Most aus Tafelobst nix ! Saure kleine Äpfel von Streuobstwiesen sind da viel besser geeignet. Warum weiß ich nicht. ich denke die Zucker/Säure/Gerbstoff-Werte sind einfach besser geeignet.

Die richtige Mischung:
Um etwas Pep in den Most zu bringen verwende ich noch einen kleinen Anteil Mostbirnen (vorzugsweise Schweizer Wasserbirne). Das bringt noch einen gewissen anteil an Gerbstoffen, der sich meiner Ansicht nach vorteilhaft auswirkt und den 'Zunge-bleibt-am-Gaumen-kleben-Effekt' etwas verstärkt.

Die Hefe:
Ich bevorzuge Malaga als Flüssighefe. Ich kenne Moster, die gar nichts hineintun oder Trockenhefe aus den Raiffeisenmärkten (z.B. Bouquet von der Fa. Österreich - ist aber nicht mein Ding). Bei einem Zuckergehalt von 56 Oe in diesem Jahr gehe ich damit ziemlich sicher, dass zunächst fast keine Restsüße zurück bleibt und meine Malaga alles zu Alk verschafft.

So kann ich dann in Ruhe Nachzuckern:
Ich verwende Süßwunder (Sachharin) um meine Süße einzustellen. 1 kleine Tablette pro 10 l ist wohl ausreichend.Diese gebe ich bereits während der Gärung hinzu.

Sicher ist es schwierig eine gleichbleibende Qualität zu erreichen, denn das ist ja bekanntlich von vielen Faktoren abhängig (Art des Obstes, wann es gelesen wurde, Zuckergehalt, Temperatur im Keller...).

Wichtig ist vielleicht noch:
Den Saft sogleich nach dem Mosten ansetzen, damit die wilden Hefen keine Chance haben.
Ich verwende Gärstarter mit denen ich dann die Fässer impfe um sicher zu gehen, dass meine Hefe auch die Oberhand gewinnt.
Ich rate auch zur Verwendung von Nährsalz um eine gute Entwicklung der Hefen zu gewährleisten.

Und zum Schluß:
Wie die ganze Hobbywinzerei: Wein oder Most braucht Zeit! Nicht zu früh abstechen. Mein Most ist immer ohne Hilfmittel oder Filtrierung von ganz alleine klar geworden.

Wenn Fragen sind schreibe ich gern weitere Postings.

Gruss
Veet
Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt.

Joachim Ringelnatz


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Veet
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Beitrag von Veet » 26 Oktober 2004 13:59

@

... nur zur Info mein Saft hatte dieses Jahr 9,5 gl Säure !
Soviel zu den Obstsorten...

Grüssle
Veet
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Joachim Ringelnatz


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Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Oktober 2004 14:06

1,2 Tonnen?! Respekt!
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