Mein erster Apfelwein

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Lofwirm
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Mein erster Apfelwein

Beitrag von Lofwirm »

Hallo alle zusammen,

wie man am Titel schon liest bin ich ganz neu dabei und wollte mal schreiben was ich so gemacht habe, ob das soweit richtig war und was man noch verbessern kann. ;)

Ich hatte geplant 5l mit Naturtrüben Apfelsaft anzusetzen bis ich festgestellt habe, dass dann wohl in mein Gärballon zu wenig Platz zum schäumen ist. Also alles auf 4l runter gerechnet (Spoiler da kommt dann später ein Fehler dazu den ich gemacht habe).

benutzte Zutaten
- 4l Apfelsaft natrutrüb
- 4g French Cider Trockenhefe (alk.-tolleranz 15% bei optimaler temp 12°-20°C laut Päckchen) mit etwas Saft quellen lassen.
- 4ml Antigel
- 1g Nährsalz
- 15ml 80% Milchsäure (hier zu viel Milchsäure weil ich vergessen habe die maximale Menge nicht auf 5l sondern auf 4l runter zu rechen.) :oops:

gemessene Werte:

- Temp 20°C
- Zucker 1,052°Oe
- Säure 4g/l (+3g/l aus der 80% Milchsäure)

Nachdem mir das dann mit der max. Menge Milchsäure aufgefallen ist habe ich nochmal 0,5l Apfelsaft nachgefüllt. Jetzt ist zwar die Gesamtsäure zu niedrig aber ich mag es sowieso nicht so Sauer.

Es blubbert fröhlich vor sich hin.

Jetzt zum meinen Fragen:

- Glaubt Ihr, dass das so mit der Milchsäure in Ordnung geht?
- Woran merke ich, ob ich überprüfen sollte, dass der Zucker schon weg ist? Mir reichen die 6,x vol. die hier rauskommen "müssten".
- Wenn dann die erste Gärung rum ist hatte ich vor den Cider abzuziehen, nachzuzuckern, zu entgasen und dann in verschlossenen Flaschen für 2-4 Tage nochmal gären zu lassen damit Kohlensäure entsteht und dann indem ich die Flaschen für 20 Min erhitze die Gärung beende. Hat da jemand Erfahrung mit oder gibt es eine andere bessere Möglichkeit das ganze zu machen. (Explosionssichere Unterbringung der ,33 Flachen ist gewährleistet.)
-Klärung ist mir nicht so wichtig bei der ganzen Sache, er darf ruhig trüb bleiben.
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Wegen der fortgeschrittenen Stunde im Telegrammstil ;)

-Wenn dich die Milchsäure geschmacklich nicht stört ist es in Ordnung. Du solltest allerdings niemals pauschal Säure zugeben, sondern erstmal eine Säuremessung durchführen.
-Wenn die Gärung nachlässt sollte der Zucker doch verbraucht sein, oder?
-Der Plan ist Blödsinn, sorry. Es erden NIEMALS verschlossene Flaschen pasteurisiert, wenn sie schon vorher unter Druck stehen schon gar nicht, und es wird NIEMALS Wein mit Hefe pasteurisiert. Wie man eine Pasteurisation richtig durchführt steht auf der Homepage (einfach mal oben auf das Banner klicken)

Offenbar willst du Kohlensäure plus Restsüße, das heißt: Entweder du gehst bis über 7 bar wie beim Champagner, oder du musst auf vergärbaren Zucker für die Restsüße verzichten. Wie man eine Flaschengärung durchführt ist beispielsweise hier beschrieben: viewtopic.php?f=33&t=13913#p178741
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Lofwirm
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Lofwirm »

Danke schon mal für die schnelle Antwort.

Die Säure hatte ich vor dem einstellen bestimmt. Waren dann ja die 4g/l. Aber auf der HP wurde ja zu einer höheren Säure geraten, also habe ich nachgeholfen.

Das mit der Flaschengärung muss ich mir noch mal durchlesen. Aber was hat das mit den 7 Bar beim Champagner auf sich?
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Bei sehr hohem Druck stellt die Hefe die alkoholische Gärung ein, sodass kein Zucker mehr vergoren wird und der unter Druck stehende Wein stabile Restsüße behält, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Sekt#Trad ... chengärung. Für den Hobbywinzer machbar, aber technisch eine Herausforderung. Vor allem braucht man entsprechend druckstabile Flaschen.
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Lofwirm »

Als kleines Update. Der Cider ist gut geworden. Hab für die Flaschengährung dann nochmal 2l naturtrüben Apfelsaft und 300g Zucker dazu gegeben. Dadurch kam ich dann auf gemessene ca. 1,030°Oe 4 Tage Flaschengährung für ordentlich Kohlensäure (Hatte nach drei Tagen ne Flasche probiert und da wars noch was flach aber der letzte Tag hat richtig reihngehauen.). Jetzt belegen die 15 Flaschen mein Gemüsefach (ist ja Obst ;) )

Geschmacklich kam das ganze, mit dem frischen Apfelsaft, ungefähr wie Apfelschorle daher, mit einem deutlichen Aroma von süßem Apfelwein. Bin sehr zufrieden.

p.s. Ich brauch ne bessere Brille oder eine Lupe, um das Hydrometer besser ablesen zu können.

oder wenn ich länger dabei bleibe ein digitales Refraktometer, sind die gut? Kennt sich damit hier jemand aus?
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Diese Messungen machen im fertigen Wein keinen Sinn, siehe Kapitel "Analytik" auf der Homepage: https://fruchtweinkeller.de/anleitungen/5-die-analytik/
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Klette »

Fruchtweinkeller hat geschrieben: 15 April 2021 20:12 Bei sehr hohem Druck stellt die Hefe die alkoholische Gärung ein, sodass kein Zucker mehr vergoren wird und der unter Druck stehende Wein stabile Restsüße behält, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Sekt#Trad ... chengärung. Für den Hobbywinzer machbar, aber technisch eine Herausforderung. Vor allem braucht man entsprechend druckstabile Flaschen.
Das interessiert mich doch genauer: Von welchem Druck sprechen wir denn hier in etwa? Unter dem Link habe ich hierzu leider nichts gefunden.
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Re: Mein erster Apfelwein

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Steht oben, sogar 2x: Rund 7 bar
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