Mein erster Himbeerwein

Mo von Wimate
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Mo von Wimate » 03 Juni 2017 14:48

Einfach zusammenschütten, so hab ich das grad gemacht aber in einen komplett neuen Ansatz mit Kokoswasser. Aber nun der Reihe nach.

Erst mal habe ich in ein Thermometer investiert. In meinem Badezimmer hat es 24°. Grade, als ich den schon überlaufenden Starter in den Himbeerwein kippen wollte, stelle ich fest, dass der Wasserstand vom Spund so aussieht, als ob da ein gewisser Druck im Ballon ist. Den Ballon zum X-ten mal vorsichtig geschüttelt und der Druck hat sich deutlich erhöht, leider noch nicht geblubbert. Der Ansatz wurde daraufhin in die Küche verfrachtet, dort hat es ungefähr 1,5° mehr.

Zweiten Ansatz mit Kokoswasser vorbereitet - wollte ich eigentlich erst ansetzen, wenn ich etwas mehr Erfahrung habe, weil das Zeug echt teuer ist, aber der Starter ist wie gesagt schon übergelaufen und hat einen leckeren Hefegeruch in der Küche verbreitet. 5l Kokoswasser + 500g Zucker + Starter stehen jetzt neben dem angehenden Himbeerwein.

2 Stunden später komme ich vom Einkaufen zurück. Ich habe es leider nicht wirklich sehen können, aber aus dem Augenwinkel dachte ich den ersten Blub im Himbeerwein zu sehen. Aber es hat sich nichts weiter getan, also erst mal die Einkäufe verstauen. Da ich eh grad in Aktion war, dachte ich mir, schüttel den Himbeerwein nochmal und da fängt es an zu blubbern, das habe ich so nicht erwartet. Hat dann zwar auch sofort wieder aufgehört nach dem schütteln, aber ich glaube es geht so langsam los :)
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Igzorn
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Igzorn » 03 Juni 2017 14:51

Yeah! Party! :clap: :clap: :clap: :clap: :clap:
Vinometer hast Du?
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Mo von Wimate
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Mo von Wimate » 03 Juni 2017 15:24

Ja, ich habe ein Vinometer. So ein kleines von Arauner. Das soll bis zu 25% messen.

Ich habe aber direkt noch mal eine Frage zur Säure. Da der Kokoswein extrem basisch ist möchte ich den gerne nachsäuern.
Auf der Homepage steht, dass wenn man 10l um 1g erhöhen möchte muss man 12,5ml 80%ige Milchsäure dazu kippen.

Ich möchte jetzt 5l um 4,5g (Ausgangswert ist 1,5g) erhöhen. Da rechne ich doch 12,5ml / 10 * 5 * 4,5 = 28,13ml. Habe ich den Rechenweg richtig verstanden?

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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von 420 » 03 Juni 2017 16:33

Du hast schon die richte Stelle hehabt, aber bitte da auch weiter lesen.

WICHTIG: "Mehr als 35 ml pro 10 l Wein sollten nicht verwendet werden, da die Milchsäure in so großer Menge doch unangenehm hervorschmecken könnte. Dann muss Zitronen- oder Apfelsäure für eine weitere Ansäuerung benutzt werden. Im Zweifelsfall ist die Zitronensäure nach der Milchsäure die zweitbeste Wahl"

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Mo von Wimate
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Mo von Wimate » 04 Juni 2017 17:33

Ouh, das wäre fast ins Auge gegangen. Ich hatte das zwar gelesen, aber in dem halben Jahr wieder vergessen und beim Nachlesen nur das "gescannt" was ich grade für nötig hilt. 15ml Milchsäure dazugekippt, den Rest erledige ich mit Zitronensäure, nach dem Abziehen.

Beide Ansätze geben ungefähr pro Sekunde ein Blub ab und gären so vor sich hin.

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Chesten
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Chesten » 04 Juni 2017 19:58

Mo von Wimate hat geschrieben:Beide Ansätze geben ungefähr pro Sekunde ein Blub ab und gären so vor sich hin.
Hört sich doch jetzt alles super an !
Mit dem schütteln wäre ich jetzt vorsichtig sonst schießt dir das Wasser noch aus dem Gärröhrchen an die Decke ;) .
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

Mo von Wimate
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Mo von Wimate » 07 Juni 2017 21:25

Nach zwei Tagen heftiger Gärung - und mit trockener Decke - hat der Wein innerhalb einer halben Stunde komplett aufgehört zu Blubbern. Ich habe dann mal eine Kostprobe genommen und ich kann nur sagen, meine Güte war das lustig. Extrem sauer. Also "auf gut Glück" etwas Zucker hinterher gekippt - ja, ich habe mich in die Nachzuckermethode eingelesen und habe sie diesmal bewusst ignoriert, da ich für den Start eh etwas weniger Zucker reingetan habe als laut Rezept nötig. Siehe da, eine halbe Stunde später kam aus der Küche wieder das inzwischen vertraute blubbern :)

Heute habe ich meine Spritze bekommen, mit der ich ohne den schweren Ballon zu heben und vorsichtig versuchen muss nur ein paar Mililiter auszuschenken, einfach etwas aus dem Ansatz ziehen kann. Ich weiß, man sollte normalerweise den Ansatz nicht öffnen, solange es noch blubbert, aber ich war einfach zu neugierig. Obwohl der Ansatz gemächlich vor sich hinblubbert, war die Geschmacksprobe wieder extrem sauer. Also wollte ich heute mit der Nachzuckermethode loslegen und den Alkoholgehalt bestimmen. Da habe ich mich wohl etwas dumm angestellt. Es ist nichts passiert.

Laut Anleitung sollte ich oben Flüssigkeit einfüllen bis unten welche raustropft, dann das Loch unten verschließen, die überschüssige Flüssigkeit abgießen und dann senkrecht halten (oben ist jetzt unten), das Loch wieder freigeben und den Alkoholgehalt von einer Skala ablesen. Da war dann aber weniger als 0% abzulesen. Gibt es auch Antialkohol? Gekauft hatte ich das hier: https://www.arauner.com/messintrumente- ... r-0-25-vol.

Da es noch blubbert pressiert es nicht, denke aber spätestens morgen muss ich was unternehmen.

Gibt es Tipps?

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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Igzorn » 07 Juni 2017 21:38

Vinometer wird hier wegen seiner Genauigkeit auch Schätzeisen genannt. Probier es mal mit einem Industrie Wein. Die Angabe auf der Flasche ist richtig.

Den Ballon kannst Du in der Gärphase problemlos öffnen. Das CO2 wirkt als Decke im Ballon.

Vorsicht beim Zucker. Was drin ist, ist drin! Hab ich schon mehrfach misslich festgestellt!

Ansonsten klingt alles toll.

Viel Spaß noch damit!
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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Mo von Wimate » 07 Juni 2017 22:05

Danke für den Tipp mit dem Industriewein. Da häte ich auch selbst drauf kommen können :mrgreen:

Laut Verpackung hat mein Schätzeisen eine Messungenauiogkeit von +-0,5%. Wenn ich hier so im Forum lese, vermute ich eine größere Ungenauigkeit. In der Praxis hat sich bei einem Industriewein eine Messungenauigkeit von -13% ergeben. Auch hier war nichts abzulesen :shock:

Ich stelle mir grade eine Verkehrskontrolle vor: "Aber Herr Waldmeister, ich sage doch, ich habe nachmemessen. Da ist gar kein Alkloholol drin. Die Industrie betrühügt uns über..allll"

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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 Juni 2017 22:23

Eine Vinometermessung bei gärendem Wein ist schwierig, die Kapillare kann durch Trübstoffe schnell verstopfen, Luftblasen durch CO2 sind auch nicht hilfreich. Nimm eine Probe, fülle sie in ein Glas, schüttle das CO2 gründlich aus, warte ein paar Minuten bis sich der Schlunz ein wenig abgesetzt hat und versuche dann eine Messung.
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(Too much coffee man)

Am Rande des Wahnsinns hat man die beste Aussicht.

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von 420 » 07 Juni 2017 22:48

Ggf. kannst Du zusätzlich die Probe noch für 1-2 Tage im Kühlschrank stellen. Dann hat sich sicherlich noch mehr abgesetzt. Danach z.B. mit einer Spritze etwas abziehen, in der Hand den Wein wieder erwärmen und danach mit dem Vinometer messen.

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Re: Mein erster Himbeerwein

Beitrag von Igzorn » 07 Juni 2017 23:10

Äh, wenn der Industrie Wein nichts anzeigt, dann ist das Ding im Arsch. Zurück und neu.
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