Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

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Oelsnitzer
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Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Oelsnitzer » 03 Juli 2015 09:56

Moin Moin, war gestern Abend im Wald, hatte von reifen Waldheidelbeeren gehört… Habe auch welche gefunden, die Objekte meiner Begierde lagen zu meinen Füßen, allerdings erst, nachdem ich genauer hingeschaut hatte. Das Jahr war wohl zu trocken dafür. Hab nur Mini- Murmeln. Nach einer Stunde pflücken hab ich es aufgegeben. Ergebnis ernüchternd, 513 Gramm, liegen jetzt im Kühli. Also kein 50 Liter Ansatz davon …
Kommt dazu das die Waldheidelbeeren recht zickig sind was die Gärung angeht, so hab ich es jetzt herausgelesen!? :schlecht:
Was mache ich jetzt damit? :hmm:

Variante 1, ich vergesse sie im Kühli und freu mich sie irgendwann wieder zu finden. :pfeif:
Variante 2, mein Favorit, am WE sind die Jo- Beeren dran, denke an einen 20 Liter Ansatz, ob man da noch was von den Heidelbeeren 513g schmeckt? Passt das zusammen? Farbe geben sie auf alle Fälle und vom Geruch her – lecker!
Variante 3, die Felsenbirne ist auch reif, eigentlich wollte ich dieses Jahr nichts daraus machen, geschmacklich würden sie zur Heidelbeere passen, wenn die Vögel sie bis morgen dran lassen, noch haben sie die „Birnchen“ nicht gefunden.

Welche Meinung haben die Experten?
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fibroin
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von fibroin » 03 Juli 2015 10:15

Felsenbirnen sind mühsam zu pflücken, ähnlich wie Heidelbeeren. Stunden brauchst du, um auf Kilos zu kommen. Dann sind beide Früchte vom Aroma nicht so stark, um im Wein Prioritäten zu setzen. Du bekommst Weine, wo dann letztlich der Pfiff fehlt.
Johannisbeeren sind durch die intensive Säure ganz anders. Deren Geschmack ist im Wein wiederzufinden. Mischt du die Heidelbeeren darein, kommt du nur die Farbe mit. Varianten im Geschmack sind nur zu ahnen.

Noch was zu Johannisbeeren, wegen der Säure ist es sinnvoll, die möglichst reif zu pflücken. Lass den Beeren noch die Sonne der warmen Tage, es macht sich im Geschmack aus.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Oelsnitzer
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Oelsnitzer » 03 Juli 2015 11:35

Danke fibroin,
fibroin hat geschrieben:Felsenbirnen sind mühsam zu pflücken, ähnlich wie Heidelbeeren. Stunden brauchst du, um auf Kilos zu kommen. Dann sind beide Früchte vom Aroma nicht so stark, um im Wein Prioritäten zu setzen. Du bekommst Weine, wo dann letztlich der Pfiff fehlt.
Aus diesen Gründen nicht mein Favorit!
fibroin hat geschrieben:Noch was zu Johannisbeeren, wegen der Säure ist es sinnvoll, die möglichst reif zu pflücken. Lass den Beeren noch die Sonne der warmen Tage, es macht sich im Geschmack aus.
Dachte auch so und beobachte unsere Sträucher schon die ganze Woche. Kann man beim dunkelrot werden zusehen... gleiches gilt für die Haut bei dem Wetter.
Am WE sind allerdings die von Bekannten dran, geht eh nur am WE und das werden wohl hauptsächlich weiße sein. Da würde sich ein bisschen "Farbaufbesserung" gut machen.
Kann ich dann entscheiden, wenn es absehbar ist.

Oder es gibt am WE Eis mit Waldheidelbeeren, bei dem Wetter angenehmer damit im Schatten zu sitzen als sich mit den Felsenbirnen zu beschäftigen. :lol:
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fibroin
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von fibroin » 03 Juli 2015 13:14

Es gibt leider kein Hausmittel, die Säure der Johannisbeere am Strauch zu testen. Es bleibt da nur das Naschen, aber da kann man sich reichlich irren.
Dunkelrote Schale ist auch ein Indiz für Reife wobei über die Säure noch wenig gesagt ist.
Zum Glück verträgt der Johannisbeerwein eine hohe Verdünnung, um die Säure in einen trinkbaren Bereich zu bekommen.
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Vine » 03 Juli 2015 15:28

Ich finde gerade die Waldheidelbeeren ausgesprochen köstlich! Mit den Zuchtblaubeeren nicht zu vergleichen. Ich habe aus 2,5 kg einen recht fruchtigen und leckeren Wein daraus bekommen (5 Liter Ansatz nur). Mit 0,5 kg lohnt sich freilich ein Ansatz nicht. Du könntest aber auch weiter sammeln ... oder im Internet schauen, ob du Waldheidelbeeren gefroren bestellen kannst.
Die Kombination mit Felsenbirne stelle ich mir auch interessant vor. Mit Johannisbeere würde ich nicht kombinieren, die erschlägt die Heidelbeere wahrscheinlich. Auf die Brombeeren zu warten wäre auch noch eine Möglichkeit.

Bei mir verlief die Gärung erst gar nicht bis schleppend (Portweinhefe, Baumarkt). Das nächste Mal würde ich Heferinde zusammen mit der SIHA 8 verwenden.
Mit ordentlichem, guten Tannin wird ein interessanter Blauwein daraus :)
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Oelsnitzer » 04 Juli 2015 21:52

Vine hat geschrieben:Ich finde gerade die Waldheidelbeeren ausgesprochen köstlich! Mit den Zuchtblaubeeren nicht zu vergleichen
ich auch Vine, darum dachte ich mehr davon zu finden, jedoch wird es sich auch nicht lohnen noch einmal ein paar Stunden suchen zu investieren, die sind wirklich nur sehr klein in diesem Jahr. Hier fehlt einfach Wasser!
Im Internet danach suchen und kaufen geht auch, nur wo bleibt da der Sportgeist? So einfach will man sich das ja nicht machen, da kann ich den Wein auch gleich fertig kaufen. :mrgreen:

Vine hat geschrieben:Die Kombination mit Felsenbirne stelle ich mir auch interessant vor.
Das hatte sich auch erübrigt, die Hitze und der leichte Wind haben aus den Birnen .... Rosinen gemacht. :?
Trockenobst am Baum, sahen schon am Freitag merkwürdig schrumpelig aus. Heute haben sie den Rest bekommen.
Also keinen Versuch wert!

Dafür sind die Johannisbeeren im Ballon, waren sehr reif! Schon fast vom Strauch gefallen, saftig und wohlriechend.
Bei den Temperaturen muss man schon aufpassen, das sie nicht zu warm stehen.
Die Waldheidelbeeren sind noch im Kühli, meine Frau fand übrigens die Idee mit dem Eis am besten. :lol:
Mal sehen, morgen ist auch noch ein Tag.
Frohes schwitzen an alle! Oder einen guten Platz im Weinkeller!
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Vine » 05 Juli 2015 21:49

Sportsgeist hin, Sportsgeist her ... wenn die Ausbeute zu gering ist, kann man das ruhig aufpeppen, denn sonst gibts gar keinen Wein daraus ;) Und du musst ja nicht den Wein kaufen (gibts in der Qualität eh nicht zu kaufen, wie wenn man es selber macht), sondern selber vergären.
Unterschätze übrigens die kleinen hutzeligen Früchte nicht! Da ist zwar wenig Wasser drin, aber dafür (vielleicht) um so mehr Geschmack. Hier hatte Vinifikator letztes Jahr aus Bibernell-Hagebutten, wenn ich mich recht erinnere, einen Wein gemacht, indem er aus den recht verdorrten Früchten eine Art Tee gekocht und diesen dann vergoren hat.
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Re: Johannisbeeren mit Heidelbeeren?

Beitrag von Oelsnitzer » 06 Juli 2015 09:04

Vine hat geschrieben:Unterschätze übrigens die kleinen hutzeligen Früchte nicht! Da ist zwar wenig Wasser drin, aber dafür (vielleicht) um so mehr Geschmack
In Bezug auf die Felsenbirne, ich gestehe, ich hatte ähnliche Gedankengänge als ich grübelnd davor stand und eine nach der anderen genascht hatte. Haut, Kerne und die Reste der Blüte, das ist das was davon übrig bleibt wenn du sie im Mund hast. Geschmack... geht noch. Ich hätte sie ähnlich den Holunderbeeren "wärmebehandelt" was einem überbrühen ähnlich kommt, etwas abkühlen lassen und Antigel dazu, nach einem halben Tag dann durch den Pressbeutel. Hätte den Vorteil, das die Kerne und Blütenreste schon einmal weg wären und nur erst einmal der Saft der Felsenbirne, wenn da geschmacklich noch etwas bleibt. Dann die Waldheidelbeeren als Maische hinein. Vom Geschmack müsste man dann mal schauen was bleibt, wenn es nicht viel wäre, könnte man gleich bei wenig Alkohol bleiben, einen leichten Tafelwein, der den Geschmack hervorhebt.
Allemal interessant es auszuprobieren, leider fehlt nun dafür die Zeit, es sei denn, ich finde wenigstens die Zeit die Felsenbirnen zu pflücken und sie noch einzufrieren - dann würde sich irgendwann die Zeit finden. :roll:
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