Holunderwein (mal wieder)

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Becks
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Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Becks » 09 September 2013 13:53

Moin,
ich habe eine Frage zu einem Detail bezüglich Saftgärung Holunderwein, nämlich dem Abpressen der Maische. Mein Ansatz ist artig 20 Minuten lang erhitzt worden und gimmelt nun zusammen mit dem Antigel im Kochautomaten herum.

Im nächsten Schritt wird die Maische nach Anleitung FKW abgepresst, und da stellt sich mir die Frage, ob und wie ich um den Handpressbeutel herumkomme. Ich besitze einen, aber die Anwendung des Teils beim ersten Ansatz (Zwetschgenwein) führte zu einer ziemlichen Sauerei/Spritzerei, die ich gerne beim Holunderansatz umgehen würde. ich würde lieben gerne auf einen Neuanstrich des Zimmers verzichten und würde mich für die Tätigkeit ungern in die Duschkabine verziehen müssen.

Lange Rede kurzer Sinn:

1) Gibt es bei der Handpressbeutelmethode Tricks/Kniffe, um das Herumspritzen zu verhindern/minimieren (z.B. in einen Maischeeimer halten und dann in den Ballon umgiessen)?
2) Kann man auch einfach nur alles mit einem Küchensieb absieben und hat dann eventuell den Vorteil, mehr grobe Trübstoffe im Ansatz zu haben, welche die Anwendung von Äpfel als Hilfsmittel überflüssig machen und sich hinterher womöglich sogar positiv auf die Selbstklärung auswirken? Oder muss eh alles nach einer Woche durch ein Sieb wenn die Rosienen raus sollen und man kann zuerst grob sieben und dann nach einer Woche feiner sieben (mit dem Pressbeutel)?

Oder habe ich noch eine Alternative übersehen?

Becks

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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von 420 » 09 September 2013 18:53

Hallo Becks,

ich presse mit dem Handpressbeutel in einem 25 Liter Eimer gegen den Boden bzw. im Wein/Saft. Falls es dennoch etwas spritzt, kannst Du ja noch ein Tuch über dem Eimer beim pressen legen. Dann presst Du halb ohne Sichtkontakt.

Grüße
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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 September 2013 21:33

Ja, quasi "in einem Eimer" auspressen, drumherum alles großzügig mit Folie auslegen. Oder du arbeitest direkt auf dem Balkon oder im Garten.
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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Becks » 09 September 2013 21:35

Hat ohne größere Sauerei funktioniert. Als Gerätschaften hatte ich einen großen Trichter, zwei 10L Plastikeimer (drei wären besser gewesen), den Einkochautomaten, seinen Deckel, ein großes Metallsieb Marke Ikea, einen 1L Meßbecher, einen Fülltrichter mit breitem Loch (wird z.B. zum Abfüllen von Marmelade verwendet) und eine stabile(!) Schöpfkelle. Durchgeführt habe ich alles auf dem Boden in der Küche so daß ich immer wieder die Hände waschen und entfärben konnte.

Der erste Schritt bestand darin die Maische über das Ikeasieb in einen 10L Eimer grob zu filtern und dabei gleich die Maische mit der Kelle grob vorzupressen. Die Maischereste landeten mangels Eimer #3 auf dem umgedrehten Deckel des Weckautomaten. Die Brühe aus Eimer 1 wandert dann mit Hilfe des großen Trichters durch den Handpressbeutel fast ohne Rückstände in Eimer zwei und dann weiter per Trichter in den Gärballon. Den Handpressbeutel kann man dabei an den Schlaufen festhalten, so daß man auch alleine umfüllen kann ohne daß er vom Trichter rutscht.
Der nun leere Weckautomat (ist groß genug um Spritzer abzufangen) wird gespült, dann portionsweise die Maische mit dem Handpressbeutel befüllt (geht mit dem Marmeladentrichter ohne Kleckerei), ausgepreßt und der Trester landet im nun leeren Eimer #1. Der Saft geht wieder in EImer #2 (weil der Kochautomat zu schwer ist) und von da in den Gärballon. Wer nun will (so wie ich) packt den Trester komplett in das Ikeasieb, stellt dieses auf den Einkochautomaten und spült mit Wasser nach, ohne groß zu pressen. Das Waschwasser nutzt man dann zum Auffüllen des Ballons nachdem man es auch durch den Handpressbeutel gegossen hat.

Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Für Vorbereitung, filtern plus Zugabe aller andeeren Zutaten habe ich knapp 90 Minuten beötigt (bei einem 20L-Ansatz).

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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 September 2013 21:37

Klingt gut, dann mal weiterhin viel Erfolg.
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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von fibroin » 09 September 2013 23:32

Ja, das rote Zeug zu pressen erfordert eine gute Umsicht. Die Kollateralschäden können den Familienfrieden stören. :(
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Becks » 10 September 2013 15:47

Passt schon, es gab nur ein paar kleinere Spritzer. Der Gärballon steht nun zudem sicherheitshalber in der Badewanne. Sollte die Gärung mehr als geplant freudig loslegen ist nicht das Zimmer versaut. Hollunder ist zwar vergleichweise harmlos in der Färbewirkung, aber muss ja nicht sein.

Wie sieht es denn beim Titrieren aus wenn der Säuregehalt eingestellt wird? Braucht es Tricks wie eine starke Lampe oder ist der Farbumschlag trotz Hollunderfarbstoff sichtbar?

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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 September 2013 20:03

Die Titration ist ein Problem. Entweder du verdünnst stark wodurch der Messfehler steigt, oder du spielst mit Lackmuspapier herum. Was nicht unbedingt besser geht. Das Problem war ein Grund warum ich mir ein pH-Meter angeschafft habe.
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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von 420 » 10 September 2013 21:43

Vielleicht noch erwähnenswert ist, wenn Du verdünnst, nimm bitte destilliertes Wasser und vorher unbedingt CO2 herausrühren. Dazu nehme ich heute einen kleinen elektrischen Milchschäumer.

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Re: Holunderwein (mal wieder)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 September 2013 21:47

420 hat geschrieben:Dazu nehme ich heute einen kleinen elektrischen Milchschäumer
Auch bekannt als Weinverbesserer :mrgreen:
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